Kinder – notwendiges Übel für das Überleben der Menschheit?
Meine mit Absicht so provokant formulierte Überschrift ist ein Ausdruck überraschender Frustration meinerseits. Sofern der Begriff “überraschende Frustration” überhaupt existiert, meine ich wohl damit dass ich doch ziemlich enttäuscht von einigen Mitmenschen bin.
Die letzten Wochen habe ich mit Frau und Tochter jedes Wochenende an einem anderen Ort verbracht. Zwangsläufig hatten wir natürlich auch einen Kinderwagen dabei, wie man es mit einem 11 Monate alten Kind tun muss. Den halben Tag im Tragegurt kam für uns nicht in Frage.
Noch zu Verstehen war, dass man im Deutschen Museum mit Kinderwagen doch recht interessante Wege zurücklegen darf und die zentralen Aufzüge gerade mal für Wagen plus 0,5 Personen reichen. Das Gebäude ist recht alt und viel Geld scheint auch nicht mehr übrig zu sein, was man an verschiedenen Ausstellungsbereichen erkennen konnte. Die Experimente mit Musikinstrumenten waren zum großen Teil defekt und können zur Zeit nicht repariert werden.
Geärgert habe ich mich über einige Leute, die uns in Nürnberg auf der Kinderweihnacht(!!!) entgegen kamen und sich über die Tatsache, dass wir einen Kinderwagen dabei hatten, negativ äußerten. “Wie kann man nur so blöd sein und einen Kinderwagen mit auf den Weihnachtsmarkt nehmen?”, war nur einer der Kommentare, den wir uns in den letzten Wochen ausgesetzt haben.
Ich beschwere mich hier nicht. Ich möchte nur mein Unverständnis für so viel Engstirnigkeit ins Internet kleben. Manchmal könnte man in der Tat vermuten, man würde alle Menschen um sich herum belästigen, weil man es gewagt hat, mit Kind die Wohnung zu verlassen.
Zum Glück gibt es auch gegenteilige Erlebnisse in denen sich Leute gar nicht genug für ein kleines Kind, das sie offen angrinst begeistern können.
Müsste man solchen Leuten eigentlich antworten: “Wir können einen Kinderwagen mitnehmen und freuen uns weil wir ihn nächstes Jahr nicht mehr brauchen. Dummerweise werden SIE sich jedes Jahr wieder ärgern müssen weil es zum Glück ja noch Leute gibt, die Kinder haben (und sie auch in ihren Alltag integrieren). Ach und nebenbei: Wie kann man nur so blöd sein, sich in der schönsten Zeit des Jahres wegen einer Nichtigkeit zu ärgern? Dann möcht ich ihnen ja lieber nicht im Rest vom Jahr begegnen :-) “
Ach, so schlagfertig bin ich in diesem Moment auch wieder nicht. Vielleicht hätte ein: “Ihnen auch ein frohes Fest.” schon gereicht :-D