Regeln auf dem Bau
Ein jeder Bauarbeiter befolgt – egal was auch immer seine Arbeit sei – immer die goldene Bauarbeiterregel:
“Früh um sieben tun wir Baggerlärm lieben,
erst ab zehn könnt’s mit der Schaufel gehen.”
Ach, wenn ich so darüber sinniere finde ich noch mehr:
“Arbeit ist nur wirklich gut,
wenn der Student senkrecht im Bett stehn tut.”
“Baggerkrach morgens um sieben muss sein,
wer da noch schläft, muss so ein abgekackter Student sein.”
“Wir sind in einer Siedlung heut,
komm nimm den Bagger – weck die Leut.”
“‘s is sieb’n Uhr früh, des erste Bier,
komm gib amal den Bagger her.
Dann fahr mer durch die Gegend jetzt,
dass’s d’ arme Leut die Ohrn zerfetzt.”
(aus dem bekannten FrLustspiel “Der frustrierte fränkische Bauarbeiter.”, zweite Szene)
“Itzat aber hoppala,
na fahr mer mit dem Bagger da,
nauf und nunder, hie und her,
was itzt noch schläft des is a Gscher.”
(s.o., Textstück aus der zweiten Szene)
“Öh, was gehts mir heute Kacke,
mey ganzer Körpo is am Sacke,
was hab’sch mer gestorn angeton?
Jetzt müss isch erschtmo Bagger fohrn.”
(s.o., Szene zwei, erster Auftritt Arbeitskollege aus den neuen Bundesländern)
“Heut früh da müss mer gscheit was schaffen,
die kleine Schaufel is für Affen.
Heut früh da tu mer Bagger fahrn,
vielleicht a noch a bissl Kran.
A gescheiter Krach, des is echt fein,
hier würd ich net gern Anwohner sein.”
(s.o., zweite Szene)
“Gleich nacherd kommt der Presslufthammer,
scho halb acht? Des is a Jammer.
Die blöde Kistn wollt net laufn,
da muss ich gleich a Frustbier saufen.”
(s.o., dritte Szene)
“Der Werker wenn was auf sich hält,
dann stört ihn nicht der Rest der Welt.
Und sei’s zur früh noch dunkel und kalt,
auch da macht ihm sei Bagger net halt.
Gepflegt er in die Gruben fährt,
und eifrig Steinehaufen mehrt,
ein gscheiten Krach, des ghört dazu,
ab zehne geb’ mer dann a Ruh.”
(s.o., erste Szene)
“Ich hat kei’ Frühstück heut zum Essen,
gebts mir den Bagger, ich muss vergessen.”
(s.o., zweite Szene)
“Der Bagger is a fein’s Gerät,
weil der allweil ganz laut verrät,
wo echte Männer richtig schwitzen,
in großerte Maschinen sitzen,
die halbe Welt verschieben tun,
und ganz früh morgens niemals ruhn.”
(s.o., Szene: “Philosophie zur Brotzeit”)
Ich merke schon, dies Thema lässt
sich super ausbauen. Doch wie fässt
man meine morgendliche Trauer
geraubten Schlafes – mir dem Mauer -
wohl gut in Worte, gar in Reime?
Ich glaub ich wohn im falschen Heime.
Morgen früh so hoff ich sehr
gibt es weniger Geplärr,
aus Motoren und Maschinen,
welch Student tut das verdienen,
dass man ihn so morgens weckt,
in mit Baulärm gar erschreckt?
Morgen muss ich früher raus,
ich hoff ich bin schon aus dem Haus,
wenn draußen krachen laut
des Nachbars Trupp sein Haus zerhaut.
Ich selber hau mich gleich ins Bett,
ein bisschen dichten – ich fands nett ;-)
Den Schaden haben die Arbeiter doppelt getan:
Jetzt tut uns Peter auch noch seine Dichtkunst an
Da bin ich leidenschaftslos,
stell hier meine Dichtkunst bloß.
Mit Kritik kann ich doch umgehen.
(Vielleicht lösch ich sie mal aus Versehen?)
Nein, lasse sie natürlich hier,
ist schließlich von dir ;-)
Wie derb musst Du das Versmaß knicken,
versuch’s doch mal mit Limericken
erlös damit vom Leid,
gib Dir vielmehr die Zeit
nebst Message auch auf Form zu blicken…
Dacht ich mir doch da haett ich mal was gesehen,
wie Bauarbeiter die Welt verstehen.
Was da mal stand in meinem Blog,
was da gedichtet, ganz ad hoc.
Heute hams mich wieder gfreut,
hintern Garten, diese Leut.
“Zwischen Acht und Zehn:
da muddu in den Bagger gehn.
Dann gscheit mim Presslufthammer drauf,
des weckt dich erstmal richtig auf.
Studenten ihr wollt spaet aufstehen?
Nix da. Ich mach Krach bis zehn.
Danach tu ich mich da ruecklehna
und hock mich nei in mein Container.
Alle Nachbarn sinn geweckt,
die alte Btongplattn hab ich gfreckt,
a Gruben hab ich – super tief,
wenn des net heut scho super lief.
Jetz a Brot mit Presssack und Bier,
und nachher ganz stille Arbeit – bis vier.
Da tu ich dann weng Steinle schlichten
und a weng Gedichte dichten,
Warum laut sein – zu welchen Zwecken?
Es gibt ja doch kein mehr zu wecken.”