Der Altruismus scheitert an den kleinen Dingen…
Ein bisschen weniger Altruismus würde glaub ich manchmal für weniger Frust sorgen bei einem selbe. Oder ich muss lernen damit besser umzugehen.
Hab ich vor paar Tagen hier Mousse au Chocolat gemacht. Wir waren aber nur vier Leute, haben aber auf fünf Schüsseln verteilt. Dies kann sich als Fehler erweisen wenn man nicht damit gerechnet hätte, dass jemand anderes die fünfte Schüssel verputzt…
Die fünfte Schüssel ist fast zwingend der Knackpunkt:
Entweder du selber isst sie selber zusammen. (Ich finde, wenn man die Mousse au Chocolat selber kocht, hat man auch ein geringfügig größeren Anspruch auf die fünfte Schüssel. Vielleicht auch nicht. Immerhin stellt man sie in einen gemeinschaftlichen Kühlschrank und schreibt nicht seinen Namen drauf. Damit ist das ja Freiwild…) Aber wenn man sie selber essen würde wäre die Welt in Ordnung.
Oder jemand anderes findet sie im Kühlschrank. (Das ist das womit man natürlich nicht rechnet wobei die Chance ja recht hoch ist.) Die Wahrscheinlichkeit, dass derjenige sie findet während ich im Haus bin ist eh in etwa nur 1:4. Naja und dann liegt es auch nahe, dss nicht mehr extra bei mir nachgefragt wird, ob man das Essen kann. (Können auf jeden Fall, sonst ständs nicht so einladend da. Ob mans darf? Um ehrlich zu sein würde ich mich das auch oft nicht fragen. Sollte man vielleicht, aber man kanns niemand anderem im Nachhinein vorwerfen, dass er / sie es nicht getan hat.)
Und so kommt es zum schrecklichen Unglück: ich schau in den Kühlschrank und dieses lecker-schmecker-schmacko-fatzi-feini Essen ist weg.
Frustration pur :-(
(Blöderweise hätte man ja damit rechnen können.)
(Macht man aber ja nicht :-(
Schön, wenn es jemand anderem dafür geschmeckt hat – aber das tröstet auh nur ungenügend über den akuten emotionalen kulinarischen Verlust hinweg :-(
Für den nächsten Nachtisch sollte ich also entweder die diplomatische Lösung suchen (7 Schüsseln (4x am Abend mit Gast, 3x am nächsten Tag für jeden nochmal eine Portion)) oder die direkte Konfrontation (“Ich hab mir noch eine extra Schüssel für morgen gemacht, lasst ihr mir die übrig?”) oder halt die vier Schüsseln für den Abend auf Gedeih und Verderb vollfüllen um keine fünfte füllen zu müssen.
Aber fünf Schüsseln füllen und am nächsten Tag die für sich selbst geglaubte Portion schmerzlich zu vermissen ist mir zu demotivierend. Werd ich dran arbeiten müssen mich nicht mehr durch sowas frustrieren zu lassen bzw. diese Konstellation nicht mehr aufkommen zu lassen :-/
Post gravierend geändert am 4.7.07
Sei froh, dass Dein Essen gegessen wird! Ich denke, das dürfte schon ziemlich gut sein, dass sie sich nicht drüber beschweren :-D Welches Mousse Rezept hast Du da benutzt? Was für ne Schokolade benutzt Du da?
Für unser Schokoeis lassen wir uns net lumpen und verarbeiten da schon mal ne 80% Lindt Schoki drin.
Lesen Deine Mitbewohner das hier eigentlich?
Ach ja, … EGO ist cool ^^
Gibt so viele tolle Worte, die mit EGO anfangen.
EGOzentriker,
EGOismus,
EGOSHOOTER
In der Westlichen Welt ist (lt. Wikipedia) ja das EGO das Zentrum der Persönlichkeit, während der ICH-Gedanke eher für das (höhere oder wahre) Selbst steht.
Ausserdem, … wer will schon ein Knorpelfisch (ChondrICHthyes) sein, ausser der Fisch SELBST :-D
Hi Stoph,
ja sollte ich wohl akzeptieren lernen (dass es geschmeckt hat wenn keine Rückmeldung kommt).
Manchmal würde ein zusätzliches: “Hey, ich hab die Schüssel Nachtisch gar gegessen und sie war sehr lecker. Tut mir leid, dass du nix mehr davon bekommen hast.” ein klein wenig über den Verlust hinwegtrösten…
> Lesen Deine Mitbewohner das hier eigentlich?
Vermutlich irgendwann schon einmal aber nicht aktuell wenn ich etwas schreibe.
Deshalb sollte ich auch nichts negatives schreiben. (Auch wenn ich manchmal gute Lust dazu hätte. Und auch schon gemacht habe. Gehört sich aber nicht. s.u.)
Kommentar geändert am 4.7.07
So und jetzt nochmal schnell zurück zur Mousse au Chocolat:
Also ich hab genau das Rezept verwendet wie es in dem Wikibook da oben steht. Bloß hatte ich leider keine Zartbitter oder so noble Schokolade sondern *im Bodenversink vor Scham* bloß einen billigen Klotz dunkle Kovertüre (die für 0,89€ pro 200g). Das ist schon sehr billig (von mir).
Das nächstemal geb ich mir mehr Mühe beim Einkaufen, großes Köcheehrenwort.
…sag mal was gibt dir das eigentlich, hier so über deine mitbewohner herzuziehen?
In diesem Zusammenhang möchte ich an “das egoistische Gen” des verehrten Richard Dawkins erinnern…
Altruismus gibt es nicht, interessant wäre zu wissen, welche egoistische Verhaltensweise in diesem Fall greift.
Hossa,
Christoph
@ Tine:
Danke für deinen Einwand.
[Für alle die den ursprünglichen Artikel nicht kennen, der war wirklich bisschen gemein.]
Hab ihn und noch ein halbes Dutzend andere Artikel bzw Kommentare der letzten Woche zensiert und umgeschrieben.
Ich sollte nix mehr schreiben wenn ich gestresst bin und / oder schlechte Laune habe.
Bzw. ich sollte es auf keinen Fall freigeben sondern erstmal ein paar lange Abende ruhen lassen und nochmals überarbeiten. Die Quintessenz eines Artikels (hab ich vorhin beim zensieren festgestellt) kann auch ziemlich neutral hervorgehoben werden. Selbst wenn ich im Augenblick des Schreibens hochgradig entsetzt war.
Ich werd mich für die Zukunft bemühen freundlicher zu schreiben.
Schwächen anderer kann man auch von der humorvollen neutralen Seite sehen nicht nur von der entsetzten. (Trifft jetzt mehr auf andere Artikel der letzten Woche zu als auf den ursprünglichen hier.) Wenn irgendeiner über meine Schwächen so bissig schreiben würde – hu – dann würd ichs lieber nicht lesen wollen…
Schreibt mir einfach öfters, wenn euch etwas nicht passt. Vermutlich war der entsprechende Artikel dann wirklich schlecht und sollte geändert werden.
Danke @ Tine