Ü30-Party

Gestern geschah in meinem Leben ein Novum welches tiefe Spuren an meiner zarten Seele hinterließ: Ich war auf meiner ersten Ü30-Party.

Also meine Theorie ist jetzt, dass das “Ü” für “überleben” steht – wenn du das als junger Mensch ohne bleibende Schäden überlebst bist du gut.
Weiß noch nicht genau, ob ich bleibende Schäden davontragen werde.


Zumindest versuche ich gerade diese Erlebnis zu verarbeiten indem ich einen Post drüber verfasse und mich der Welt mitteile (wie ich es so oft mache mit Problemen die sonst niemanden interessieren würden :-)

Ich war natürlich auch nicht darauf vorbereitet sonst hätte ich mich vielleicht besser vorbereitet (z.B. daheim schon mal mit einer Flasche Strohrum vorgeheizt, präventiv die Gehörgänge veröden lassen und eine pechschwarze Sonnenbrille mit Seitenabdichtung aufgesetzt.)

Aber mal von Anfang an:
Gestern war ja die Geburtstagsfeier meiner Oma väterlicherseits. Dazu waren zu unserer aller Freude auch mein Cousin aus Frankreich mit seiner Familie gekommen. Wobei man erwähnen sollte, dass er und seine Frau gerade die 40 überschritten haben. Meine Cousine Steffi (uh, wie alt ist denn die? Na so knapp über 30 vielleicht?) war auch da. Und aus irgendeinem irrigen Grund dachten wir alle, das wäre ja noch ein Spaß, wenn die “jüngeren” unter den Gästen noch bissl fortgehen würden. Also alle unter 50. Haha.

Wohin? Natürlich auf eine Ü30-Party.

Deshalb war ich da dann etwas unvorbereitet und hatte erst ein Bier und einen Wein getrunken (was sich als kleiner Kunstfehler herausstellen sollte).

Nachdem mir klar wurde, dass die da wirklich hin wollten, war es aber auch schon zu spät für weitere Präventivmaßnahmen ;-)

Gesagt getan, halbe Stunde später kam der Eingang dieses Schuppens also in bedrohliche Nähe … und entfernte sich dann auch wieder von uns – allerdings hinter uns. Wir waren drin.

Erster Gedanke: Oh, an solchen Orten versammeln sich also die ganzen Leute die man an anderen Orten um diese Zeit eigentlich nicht vermisst. Ach und diese Musik haben sie auch herausgekramt die ich wohl erst recht nicht vermissen würde (weder zu dieser noch zu anderen Zeiten).
Zweiter Gedanke: Wo ist die Bar? Egal von was, ich hab zu wenig (s.o.)
Dritter Gedanke: Oha, die tanzen ja lustig.
Vierter Gedanke: Besonders der schlacksige Einsneunzig-Mann da in der Mitte der so emotional tanzt, dass er so aussieht als würde er gleich zu Bon Jovi anfangen zu weinen :-)
Fünfter Gedanke: Welche Musik wird auf den zwei anderen Floors gespielt?
Sechster Gedanke: Ok, bisschen besser. Da kann man eher bleiben. Auf die Musik könnte man ja vielleicht sogar tanzen :-)

So oder so ähnlich waren meine Gedanken. Zwischendrin unterbrochen von ein paar unterstützenden Drinks.

Ich hatte auch vorher noch nie so einen alten DJ gesehen. Naja Kunststück, die passen sich vermutlich ganzheitlich an das Publikum an ;-)

Aber mit tatkräftigen Unterstützung (s.o.) und bisschen gutem Willen wurde der Ausflug doch ganz witzig. So im Nachhinein ein schöner Abend. Bloß grad, als nach zwei Stunden die Musik im Floor zwei von naja auf fast durchgängig tanzbar für junge Leute schwenkte, wollten unsere Durchschnittsalter-in-die-richtige-Richtung-Verschieber dann heimgehen. Schade. Grad wo der Spaß anfing :-)

Meine Schwester äußerste heute dann beim Frühstück die Theorie, dass diese Leute dort alle so langsam getanzt haben weil denen ihre Gehirne auch nur noch so schnell arbeiten würden.
(oder so ähnlich)

Na, so gehässig würd ichs nicht ausdrücken. Wahrscheinlich tanzen die so langsam weil sie allmählich Angst vor Herzinfarkten haben.

Jetzt langts wirklich. War ein lustiger Abend :-)

Ein Kommentar vorhanden.

  1. Lara schreibt am 20.11.2006 16:02:

    Na das sind ja anheimelnde Zukunftsaussichten. Das wär doch mal’ne Rubriklücke für geistvolle Zeitschriften, die sich gewöhnlich über Jahre in Wartezimmern von Arztpraxen rumdrücken: “Die 10 besten Tips, nicht ins Ü-30 Schema zu geraten”. Am Ende haben die Leute von Peters Saturday Night sogar einen solchen gelesen, nur leider ein wenig zu spät mangels aktueller Exemplare beim Middlife-Crisis-Berater… Naja, schade dass es keine Teeni-Party auf’nem anderen Floor gab, sonst hätt sich das wieder ausgeglichen. Naja, rechnerisch. Ansonsten muss man da aufpassen, die richtige Tür zu nehmen, vor allem wenn man gewisse Zeichen fortgeschrittener Weisheit wie zum Beispiel Geheimratsecken trägt. Also: jedem das seine ;)

 
blogoscoop