Guinness, Blut und geätzte Fingerkuppen…
Was tut man nicht alles um seinen Mitstudenten zu helfen:
Ciara brauchte mal wieder paar Platelets. Dummerweise vor 11 am morgen. Am Tag nach der Institutsweihnachtsfeier!
(Welche gestern Nacht im Guinness Storehouse abgehalten wurde. Wow. Sehr coole Veranstaltung. Und das in der Touristenattraktion Nummer 1 in Irland – möcht auch nicht wissen, was das gekostet hat.
Erst in der Brewery Bar mit Buffet und echt guter tanzbarer Livemusik, dann später in der Gravity Bar®, der höchsten Bar Dublins mit einem fast 360 Grad Blick. Putzig. Und natürlich Guinness bis zum Abwinken (bzw. bis man uns um Mitternacht rausschmeißt und wir nochmal in die Stadt gehen.))
Also wie gesagt heute wieder Blutspenden. Warum meld ich mich nur für sowas?
Und irgendwie hat die Schwester heute auch einen schlechten Tag erwischt:
Irgendwie gingen ein paar Tropfen Blut daneben. Erst ein kleiner auf meine Hose, der Rest erstmal nur auf ihren Handschuh.
Aber weil sie ersteres ein bisschen nervös machte, und sie außerdem heute ihren allerersten Tag hier hatte und ich ihr allererster Patient war, hat sie zu allem Überfluss auch noch diese blutigen Handschuhe etwas schwungvoll ausgezogen danach – um meine Hosen wunderbar mit kleinen Blutstropfen zu sprenkeln.
Ok. Man hatte das ja daheim auch so ab und zu mal. Und als Arztsohn ging man da immer in die heimische Praxis und hat Wasserstoffperoxid drauf geschmissen. (Das greift sämtliche Eiweiße an und zersetzt die – also auch Hämoglobin, was die rote Farbe im Blut macht – und zerlegt das in kleinste farblose Fitzel.)
Wirds ja wohl an einem medizinischen Forschungsinstitut auch mal geben das Zeug.
In der Chemie finde ich dann auch eine Flasche davon.
Kurzer Check, Hose färbt es nicht aus, also drauf das Zeug.
Um nach ein paar Minuten festzustellen, dass meine Fingerkoppen so langsam weiß werden. Hm…
Aha! Wir haben hier ein 30%iges Wasserstoffperoxid vor uns. Nicht die Kindergartenmischung von daheim mit 3%.
Und wie gesagt es zerstört eben sämtliche Eiweiße. Tja…
Hose sauber. Ins Büro. Gefahrstoffkataster.
Und halleluja was finden wir?
Die weißen Hautverfärbungen, die nach Kontakt mit Lösungen > ca. 10 % auftreten, resultieren aus der Penetration von W. in interstitielles Gewebe und Blutkapillaren mit nachfolgender Zersetzung zu Sauerstoff und Wasser. Hierdurch erfolgt eine Aufblähung (Gasembolie) die jedoch nach relativ kurzer Zeit wieder verschwindet.
Und bis ich mit dem Artikel hier fertig bin schaut meine linke Hand auch schon nicht mehr aus wie todkrank :-)
(Hat aber etwas an Elastizität eingebüßt. Naja, wirds regenerieren in paar Tagen.)
Und das am Morgen nach der Weihnachtsfeier…
(Nutzlos zu erwähnen, dass ich und Ciara eh die einzigen von 7 Leuten sind die vor dem Mittagessen überhaupt hier aufgetaucht sind.)