Helmuth Mauer antwortet Frau Ernstberger

[Weitere Artikel zu aktuellen Entwicklungen unseres Gesundheitswesens haben wir hier.]

Gerade eben hatten wir also Petra Ernstbergers Antwort [Wiki, HP] an die Lichtenberger Bürger auf deren Protestaktion zur absehbaren Schließung der Arztpraxis Mauer.
Hier haben wir auch noch die Antwort meines Vaters (Helmuth Mauer) auf eben erwähnte hochrangige Politikermail. Er war nicht gerade amused.

In seiner Begleitmail schreibt er:

“Was sagst du zu meiner Antwort an Fr. Ernstberger? Wenn ich Deutschlehrer wäre, hätte sie ne glatte 6+ bekommen wegen Themaverfehlung. Unter der Überschrift Stellungnahme zur möglichen Schließung der Arztpraxis in Lichtenberg bringt sie es fertig, über 2 Seiten über allgemeine gesundheitspolitische Dinge aus ihrer Sicht zu reden. Kein Wort über das Thema: die gefährdete Praxis in Lichtenberg. Kein konkreter Ansatzpunkt, was jetzt in Lichtenberg gemacht werden kann und muß. Eigentlich ein absolutes Armutszeugnis, noch dazu von einer Politikerin, die in ihrer Partei einen der obersten Plätze einnimmt. Dann wäre es weit besser gewesen, zu schreiben, daß sie sich erst mal in diesem konkreten Fall informieren will, ehe sie sich öffentlich dazu äußert. Naja, ich kann nur hoffen, daß meine Antwort an sie auch öffentlich diskutiert wird. Ich habe im Gegensatz zu ihr tatsächlich die auf diesen Fall zutreffenden Fakten erwähnt, nicht allgemeine gesundheitspolitische Leitgedanken.”


Tut mir leid, liebe Frau Ernstberger,
parlamentarische Geschäftsführerin der SPD-Bundestagsfraktion, aber diese Antwort auf ihre Stellungnahme war nicht so unerwartet…

Sehr geehrte Frau Ernstberger,

vielen Dank für Ihr Schreiben an die Lichtenberger Bürger und Bürgerinnen, die sich Sorgen um den Fortbestand der Arztpraxis Mauer machen. Darf ich Ihre Stellungnahme offen kommentieren, nachdem Ihr Schreiben ja auch öffentlich zugänglich ist? Ich werde meine Kommentare in fett daneben schreiben, um die Lesbarkeit zu verbessern.

“Die Situation der Hausärzte in Bayern ist je nach Standort unterschiedlich”
Damit haben Sie zwar recht, es sagt aber eigentlich gar nichts über die Situation in Lichtenberg aus (um die es in Ihrem Schreiben ja eigentlich geht). Noch dazu könnte man auf den Gedanken kommen, daß es vielen, vielleicht sogar allen anderen Hausärzten in Bayern doch eigentlich ganz gut geht. Aber, warum waren denn dann Ende Januar von etwa 8000 bayerischen Hausärzten etwa 7000 in Nürnberg bei der Protestkundgebung des Hausärzteverbandes? Also fast 90 %? Weil es den meisten gut geht?

“Vor allem Hausärzte auf dem Land klagen darüber, daß sie für immer mehr Arbeit immer weniger Geld bekommen”
Endlich machen die Hausärzte mal den Mund auf. Sie bekommen tatsächlich immer weniger Geld für ihre Arbeit, und daß die Arbeit nicht weniger wird, liegt nicht an den Patienten, sondern an der überbordenden Bürokratie, die in den Kassenarztpraxen einfach so zusätzlich erbracht werden muß. Ein Beispiel dafür (von vielen): die Praxisgebühr, eine raffiniert versteckte Beitragserhöhung der Kassen (10 Euro mehr pro Quartal), die aber ausschliesslich mit der Arbeitskraft und Arbeitszeit meiner Helferinnen erbracht wird. Ich zahle dafür meiner Helferin Gehalt, und führe die Praxisgebühr in voller Höhe an die Kassen ab (bzw. bekomme diese Summe halt einfach nicht ausgezahlt sondern von meinen Gesamteinnahmen zu 100 % abgezogen. ) Wieviel Ärger wir in den letzten Jahren mit dieser Scheißgebühr hatten! Alles zum Nulltarif für die Kassen, wir Ärzte bezahlen dafür ja auch noch unser Personal, und zwar nach Tarif, nicht nach einem floatenden Punktwert.

“Das erklären sie damit, dass sie pro Patient eine Pauschale pro Quartal bekommen”
Hier liegen Sie leider falsch. Die Pauschale gibt es erst seit der ab 1.1.2008 eingeführten neuen Gebührenordnung. Und wie die sich auswirken wird, erfahren wir Ärzte wie seit Jahren erst drei Monate nach Ende des laufenden Quartals, in diesem Fall also Ende Juni 2008. Erst dann werden wir sehen, ob die Pauschalierung zu einer Verschiebung oder, realistischer, zu einer Verminderung unserer Einkünfte geführt hat. Nein, die Erklärung für die inzwischen extrem niedrigen Einkünfte als Kassenarzt liegen nicht in der Pauschalierung, sondern im floatenden Punktwert. Darf ich Ihnen (und allen anderen Lesern) die Lage erklären? Mit der Einführung des EBM plus 1.4.2005 wurde ein betriebswirtschaftlich kalkulierter Punktwert festgelegt (5,11 Cent pro Punkt). Jede Leistung, z.B. EKG oder Hausbesuch , hatte eine bestimmte Anzahl von Punkten, die dann mit dem Punktwert multipliziert den Wert der Leistung ergab.
Diese Summe war von den Schöpfern dieser Gebührenordnung so ausgerechnet, daß es einer durchschnittlichen Arztpraxis durchaus zum Leben reichen würde.
Diese Annahme traf zu!
Bei einer Bezahlung der Abrechnung mit einem Punktwert von 100 %, also 5,11 Cent pro Punkt, wären die Hausarztpraxen in Bayern ( und übrigens deutschlandweit, wir haben uns nur als erste auf die Hinterbeine gestellt!) wahrscheinlich alle ziemlich gut über die Runden gekommen. Der Haken kommt jetzt:
Die Kassen haben vom ersten Tag an diese Gebührenordnung mißachtet und den Punktwert floaten lassen. Sie haben einfach gesagt: Soviel können wir den Ärzten nicht zahlen. Wir zahlen einen Höchstbetrag von X, und die Ärzte können ihn sich dann untereinander aufteilen, je nach abgerechneten Punkten. Die Aufgabe, die Summe X unter alle Ärzte zu verteilen übernahm unsere Kassenärztliche Vereinigung, ohne daß es zu einem Aufstand kam. Wir haben einfach das, was uns die Kassen gaben, gerecht (nach eingereichten Punkten) unter uns verteilt. Damit war der Punkt seit inzwischen drei Jahren keine 5,11 Cent mehr wert, bei der aktuell vorliegenden Abrechnung (3.Quartal 2007) lag er für die AOK z.B. bei 3,41 Cent. Das sind weniger als 70 % von dem, was vor Jahren als betriebswirtschaftlich kalkuliert gegolten hat.
Wissen Sie, was das bedeutet: ich bekomme für meine erbrachte Leistung nur noch 70 % von dem, was sie wert ist. 70 % von dem, was sie an Kosten und Arbeitszeit verursacht. Und das seit inzwischen fast 3 Jahren, wobei es anfang sogar noch 90 % waren, die ich erhielt. Meine Helferin, meine Telefonrechnungen, meine Autowerkstatt: die wollen dummerweise aber alle ihre Rechnungen zu 100 % bezahlt bekommen. Denen kann ich nicht mit der Masche kommen: da, habt ihr eine Summe X, teilt sie unter euch gerecht auf. Ich kann nicht Leistungen bei anderen einkaufen und dann nur zu 70 % bezahlen, Weder bei Obi noch beim Tanken. Aber genau das machen die Kassen seit Jahren: kaufen bei uns die Rundumversorgung ihrer Patienten ein, und zahlen dann 70% der Rechnung. Mehr nicht.
So ist es leider, und eigentlich hätten Sie das wissen müssen.

“Dabei ist egal…..”
Diese folgenden Zeilen beziehen sich auf die pauschalierte Vergütung, aber das ist (s.o.) nicht das aktuelle Problem von uns Hausärzten.

“Hausärzte auf dem Land haben öfter eine geringere Patientenfrequenz …”
Ich verstehe diese Formulierung nicht. Soll es heißen, daß Landärzte weniger Patienten haben? Oder daß gleichviel Patienten seltener in der Praxis erscheinen? Zur Info: In meiner Praxis werden pro Quartal etwa 1200 Patienten betreut, und entsprechend der Altersstruktur in Oberfranken sind diese 1200 Patienten auch älter als die durchschnittlich 5-600 Patienten , die ein durchschnittlicher Hausarzt in München versorgt. Und deshalb kommen sie auch häufiger, sie sind halt einfach je älter je kränker, rein durchschnittlich natürlich.

“…und zudem bei Hausbesuchen viel längere Wege”
Ja, das stimmt, aber eigentlich liebe ich diese Fahrten durch unser herrliches Oberfranken. Und schließlich sind die Wegepauschalen so ziemlich das einzige, was die Kassen tatsächlich ohne Punkte in Euro bezahlen: für einen Besuch im Umkreis von 2 km 4.38 Euro!

“Und umgekehrt sind die laufenden Kosten…Gehalt der Arzthelferinnen in der Stadt meist höher”
Also, ich bezahle meine Helferinnen seit 26 Jahren nach dem jeweils geltenden Tarif, gibt es für Nürnberg eigene Tarifverhandlungen der Arzthelferinnen???

“Wichtig ist aber auch das Durchschnittsalter der Patienten…”
Nein. Ältere Patienten benötigen zwar mehr Leistungen, weil sie halt einfach kränker sind als junge. Aber das Problem ist die mangelhafte Bezahlung durch die Kassen, nicht, daß ältere Patienten öfter kommen . Ich behandle meine Patienten gleich gerne, ob jung oder alt. Und ob ein älterer 10 mal im Quartal kommt und ein jüngerer vielleicht nur 3 mal, im Endeffekt bleiben 70 % Bezahlung halt trotzdem nur 70 %.

“…rechnet sich das für den Hausarzt weniger…”
Warum denn nur!!!
Ich möcht nichts sehnlicher, als für meine Leistung adäquat, also zu 100 % (s.o.) bezahlt werden, und zwar bei schnell gesundenden jungen Patienten genauso wie bei den betreuungsintensiveren älteren oder chronisch Kranken. Ich möchte die erbrachte Leistung bezahlt bekommen. Nicht einen Punktwert, der dem erbrachten Arbeitseinsatz nicht mehr entspricht. Und auch nicht eine Pauschale, die bei einem oder zwei Patientenkontakten voll ausgeschöpft ist. Denn das bedeutet tatsächlich, daß jeder weitere Patientenkontakt betriebswirtschaftlich ein Draufzahlgeschäft ist. Die Kassen zahlen dann nämlich keinen Cent mehr, wenn die Pauschale abgerechnet werden konnte. Und auch, wenn der Patient krankheitsbedingt 20 mal im Quartal kommt: er kommt 18 mal umsonst, nein nur kostenlos, nein, nur für die Kassen kostenneutral, so stimmt’s.

“Die SPD setzt sich bereits länger für die Stärkung des Hausarztes, besonders für eine leistungsstarke Vergütung ein”
Darüber kann ich eigentlich nur weinen. Haben Sie in meinen Ausführungen oben entdecken können, daß die Vergütung der Hausärzte durch den fallenden Punktwert seit längerem zunehmend sinkt? Unsere Gesundheitsministerin, Frau Schmidt, ist von der SPD. Hat sie den Punktwertverfall lautstark und vehement bekämpft und die Kassen verpflichtet, die eingekauften Leistungen bei uns Hausärzten auch endlich zu 100 % zu bezahlen? Darauf warte ich leider bis heute.

“Mit der Gesundheitsreform 2000…. um einer schleichenden Entwertung der hausärztlichen Tätigkeit zu begegnen.”
Ja zum Kuckuck, warum ist denn genau das aber eingetreten, diese schleichende Entwertung unserer Tätigkeit???

“In den Regionen mit drohender oder bestehender Unterversorgung kann künftig über Zuschläge ein besonderes Honorar gezahlt werden, um junge Ärztinnen und Ärzte dort zur Niederlassung zu bewegen”
Na, das ist ja wohl der Gipfel! Erst verweigert man uns, die wir die Arbeit jetzt machen, den vollen Lohn, und dann ködert man junge Ärzte ins System, indem man ihnen etwas zusätzliches Geld verspricht, weil die aktuelle Lage zur Niederlassung einfach nicht ausreicht! Damit geben Sie doch zu, daß es für einen Arzt z.Z. nicht rentabel ist, überhaupt als Kassenarzt zu arbeiten. Das heißt, Sie wissen, daß mehr Geld ins System kommen muß, um überhaupt als Kassenarzt überleben zu können. Wo bleibt bitte schön Ihr Engagement, den Kassen die Zahlung ihrer Rechnungen in Höhe von 100% abzutrotzen?

“Mit der Honorarreform 2009 werden die Bedingungen für eine kalkulierbare Vergütung aller niedergelassenen Ärzte geschaffen”
Das stimmt, es sollen Eurobeträge statt floatende Punktwerte gezahlt werden. Mir Euros kann man besser kalkulieren. Aber nach einhelliger Auskunft der Kassen (und des Gesundheitsministeriums) wird kein zusätzliches Geld ins System fliessen. Damit bleibt die finanzielle Schieflage fast aller Hausärzte unverändert, aber ich kann es mir wenigsten in Euro ausrechnen, daß mir die Kosten im Vergleich zu den Einnahmen davonlaufen werden. Vielen Dank für diese Kalkulationssicherheit.

“Nach den bisherigen Vorarbeiten ist absehbar, dass es dabei zu einer deutlichen Honorarverbesserung in der ambulanten Versorgung kommen wird, die sich stärker zu gunsten der Hausärzte auswirkt.”
Ja, da haben Sie möglicherweise sogar Recht. Denn die Bezahlung der Hausärzte in Mecklenburg-Vorpommern und anderen der neuen Bundesländer ist ja noch viel katastrophaler als in Bayern. Die werden sich sicher über den Millionentransfer aus Bayern und Baden Württemberg freuen, der mit dem bundesweiten Gesundheitsfond einheitliche Vergütung in ganz Deutschland schaffen soll, irgendwann ab 2009. Aber das bedeutet, daß die bayerischen Kassenärzte dann eben 60 statt 70 % ihrer Leistungen vergütet bekommen, aber immerhin in Euro, und kalkulierbar. Sagen Sie doch bitte, daß die Verbesserung denen zu Gute kommen wird, die jetzt in Meck-Pomm gerade noch überleben. (Ich gönne es denen von Herzen) Und dann sagen Sie bitte auch wahrheitsgemäß, daß die bayerischen Ärzte dafür aber Einschränkungen erfahren müssen (ob 500 Millionen oder 2 Milliarden spielt tatsächlich keine Rolle), die bayerischen Kassen müssen Geld in den Rest der Republik transferrieren. Bei wem werden sie sparen? Bei den Vorstandsgehältern eher nicht, sondern bei den Leistungserbringern. Auf deutsch: bei den Ärzten.

“Abschließend möchte ich Ihnen versichern, daß die SPD-Bundestagsfraktion und die SPD-Landesgruppe Bayern im Deutschen Bundestag weiter hart daran arbeiten werden, dass die hausärztliche Versorgung im ländlichen Raum auch in Zukunft gesichert sein wird.”
Also, das kann ich nur voll unterstützen: arbeiten Sie bitte hart daran, daß die Kassen endlich 100 % der eingekauften Leistungen auch bezahlen. Arbeiten Sie bitte hart daran! Die Kassen werden sich nämlich wehren (wie bisher). Arbeiten Sie bitte hart daran! Wir Hausärzte arbeiten nämlich auch hart, den ganzen Tag, Woche für Woche. Seit Jahren. Es ist einfach harte Arbeit, so ein Arztleben (selbst, wenn man es gerne macht und sogar Freude am Beruf hat!). Unser Job ist hart. Machen Sie Ihren bitte auch.

“…über die KVB verärgert, in deren Zuständigkeit es liegt, Arzthonorare angemessen zu verteilen”
Hier unterliegen Sie leider einem Systemfehler: Die KVB sollte angemessene Honorare verteilen. Nicht die gnädigerweise gewährten 70% angemessen verteilen. Merken Sie den Unterschied? Ich schon.

“Diese Auseinandersetzung ist jedoch eine innere Angelegenheit der kassenärztlichen Selbstverwaltung”
Nein, nein, nein! Die KVB soll die Honorare verteilen. Im Moment verteilt sie den Mangel, so gut sie kann. Aber sie kann nichts für oder gegen den Mangel tun, nur die Brosamen verteilen. Es muss eindeutig mehr Geld in die Bezahlung der Kassenärzte fliessen, so daß es zu einer leistungsgerechten Bezahlung der Ärzte kommt (ich wiederhole mich, aber darum geht es einfach). Dann kann die KVB oder wer auch immer diese Gelder verteilen, für jeden Arzt 100 % Geld für 100 % Leistung. Ist das zu viel verlangt?

“Ich hoffe, dass viele Hausärzte von einer Rückgabe ihrer Kassenzulasssungen absehen…denn dies würde nicht nur die Hausärzte benachteiligen, sondern auch die gesetzlich versicherten Patienten im ländlichen Raum”
Nun ja, ich gestehe: ich habe meine Kassenzulassung in den Korb geworfen, und wie die Sache ausgeht, wissen wir erst in 4 Monaten, sollte der Korb dann geöffnet werden. Ich kann so nicht weiter praktizieren, nicht, weil zu wenig Arbeit da ist, sondern, weil meine geleistete Arbeit seit Jahren nicht mehr kostendeckend bezahlt wird. Deshalb habe ich im Januar zwei meiner Helferinnen gekündigt. Deshalb werde ich im Juni die Ganztagskraft, die in Schwangerschaftsurlaub geht, durch eine 400 Euro Kraft ersetzen. Und trotzdem werde ich weiter für meine Patienten da sein, schließlich bin ich Hausarzt mit Leib und Seele, und sogar freiwillig nach Lichtenberg gezogen, als die Grenze noch bestand, in 1 km Luftlinie von meiner Praxis.
Ich kann keinen Nachteil entdecken, wenn dieses System sich ändern sollte, hin zu einer leistungsgerechten Bezahlung. Sogar im ländlichen Raum, warum denn nicht?

Noch eine Anmerkung zum Schluß:
Ich bin sehr erstaunt, daß Sie eine so ausführliche und von Herzen kommende Mail an die Lichtenberger schicken, ohne vorher auch nur einmal Kontakt zu mir aufgenommen zu haben. Unsere Lichtenberger haben Angst, daß ich und meine Praxis den Bach hinunter gehen. Und Sie fragen gar nicht, was denn da los ist. Sondern erzählen nur, was in Ihrer Fraktion momentan die Meinung zu dem Problem mit den Ärzten (ganz allgemein, deutschlandweit) ist. Das war aber eigentlich nicht das Anliegen der verunsicherten Lichtenberger. Die wollen eine Antwort, die Lichtenberg betrifft. Und da habe ich leider in Ihrem ganzen Schreiben nichts entdecken können. Um es auf den Punkt zu bringen: wie soll es bitte heute oder in den nächsten Tagen und Wochen mit mir (bzw. der Hausarztpraxis Mauer) weitergehen? Welche Lösung der o.g. Probleme bieten Sie an? Wieviel Personal muß ich noch entlassen (und 8000 weitere Hausärzte in Bayern) bevor die Politik merkt, daß da Handlungsbedarf besteht? Und zwar akuter Handlungsbedarf, kein Vertrösten auf Eurokalkulationen 2009!

Ich bin sehr gerne zu einem Gespräch mit Ihnen bereit, damit Sie in der nächsten mail an die Lichtenberger endlich sagen können, wie diese Praxis gehalten werden kann. Dann hätte sich der ganze Faxaufwand mit Unterschriftenlisten in den Lichtenberger Geschäften und so weiter auch rentiert.
Bis dahin verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen

Helmuth Mauer

2 Kommentare vorhanden.

  1. Peter schreibt am 10.03.2008 21:34:

    Ah und sieh einer an: vielleicht doch genügend Mails in der zweiten Welle an Frau Ernstberger gewesen: In vier Wochen kommt sie also auch noch vorbei und wird meinen Eltern einen Besuch abstatten :-)

    Schade, dass das erst mit dem zweiten Anlauf geschehen konnte.

  2. Helmuth schreibt am 11.03.2008 07:09:

    Also, Frau Ernstberger hat sich am 4.4. einen Termin zum Gespräch bei mir geben lassen. Ich drück mir die Daumen!

 
blogoscoop