Was derzeit wirklich passiert, Teil II
Weitere Artikel zu aktuellen Entwicklungen unseres Gesundheitswesens haben wir hier.]
Diese hier ist der zweite Döllein-Brief, der mich am 15.5.08 per Mail erreichte.
In Teil 2 der Döllein-Kritik geht es aber nicht mehr primär um eine Kritik am derzeitigen Umbruch im Gesundheitswesen, sondern vielmehr um einen allgemeinen, aufdeckenden Rundumschlag in die Politik und deren Unterwanderung durch Unternehmen.
Der Artikel wird hier mit der freundlichen Genehmigung des Autors (Jan Döllein, s.u.) textlich unverändert wiedergegeben. Links in eckigen Klammern [ ] wurden von Peter in Eigenregie hier ergänzt (Herr Döllein hat also primär nichts mit den Links zu tun). Meist sind die Links zur (inzwischen halbwegs anerkannten und um Objektivität bemühten) Wikipedia verlinkt. Die Links hier sollen keine erschöpfenden oder gar objektiven Quellen darstellen, sondern wirklich nur schnelle Überblicke liefern. [HP] linkt zu den Homepages genannter Personen / Unternehmen, [Wiki] bezeichnet Artikel der Wikipedia, [Amazon] verlinkt auf die jeweiligen Bücher bei Amazon (Amazon erwähnt dann meist auch noch weitere interessante Bücher aus dem Gebiet, wir bitten auch um Beachtung von Kommentar 30, 31 und 34 für Gegenstimmen zu diesem “Service”), [Google] etc. zu vorgefertigten Suchen. Die meisten Links wurden in den Tagen nach dem 16.5.08 erstellt, für Änderungen der Inhalte wird sowieso keine Haftung übernommen. Für Hinweise auf weitere / bessere Links bin ich gerne offen (als Kommentare oder an peter_mauer (at) gmx (dot) de).
Die Original PDF-Version des Artikels (ohne Links) gibt es hier.
Das erste Döllein-Dossier vom Februar diesen Jahres gibt es hier in der verlinkten Version.
Was derzeit wirklich passiert, Teil II
Die zahllosen Antworten und die überwältigende Unterstützung als Reaktion auf meinen ersten Text haben mir klar gemacht, dass ich mit meinem Empfinden so weit nicht weg bin von der tatsächlichen Entwicklung in unserem Land und den echten Sorgen unserer Bürger. Die Grundhaltung, diesen zweiten Teil zu schreiben, ist eine gänzlich andere als beim ersten Mal [hier]: Wenn es Anfang Februar 2008 noch so war, dass ich mir eine Türe aufgeschlossen habe und panikartig eine erste Meldung an alle Betroffenen ausrufen wollte, so sitze ich nun seit Wochen starr vor dem gesamten Blick in einen Raum, den ich nicht vollständig beschreiben kann. Seit Wochen weiß ich, dass ich diesen Text verfassen muss, aber während ich im Bezug auf unser Gesundheitswesen noch relativ klar die paar Fakten ordnen konnte, fällt es mir umso schwerer, Struktur in die Ausmaße der Entdemokratisierung in Deutschland zu bekommen.
Ein gewogener Journalist hatte den Umfang meines ersten Textes kritisiert: Die Menschen könnten einfach keine längeren Schriftstücke mehr lesen, sondern würden plakative kurze Schlagworte benötigen, um sich einen Überblick zu verschaffen. Nun, ich glaube, es wird uns allen in Zukunft nicht erspart bleiben, wieder mehr zu lesen, wenn wir verstehen wollen, was in Deutschland, in Europa und in der Welt derzeit passiert und auch dieser Aufsatz ist wieder lang. Für die Querleser trotzdem eine kurze Zusammenfassung:
1. Die Grundstruktur unseres Landes wurde und wird komplett verändert. An die Stelle einer sozialen Marktwirtschaft tritt die Politik des Sozialdarwinismus [Wiki], der die Schwachen noch schwächer und die Starken noch stärker machen soll.
2. Die im Grundgesetz verankerte parlamentarische Demokratie [Wiki] bleibt wie eine Fassade davor stehen und dient allein dazu, den Strukturwandel unseres Landes zu überwachen und Verstöße zu verfolgen. Dem einzelnen Bürger dient sie immer weniger.
3. Die selbsternannten Eliten unseres Landes bestimmen diese Veränderung über mächtigen Lobbyismus, der in allen Bundesministerien zuhause ist, der die wenigen politischen Entscheidungsträger konsequent führt oder bei Zuwiderhandlung zerstört. Viele Lobbyisten arbeiten direkt als „Leihbeamte“ in allen Ministerien und stellen die Weichen für ihre Arbeitgeber.
4. Das Ziel ist die komplette Vermarktung des Bürgers sowie dessen Kontrolle in allen Lebensphasen und die Umwandlung zu einem gefügigen Angestellten der Firma Deutschland.
5. Soziale Wärme, Solidarität und Gerechtigkeit werden als Hemmnis dieser Entwicklung verstanden und sollen zerstört werden.
6. Diese Politik betrifft nicht nur Deutschland, auch wenn wir es wieder am perfektesten veranstalten, sondern die ganze Welt und sie drückt aus, was wirklich unter dem Begriff der „Globalisierung“ zu verstehen ist.
Sie sehen, dass ich mich eigentlich sehr weit von der Kritik an unserem Gesundheitswesen wegbewege, weil ich erkannt habe, dass es nichts bringt, langwierig über den Juckreiz zu diskutieren, wenn ein Patient eigentlich Lepra hat. Trotzdem werde ich nachher noch einiges über „unser“ Symptom schreiben, damit Ihnen die Einordnung vieler Dinge leichter fällt. Es ist an der Zeit, dass ein Berufsstand wie der des Arztes, der Tag für Tag eine große Verantwortung für Leib und Leben seiner Patienten übernimmt, anfangen muss, auch wieder politischer zu denken, wenn er seinem Auftrag gerecht werden will.
In zahlreichen Emails und Briefen wurde ich gefragt, ob ich nicht der CSU den Rücken kehren wolle, wo ich doch solche „linke“ Ansichten verkörpere und Mitglied einer Partei sei, die den Machtverfall der Politik so aktiv vorangetrieben habe. Zuallererst muss ich dazu Horst Seehofer [HP, Wiki] zitieren, der gesagt hat, sozial denken habe nichts mit links oder rechts zu tun, sondern nur mit vernünftig denken. Zum anderen bin ich sowohl christlich, als auch sozial und überdies durchaus wertkonservativ. Ich fühle mich nicht unwohl in meiner Partei und nach meinem Text wurde ich auch in keiner Weise geschnitten oder gebrandmarkt. Die Thematik, mit der ich mich beschäftige, ist verbindlich für jeden Menschen demokratischer Gesinnung und muss uns allen als Anstoß zur Diskussion dienen. Es wäre zu leicht, einer einzelnen Partei die Verantwortung zu geben, an den massiven gesellschaftlichen Veränderungen. Glauben Sie mir, in Bezug auf den Ausverkauf unseres Landes, hat sich keine der großen Volksparteien mit Ruhm bekleckert: Es war die Regierung Helmut Kohl, die das kommerzialisierte Fernsehen einführte und damit den Neoliberalismus Boden gewinnen ließ, es war die Regierung Schröder [Wiki], die dieser menschenverachtenden Denkweise u.a. durch die Agenda 2010 [Wiki] institutionelle Gewalt gab und nun macht eben die große Koalition unter der Kanzlerin Angela Merkel [HP, Wiki] weiter damit, indem sie die Privatisierung auf Lebensbereiche ausdehnt, die eigentlich des staatlichen Schutzes bedürfen.
Auch die Grünen haben spätestens durch Oswald Metzger [HP, Wiki] als Berater der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft [HP, Wiki] und durch Joschka Fischer [Wiki] ihren Schafwollpullover mit dem Nadelstreifenanzug getauscht. Ich bin ohnehin überzeugt davon, dass es den Drahtziehern der deutschen Wirtschaft letztendlich völlig egal ist, wer unter ihnen Kanzler ist, denn salopp formuliert, sitzen alle vermeintlichen Entscheidungsträger gemeinsam im Warenkörbchen der neoliberalen Wirtschaftsführer.
Es gab in den letzten Wochen viel wichtiges zu lesen für mich: Angefangen mit den wenigen Werken über Bertelsmann [Amazon] und die Mohns [und ähnliche bei Amazon], dann habe ich mich intensiver mit dem Neoliberalismus [Wiki] und einem seiner Begründer F.A. von Hayek [Wiki] befasst, der für diese „Glaubensrichtung“ sogar den Nobelpreis bekommen hat. Ich habe „Die Reformlüge“ und „Machtwahn“ von Albrecht Müller [Autor der Nachdenkseiten, 4 Bücher von ihm bei Amazon] gelesen, sehr beeindruckend fand ich „Der Deutschlandclan“ von Jürgen Roth [Amazon, bzw. HP] und schlussendlich war „Der gekaufte Staat“ von Adamek/Otto [Amazon] die beste Erklärung für die aktuellen Vorgänge.
Daraus ergab sich für mich ein vorerst schlüssiges Bild, das ich Ihnen mit diesem neuen Text vermitteln möchte. Verstehen Sie meine Argumente und Hinweise wie beim ersten Mal bitte nur als Anstoß, sich selbst ein Bild zu machen und über meine Ergebnisse zu diskutieren. Glauben Sie mir nicht einfach, was ich schreibe, sondern bohren Sie selbst nach. Denn gerade darin sehe ich eine der entscheidenden Möglichkeiten, unsere Politik zum Einlenken zu bewegen, indem wir mit den einzelnen Entscheidungsträgern vor Ort ein Gespräch führen über die Situation in unserem Land, über das Empfinden der Bürger. Beurteilen Sie die Politiker nach ihrem Menschenbild und nach deren Auffassung vom Staat. Resignation und Politikverdrossenheit sind schlicht und ergreifend von unseren Medien und der volksfremden Politik der Konzerne verursacht und düngen den Boden, auf dem der schleichende Umbau unseres Landes entstehen kann. Und den meisten Amtsinhabern sind die Verhältnisse hinter den Kulissen wirklich kaum bekannt.
Obwohl der Neoliberalismus schon Jahrzehnte als Gesellschaftsidee besteht, fristete er seit dem Krieg eher ein Schattendasein, denn grundsätzlich stand bis in die 90er Jahre das Gebot der sozialen Verantwortung des Staates und die Übernahme grundsätzlich staatserhaltender Infrastruktur im Vordergrund. Mit den Steuern finanziert der Staat öffentliche Einrichtungen, die für alle da sind, er unterstützt die sozial Schwachen und fördert Entwicklungsprozesse in Wirtschaft und Gesellschaft, die unser Land voran bringen sollen.
All diese Eingriffe bezeichnen die Neoliberalen als Markt hemmend, denn „der Markt“ soll das allein selig machende Prinzip nicht nur unserer Wirtschaft, nein, vielmehr auch unserer gesamten Gesellschaft sein. Angebot und Nachfrage sollen bestimmend sein, der Stärkere hat mehr Wert als der Schwächere und der Staat soll sich, bis auf die Sicherung der Vermögensverhältnisse, aus der ganzen Angelegenheit raushalten.
Von Hayek bezeichnete unter anderem „soziale Gerechtigkeit als keine Gerechtigkeit, soziales Gewissen als kein Gewissen…“. Im Grunde propagiert der Neoliberalismus ein sehr darwinistisches Gesellschaftsbild des „survival of the (financial and intellectual) fittest“ und beschreibt eine Gesellschaftsform, in der eine kleine Elite über die große, dumm gehaltene Volksmasse herrscht. Das funktioniert in den Vereinigten Staaten bereits besser, Deutschland „krankt“ glücklicherweise noch an seinem erheblich fundierterem Bildungssystem, ist aber schon stark in dieser Richtung unterwegs. Nicht umsonst ist gerade ein Buch mit dem Titel „Generation Doof“ [Amazon] erschienen, das sich zwar relativ platt, aber dennoch pointiert mit dem Phänomen des zunehmenden Wissensverlustes unserer Bürger auseinandersetzt.
Das Problem unserer, vor allem jüngeren Generationen, ist, dass sich über den Einfluss des kommerziellen Fernsehens und dessen vermeintlicher Spektakularität eine sehr angenehme Mentalität des Konsumierens breit macht, man setzt sich vor den Fernseher und schluckt, in mundgerechten Happen, was Redakteure für uns alle vorbereiten. In der Informationsflut gibt es kaum Widersprüche und nur selten werden verschiedene Diskussionsansätze fair gegenübergestellt. Es werden künstlich Idole geschaffen, um die sich das Tagesgespräch dreht und grundsätzliche Probleme wie Gesellschaftsentwicklung, Preissteigerungen, Verarmung und Werteverlust werden, zwar empört, jedoch immer von der großen, unbekannten Globalisierung verursacht, dargestellt. Und wir haben das immer so akzeptiert und geglaubt.
Spätestens seit die Phönizier auf ihren Schiffen herumsegelten und Handel trieben, gab es den Effekt einer Globalisierung [Wiki] , eines Zusammenwirkens verschiedener Länder mit unterschiedlichen Wirtschafts- und Gesellschaftsstrukturen. Natürlich hat sich durch die moderne Welt einiges verändert, natürlich konkurrieren wir mit den anderen Weltmärkten und natürlich können die teilweise billiger produzieren, weil die Lohnkosten [ca. Faktor 20 höher in Dtld vs. China bei Wiki] dort niedriger sind. Das ist aber nichts wesentlich neues seit mehr als 100 Jahren. Auf der anderen Seite bieten die Mutterländer der Industrialisierung eine Fülle von Standortfaktoren, die eben doch noch möglich machen, dass beispielsweise Deutschland Exportweltmeister [Wiki] ist.
Was ich aber nicht verstehen kann, ist die Tatsache, dass essentielle Strukturen unseres täglichen Lebens der Globalisierung unterworfen sein sollen:
Warum soll mein Kind jetzt dann in einen privatisierten Kindergarten gehen? Warum muss die Gesundheitsversorgung unserer Bürger nicht mehr von freien Ärzten sondern von Konzernen ausgeübt werden? Warum sollen Schulen von Konzernen und nicht von den Kommunen verwaltet werden? Warum sollen diese Kommunen von privaten Betreibern organisiert werden (Würzburg lässt grüßen)? Was gewinnt ein Gymnasiast, wenn er den Lernstoff von neun Jahren in acht Jahren lernen soll [Wiki]? Und was verliert ein Schüler durch diesen deutlich erhöhten Druck gerade in dieser bewußtseinsprägenden Zeit der Pubertät? Warum müssen Studenten, in einem rohstoffarmen Land wie Deutschland für ihre Ausbildung zahlen [Wiki]? Wo doch Wissen und Bildung das einzige Pfund sind, mit dem wir nachhaltig wuchern können. Warum müssen Kommunen und der Staat ihren ganzen Besitz verkaufen, nur um ihn danach wieder teuer mieten zu können? Dabei handelt es sich doch nur um eine völlig unbillige Methode, dem einzelnen Bürger höhere Kosten zu übertragen und damit Starke noch stärker zu machen. Und was bleibt eigentlich vom Staat übrig, wenn er sich nicht mehr um die Bildung und die Erziehung, nicht mehr um die Kranken und Schwachen kümmert?
Mit dem Weltmarkt hat das überhaupt nichts zu tun. Warum brauchen wir, „in den Zeiten der Globalisierung“ einen zentralen Server, der alle Gesundheitsdaten der deutschen Bürger speichern kann? Das bedeutet ja diese so genannte E-Health-Card [Wiki], auch wenn einem immer der Eindruck vermittelt werden soll, die Daten würden sich nur auf der Karte befinden, was schlimm genug wäre. Diese E-Health-Card soll aber letztendlich ein Passwort enthalten, mit dem jedem, der autorisiert ist, Zugriff auf alle Daten gestattet wird, die zu einer Person auf dem Zentralspeicher erfasst sind. Und wie blauäugig sind unsere Politiker, dass diese Daten auf Dauer sicher sind? Wie viel würde die Industrie einem Systemadministrator wohl für eine Liste der Diabetiker oder der Inkontinenten zahlen? Gibt es heute überhaupt ein Computersystem, das vor Hackern sicher ist? Mit dieser E-Card öffnet unsere Regierung eine unglaubliche Büchse der Pandora und der Leidtragende ist allein der Bürger und dessen persönliche Unversehrtheit. [siehe Kritik in Wiki]
Vergessen wir auch nicht die mögliche Vorgehensweise, dass ursprünglich relativ sichere Gesetze über die Zeit zunehmend aufweichen und in diesem Falle vielleicht Versicherungen, Banken oder der Pharmaindustrie den Zugriff erlauben. Und an dem allen soll die „Globalisierung“ schuld sein? Sie erkennen beim Lesen sicherlich einerseits die Dimension, aber andererseits auch die Unverfrorenheit, mit der man eindeutig versucht, den Bürger schlichtweg zu täuschen.
Ein weiterer, vormals in rein staatlicher Hand liegender Bereich ist die Rentenversicherung: mit schlafwandlerischer Sicherheit bestehen alle Wissenschaftler und Politiker darauf, dass unsere Gesellschaft ja hoffnungslos überaltert [Wiki]. Alle wissen jetzt bereits, wie viele Menschen 2020 geboren werden und darum müssen jetzt schon alle fleißig ihren Obolus an private Konzerne entrichten, um angeblich im Alter noch ein Auskommen zu haben. Die Einnahmen der Versicherungsgesellschaften sind enorm.
Albrecht Müller [Autor der Nachdenkseiten, Wiki] schreibt in seinem Buch „Die Reformlüge“ [Amazon] recht deutlich, dass sich all diese Daten auf eine Studie in den 90er Jahren beziehen, die durchaus mehrere Varianten anbot, von denen allerdings nur die Überalterung fortan propagiert worden ist. Zurzeit haben wir ein Bevölkerungswachstum wie 1972 und wenn in Zukunft wirklich irgendetwas schuld sein sollte an der Überalterung unseres Landes, dann sind es die niedrigen Einkommen und die erheblichen Arbeitsplatzunsicherheiten, die aus dem Umbau unseres Gesellschaftsgefüges entstehen und die es Familien schlichtweg nicht mehr ermöglichen, mehrere Kinder großzuziehen. Aber diese sollen ja ohnehin in den Kindertagesstätten der Konzerne aufwachsen, womit sich der Kreis wieder schließt.
Es gibt in der Volkswirtschaft so eine nette Berechnung, die ein gewisser Herr Mackenroth [Wiki] bereits in den 50er Jahren erstellt hat: Das so genannte Mackenroth-Theorem [Wiki] besagt schlicht und ergreifend, dass im Falle einer Überalterung der Gesellschaft weder eine umlagenfinanzierte (die Jungen zahlen für die Älteren) noch eine kapitalfinanzierte Rentenversicherung funktionieren kann. Wenn es also wirklich, was ich bezweifle, zu einer erheblichen „Vergreisung“ Deutschlands kommen sollte, gibt’s auch keine ordentliche Rente aus Riester [Riesterrente in Wiki] und Rürup [Rüruprente in Wiki], die aktuellen Zahlungen würden nur die Versicherungsunternehmen reich machen, der zukünftige Rentner hätte nichts davon.
Insgesamt bleibt also zu hoffen, dass sich die Bevölkerung so normal weiterentwickelt, wie bisher, dann wird uns das nur als gelungene demographische Veränderung durch die Politik unseres Staates verkauft werden und man bekommt sein Geld im Alter…das man allerdings dann gleich wieder den Konzernen zurückzahlen darf, denn die Altersheime sind ja auch längst Spekulationsobjekt (z.B. Curanum AG [HP, Wiki], derzeit 66 Altersheime, nahezu nur im Besitz von Investorgesellschaften).
Was geht hier in unserem Land vor? Wie kann es sein, dass Wirtschaftsunternehmen derartig zügellos in vormals gemeinnützige Bereiche einbrechen dürfen, uns eine lebenslange Zahlstrecke auferlegen können, ohne von den Instanzen unseres Staatswesens in Ihre Bahnen verwiesen zu werden? Ich kann mich heute als Bürger frei entscheiden, ob ich Wasser, Bier oder Cola trinke, aber welche Entscheidungsfreiheit habe ich, wenn der einzige Kindergarten in meinem Ort einem Konzern gehört, wenn die einzige Möglichkeit der medizinischen Versorgung bei einem Konzern liegt, wenn die Schule, in die ich meine Kinder schicke, einem Konzern gehört oder wenn ich mein Studium nicht mehr nach meinen intellektuellen, sondern nach meinen finanziellen Möglichkeiten aussuchen muss?
Und, an die zahlreichen Hayek-Jünger [Wiki] die Frage gerichtet: Wenn unsere staatliche Verantwortlichkeit nicht marktkonform ist, wie marktkonform sind eigentlich Monopole?
Dies ist, meiner Ansicht nach, leider der Dreh- und Angelpunkt, der die neoliberale Scheinwelt zum Wanken bringt, von Markt kann man nicht sprechen, wenn es nur wenige Anbieter gibt. Meinen Sie, die Preise würden so anziehen, wenn es in Deutschland 500 unabhängige Stromanbieter gäbe? Meinen Sie, die Kosten in unserem Gesundheitswesen werden niedriger, wenn die Versorgung unmittelbar oder mittelbar in den Händen Weniger liegt? Meinen Sie, das mediale Einerlei würde in Deutschland solchen Raum greifen, wenn die Sender und Printmedien in einem echten Konkurrenzkampf stünden?
Das ist das Problem unserer Zeit, immer mehr Bestandteile unseres täglichen Lebens gehören immer weniger Besitzern. Ich kann das gerne in verschiedensten Bereichen tolerieren, bei Gütern, die mir, wie bei den oben genannten Getränken freie Entscheidung lassen, aber in keinem Fall dürfen Grenzen überschritten werden, die die Individualität des Einzelnen verletzen, die das Leben und Überleben des einzelnen Bürgers als Wert in die Hände von Kapitalgesellschaften überantworten. Wie kann man als Volksvertreter ernsthaft den Verkauf der Wasserversorgung [Google] diskutieren? Oder der Bundesdruckerei [Wiki], in der unsere Passunterlagen liegen und alle persönlichen Daten gespeichert werden, in der die Tabakzeichen und die Briefmarken gedruckt werden, natürlich auch die deutschen Euronoten und Visa.
Hoppla, die ist leider schon verkauft, im Jahr 2000 an den Private Equity Fond Apax [HP, Wiki] für eine Milliarde Euro, wobei 250 Millionen erst mal bis 2010 gestundet sind und 450 Millionen Euro von der hessischen Landesbank geliehen wurden. Der Fond leitet die Bundesdruckerei gleich weiter an die Authentos GmbH, einem Portfolio-Unternehmen der Apax Gruppe, das dann pleite gewesen wäre, hätten alle Gläubiger (Hessische Landesbank, Bund) sich nicht auf einen Zahlungsverzicht geeinigt. Daraufhin kommen zwei neue Investoren ins Spiel, die unsere Bundesdruckerei schließlich für einen Euro übernehmen und sanieren. [siehe hierzu z.B. Wiki oder die Nachdenkseiten]
Ich dachte nur, das könnte Sie interessieren, falls Sie sich demnächst wieder mal einen Personalausweis oder Reisepass machen lassen…
Leider sind diese Ausverkaufsphänomene allerorten zu beobachten, die Grundidee ist folgende: Wenn der Staat ein Unternehmen hat, das Kosten aufwirft, aufgrund der gemeinnützigen Ansätze aber oft nicht kostendeckend ist, verkauft man es einfach an private Investoren, die dadurch eine einmalige Summe an den Staat zahlen und dann die Leistungen über Zeit wieder an den Staat und an den Bürger zurückverkaufen.
Wenn ich ein Haus habe, das mit Schulden belastet ist, verkaufe ich es einfach an jemanden und bleibe zur Miete. Das entlastet zwar momentan meine Haushaltskasse, weil ich aber zur Miete wohne, gehört mir langfristig gar nichts und wenn der Besitzer mal Eigenbedarf anmeldet, muss ich raus. Ich meine, dass man hierbei durchaus betriebswirtschaftlich und nicht volkswirtschaftlich denken muss.
Natürlich kann man alles vertraglich regeln, natürlich hat das kurzfristig Vorteile für die Finanzen des Staates, aber, bitte vergessen Sie nicht die Belastungen für die nachfolgenden Generationen. Wir sind das Volk und der Staat gehört uns, nicht irgendwelchen Politikern, die sich in ein paar Jahren zur Ruhe setzen können. Dieses Empfinden als Volksvertreter scheint den Entscheidungsträgern mehr und mehr abhanden gekommen zu sein und die, die anders denken, werden im Rahmen der Parteiräson schon gefügig gemacht. „Nur nicht nachdenken“ so scheint zu gelten, sonst hat man keine Chance in der politischen Hierarchie. Kann’s das schon gewesen sein?
Wie soll es weitergehen, wenn die Sahnestückchen verkauft sind? Momentan brüsten sich unsere Politiker mit dem Verkauf von Teilen der Deutschen Bahn [Wiki hierzu], was kommt als nächstes? Wie wäre es, den Reichstag zu verkaufen und als Mieter einzuziehen? Oder wir verkaufen die Bundeswehr (ÖPP Herkules als Einstieg) und die Polizei an einen privaten Träger, im Falle eines Krieges oder bei Unruhen steigen zwar die Kosten, aber in unserem Land wird das schon nicht passieren und die Strafverfolgung könnten die Unternehmen auch noch besser steuern als bisher (Grüße an Jürgen Roth [HP, Wiki]).
Eine besonders lästige Institution, das Bundesverfassungsgericht [Wiki], könnte man doch an ein Investorenkonsortium verkaufen, das sich dann für passende Urteile entlohnen lassen könnte, vom Kläger und vom Staat. Oder die Bundestagswahlen: deren Durchführung könnte man doch an den privaten Betreiber Arvato [HP, Wiki] vergeben, die Wahlergebnisse wären dann für den Abonnenten schon zwei Tage vor der Wahl auf der entsprechenden Homepage abrufbar.
Haben Sie eigentlich den Eindruck, dass die Staatsverschuldung [1960 - 2005 bei Wiki, ganz netter Artikel übrigens] durch diese ganzen Privatisierungen [u.a. diese hier bei Wiki] merklich zurückgegangen ist? Dass hier jetzt Gelder frei geworden sind, mit denen man die Zukunft unserer Bürger verbessern kann? Letztendlich kritisiert der Bundesrechnungshof, dass die Erlöse aber nicht zur Entschuldung benützt werden, sondern nur, um den laufenden Haushalt zu finanzieren, damit man bis zu einem Jahr x keine Neuverschuldung [Wiki] mehr macht. Die Mehrausgaben werden letztendlich offenbar einfach auf die Bürger abgewälzt. Und das in einer Zeit der stagnierenden Löhne und eines, durch die Eurozone entstandenen „Teuro“. [Teuro bei Wiki]
Nennen Sie mir eine, ursprünglich gemeinnützige staatliche Einrichtung, von deren Privatisierung, von deren Qualität und unternehmerischer Führung der Bürger und der Staat profitiert haben. Die gibt’s doch sicherlich, bitte sagen Sie mir welche, habe grad keine gefunden.
Ich glaube, mittlerweile sollte klar geworden sein, dass hinter dieser politischen Entwicklung leider nicht mehr das gesamtgesellschaftliche Verantwortungsgefühl von konservativen oder sozialdemokratischen Volksvertretern steckt, sondern nur noch das, politisch sehr ökumenische, Gewinndenken des Geldmarktes. Und da kommen unsere „Eliten“ ins Spiel, deren elitäre Eigenschaft leider nur im finanziellen Reichtum zu bestehen scheint, denn weder im ritterlichen Schutz für den Schwächeren noch im Fühlen für unser Gemeinwohl kann ich hier besondere Stärken entdecken.
Sascha Adamek und Kim Otto stellen in ihrem Buch „Der gekaufte Staat“ [Amazon] derart grandios dar, an was unser Staat derzeit krankt: Der damalige Bundesinnenminister Otto Schily [Wiki], der nach wie vor keine Angaben über die Nebeneinkünfte während seiner Amtszeit macht [siehe z.B. Wiki], hat zum Beginn des Jahrzehntes das Programm „Seitenwechsel“ angestoßen, das es Mitarbeitern von Konzernen ermöglicht, als Leihbeamte in allen Ministerien an Gesetzesentwürfen und Verhandlungen teilzunehmen [Wiki]. Es wurde uns als „Moderner Staat“ oder „Schlanker Staat“ verkauft.
Wie gerne würden wir normale Bürger unsere Steuerbescheide selbst festlegen und wie gerne unsere eigenen Bauvorhaben selbst genehmigen. Nun, den Konzernen war vergleichbares ab diesem Zeitpunkt völlig legal möglich und es wurde allerorten reichlich ausgenützt, um Weichen zu stellen. Die meisten Abgeordneten hatten davon kaum Kenntnis. [siehe auch Wiki: Externe Mitarbeiter in deutschen Bundesministerien!, Liste selbiger bei Keine-Lobbyisten-in-Ministerien.de !, Monitorbeitrag !]
In Bezug auf das Bundesgesundheitsministerium arbeiten derzeit „Fremdarbeiter“ folgender Organisationen: AOK, Bertelsmann Stiftung, DAK, Deutsche Bank, DLR, Techniker Krankenkasse, Werbe- und Vertriebsgemeinschaft Deutscher Apotheker. [siehe Keine-Lobbyisten-in-Ministerien.de]
Ausführlich wird auch die Position von Frau Sophia Schlette von Bertelsmann [Google] dargestellt, deren eigentlicher Auftrag im Dunkel bleibt, die aber sehr nah an Ulla Schmidt hängt, deren Reden schreibt, die Außendarstellung koordiniert und sich als Reiseführerin durch die neue Welt der amerikanischen Gesundheitsindustrie engagierte.
Dagegen verblasst Claus Theo Schröder [Arztwiki], der Staatssekretär im Bundes-Gesundheitsministerium fast, er war ja vormals nur ein wichtiger Mitarbeiter der Rhön Klinik AG [HP, Wiki]. Sie erinnern sich, das ist dort, wo Prof. Lauterbach und Brigitte Mohn [Wiki] im Aufsichtsrat sitzen [siehe Rhön Klinik AG Geschäftsbericht 2003 (pdf), besonders S 5, 77 & 79]. Was ihn aber so interessant macht, ist die Tatsache, dass er gar nicht als Leihbeamter geführt wird, sondern ganz offiziell ein Bundesamt bekleidet und aus Steuergeldern finanziert wird [seit 2001]. Wie groß ist wohl die Anzahl der Mitarbeiter in allen Ministerien, die wir direkt bezahlen, die eigentlich aber anderen Herren dienen?
Insgesamt sollen seit 2000 über 300 Mitarbeiter von Konzernen in den Ministerien mitgearbeitet haben, was auch der Bundesrechnungshof kürzlich angeprangert hat.
Diese Infiltration bezieht sich auf alle Lebensbereiche unserer Bürger und wie durch Termiten wird das vormals robuste Blockhaus unserer Demokratie zerfressen. Diese Termiten haben auch den Heuschrecken per Gesetz die Tore weit geöffnet in unser Land, denn bis 2001 und entsprechenden rot-grünen Gesetzesänderungen waren wir weitgehend geschützt davor. Bei diesen Tierbildern sollten wir übrigens nicht vergessen, dass es sich dabei immer um Menschen handelt, Menschen mit einem Auftrag und einem Antrieb.
Übrigens scheint dies in der EU-Kommission noch viel schlimmer zu sein, wo die „deutsche Idee“ teilweise bereits dazu geführt hat, dass mehr Lobbyisten als Beamte an Planungen teilnehmen. Irgendwie fragt man sich wirklich, ob es denn überhaupt kein Amt oder eine Regierungsstelle gibt, die diese unglaubliche Fremdbeeinflussung unserer politischen Entscheidungen ahndet, die prüft, ob nicht die wegweisenden Entscheidungen der letzten Jahre Unrecht waren. [siehe auch Wahrheitssuche.org]
Eine zentrale Aufgabe in dieser Zerstörung unseres Staatsgefüges nimmt die Bertelsmann Stiftung [HP, Wiki] ein, die ich derzeit gerne als MiniWahr bezeichne, als Ministerium für Wahrheit. Dazu muss man „1984“ [Wiki, Amazon] von George Orwell gelesen haben.
Um die ganzen Aktivitäten der „Eliten“ koordinieren zu können, werden deutschland- und europaweit Kongresse, Symposien, Arbeitsgruppen und ähnliches organisiert, es werden Preise für Linientreue verliehen und Studien konstruiert, die Ungläubige überzeugen sollen. Die unglaubliche Medienmacht wird dazu genutzt, uns den Wert des Geldes permanent nahe zu bringen, indem man uns die ganz Reichen und die ganz Armen zeigt. Die Ideologie dahinter besagt, jeder ist seines eigenen Glückes Schmied, was die Gesellschaft natürlich entsolidarisiert und uns erlaubt, diesen Satz hämisch den Schwachen an den Kopf zu werfen. Glück ist hierbei übrigens immer gleichbedeutend mit Geld.
Ob sich eigentlich Frau von der Leyen, unsere Familienministerin [Wiki], viel Glück an Tantiemen verdient hat, als Sie mit Frau Liz Mohn zusammen „Familie gewinnt“ [Amazon] veröffentlicht hat? Und wie viel musste sie schmieden, dass die Kindergärten nun den Konzernen überantwortet werden dürfen? Kaufen wird dieses Buch wohl kaum jemand, zumindest gibt’s auch ein Jahr nach Erscheinen noch keine Leserkritik bei Amazon.
Ich könnte hier noch etliche Beispiele anführen, wie sich unsere Politiker und unsere Konzernlenker tagtäglich um den Amboss raufen, um das Glück des jeweilig anderen zu schmieden. Ich will nur den Querleser nicht komplett vergrämen und die Fälle findet man ohnehin zuhauf in den oben genannten Büchern, die jedem zugänglich sind.
Als Reaktion auf meinen ersten Text, der irgendwie anders als dieser war, wurde ich oft gefragt, was man denn jetzt tun kann. Herrgott, das weiß ich doch auch nicht, aber ich will Ihnen meine grundsätzliche Meinung nicht vorenthalten:
1. Lesen: Bitte beschränken Sie Ihre Lesegewohnheiten nicht auf den Mainstream der Illustrierten. Diese sind zu großen Teilen wirklich nahezu aus einem Guss. Es ist dabei fast egal, ob es ein vermeintlich kritisches Blatt wie „Der Spiegel“ [HP, Kritik in Wiki] ist oder „Die Frau im Spiegel“ [HP]. Nahezu alle Zeitschriften mit bundesweiten Auflagen befinden sich in den Händen ganz weniger Menschen (Bertelsmann [z.B. "Stern", "Capital", "Geo", "Brigitte", "RTL", "VOX", "N-TV", HP, Wiki], Springer [z.B. "Die Welt", "Bild" etc., HP, Wiki], Burda [z.B. "Focus", "Elle", "Bunte", HP, Wiki], Holzbrinck [z.B. "Zeit", "Handelsblatt", "Wirtschaftswoche", HP], Bauer [z.B. "Bravo" und viele Fernsehzeitschriften, HP, Wiki]). Wenn man versucht, sich nur aus dem Fernsehen zu informieren, stößt man schnell auf ähnliche Liegenschaften, wobei auch die öffentlich rechtlichen Sender nicht frei und unabhängig sind. Nicht umsonst sitzt der stellvertretende Chefredakteur des ZDF im Konsortium der Bertelsmann Stiftung [Klaus-Peter Siegloch (Wiki), siehe S.85 Jahresbericht Bertelsmann Stiftung 2006]. Und die sonntägliche Debatte nach dem Tatort ist ja quasi eine subtile Werbesendung für das neoliberale Termitenunwesen, früher zelebriert von Frau Christiansen [Wiki] (Mitglied im Kaffeekränzchen, wie ich erfahren habe), nun durch Anne Will weitergeführt [Wiki]. Informieren Sie sich auch durch das Internet, wobei hier natürlich gefragt ist, sich mehrere Sichtweisen zu erschließen.
2. Urteilen: Lernen Sie wieder, Informationen nach ihrer Richtigkeit zu sortieren, glauben Sie nicht alles, das man versucht, Ihnen weis zu machen, denn im Zweifelsfall muss man sich immer fragen: Cui bono, wem nützt es? Wenn heute, von den Magazinen hochgehaltene, Menschen wie Roman Herzog oder Wolfgang Clement geradezu widerlich die jüngere Generation gegen die ältere aufhetzen möchten, schauen Sie sich an, was das Konvent Deutschland ist, wer dahinter steht und was Wolfgang Clement in seiner Zeit als Minister unter „Wirtschaftsförderung“ verstanden hat. Es ist einfach nicht alles wahr, was uns tagtäglich erzählt wird. Glauben Sie bitte auch mir nicht, sondern machen Sie sich ein ganz eigenes Bild von der Situation unseres Landes.
3. Politisch denken und handeln: Es ist egal, ob Sie sich in Ihrer Denkrichtung eher der Sozialdemokratie oder den Konservativen, eher den Wirtschaftsliberalen oder den Grünen hingezogen fühlen, machen Sie mit! Wenn Sie in keine Partei wollen, setzen Sie sich trotzdem ein für Dinge, die in Ihrem Umfeld falsch laufen, engagieren Sie sich in Bürgerinitiativen, Gesprächskreisen und Veranstaltungen. Von unseren Sofas aus werden wir leider den politischen Stil unseres Landes schlecht verbessern können. Alle Parteien fordern eine „aktive Bürgergesellschaft“, ok, die können Sie haben, aber dann ist mit Sicherheit auch eine Verbesserung der direkten Demokratie wichtig. Die Schweiz ist derzeit erheblich besser in der Lage, die Termiten abzuwehren, weil Sie das Element des Volksentscheides pflegt. Auch unsere Politiker würden sich ihrer Rolle als Volksvertreter wieder bewusster werden, wenn sie unter der Legislaturperiode ihr Handeln öfter mit den Bürgern abstimmen müssten. Ich denke, zur Erhaltung unseres Staates ist die Verstärkung der direkten Demokratie auf Bundesebene sehr wichtig, wobei man sich schon klar sein muss, dass durch die Abhängigkeit der Medien diesen dann durchaus auch eine gefährliche Rolle zukommen würde.
4. Demokratisch denken und handeln: Wir sind ein Land voller unterschiedlicher Meinungen, Menschen, Ideen und Gesinnungen. Wir sind ein Land mit Starken und mit Schwachen, mit Rauchern und Nichtrauchern, mit Dicken und mit Dünnen, mit Klugen und mit Dummen und alle haben ein Recht, hier in Frieden leben zu können. In Bayern bezeichnet man diese Denkweise als „Liberalitas Bavariae“, aber dies ist auch Ausdruck der demokratischen Grundhaltung. Niemand darf durch sein Unvermögen oder sein Vermögen das Recht haben, anderen zu schaden. Diese Regeln geben uns das Grundgesetz und auch das Strafgesetzbuch. Gewalt darf niemals Ausdruck unseres Handelns werden, denn Randalierer und Polizisten sind beide Bürger unseres Landes. Es ist egal, ob man sich mit körperlicher Gewalt oder mit finanzieller Gewalt durchsetzt, beides ist in höchstem Maße antidemokratisch und damit kann in keiner Weise eine Demokratie gerettet werden.
5. Wählen: Bitte gehen Sie unbedingt zur Wahl. Das ist bis jetzt unsere einzige Möglichkeit, direkten Einfluss auf die Politik und deren Gebaren zu nehmen. Wenn nahezu die Hälfte unserer Bürger bei den Wahlen zuhause bleibt, in Studien zum Teil angibt, „keine Zeit gehabt zu haben“ und die Wichtigkeit verkennt, öffnen wir damit Tür und Tor für alle Menschen, die nur den Eigennutz und niemals das Gemeinwohl im Sinn haben. Sehen Sie sich die Programme der Parteien an, wenn Sie sie nicht verstehen, können Sie auch nicht erwarten, dass dort eine nachvollziehbare Politik gemacht wird. Nur so können wir Bürger versuchen, die Parteien wieder auf uns aufmerksam zu machen. Das schlimmste wäre, wenn zur Wahl jeder zuhause bleibt, denn Wählen sollte oberste Bürgerpflicht sein.
Momentan versuchen 5% unseres Landes, 95% zu betrügen [siehe z.B. Einkommensverteilung in Wiki]. Die große Masse steht derzeit nur ratlos da und fragt sich, was „da oben“ eigentlich los ist. Ja, es muss ein Ruck durch Deutschland gehen, aber anders als er bisher von den neoliberalen Demagogen gefordert wird. Es muss ein Ruck der Verantwortung, des Demokratiebewusstseins und der Ehre durch Deutschland und Europa gehen, damit wir Bürger wieder ruhig unserer Arbeit nachgehen können und uns nicht dauernd fragen müssen, wer uns als nächstes über den Tisch zieht. Wenn unsere ganzen staatlichen Kontrollorgane wie wild nach Terroristen fahnden, aber den Terror der Termiten übersehen, kann das nicht richtig sein. Wenn es zu einer Volksabstimmung über die Einführung direkter demokratischer Elemente in die Bundesgesetzgebung kommt, müssen wir Ärzte zusammenhalten und wirken. Mit Verschwörungstheorien hat meine Darstellung leider gar nichts zu tun, hier geht es einfach nur darum, dass einige Mächtige sich Möglichkeiten erschlossen haben, ihren Gewinn zu erhöhen und in der Lage sind, unser Volk durch mediale Gleichschaltung zu lenken. Wenn Sie diesen Text irgendjemand zeigen wollen, ihn auf Ihre Homepage stellen wollen oder versenden wollen, brauchen Sie mich nicht zu fragen, natürlich dürfen Sie das. Ich habe auch diesen Text nicht für mich, sondern für jeden interessierten Bürger geschrieben und er vertritt nur meine derzeitige Meinung. Machen Sie sich selbst ein Bild.
Ich liebe unser Land und dessen Menschen, ich will hier nur in Frieden meinen Sohn aufwachsen sehen und für meine Patienten da sein. Aber wie steht es so schön in der Bibel und auf dem Grabstein meiner Eltern: Alles hat seine Zeit.
Dr. Jan Erik Döllein, Allgemeinarzt [HP]
Gemeinderat, Kreisrat, Verwaltungsrat Kreiskliniken Altötting/Burghausen
JanDoellein (at) kabelmail (dot) de
[...] schwerer, Struktur in die Ausmaße der Entdemokratisierung in Deutschland zu bekommen. Quelle: pelastop summelsarium Vgl. auch Teil I Gesundheitspolitik: Was derzeit wirklich [...]
Sehr geehrter Herr Dr. Döllein
ich kann und möchte Ihren Ausführungen nur gratulieren, durfte bereits Ihren 1. Artikel lesen. Mich macht es traurig, wütende wie sich unsere Gesellschaft entwickelt … wieviel Menschen der Entwicklung zuschauen und sich damit zu frieden geben. Auf was warten wir in diesem Land, in dieser einen Welt die wir haben ????
Wir stellen uns im Freundeskreis immer und immer die Frage, wie bewegt man ein Volk, wie bekommt man die Menschen wieder hinter den Bildzeitungen, Mainstreenberichten … hervor. Um für Menschlichkeit, Gleichsamkeit, Anstand, ein gegenseitiges Nehmen und Geben zu kämpfen und zu motivieren … Durch unsere vielen Afrika Reisen haben sich unsere Einstellungen, Ansichten, Lebenseinstellung zu geändert. Aber leider sind zu wenige Menschen in Entwicklungsländern unterwegs.
Wieso schaffen wir es als Bürger nicht eine zweite 68-Bewegung hinzubekommen, sind wir zu angepasst, zu versorgt. Oder ist Deutschland wirklich das Land mit der Aussprache von Herrn Herzog -
Volk = Sie folgen.
Danke für Ihren 2. Bericht
D.Neupfleger
Danke für Ihre Ausführungen! Leider gibt es z.Z. nur wenige Menschen die dies durchschauen.
Bereits 1996 wurde dieses Nachwort von uns verfasst…..(siehe Link)!
Sehr geehrter Herr Doellein, von Bekannten habe ich erfahren,was Sie hier auch beschreiben. Warum sind aber die Ärzte so selten zu hören?
Langfristig entwickelt sich doch ein großes Mißtrauen bei den Menschen, wenn sie annehmen müssen, daß die Gesundheitskarte z.B. eingeführt wird, damit die Transplantationslobby sofort sieht, wo eine gesunde Niere entnommen werden kann.
Die Einführung der Gesundheitskarte alleine soll 7 Milliarden Euro kosten, die von den Kassen getragen werden müssen.Das sind Beiträge der Einzahler.
Mich wundert auch, daß unsere Politik überall Menschenrechte einfordert, im eigenen Land die Menschen aber zwingt diese Zwangssytem der Pflichtversicherungen mitzutragen. Mündige Bürger wollten wir sein, nun sind wir zum Futter der Lobbyisten verurteilt.
Die freie Entscheidungsgewalt über sich selber wird uns mehr oder weniger nicht zugetraut.Warum?
Es gibt keine öffentliche Diskussion.Warum…kann man nur vermuten.
Es gibt genug Menschen, die dieses Bevormundungssystem ablehnen -zumindest solange dieser Trend zur Privatisierung im Gesundheitssystem nicht rückgängig gemacht wird.
Wo find ich den ersten Teil Ihres Beitrages?
Freundliche Grüße aus Thüringen von Helga Müller
[Anm. der Blogautoren: hier]
was werden die 5%, die die anderen 95% verarsch… wohl dazu sagen?
Alles Verschwörungstheorien!
Deswegen funktionieren Verschwörungen ja so gut…
Danke für die Veröffentlichung der 2. Episode, es wäre aber schön wenn die PDF-Version des Artikels noch in einen funktionstüchtigen Zustand gebracht werden könnte. Mit freundlichen Grüßen
[Anm. der Blogautoren: Geht hoffentlich bald wieder, siehe Link oben.]
Lieber Jan Dollein,
es tut einem gequälten Opfer der Neocons gut, Beiträge wie die Ihren lesen zu können.
Als früherer Französischlehrer an einem Gymnasium darf ich Sie aber daran erinnern, dass der Mythos vom Sisypus schon alt ist und die Lektüre des mythe de Sisyphe in der Oberstufe hat, wie ich von früheren Schüler immer wieder höre, sie mehr beeindruckt, als ich damals dachte.
Außerdem hat schon unser guter Kant darauf hingewiesen, dass Aufklärung ein “hartes sich befreien aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit ist”.
Courage.
Josef Martin
Lieber Herr Döllein,
Mir gefällt der Text (wie auch schon der erste Teil). Aber in einem Punkt kann ich Ihnen Hoffnung machen. Sie schreiben:
“Das Problem unserer, vor allem jüngeren Generationen, ist, dass sich über den Einfluss des kommerziellen Fernsehens und dessen vermeintlicher Spektakularität eine sehr angenehme Mentalität des Konsumierens breit macht, man setzt sich vor den Fernseher und schluckt, in mundgerechten Happen, was Redakteure für uns alle vorbereiten.”
Genau das passiert eben NICHT. Die Neocons mögen glauben, dass es heute noch genau so leicht geht wie damals (stell ihnen einen Volksempfänger hin und fertig) – aber: Die junge Generation liest Blogs. Lügen der Politiker werden in 5 Minuten enttarnt und gnadenlos veröffentlicht. Das ist der Grund, warum der Plan der Neoliberalen nicht aufgeht. Die Leute sind nicht so dumm wie dieser Personenkreis annimmt und wissen sich durchaus zu wehren. Sie sagen es nur nicht, sondern umgehen gewisse Sperren einfach schweigend :-)
MfG
Markus H.
Ich zu meinem Teil kann sagen, ich zähle mich noch als jung.
Fernsehen gibts in meiner Familie (Frau + Kind) gar nicht. Wir haben
nicht einmal ein benötigtes Empfangsgerät :-)
Empfehlen kann ich als Literatur von Fritz Reheis – Entschleunigung, Abschied
vom Turbokapitalismus.
Sehr geehrter Herr Döllein,
selten hat mir ein Text so aus der Seele gesprochen wie Ihrer. Ebenso beschäftigt mich jedoch auch, wie man es schaffen kann, aus der ohnmächtigen Erkenntnis Aktionen zu formen, die den präsenten Strömungen entgegen wirken.
Die gleiche Frage, mit der sich Frau Neupfleger weiter oben auseinander setzt, beschäftigt mich ebenfalls:wie schafft man eine breite Sensibilisierung in der Bevölkerung? In einem ersten Schritt sollte der Aufbau einer Gegenöffentlichkeit (wie dies die Nachdenkseiten schon machen) erfolgen. Das Gespräch mit Freunden und Bekannten suchen, zum Nachdenken anregen.
Danke für Ihren Beitrag!
Joachim Wiesinger
Sehr geehrter Herr Döllein,
wie wohl jeder der Ihren Aufsatz in Gänze gelesen hat, teile ich in beinahe jedem Punkt Ihre Meinung.
Ausgangspunkt dieser Entwicklung ist unbestreitbar die USA, in der die Thesen Milton Friedmans, dem Schüler Hayeks und Galionsfigur der neoliberalen Ideologie, zunächst Chile gewaltsam oktroyiert wurden und unter Reagan als “Reagonomics” amerikanische Wirtschaftspolitik wurden.
Wer die weitergehende neoliberale “Blutspur” in der Welt nachvollziehen möchte, dem sei Naomi Kleins “Die Schocktherapie” wärmstens an’s Herz gelegt.
Die intelligenteste, systematische Medienkritik und eine wunderbare Demaskierung des Neoliberalismus ist im Werk von Noam Chomsky vorzufinden.
Deutschland überschlägt sich wieder einmal darin, eine Menschen verachtende Ideologie am schnellsten und am gündlichsten zu adaptieren. Ich für meinen Teil bin zur Zeit konstruktivlos pessimistisch, was die Menschen in diesem Lande angeht. Solange die meisten noch etwas zu beissen haben, werden die alles mit sich machen lassen. Das ist zumindest der Eindruck, den ich aus Gesprächen mit meinem Umfeld und aus der Beobachtung meiner Umgebung gewinne.
Solidarisierung auf breiter Front kann eigentlich nur die einzig Erfolg versprechende Alternative sein. Wenn sich Widerstand in beachtlichem Maße formierte, würden auch die Zaghafteren eine Teilnahme erwägen.
Das effektivste Mittel der arbeitenden und deklassierten Massen ist immer noch die konzertierte Vorenthaltung ihrer Arbeitskraft – die Organisation eines unbefristeten Generalstreiks zur Durchsetzung von unmissverständlichen Forderungen.
Ich hoffe noch viel von Ihnen zu hören.
Jakob Unterberg.
Sehr geehrter Herr Dr. Döllein,
voller Sympathie verfolge ich Ihren Weg, den auch ich vor Ihnen gehen musste. Neben den Büchern des Herrn Müller habe ich als besonders hilfreich empfunden das Buch “Kritik des Neoliberalismus” EAN 9783531158099 für 12.90 Euro.
Wie Ihnen erscheint mir heute besonders bedeutsam, den “Neoliberalismus … als Gesellschaftsidee” zu betrachten – und weniger als Wirtschaftsidee. (Wie wir ja sehen, geht es etwa im Energiebereich auch ganz ohne Markt, wenn man den Wettbewerb als Kern des Marktmodells betrachtet.)
Man betrachte folgenden Text:
Alle Gesellschaft bildet von Natur eine Aristokratie. Die Sozialdemokratie kennzeichnet den Unsinn ihrer Bestrebungen bereits durch den Namen. Wie mit dem Staat gegeben ist der Unterschied von Obrigkeit und Untertan, der niemals aufgehoben werden kann, so ist mit dem Wesen der Gesellschaft ein für allemal gegeben die Verschiedenheit der Lebenslage und der Lebensbedingung ihrer Glieder … Sieht man genauer hin, so liegt es ebenfalls in der menschlichen Natur begründet, dass die ungeheure Mehrheit der Kräfte unseres Geschlechts aufgehen muss in der Befriedigung der gröbsten Lebensbedürfnisse. Das blosse Dasein zu fristen ist dem Barbaren der Hauptinhalt des Daseins. Und so gebrechlich und bedürftig ist von Natur aus unser Geschlecht, dass auch auf höheren Kulturstufen die ungeheure Mehrheit der Menschen immer und überhaupt der Sorge um das Leben, der materiellen Arbeit ihr Dasein widmen muss, oder um es trivial auszudrücken: Die Masse wird immer Masse bleiben müssen. Keine Kultur ohne Dienstboten. Es versteht sich doch wohl von selbst, wenn nicht Menschen da wären, welch die niederen Arbeiten verrichten, so könnte die höhere Kultur nicht gedeihen. Wir kommen zu der Erkenntnis, dass die Millionen schmieden, ackern und hobeln müssen, damit einige Tausend forschen, malen und dichten können. Das klingt hart, aber es ist wahr und wird in aller Zukunft wahr bleiben. Mit Jammern und Klagen ist hiergegen gar nichts auszurichten. Der Jammer entspringt auch nicht der Menschenliebe, sondern dem Materialismus und Bildungsdünkel unserer Zeit.
Heinrich von Treitschke (1834-1896)
Zitiert nach
Christian Graf von Krockow
Hitler und seine Deutschen
Seite 88
Ich persönlich glaube, dass es darum geht:
den Tausenden (Ihrer „selbsternannten Elite“) ein Wohlleben auf Kosten der Millionen zu verschaffen, wobei die Mittel zeitbedingt sind und wechseln, das Ziel jedoch erhalten bleibt. Es gibt da auch keine Verschwörung in dem Sinne, dass sich jeden ersten Dienstag im Monat eine Gruppe im Bürgerbräukeller trifft, eine Tagesordnung abarbeitet, Aufgaben verteilt und Aktionen plant. Das ist auch gar nicht nötig.
„…. eine Gesellschaftsform, in der eine kleine Elite über die große, dumm gehaltene Volksmasse herrscht“. Genau darum geht es. Je mehr Minderheiten man schafft, um so leichter wird geherrscht. Alles ist erwünscht, was De-Solidarisierung und Des-Integration vorantreibt. „Raum ohne Volk“, obligatorische Abtreibung bei HartzIV-Empfänger, oder Fortpflanzungspflicht für Akademikerinnen – egal, jeder Standpunkt hat seinen Nutzen.
Mit freundlichen Grüssen
Ihr
Carl Ludwig Wilhelm
Sehr geehrter Herr Dr. Döllein,
herzlichen Dank für Ihren Bericht. Danke dafür, dass Sie das ausdrücken, was viele denken, wie ich auch, aber einfach nicht zu Papier kriegen.
Gerne drucke ich mir Ihre Zeilen aus und verteile sie, z.B. in Arztpraxen, im Arbeitsamt oder lasse sie einfach im Eiscafe liegen oder mache anderweitig darauf aufmerksam, wie auch auf die nachdenkseiten sowieso.
Allerdings muss ich feststellen, dass selbst kritische Geister und informationsfreudigere Freunde und Bekannte, kaum Zeit im Alltag haben, sich wirklich eingehender mit Allem auseinander zu setzen.
Viele empfinden mich als Überbringer schlechter Nachrichten, also als eher negativ, wenn ich immer wieder versuche auf den Irrsinn, der abläuft, aufmerksam zu machen: Ach, die schon wieder mit ihrer Politik, heißt es. Sie fühlen sich einfach überfordert, weil es mittlerweile so viel geworden ist, worauf man sich nicht mehr verlassen kann. Und da liefert RTL & Co. die seichte Entspannung. Bloß nicht nachdenken, wir können ja doch nichts ändern. Mir kommt es so vor, als wenn sie glaubten, man könnte nicht gesehen werden, wenn man die Augen zu macht. Sorge dich nicht, lebe- wird mir gesagt. Das macht mich dann wütend und ersteinmal sprachlos.
Ein Aspekt möchte ich noch hinzufügen, nämlich, dass Bayern versucht das Versammlungsrecht zu ändern, die lästigen Bürger an die Kandarre nehmen, auf der Seite von Egon-W-Kreutzer sehr gut beschrieben. Das ist ebenso besorgniserregend.
Da macht es einen ganz anderen Sinn, wenn gefordert wird, die Bundeswehr auch im Inland einsetzen zu wollen.
Die 68iger haben seinerzeit vergessen, die Arbeiter mit an die Hand zu nehmen, so sollten die Ärzte heute die Patienten mit an die Hand nehmen, um die Gesundheitskarte zu verhindern.
Und jeder Bürger kann seinen vor Ort zuständigen Abgeordneten auf der Seite abgeordnetenwatch Fragen stellen und in seiner Bürgerstunde aufsuchen und in die Pflicht nehmen.
Viele Grüße und alles Gute aus dem Nordwesten der Republik
wünscht Ihnen und Ihrer Familie
eine aufmüpfige Bürgerin
Antje Poelmann
Sehr geehrter Herr Dr. Döllein,
ich danke Ihnen für Ihre beiden Dossiers und hoffe inständig, dass Sie von vielen aufmerksamen Lesern wahrgenommen und verstanden werden. Gleich einem Kettenbrief sollten Ihre Worte in der Hoffnung verbreitet werden, dass sich aus der stetig wachsenden Zahl resignierter Tagträumer doch wieder der eine oder andere darauf besinnt, mündiger Bürger und aktiver Mitgestalter unserer Gesellschaft zu werden.
Danke für Ihre offenen und aufrüttelnden Worte!
Michael Lierke
@Jakob Unterberg:
ich kann Ihren “konstruktivlosen Pessimismus” verstehen, ich kämpfe auch jeden Tag dagegen an; hilfreich sind für mich u.a. die Schriften von Horst-Eberhard Richter, der immer wieder betont, dass man dem “anti” ein “pro” entgegenstellen muss
Eine mögliche Antwort auf viele Fragen:
Schaut rein!
http://www.youtube.com/v/L6NqBFDphm0&hl=en
@Rene: Danke für den multimedialen Beitrag, willkommene Abwechslung nach so viel zu lesen ;-)
Es ist schon sehr erfreulich und ermutigend, wenn man hier liest, welche positive Reaktion der Text vom „Doktor“ Dr. Döllein auch bei anderen Mitmenschen auslöst. Er hat es wirklich verstanden in relativ kurzer Zeit (wow, was er alles noch neben seinem Beruf gelesen hat) eine Materie zu erfassen und sie allgemeinverständlich zu Papier zu bringen, womit ich mich schon seit 2005 beschäftige. Und ich finde vor allem seine Therapievorschläge gegen die „allgemeine Ohnmacht“ sehr Patientenfreundlich ;-)
Lesen
Urteilen
Politisch denken und handeln
Demokratisch denken und handeln
Wählen
Aber das setzt voraus, dass man sich „den Kopf macht“ und will, dass sich etwas ändert.
Mir geht es aber wie Jakob Unterberg ich bin „konstruktiv pessimistisch, was die Menschen angeht …“und ich teile meine Erfahrungen mit Antje Poelmann als „Überbringer schlechter Nachrichten…“?
Und man braucht selbst viel Zeit, sich mit dem Thema „Was derzeit wirklich passiert“ zu beschäftigen (welches nicht mal die eigene Familie interessiert), die andere nicht haben, wegen dem Arbeitsstress, oder sich nicht nehmen, weil es sie nicht berührt!
Aber immer mehr Internet-Seiten, Bloggs und kluge Leute lasse sich zum Glück im W³ finden, die wie Prof. Horst-Eberhard Richter, Psychoanalytiker (danke für den Tipp von @Tim) die Frage stellten: Ist eine andere Welt möglich?
…kommt die Wende womöglich durch das Internet?
Ein Pessimist mit Hoffnung auf den „guten Kern“
Bernd Rother
Hallo Interessierte!
Durch den Hinweiß eines Beitragsschreibers habe ich diese Seite angeklickt und bin angenehm Überrascht was ich hier zu lesen bekomme.
Vieles kann ich Zustimmen was der Verfasser Dr.Döllein hier klarlegen tut. Ich selber bin nur ein kleiner HartzIV-Empfänger der zu den Arbeitsunwilligen zählt weil er nach 42jahren Durcharbeit sich erdreistet hat 57Jahre zu werden und gekündigt worden ist. Da auch meine Frau 57Jahre auch Hartz VI Empfänger ist können sich die/der Erfinder der Agenda 2010 wie die Lebenslage bis zum Möglichen Renteneintritt o. Abzüge nicht Vorstellen, wie das zu schaffen ist. Und so denke ich geht es viele gleichgelagerte Betroffene. Daher Wähle ich die Linkspartei weil Sie von Anfang an Gegen diese Agenda2010, insbesondere HartzVI gestimmt hat und leider für die Arbeiter, HartzVI-Empf., Leiharbeiter und Soziale Aufgaben die einzigste Loppy ist.Wen soll man denn Wählen?CDU/CSU/FDP-sind leider die Arbeitgeberparteien, die SPD hat sich mit den Sozialabbau als Arbeiterpartei verabschiedet.
Und die Grünen sind auch von Ihren Ursprung abgerückt. Alle diese Parteien billigen sich jeden Fehler und Lernfähigkeit zu, nur der Linkspartei nicht.
Das Internet, die Wiege der Verschwörungstheorien. Gähn!
Ich teile faßt alles was im Artikel beschrieben wurde. Allerdings habe ich unbehagen damit, dass die beschriebenen Vorgänge unter dem Begriff “Neoliberal” subsumiert werden, auch wenn sich das eingebürgert hat.
Neoliberale Wirtschaftspolitik gemäß der Erkenntnisse der Wirtschaftswissenschaften teilt weitgehend die hier vorgetragene Kritik. Allerdings wird dieser Ansatz von zuvielen genutzt um den Veränderungsdruck für sich auszunutzen, gemäß dem Leitsatz “Veränderungen bieten Chancen” und der Bürger merkt es eh zu spät, wenn die Privatisierung am falschen Ende zugunsten der falschen Leute umgesetzt wird.
Grundsätzlich bin ich für die Privatisierung in vielen, wenn auch nicht in allen Bereichen, jedoch ist keine der durchgeführten oder angestrebten Privatisierungen mit neoliberaler Wirtschaftstheorie in Einklang zu bringen, weil eben keine vernünftigen Marktstrukturen geschaffen werden, bzw. Strukturen privatisiert werden, die gar nicht marktwirtschaftlich ohne Monopolbildung betrieben werden können. Was in der Entkonsequenz eben auch keine Marktwirtschaft ist, sondern Feudalismus.
Berthold Grabe
Verschwörungstheorievorwurf. Gähn!
Dem Einen oder Anderen scheint entgangen zu sein, daß sich in den letzten Jahrhunderten zurecht das Klassenmodell durchgesetzt hat – und das ist eben gerade nicht mit Verschwörungshypothesen vereinbar. Tatsächliche Verschwörungen sind nicht Thema von soziopolitischen Analysen sondern von Kriminologie und Enthüllungsjournalismus. (Jürgen Roth sei hier erwähnt)
Das von Herrn Grabe geäußerte Unbehagen kann ich hingegen nachvollziehen.
Hier noch ein Film-Tip: “The Corporation”, eine sehr gute Dokumentation über Konzerne, beschreibt auch die historische Entwicklung und warum Konzerne überhaupt so mächtig werden konnten. Es wird auch das psychopathische Wesen des Konzerns – der übrigens Persönlichkeitsrechte besitzt – anhand einer psychiatrischen Checkliste aufgezeigt. Habe hier zum ersten Mal erfahren, dass es schon Krieg gab um Wasser, es bleiben keine Fragen offen. Ist aber ganz sicher kein besonders witziger Film.
Außerdem gibt es einen sehr guten Dokumentarfilm über die Öko-Katastrophe am Viktoria-See in Tansania und den Nil-Barsch, der das ausgelöst hat. Thema hier sind auch wieder Konzerne aber auch die Ausbeutung der restlichen Welt durch Europa, da müssen wir uns schon alle an die Nase fassen, und schauen, wie sehr ist jeder einzelne eigentlich an dem globalen System der Ausbeutung beteiligt…
Und was man tun kann: Konsum verweigern! Solange sich arme Menschen gegenseitig überfallen, weil sie scharf auf die Nike-Turnschuhe vom Nachbarn sind, oder sich in bescheuerten Jobs prostituieren um 200 Euro im Laden dafür auszugeben, gibt es kaum Grund zur Hoffnung. Vielleicht mal das Handy ein paar Jahre länger benutzen oder aufhören, den Nachbarn nach irgendwelchen oberflächlichen Kriterien zu beurteilen und ein anderes Klima zu schaffen, in dem sich keiner dumm vorkommen muß, nur weil er nicht konsumieren kann.
usw.
@ Marie:
Vor geraumer Zeit hat der Fluter ein Wasserheft herausgegeben. Darin eine sehr interessante Zusammenstellung aller möglichen Artikel zum Wasser. (Unter anderem eben auch mit dem Wasserkrieg 2000 in Bolivien. Auch, dass ein Amerikaner am Tag etwa 589 Liter Wasser verbraucht, hingegen die Einwohner von Freetown, Sierra Leone täglich mit knapp 11 Litern auskommen müssen! Auch, dass die Produktion von 1kg Rindfleisch etwa 16000 Liter Wasser benötigt fand ich dort. Da könnte man auch mal auf das eine oder andere Steak verzichten…)
Zwar jetzt hier bisschen off-topic, aber trotzdem ein sehr empfehlenswertes Magazin zum Lesen :-)
zu Marie & Peter,
aber das ist es doch worum es geht, worauf Sie aufmerksam machen.
Die zunehmenende “Bertelsmannisierung” der Gesellschaft.
So agieren weltweite Firmen wie Monsanto, am 29.5. wird im WDR noch einmal der Film “Monsanto, mit Gift und Genen” gezeigt, der auch schon bei ARTE gezeigt wurde: http://www.arte.tv/de/woche/244,broadcastingNum=883525,day=1,week=17,year=2008.html
Patente auf Gene von Pflanzen und Lebewesen- ein Pflichtfilm für Seehofer & Co.?
hier zu Darwins Alptraum: http://www.coop99.at/darwins-nightmare/darwin/htmldt/startset.htm
So wird auch das deutsche G3 in den Kongo gebracht, an der die Bundeswehr vor dem G36 die Soldaten ausgebildet hat. Der Waffenhandel bestimmt zu einem großen Maße auch unsere Politik. Lord of War läßt grüßen.
Das alles nur als Verschwörungstheorie zu verunglimpfen mögen die tun, die von den im Brief des Arztes beschriebenen Vorgängen profitieren. Es ist auch einfacher als sich damit wirklich auseinander zu setzen.
Zu oft ist der gesunde Menschenverstand bei zu vielen der sogenannten Elite, wegbezahlt und die Moral gleich mit.
Hallo,
Weil es hier sowieso gerade ein wenig Off-topic ist, zeige ich auch noch ein Beispiel, das zeigt wie hartnäckig sich ein Industriezweig der Realität verweigern kann.
Die 60ger- und 70ger-Jahre:
Wer kennt sie nicht, die Stones, Beatles und Frank Zappa? Mit diesen Musikern verdienten Plattenkonzerne Milliarden, wenn nicht sogar Billionen. Kein Wunder, denn Schallplatten waren so ziemlich das Einzige wofür Jugendliche damals ihr Taschengeld ausgaben.
Die 80ger- und 90ger-Jahre:
Zahlreiche neue Medien erobern den Markt. Jugendliche in dieser Zeit haben zwar mehr Geld als je zuvor – sie geben es aber für unterschiedliche Produkte aus. Zu den Schallplatten gesellen sich CDs, Video- und Computerspiele, Handys und noch so einiges mehr. Das Internet beginnt aufzublühen und eröffnet ganz neue Kopiermöglichkeiten. Damit gehen die Einnahmen bei der Musikindustrie logischerweise zurück.
Die Neuzeit:
Zum veränderten Warenkorb der Jugendlichen gesellt sich nun eine handfeste Konsumkrise (die natürlich auch die Handy- und Spielehersteller trifft). Die Einnahmen der MI sinken dramatisch, sie beginnt einen Sündenbock zu suchen. Der ist schnell gefunden, die Raubkopierer sind schuld.
Während Sony, EMI und Co. inzwischen alles außer der Todesstrafe fordern, beweist Apple, dass sich mit Musikverkauf über das Internet jede Menge Geld verdienen lässt, und dass Kunden durchaus bereit sind für Musik zu bezahlen, wenn das Angebot und der Preis stimmt. Innerhalb von einem Jahr wird Apple mit seinem iTunes-Store zum zweitgrößten Musikkonzern der Welt.
Bekannte Musikstars wie die Ärzte und Madonna wenden sich von der alten Musikindustrie ab. Sie unterschreiben entweder Exklusiv-Verträge mit Apple oder vertreiben ihre Musik selbst über das Web (was ihnen mehr Einnahmen als je zuvor beschert).
Die Zukunft:
Die alte Musikindustrie weigert sich weiterhin standhaft die Realität anzuerkennen und versucht mit aller Gewalt am 60ger-Jahre-Modell festzuhalten. Leider wird sie dabei von vielen Staaten und Politikern unterstützt. In den USA hat die MI inzwischen richterliche Befugnisse, Deutschland eifert denen mit der 3. Urheberrechts-Reform fleissig nach.
Helfen wird ihnen das nicht. Kunden mögen es nicht, wenn sie kriminalisiert werden. Sie wenden sich den neuen Anbietern Apple, Last.fm und Tonspion zu, oder kaufen wenn möglich direkt beim Musiker.
@marie
Consumer-Democracy hat leider einige Schwachstellen. Z.B. wenn die medizinische Versorgung erstmal privatisiert und monopolisiert ist, wird der Boykott des Anbieters schwierig. (“Ich hab Zahnweh, wann geht der nächste Flug nach Kuba?”)
Außerdem gibt es so gut wie keine Transparenz. Wenn z.B. Schokoladehersteller bei ihren Kakao-Lieferanten bzgl. Kindersklaverei und Pestizidvergiftungen nachfragen würden, würden diese einfach lügen.
Im Endeffekt ist ein grundlegender Wandel der globalen Machtordnung nötig. Die wirtschaftlichen und politischen Institutionen sind mehr denn je von Konzernlobbies unterwandert – von UNO und Weltbank über Brüssel bis Berlin.
der text von herrn döllein spricht einige wichtige dinge an.
leider tun sie seinen kritischen aussagen keinen gefallen, wenn sie von dort aus auf texte wie http://www.philognosie.net/index.php/article/articleview/399/ verlinken, einen artikel, der ahistorisch die phönizier als aus dem nordmeer stammendes volk bezeichnet (völliger unsinn!), den mythos von atlantis als gesicherte historische wahrheit zu verkaufen sucht (völliger unsinn!) und nicht zuletzt völlig kritiklos den antidemokratischen putschisten, begründer der ideologie vom “totalen krieg”, antisemiten und paranoiden verschwörungstheoretiker erich ludendorff als friedensvisionär hinstellt (in der gesamtbetrachtung
abermals völliger unsinn, zumindest aber grob verzerrend und gefährlich tendentiös!).
da möchte ich ihnen – mit herrn döllein – raten:
“Lernen Sie wieder, Informationen nach ihrer Richtigkeit zu sortieren”.
und bitte entfernen sie diesen unsäglichen link, welcher den text – unverdientermaßen ! – in einen äußerst zwielichtigen kontext rückt.
@tz (#28):
Oh weia, was hab ich da nur im Eiter des Gefechtes verlinkt? Tut mir schrecklich leid für diese Müllinfo.
Der Link wurde natürlich umgehend entfernt und ersetzt. Und zwar gegen einen aus Wikipedia – welche bei weitem auch nicht unfehlbar ist, aber zumindest werden hier Gedanken von mehreren Leute zusammengetragen (und auch nachgewiesen, diskutiert und ggf. revidiert) und nicht nur von einer einzigen 70-jährigen mit einem Faible für seltsame Theorien. Dass sie sich traut Erich Ludendorff in ein positives Licht zu rücken halte ich für bedenklich wenn ich mir dem seine Geschichte durchlese.
Gut, dass sie an so lustige Theorien wie die über Atlantis von Jürgen Spanuth glaubt, welche wissenschaftlich nicht sehr haltbar ist, das ist ihr persönliches Problem.
Dass sie aber über solches Zeug dann auch noch Artikel schreibt (und noch über anderes) auf die man unachtsamerweise beim schnellen Googlen stoßen kann und sie am Ende auch noch gutgläubig verlinkt, das ist natürlich traurig :-(
Tut mir ganz schrecklich leid, wenn ich aus dem Überangebot an Artikeln ausgerechnet diesen sehr fragwürdigen herausgegriffen habe :-/
Könnte man sagen, dass war ein Griff ins Klo :-(
Jan Döllein beschreibt sehr gut, was passiert, wenn man an der Stelle, wo´s plötzlich einharkt, weitermacht, recherchiert und Wissen ansammelt. Ich habe mich, als das bei mir passierte, entsetzt gefragt, warum hab ich das nicht eher kapiert? Warum konnten die solange die Gesellschaft transformieren, ohne das ALLE aufschreien? “Verschwörungstheorie” ist das, was sie selber ins Gespräch bringen, um zu verhindern, dass immer mehr begreifen, was in unserer “Republik” abläuft! Jeder Roman, jeder Thriller bleibt ein fader Abklatsch verglichen mit der Realität!
ABER, was mich stört an dem Artikel, sind die LINKS, die auf Amazon verweisen. Als Grooooooß-Anbieter können die natürlich eine Menge an zusätzlichen Informationen anbieten, obwohl die bei der Gröööööße auch besser sein könnten. “Der das bestellt hat, hat auch das gekauft,” ist ja wohl voll blöd und rein kommerziell. Und damit sind wir wieder beim Thema, Bewußtseins- und Meinungsmanipulation. Die Vielfalt und die Freiheit haben doch wohl nur die “freien”, die “unabhängigen” Buchhändler. Es ärgert mich, dass diese Internet-Euphorie bis zur Vernichtung der “Kleinen” betrieben wird.
Wir sehen doch deutlich, dass hier mit dem Arzt Dölling sich ein CSU-Mitglied zu Wort meldet, zu einem Thema, das bisher eher von “Linken” vorgetragen wurde. Hier geht es um den Inhalt! Amazon hat zwar auch “alles”, aber denen ist scheißegal, womit sie ihr vieles Geld machen. Und was soll der LINK, wenn gar kein Hinweis auf Verwandtes da ist!? Also fließt Geld! Also wird der LINK bezahlt. Warum regt sich da keiner auf? Die großen Internetanbieter und die Filialisten wollen nur die kleinen platt machen, was anderes kennen die nicht. Und Ihr helft denen dabei? Die Artenvielfalt ist nicht nur in der Natur die Überlebensgarantie, sondern auch in kulturellen Bereichen. Und die wird durch Großkonzerne mit angegliederten Stiftungen und deren Manipulationen (unterstützt von reichlichen Geldgaben) abgeschafft!
Weist doch mal auf die unabhängigen Buchhandlungen hin. Das wär doch mal ein echt revolutionärer Akt.
Na dann verweisen wir doch an dieser Stelle nochmal auf alle die anderen Buchläden im Internet hin (bei Google einfach eingeben
“Buchbestellung -Amazon” ;-)
Und natürlich auch auf die kleinen Buchläden (und natürlich auch auf den Buchladen Frank)) ;-)
>“Der das bestellt hat, hat auch das gekauft,” ist ja wohl voll blöd und rein kommerziell.
Ja richtig. Die (menschlichere) Alternative ist natürlich den kleinen Buchhändler seines Vertrauens zu fragen: “Was können sie mir denn empfehlen zum populären Thema Amazon … Gesundheitssystem-Politik-Lobbyisten-Krankenkassen-etc-Verschwörung?”
(Dummerweise lässt es sich technisch einfacher realisieren im Internet LINKs zu Käuferverhalten zu erstellen (bzw. solche auch als Blogger anzugeben) als einen Buchhändler seines Vertrauens zu installieren ;-)
Und weil wir persönlich uns das natürlich auch nicht vorhalten lassen können, dass wir am Ende auch noch von Google (Teufel, Teufel, mehr als 50% Marktanteil) Geld bekommen würden für unsere LINKs, verlinken wir besagte Buchläden auch nochmal von HooSeek aus ;-)
Da fließt nämlich wirklich Geld – allerdings hoffentlich in die richtige Richtung. (Was man irgendwo auf der Seite lesen kann, wenn man dieser Sprache mächtig ist. Wer das nicht ist, dem würde ich jetzt einfach mal das freie Wörterbuch von LEO empfehlen – oder natürlich (einen offline-LINK, für den ich jetzt leider nicht bezahlt werde (Mist, ich bleibe hinter meinen Quoten zurück)) können Sie zum Buchhändler Ihres Vertrauens gehen …
Aber wo Sie es schon erwähnen: Falls irgendjemand Interesse hat, dass wir in Kuzunft auf seinen Buchladen / Suchmaschine etc. verLINKen, dann kann er mir ruhig mal ein Angebot machen. Vielleicht verdienen wir dann ja auch mal einen einzigen Cent an diesem Blog ;-)
[Blogs, die für LINKs wirklich bezahlt werden erkennt man übrigens daran, dass sie alles voll mit Werbebannern haben.]
Zu Punkt 1 – Lesen.
Ich bin vor ca. einem Jahr auf die deutsche Ausgabe von Le Monde Diplomatique gestossen. Berichtet sehr kritisch und ausfuehrlich ueber das Weltgeschehen. Es is die einzige Zeitung die ich seitdem abonniere.
Des weiteren zu empfehlen sind natuerlich attac.de und attac.at.
Ein durchdachter Blogg? Herr Doktor, bevor man auf den bösen, bösen Markt schimpft, sollte man sich vielleicht einmal über Details informieren.
Der Strompreis in D steigt hauptsächlich wegen der Zwangseinspeisung (zu einem sehr hohen Preis) von Oekostrom. Je mehr Oekostrom (dafür bekommt der Einspeiser um die 80cent) bedeutet höhere Kosten. Glauben Sie ernsthaft, dass die bösen, bösen Konzerne den Oekostrom aus der eigenen Tasche finanzieren? Bedanken Sie sich hier bei der Politik!
Und, es ist in der Tat so, dass Privatisierung von Monopolunternehmen zu einer Flut von neuen Angeboten und in aller Regel zu einer deutlichen Preisreduktion führt. Erinnern Sie sich an die Post bzw. deren Dienstleistungen Anfang der 90er Jahre? An die Telekom Anfang der 90er Jahre? An die Telefongebühren Anfang der 90er Jahre? Heute haben Sie eine Flut von Konkurrenten und die Preise sind massiv gefallen, bei wesentlich besserer Servicequalität!
Das die Privatisierung aber nicht zur Staatsentschuldung beiträgt, ist wohl weniger das Problem der Privatisierung an sich, sondern das Problem der Politik. Leider sind Staastsunternehmen in D immer nur verkauft worden, um populistische Massnahmen zu finanzieren. Das ist in der Tat “schlecht”, aber nicht das Problem der Privatisierung!
Ich stimme insoweit überein: bei der Bahn. Auch ich sehe es überhaupt nicht ein, dass die Bahn zig Milliarden Investitionszuschüsse erhalten hat, zehntausende Angestellte und Beamte auf Bundeskosten im Vorruhestand “geparkt” hat und plötzlich … kaum schreibt sie die ersten Gewinne … für einen lächerlichen Preis von max. 25 Mia. verkauft werden soll.
Sie bemängeln nicht ganz zu unrecht den Werteverlust in unserer Gesellschaft. Aber, ist das Geld, oder gar der Liberalismus an diesem Werteverlust schuld? Nein! Werte stammen in der Regel immer aus einer Sitten-/Moralordnung (für Europa: Kirche). Mit der Abschaffung der Kirche durch 68 (dafür haben wir nun Ersatzreligionen in Form einer roten Ideologie) geht zwangsläufig auch ein Werteverlust einher. Bedanken Sie sich dafür also nicht beim bösen Liberalismus, sondern bei 68! Sie können nicht 68 zujubeln, sich gleichzeitig aber über den Werteverlust aufregen.
Das deutsche Privatrecht war in seiner Grundgestalt ein sehr, sehr liberales Recht. Sittliches “Einfallstor” ist und war der 138 (Sittenwidrigkeit). Eine völlig ausreichende Bestimmung.
Der von Ihnen bemängelte Neoliberalismus hat Europa “leider” in eine Wohlstandsinsel verwandelt. Vergleichen Sie mal die Lebensverhältnisse einer durchschnittlichen Familie in den 50er Jahren und heute! Die Kindersterblichkeit ist massiv gefallen, die Menschen werden uralt! Natürlich geht die Vermögensschere ausseinander: aber, sind Sie ärmer, weil einer 1 Mia. mehr auf dem Konto hat?
Linkes Gutmenschengeschwätz, nicht mehr!
@30:
Der Brief wurde von Dr. Döllein geschrieben.
Der Text wurde von Peter@Pelastop veröffentlicht und um Links zu weiterführender Dokumentation ergänzt.
Die verwendeten Links sind keine Affiliate-Links an denen irgendeiner hier irgendein Geld verdient. Sie stellen höchstens die Präferenz des hinzufügenden Autors dar, der Aufgrund der Summe seiner positiven Erfahrungen mit dem Linkziel diesem nicht abgeneigt ist. Es dürfte wohl schwer sein, alle unabhängigen Buchhandlungen bei jedem Buchlink mit aufzuführen.
Schöne Grüße,
stoph.
[Anm. von Peter, 18.6.2008: doch, es scheint zu gehen! Und zwar mit der Wikipedia ISBN-Suche. Einfach ISBN eingeben und aus Dutzenden Seiten auswählen. Da kann man es dann in einer Bibliothek suchen, beim (Online-)Buchhändler seines Vertrauens bestellen oder sich den günstigsten Anbieter suchen lassen etc. Und dort kann sich auch jeder mit seinem (Online-)Shop eintragen so weit ich das richtig sehe. Ich glaube das könnte man in Zukunft mal andenken ;-) ]
7, Dipsy am 13.06.2008 15:31 [Kommentar 33]: aber, sind Sie ärmer, weil einer 1 Mia. mehr auf dem Konto hat?
Herr Döllein vielleicht nicht- aber dafür viele andere. Und- was rechtfertigt der Vergleich mit den 50iger Jahren? Etwa die Entwicklung, dass Reichtum von nur ganz Wenigen immer weiter monopolisiert wird? Und damit über eine Macht verfügen, die nicht mal Kaiser, Diktatoren und sonstige Potentaten hatten, so dass der Staat und Demokratie zunehmend zerfallen?
Falls es erlaubt ist, möchte ich gern aus einem Paukenschlag am Donnerstag von Egon-W-Kreutzer zitieren, denen ich mich anschließen möchte und dessen Seiten sehr lesenwert sind und dazu ein kleiner Verlag der sehr bemerkenswerte Bücher anbietet: http://www.egon-w-kreutzer.de/0PaD2008/21.html
Hauptseite: http://www.egon-w-kreutzer.de/index.html
mit Statistiken zum Arbeitstmarkt, Kommentaren zur Demografie etc.
. . . . “Wenn in dieser Woche auf dem Ärztetag in Ulm von Seiten der Ärzte erklärt wurde, die gesetzlich Krankenversicherten könnten aufgrund der diversen Deckelungen und Kostenbegrenzungen nur noch in eingeschränktem Umfang behandelt werden, dann ist das, trotz des reflexartigen Widerspruchs der Gesundheitsministerin, eine direkte Folge der zunehmenden Kapitalismusfreundlichkeit der politisch Verantwortlichen.
Das Geld fehlt doch nicht, weil das Gesundheitswesen zu viel kostet.
Das Geld fehlt, weil es im Gesundheitswesen “Saugnäpfe” gibt, welche die Einnahmen dem Kreislauf der Realwirtschaft entziehen, weil im Gesundheitswesen Gewinne erzielt werden, die nur im Kapitalismus, nicht aber im sozialen Staat gerechtfertigt sein können. Flössen alle Ausgaben für das Gesundheitswesen von da aus in den Markt zurück – das Geld wäre da! Und es könnten die dringend benötigten, zusätzlichen Ärzte, Schwestern und Pfleger eingestellt und angemessen bezahlt werden.
Weil aber nicht nur das medizinische Personal in den Praxen und Krankenhäusern, die Mitarbeiter der Pharmazeutischen Industrie und die Mitarbeiter der Dentallabors, der Diagnostik- und Analyse-Institute etc. ihren Lohn aus dem Gesundheitswesen beziehen, sondern in ganz erheblichem Umfang auch sogenannte “Investoren” sogenannte “Gewinne” aus dem Pharmageschäft und aus den riesigen privaten Klinikbetrieben abziehen, Gewinne, die sie eben nicht in den Markt zurückgeben, sondern zur Aufstockung ihres Kapitals anhäufen, ist das Gesundheitswesen zu teuer geworden.”
Wir schätzen das Engagement von Jan Erik Döllein sehr, teilen jedoch nicht so ganz seine Analyse der Situation. Wir gehen, wie auch Markus in Kommentar 8 hier, auch von einem geänderten Medienkonsumverhalten der jüngeren Generation aus, glauben, dass die gravierende positive Folgen haben kann und haben uns dazu einige Gedanken gemacht.
Vielleicht gibt unser Beitrag “Einstürzende Weltbilder” ja dem einen oder anderen, der sich nun plötzlich, zur Zeit von Kosovo-Mission, Afghanistan-Krieg und Irak-Krieg, mehr als 30 Jahre nach dem Ende des Vietnam-Krieges, vom gegenwärtigen “System” betrogen fühlt, auch etwas Hoffnung und spornt an, an der Verbesserung der Welt mitzuwirken:
http://www.mein-parteibuch.com/blog/2007/08/16/einstuerzende-weltbilder/
Nur mal so, als Gedankenfutter, für zwischendurch. Vielleicht kann der eine oder andere da was mit anfangen.
Mit den besten Grüßen und Wünschen
Ein Katzenfreund
Redaktion Mein Parteibuch
Da muss ich glatt mal einspringen:
[i]Der Strompreis in D steigt hauptsächlich wegen der Zwangseinspeisung (zu einem sehr hohen Preis) von Ökostrom. Je mehr Ökostrom (dafür bekommt der Einspeiser um die 80cent) bedeutet höhere Kosten. Glauben Sie ernsthaft, dass die bösen, bösen Konzerne den Ökostrom aus der eigenen Tasche finanzieren? Bedanken Sie sich hier bei der Politik![/i]
Sehr seltsame Argumentation, mit der dem dummen Bürger vermutlich die Atomenergie wieder schmackhaft gemacht werden soll. Wenn RWE und Co. tatsächlich 80 Ct erhalten, machen die damit RIESENGEWINNE. Für Atomstrom gibts nämlich nur 20 Ct.
[i]Und, es ist in der Tat so, dass Privatisierung von Monopolunternehmen zu einer Flut von neuen Angeboten und in aller Regel zu einer deutlichen Preisreduktion führt.[/i]
Gerade bei den Energiekonzernen ist das gut zu sehen. Sie sind auf 4 Stück zusammengeschrumpft. Schein-Wettbewerber wie Yello und “E-wie einfach” zählen nicht. Die gehören ja auch zu den Konzernen.
[i]Erinnern Sie sich an die Post bzw. deren Dienstleistungen Anfang der 90er Jahre?[/i]
Ja. Da hatten wir in jedem Kuhkaff eine Postfiliale. Jetzt darf ich 5 Kilometer bis zum nächsten Supermarkt radeln, wo mich kein Postillion mehr, sondern eine einfache REWE-Verkäuferin bedient (die dadurch zwei Jobs aufgebrummt bekommt. Sie muss immer zwischen Supermarkt und Postschalter hin- und herwechseln).
[i]An die Telekom Anfang der 90er Jahre? An die Telefongebühren Anfang der 90er Jahre? Heute haben Sie eine Flut von Konkurrenten und die Preise sind massiv gefallen, bei wesentlich besserer Servicequalität![/i]
Die Telekom ist so mies wie eh und je. Durch den härteren Konkurrenzkampf und damit verbunden die immer niedrigeren Preise fallen die Arbeitslöhne. Und schwupps, schon ist das telefonieren wieder genau so unerschwinglich wie früher.
[i]Das die Privatisierung aber nicht zur Staatsentschuldung beiträgt, ist wohl weniger das Problem der Privatisierung an sich, sondern das Problem der Politik.[/i]
Das ist echter neoliberaler Kampfgeist. Die Politik soll alles bezahlen und alles Unangenehme erledigen, die Wirtschaft sackt die Gewinne ein.
[i]Leider sind Staastsunternehmen in D immer nur verkauft worden, um populistische Massnahmen zu finanzieren. Das ist in der Tat “schlecht”, aber nicht das Problem der Privatisierung![/i]
Da muss ich Ihnen leider Recht geben. Ich würde jeden Politiker, der das Wort “Public Private Partnership” nur in den Mund nimmt für 25 Jahre in den Bau schicken.
[i]Ich stimme insoweit überein: bei der Bahn. Auch ich sehe es überhaupt nicht ein, dass die Bahn zig Milliarden Investitionszuschüsse erhalten hat, zehntausende Angestellte und Beamte auf Bundeskosten im Vorruhestand “geparkt” hat und plötzlich … kaum schreibt sie die ersten Gewinne … für einen lächerlichen Preis von max. 25 Mia. verkauft werden soll.[/i]
Na na, jetzt aber nicht wankelmütig werden. Genau das haben Ihre neoliberalen Vorbilder (und tausende von Lobbyisten und Bestechern) in einem jahrelangen Kampf durchgesetzt. Hier müssten Sie eigentlich frohlocken. Warum Sie das nicht tun? Sie gehören nicht zum Führungszirkel der Bahn, der diesen Gewinn alleine einschiebt. Auch das ist Privatisierung.
[i]Sie bemängeln nicht ganz zu unrecht den Werteverlust in unserer Gesellschaft. Aber, ist das Geld, oder gar der Liberalismus an diesem Werteverlust schuld? Nein! Werte stammen in der Regel immer aus einer Sitten-/Moralordnung (für Europa: Kirche). Mit der Abschaffung der Kirche durch 68 (dafür haben wir nun Ersatzreligionen in Form einer roten Ideologie) geht zwangsläufig auch ein Werteverlust einher. Bedanken Sie sich dafür also nicht beim bösen Liberalismus, sondern bei 68! Sie können nicht 68 zujubeln, sich gleichzeitig aber über den Werteverlust aufregen.[/i]
Immer auf die Linken, hurra! Ich erwähne es nur ungern und gebe Ihnen nicht die Schuld (Sie zitieren ja nur aus den Medien), weise aber trotzdem darauf hin, dass Sie nichts anderes als die von den Nazis ersonnene Dolchstoßlegende verbreiten. Für diese Personen waren die Roten auch immer die Bösen, die dem braven Bürger in den Rücken fallen.
[i]Der von Ihnen bemängelte Neoliberalismus hat Europa “leider” in eine Wohlstandsinsel verwandelt.[/i]
Das hat Erhards “Wirtschaftswunder” vollbracht. Die Neoliberalen bauen den Wohlstand (für das Volk) seit 1982 wieder ab. Er soll nur noch wenigen zu Gute kommen, die Unterschicht darf verrecken.
[i]Vergleichen Sie mal die Lebensverhältnisse einer durchschnittlichen Familie in den 50er Jahren und heute![/i]
In den 50gern litten die Menschen noch massiv an den Folgen des 2. Weltkrieges. Vergleichen Sie mal heute mit den 70gern und 80gern. Da hatten wir Aufschwünge zwischen 9 und 15%, nur eine halbe Million Arbeitslose und im Vergleich zu heute praktisch keine Staatsschulden.
[i]Die Kindersterblichkeit ist massiv gefallen, die Menschen werden uralt! Natürlich geht die Vermögensschere ausseinander: aber, sind Sie ärmer, weil einer 1 Mia. mehr auf dem Konto hat?[/i]
Medizin ist ein sehr umfangreicher Komplex. Ich empfehle Ihnen zum Lesen das Buch “Heilen verboten, Töten erlaubt” oder zum Ansehen den Film “Sicko” von Michael Moore.
[i]Linkes Gutmenschengeschwätz, nicht mehr![/i]
Ich vermisse “Verschwörungstheoretiker”. Das war doch bis jetzt immer das Lieblings-Schimpfwort der Neoliberalen…
[Anm. der Blogautoren: "Heilen verboten, Töten erlaubt" von Kurt G. Blüchel gibt es hier als Google-Suche bzw. hier als Wikipedia-Bestellsuche (@Kommentar 30 & 31 ;-). Des weiteren hier noch kurz die Wikipedia Artikel zum Film "Sicko", Ludwig Erhard und Ökostrom.]
Diesen Aufsatz finde ich sehr gut gelungen , auch und vor allem Dr. Dölleins Aufforderung , nicht alles nur lesen , sondern auch selbst sich Gedanken darüber zu machen und kritisch zu hinterfragen . Vor allem sollte man unabhängige Medien nutzen , die nicht dem “B”-Konzern und der “Mohn-Sekte” gehören – zum Beispiel das Internet . Die Kommentare zeigen deutlich die Vielfalt der Meinungen , aber im Wesentlichen ist man sich doch einig…….
Wow, ich bin begeistert über die Substanz einiger Beiträge. An aller erster Stelle von Frau Antje:
Sie schreibt: “Herr Döllein vielleicht nicht- aber dafür viele andere.”
Nun Frau Antje, die Geldmenge ist nicht wie ein Kuchen. Wenn einer ein grosses Stück vom Kuchen hat, hat ein anderer ein kleineres Stück kuchen. Ist das bei der Geldmenge genauso? Ich muss Sie enttäuschen, wenn ich einen Euro mehr habe, heisst das noch lange nicht, dass ein anderer einen Euro weniger hat. Ich empfehle da die Grundlagen der Geldtheorie, nicht einmal Marx hat so argumentiert.
Und dann noch der Leser und Kommentator Markus H.:
Er schreibt zunächst:
“Sehr seltsame Argumentation, mit der dem dummen Bürger vermutlich die Atomenergie wieder schmackhaft gemacht werden soll. Wenn RWE und Co. tatsächlich 80 Ct erhalten, machen die damit RIESENGEWINNE. Für Atomstrom gibts nämlich nur 20 Ct.”
Hier empfehle ich einen kurzen Blick in das Erneuerbare-Energie-Gesetz.
Ganz nebenbei: der ökowahn der Bundesregierung kann durch die inländische Solarindustrie nicht gedeckt werden. Wir kaufen im Moment eine ganze Reihe Solarmodule in China ein. Wir subventionieren damit also unmittelbar die chinesische Wirtschaft mit unseren Stromkosten und unseren Steuergeldern.
Er schreibt weiter: “Ja. Da hatten wir in jedem Kuhkaff eine Postfiliale. Jetzt darf ich 5 Kilometer bis zum nächsten Supermarkt radeln, wo mich kein Postillion mehr, sondern eine einfache REWE-Verkäuferin bedient (die dadurch zwei Jobs aufgebrummt bekommt. Sie muss immer zwischen Supermarkt und Postschalter hin- und herwechseln).”
Ja, damals hat die Post aber auch Milliardenverluste geschrieben, die, u.a. der Steuerzahler bezahlt hat. Hier liegt genau das Problem: ich würde Ihre Bedenken gegenüber der Privatisierung ja akzeptieren, wenn die Staatsunternehmen zumindestens eine rote Null geschrieben hätten. Nein, Bahn, Post und Telekom haben jährlich Milliardenverluste produziert.
Er schreibt weiter: “Die Telekom ist so mies wie eh und je. Durch den härteren Konkurrenzkampf und damit verbunden die immer niedrigeren Preise fallen die Arbeitslöhne. Und schwupps, schon ist das telefonieren wieder genau so unerschwinglich wie früher. ”
Sie müssen ja heute nicht mehr bei der Telekom Dienstleistungen beziehen. Und, fallen die Arbeitslöhne tatsächlich? Fakt ist, dass die Dienstleistungsindustrie neue Stellenprofile geschaffen hat, die es zuvor nicht gab (z.B. Call-Center). Sie vergleichen bei den Löhnen also Birnen mit Karotten. Ganz nebenbei: in der alten Telekom ist man nach Dienstjahren bezahlt worden. Die 60jährige Putzfrau hat mehr verdient als der junge Nachrichteningenieur. Diese Problematik ist nun aufgehoben.
Er schreibt weiter: “Das ist echter neoliberaler Kampfgeist. Die Politik soll alles bezahlen und alles Unangenehme erledigen, die Wirtschaft sackt die Gewinne ein.”
In der Tat: die Politik soll die Aufgaben erledigen, die die Wirtschaft nicht stellen kann; oder dort, wo es politisch unerwänscht ist. Dort wo sich Politik wirtschaftlich betätigt, kommt in der Regel eine gewaltige Ineffizenz heraus.
Er schreibt weiter: “Ich würde jeden Politiker, der das Wort “Public Private Partnership” nur in den Mund nimmt für 25 Jahre in den Bau schicken.”
Ich erinnere da an die Tante von Gregor Gysi: “Gregor, jede Ideologie endet irgendwann in einem KZ.” Linke und Rechte unterscheiden sich allenfalls hinsichtlich des Feindbildes, die Methoden sind die gleichen.
Er schreibt weiter: “Immer auf die Linken, hurra! Ich erwähne es nur ungern und gebe Ihnen nicht die Schuld (Sie zitieren ja nur aus den Medien), weise aber trotzdem darauf hin, dass Sie nichts anderes als die von den Nazis ersonnene Dolchstoßlegende verbreiten. Für diese Personen waren die Roten auch immer die Bösen, die dem braven Bürger in den Rücken fallen.”
Wie soeben angeführt: Nazis und rotlackierte Nazis unterscheiden sich allenfalls in der Erscheinung, dem Wesen, der Methodik nach, wollen die beiden das gleiche. Rassenideologie gegen Klassenideologie, Gleichschaltung der Gesellschaft, Entmündigung des Individuums, antikapitalistische Phrasen. Beide Probleme mit der Kirche – ist auch verständlich, schaffen doch beide mit ihrer Ideologie eine “Ersatzreligion”. Beide glauben zu wissen, was “gut” für die Menschen ist. Machen Sie sich einmal den “Spass” und vergleichen Sie das Parteiprogramm der NPD mit dem der Linkspartei.
Und weiter: “Das hat Erhards “Wirtschaftswunder” vollbracht. Die Neoliberalen bauen den Wohlstand (für das Volk) seit 1982 wieder ab. Er soll nur noch wenigen zu Gute kommen, die Unterschicht darf verrecken.”
Verdreckt die Unterschicht? Wenn ja, warum? Die Hälfte der aktuellen 3.2 Mio. Arbeitslosen können nicht richtig lesen und schreiben. In Deutschland herrscht ein Mangel an Fachspezialisten. Wer bereit ist sich zu qualifizieren, der bekommt auch einen Job. Die übersehen aber, dass für die Linke solche “Frustrierten” eine unglaublich gute Manövriermasse sind. In Deutschland erhält mittlerweile mehr als die Hälfte der Menschen irgendwelche Transferleistungen vom Staat (Arbeitslose, Rentner …). Das Wahlverhalten -und damit die eigene Machtsicherung- ist doch durch die Masse wunderbar gesichert.
Und weiter: “Da hatten wir Aufschwünge zwischen 9 und 15%, nur eine halbe Million Arbeitslose und im Vergleich zu heute praktisch keine Staatsschulden.”
Und hier bemängeln sie doch die Auswirkungen der Regulierungswut. Wirtschaftswachstum kommt allein durch die Wirtschaft zu stande. Wer die Wirtschaft aber regulieren will, der muss eben mit Wachstumseinbussen rechnen. Ganz nebenbei: die Zahl der Arbeitslosen hängt ganz wesentlich vom Wirtschaftswachstum ab, die Höhe der Verschuldung ebenfalls (Steuereinnahmen).
Und weiter: ” Medizin ist ein sehr umfangreicher Komplex.”
In der Tat, aber so umfangreich durch die zahlreichen Innovationen im Bereich der Pharmazie und Medizintechnik. Ich streite nicht ab, dass es in der Medizin auch Schindluderei gibt. Fakt ist doch aber, dass die böse vom kapitalgetrieben Branche, unzählige Innovationen entwickelt hat die Ihnen und mir das Leben wesentlich angenehmer machen. Wir leben alle länger.
und zuletzt: “Neoliberalen”
Ich empfehle auch die richtige Verwendung des Begriffs Neoliberalismus. Das was Sie als “neoliberal” bezeichnen, ist in der wiss. korrekten Variante, genau das was sie eigentlich wollen: eine soziale Marktwirtschaft.
@dipsy:
>Hier empfehle ich einen kurzen Blick in das >Erneuerbare-Energie-Gesetz.
Welcher Paragraf? Ich suche nicht gern.
>Ganz nebenbei: der ökowahn der Bundesregierung kann durch die >inländische Solarindustrie nicht gedeckt werden.
Mal abgesehen davon, dass Firmen wie Q-Cells sehr gut im Geschäft sind – der “Ökowahn” wird bald zur Notwendigkeit werden, z.B. wenn die Kilowattstunde 10 Euro kostet.
>Ja, damals hat die Post aber auch Milliardenverluste geschrieben, >die, u.a. der Steuerzahler bezahlt hat.
Das Geld wird Ihnen in jedem Fall aus der Tasche gezogen. Entweder durch Steuern (Staat) oder durch ständige Preiserhöhungen zum Zweck der Gewinnmaximierung (Privat).
>Sie müssen ja heute nicht mehr bei der Telekom Dienstleistungen >beziehen.
Ich muss aber ihre Infrastruktur, genau gesagt den Backbone, benutzen und Wegzoll für die “letzte Meile” bezahlen. Von echter Konkurrenz sind wir noch Lichtjahre entfernt.
>Und, fallen die Arbeitslöhne tatsächlich?
Ja, definitiv. Das Bundesamt für Statistik hat jede Menge handfeste Beweise. Durch das Steigen der Preise wird das Problem in letzter Zeit sogar verschärft.
Einziger Vorteil: Es trifft auch die Neoliberalen. Die Kaufkraft sinkt, Kunden bleiben aus. Sehr schön ist das an der derzeitigen Finanzkrise zu sehen.
>Die 60jährige Putzfrau hat mehr verdient als der junge >Nachrichteningenieur. Diese Problematik ist nun aufgehoben.
Richtig. Jetzt verdienen beide gleich mies.
>Ich erinnere da an die Tante von Gregor Gysi: “Gregor, jede Ideologie >endet irgendwann in einem KZ.” Linke und Rechte unterscheiden sich >allenfalls hinsichtlich des Feindbildes, die Methoden sind die >gleichen.
Das stimmt zwar, hat aber nichts mit dem Thema zu tun.
>Nazis und rotlackierte Nazis unterscheiden sich allenfalls in der >Erscheinung…
Ähem – die rechte Seite unterstützt den Raubtierkapitalismus VOLL UND GANZ. Besuchen Sie mal das KZ Dachau. Die Dokumente dort belegen, dass das dritte Reiche eine wirtschaftlich extrem lukrative Sache war.
Die linke Seite macht es ein bisschen gemäßigter. Deshalb hat sich ein Honecker weniger Geld auf die Seite schaufeln können wie z.B. der Leiter des Dachauer KZ.
>Die Hälfte der aktuellen 3.2 Mio. Arbeitslosen können nicht richtig >lesen und schreiben.
Weil der Bildungsetat brutal zusammengestrichen wurde und ganze Studienzweige dichtgemacht werden. Sparwahn lässt grüßen.
>Wer bereit ist sich zu qualifizieren, der bekommt auch einen Job.
Das belegen die 300.000 Akademiker pro Jahr, die aus Deutschland auswandern…
>In Deutschland erhält mittlerweile mehr als die Hälfte der Menschen >irgendwelche Transferleistungen vom Staat (Arbeitslose, Rentner …).
Ja und? Rentner haben dafür 45 Jahre lang eingezahlt. Arbeitslosengeld bekommen Sie auch nur wenn Sie irgendwann mal gearbeitet – und somit in das Sozialsystem eingezahlt haben.
>Wer die Wirtschaft aber regulieren will, der muss eben mit >Wachstumseinbussen rechnen.
Im Moment dürfen Konzerne sämtliche Gesetze brechen und nach Gutdünken handeln. Macht der Staat doch mal etwas – wie bei Siemens – bezahlt diese Firma lächerliche Strafen aus der Portokasse. Ergebnis: Ständig dramatische Wirtschaftseinbrüche.
Blicken wir nun auf das glatte Gegenteil. In China reguliert der Staat alles. Ergebnis. Die sind derzeit die stärkste Wirtschaftsmacht weltweit.
>Fakt ist doch aber, dass die böse vom kapitalgetrieben Branche, >unzählige Innovationen entwickelt hat die Ihnen und mir das Leben >wesentlich angenehmer machen. Wir leben alle länger.
Sie beschreiben hier einen Zustand aus den 80ger-Jahren. In Deutschland sind die auswirkungen einer komplett privatisierten Medizin bis jetzt noch wenig zu spüren.
In den USA stieg die Säuglingssterblichkeit um 25%, die Lebenserwartung hat um 10 Jahre abgenommen – dank der Provatisierung.
>Ich empfehle auch die richtige Verwendung des Begriffs >Neoliberalismus. Das was Sie als “neoliberal” bezeichnen, ist in der >wiss. korrekten Variante, genau das was sie eigentlich wollen: eine >soziale Marktwirtschaft.
Oh wei, Sie haben ein völlig verklärtes Weltbild…
Unter “Neoliberalismus” wird heute eine Ökonomie verstanden, die zuerst in Chicago gelehrt wurde. Deshalb hört man auch oft den Begriff “Chigagoer Schule”. Dieser Studienzweig wurde von Milton Friedman gegründet und hat u.a. die Abschaffung der sozialen Marktwirtschaft auf dem Stundenplan.
Mit der Erhardtschen Politik hat die Chicago-Lehre so gut wie nichts mehr zu tun.
Danke für den Artikel! Weitgehend stimme mit ihm überein, leider ist es so, dass eine Gegenbewegung oft auch übertreibt und überkritisch ist, denn ohne Feindbild (in diesem Fall die neoliberale Ideologie) kann sie schlicht nicht existieren.
Eine Privatisierung z.B. kann aber durchaus auch sinnvoll sein (auch wenn sie es leider oft nicht ist). Das Denken in Stereotypen bringt uns deshalb nicht weiter und führt leicht zu einer Übersteuerung in die Gegenrichtung. Die Kommunismusversuche des vergangenen Jahrhunderts belegen das sehr eindeutig, denn die heutige Entwicklung unterscheidet sich oft nur marginal von der vor den Weltkriegen.
Was aber kann man tun? Hier möchte ich mich dem etwas hilflosen Vorschlag doch bitte zur Wahl zu gehen, nicht anschliessen. Warum? Nun wir haben erkannt, dass die Politik von der Lobby durchsetzt ist und dass jede Regierung und jede Partei, mit etwas Macht, letztlich immer wieder dem Einfluß der Manipulatoren unterliegt. Diesen Agitatoren ist es sowieso egal, sie gewinnen immer, bei Wahlmüdigkeit genauso wie bei hoher Beteiligung, bei der einen Partei genauso wie bei der anderen.
Daher kann ich nur alle auffordern Vereine wie http://www.mehr-demokratie.de zu unterstützen (bereits mehr als 4000 Mitglieder und viele Erfolge!) da hilft jeder Euro und jede passive/aktive Mitgliedschaft, denn diese Vereine sind arm und idR nur von Bürgern organisiert und getragen.
Gegen die Bestechlichkeit und Manipulierbarkeit eines Parlamentes, setzt man nämlich am Besten das Chaos der Basisdemokratie (siehe auch Buch: “Chaos gegen den Terror” von Pasolini). Die Bürger lassen sich zwar auch manipulieren und betrügen, insbesondere von den Medien, aber längst nicht so geziehlt und effektiv wie dies oft vermutet wird. Die verschiedenen NEIN’s zum EU-Reformvertrag beweisen das, sie kamen trotz massiver Werbung und politischen Druck von oben zustande.
Kombiniert man Volksentscheide noch mit besserer Aufklärung, etwa einem Pro-Contra-Abstimmungsheft und einer öffentlichen Diskussionsphase, sowie einem hohen Bildungsstandard, dann kommt man dem Ideal von Demokratie doch wesentlich näher als mit dem jetzigen System.
Und in einer Bürgergesellschaft kann unsolidarisches Unkraut wie der Neoliberalismus wesentlich schlechter gedeihen…
>Was aber kann man tun? Hier möchte ich mich dem etwas hilflosen >Vorschlag doch bitte zur Wahl zu gehen, nicht anschliessen. Warum? >Nun wir haben erkannt, dass die Politik von der Lobby durchsetzt ist >und dass jede Regierung und jede Partei, mit etwas Macht, letztlich >immer >wieder dem Einfluß der Manipulatoren unterliegt. Diesen >Agitatoren ist >es sowieso egal, sie gewinnen immer, bei >Wahlmüdigkeit genauso wie bei >hoher Beteiligung, bei der einen >Partei genauso wie bei der anderen.
Hier hätte ich eine Idee: Am oberen Ende der Wahlzettel steht immer der Kandidat, den die Elite sehen will. Das ist immer auch der, der am häufigsten in den Medien auftaucht.
Und warum ist das so? Diese Leute spekulieren auf die Faulheit des Wählers. Mal ehrlich, wer liest sich schon alle Kandidaten auf den riesigen Wahlzetteln durch? Ich gebs zu, ich auch nicht…
Basierend auf dieser Erkenntnis, kommt jetzt der ultimative Tipp, der den Mächtigen die Suppe so richtig versalzen wird: DREHEN SIE DEN WAHLZETTEL EINFACH AUF DEN KOPF. Dann machen Sie ihr Kreuz.
Auf diese Weise wählen Sie automatisch den Kandidaten am UNTEREN Ende der Liste, ohne mehr Arbeits-/Leseaufwand zu haben. Dieser Kandidat hat oft noch idealistische Ziele und ist noch nicht von den Lobbyisten vergiftet. Und freuen Sie sich auf die langen Gesichter der Mächtigen, wenn deren Wunschkandidat keine einzige Stimme bekommt :-)
ziviler Widerstand könnte auch so aussehen, denn mit dem Wissen, dass unser Wahlrecht ein hohes Gut ist, und leider eben nicht selbstverständlich und schwer erkämpft, auf jeden Fall zur Wahl gehen, eine hohe Wahlbeteiligung, entweder wie oben vorgeschlagen wählen oder das große Kreuz quer über die ganze Seite, also ungültig wählen trotz hoher Wahlbeteiligung, die zeigt dass man seine Pflicht als Bürger sehr wohl kennt.
Was bleibt einem sonst?
Zum Eu-Vertrag sehr hörenswert, dann geht einem so manche Leuchte auf hier: http://de.youtube.com/watch?v=qWZbEKjcd1M&feature=PlayList&p=86EF311FC83D1447&index=0
[...] Jan D?llein: Was derzeit wirklich passiert, Teil II: [X] [...]
Es ist immer wieder interessant, wie sachlogisch richtig, hier der ein oder andere argumentieren kann.
Nehmen wir Markus H., er schreibt: “Mal abgesehen davon, dass Firmen wie Q-Cells sehr gut im Geschäft sind – der “Ökowahn” wird bald zur Notwendigkeit werden, z.B. wenn die Kilowattstunde 10 Euro kostet.”
Ich hatte zuvor ausgeführt, die Kilowattstunde Strom ist deswegen so teuer, weil das Erneuerbare-Energie-Gesetz die Zwangseinspeisung verlangt und ganz nebenbei gut 40% Steuern im Preis inbegriff sind.
Ich vermisse, mit Verlaub, eine sachlogisch richtige und stringente Argumentation. Es ist so ein bissle wie Stammtischschwätzerei. Schimpfen wir mal auf alles, was die eigentliche Ursache ist, interessiert aber gar nicht. Hauptsache wir können alle schön mitschimpfen (beim mitlaufen fühlt sich der Deutsche doch am wohlsten).
Und wieder, dumpfe Antikapitalismuspolemik von Markus H.:
Das Geld wird Ihnen in jedem Fall aus der Tasche gezogen. Entweder durch Steuern (Staat) oder durch ständige Preiserhöhungen zum Zweck der Gewinnmaximierung (Privat).”
Herr H. niemand zwingt Sie, die Dienstleistungen irgendeines Unternehmens in Anspruch zu nehmen, geschweige denn, die Produkte des Unternehmens zu kaufen.
Verfolgen Sie mit dem “Verkauf” ihrer Arbeitskraft eigentlich etwas anderes? Arbeiten Sie nur, um Ihre Kosten zu decken? Oder soll am Monatsende doch noch was übrig bleiben.
Ich empfehle da: http://economics.gmu.edu/pboettke/pubs/BoettkeNZZ.pdf (in der NZZ erschienen).
Und, Markus H. schreibt weiter:
“Durch das Steigen der Preise wird das Problem in letzter Zeit sogar verschärft.”
Das mag ja sein, aber sind die bösen, bösen Kapitalisten schuld? Sie konnten der gestrigen Sonntagspresse entnehmen, 75% der Preissteigerungen bei Nahrungsmitteln gehen auf das Konto des ökowahns. Das sind, soweit ich weiss, die Herren Gabriel & Co.
“Ich muss aber ihre Infrastruktur, genau gesagt den Backbone, benutzen und Wegzoll für die “letzte Meile” bezahlen. Von echter Konkurrenz sind wir noch Lichtjahre entfernt.”
Herr H., wissen Sie eigentlich, was die Verlegung einer Glasfaserleitung auf den Meter kostet? In Innenstadtlagen können Sie beqeum 1000 Euro auf den Meter rechnen. Nun nehmen Sie mal eine typische deutsche Metropole, die gut und gerne 500 Kilometer Strassen aufweist. Macht für die Erschliessung einer (!) Stadt also 5000000000 Euro. Da haben Sie aber noch keinen Hausanschluss gelegt. Kleine Dörfer werden völlig uninteressant (haben Sie sich nicht zuvor über die Schliessung Ihrer Post beschwert???). Der “Wegzoll” ist also extrem viel günstiger. Kein TK-Anbieter würde sowas machen.
“Ähem – die rechte Seite unterstützt den Raubtierkapitalismus VOLL UND GANZ. Besuchen Sie mal das KZ Dachau. Die Dokumente dort belegen, dass das dritte Reiche eine wirtschaftlich extrem lukrative Sache war.
Die linke Seite macht es ein bisschen gemäßigter. Deshalb hat sich ein Honecker weniger Geld auf die Seite schaufeln können wie z.B. der Leiter des Dachauer KZ.”
Die Industriellen des Dritten Reiches haben lediglich -und das sage ich einmal ganz wertfrei- ihre Chancen genutzt. So, wie jeder Dorfbewohner plötzlich zum Dorfnazi wurde und seine Chancen in der Partei genutzt hat, so hat jeder Industrielle dort auch seine Chancen genutzt.
Das heisst nun aber nicht, dass die Nazis kein Problem mit dem Kapitalismus hatten. Sie haben sich vielmehr “arrangiert”. Bei genauer Lektüre der deutschen Wirtschaftsgeschichte wird Ihnen auch aufgehen: die Unternehmen mögen zwar ab ca. 1936 noch “privat” gewesen sein, die Produktion war aber aus Berlin bestimmt.
“Das belegen die 300.000 Akademiker pro Jahr, die aus Deutschland auswandern…”
Sind das noch soviel? 300.000? Das würden also alle Absolventen eines Jahres sein. Die deutschen Hochschulen haben insgesamt 1.5 Millionen Studenten. Bei einer durchschnittlichen Studienzeit von 5 Jahren haut also der gesamte Jahrgang ab. Haben Sie auch richtige Zahlen?
“Ja und? Rentner haben dafür 45 Jahre lang eingezahlt. Arbeitslosengeld bekommen Sie auch nur wenn Sie irgendwann mal gearbeitet – und somit in das Sozialsystem eingezahlt haben.”
Sie, ich habe nichts gegen Rentenzahlungen. Sie werden aber zur Kenntnis nehmen müssen, dass die Rentner eine negative Rendite erhalten. Nehmen wir einmal ein durchschnittliches deutsches Gehalt von 3.000 Euro im Monat an. Da haben wir insgesamt 600 Euro Rentenbeiträge (mit Arbeitgeber). Bei 45 Jahren und nur 5% durchschnittlicher Rendite, hätte man fast 1.2 Millionen Euro. Nur die Zinsen würden allein fast 5.000 Euro im Monat abwerfen. Mit der staatlichen Rente gibt es im Gegensatz vielleicht 1100-1200 Euro.
Bemerken Sie die gewaltige Ineffizient des deutschen, staatlichen Rentensystems?
“Im Moment dürfen Konzerne sämtliche Gesetze brechen und nach Gutdünken handeln. ”
Haben Sie für Ihre Verleumdungen auch handfeste Beweise? Und argumentieren Sie bitte nicht mit Einzelfällen, wie gerade bei Siemens. 97% der Unternehmen arbeiten ehrlich und fair.
Wieder besonders geistreich:
“Blicken wir nun auf das glatte Gegenteil. In China reguliert der Staat alles. Ergebnis. Die sind derzeit die stärkste Wirtschaftsmacht weltweit. ”
Sie wissen aber schon, die Chinesen haben ein BIP von derzeit 2400 Dollar p.a., Deutschland von von 34.000 Dollar p.a. Wächst die chinesische Wirtschaft um 10% p.a. (also 240 Dollar), dann würde das in Deutschland ein Wachstum von gerade mal 0.7% ausmachen. China mag absolut die stärkste Wirtschaftsmacht darstellen. Aber bei 1,2 Milliarden Menschen gegenüber 82 Millionen verwundert das auch nicht. Sie können auch gleich ein Elefantenhirn mit einem Spatzenhirn vergleichen.
“In den USA stieg die Säuglingssterblichkeit um 25%, die Lebenserwartung hat um 10 Jahre abgenommen – dank der Provatisierung.”
Gab es in den USA jemals ein staatliches Gesundheitssystem? Wie wollen Sie eigentlich diese Abnahmen belegen? Haben Sie handfeste Zahlen? Oder “stützen” Sie so nur Ihr Weltbild?
@Dipsy:
>Ich hatte zuvor ausgeführt, die Kilowattstunde Strom ist deswegen so >teuer, weil das Erneuerbare-Energie-Gesetz die Zwangseinspeisung >verlangt und ganz nebenbei gut 40% Steuern im Preis inbegriff sind.
Leider haben Sie dieses immer noch nicht mit einem Paragrafen belegt. Wie gesagt, ich habe keine Lust das EEG deswegen durchzuwälzen. Ich schau mir stattdessen lieber die Simpsons an.
>Ich vermisse, mit Verlaub, eine sachlogisch richtige und stringente >Argumentation. Es ist so ein bissle wie Stammtischschwätzerei. >Schimpfen wir mal auf alles, was die eigentliche Ursache ist, >interessiert aber gar nicht. Hauptsache wir können alle schön >mitschimpfen (beim mitlaufen fühlt sich der Deutsche doch am >wohlsten).
Stock und Stein brechen mein Bein. Polemik wird mir niemals etwas antun :-)
Sie verlangen eine tolle Argumentation, schaffen es aber nicht Beweise für Ihre eigenen Theorien – in diesem Fall ein Zitat aus dem EEG zu liefern. Den Kalauer mit dem Glashaus spare ich mir.
>Herr H. niemand zwingt Sie, die Dienstleistungen irgendeines >Unternehmens in Anspruch zu nehmen, geschweige denn, die Produkte des >Unternehmens zu kaufen.
Dieses Argument wird besonders interessant, wenn die Medizin endlich komplett privatisiert wurde. Muss ja die Herzinfarkt-Notmassnahmen nicht beanspruchen, wenn mir das Krankenhaus nicht passt…
>Verfolgen Sie mit dem “Verkauf” ihrer Arbeitskraft eigentlich etwas >anderes? Arbeiten Sie nur, um Ihre Kosten zu decken? Oder soll am >Monatsende doch noch was übrig bleiben.
Richtig. Und genau deshalb ist es KOMPLETT BLÖDSINNIG für einen Hungerlohn zu arbeiten. Ich wäre für einen totalen Generalstreik, der so lange dauert bis Hartz IV/Zeitarbeit/Niedriglöhne abgeschafft sind, auch wenn sämtliche Konzerne dabei draufgehen.
Ich weiß, Sie wollten das nicht – aber in diesem Punkt sind wir uns absolut einig.
>Das mag ja sein, aber sind die bösen, bösen Kapitalisten schuld? Sie >konnten der gestrigen Sonntagspresse entnehmen, 75% der >Preissteigerungen bei Nahrungsmitteln gehen auf das Konto des >ökowahns. Das sind, soweit ich weiss, die Herren Gabriel & Co.
Von der Atomlobby finanzierte PR-Meldungen pflege ich geflissentlich zu überlesen. Wie Sie hat diese Sonntagspresse keine einzige belegbare Zahl für diese Behauptung vorzulegen – die A-Lobby vermutlich auch nicht.
>Herr H., wissen Sie eigentlich, was die Verlegung einer >Glasfaserleitung auf den Meter kostet? In Innenstadtlagen können Sie >beqeum 1000 Euro auf den Meter rechnen…
Sie übersehen da eine Kleinigkeit. Das derzeit genutzte Backbone der Telekom wurde verlegt, als diese noch ein Staatsbetrieb war. Alles, was Sie heute unter Begriffen wie DSL, Telefonie und Kabelfernsehen sehen, wurde KOMPLETT VOM STEUERZAHLER FINANZIERT.
Damit belaufen sich die Baukosten für die T-Kom auf exakt 0,00 Euro.
Für das im Osten schon lange vorhandene V-DSL Glasfaser-Hybridnetz gilt übrigens das Gleiche.
>Kleine Dörfer werden völlig uninteressant
Die versorgen sich inzwischen selbst über WiMAX und Sky DSL. Mögen wir für die Luschen von der T-Kom so lange wie möglich uninteressant bleiben :-)
>Die Industriellen des Dritten Reiches haben lediglich -und das sage >ich einmal ganz wertfrei- ihre Chancen genutzt.
…und sind dabei gnadenlos über 6 Millionen Leichen gegangen. Ich tue mich etwas schwer mit dem Wort “wertfrei”…
>Sind das noch soviel? 300.000? Das würden also alle Absolventen eines >Jahres sein. Die deutschen Hochschulen haben insgesamt 1.5 Millionen >Studenten. Bei einer durchschnittlichen Studienzeit von 5 Jahren haut >also der gesamte Jahrgang ab. Haben Sie auch richtige Zahlen?
Fragen Sie bei Spiegel online nach. Die verbreiten sowas.
>Sie, ich habe nichts gegen Rentenzahlungen. Sie werden aber zur >Kenntnis nehmen müssen, dass die Rentner eine negative Rendite >erhalten. Nehmen wir einmal ein durchschnittliches deutsches Gehalt >von 3.000 Euro im Monat an. Da haben wir insgesamt 600 Euro >Rentenbeiträge (mit Arbeitgeber). Bei 45 Jahren und nur 5% >durchschnittlicher Rendite, hätte man fast 1.2 Millionen Euro. Nur >die Zinsen würden allein fast 5.000 Euro im Monat abwerfen. Mit der >staatlichen Rente gibt es im Gegensatz vielleicht 1100-1200 Euro.
>Bemerken Sie die gewaltige Ineffizient des deutschen, staatlichen >Rentensystems?
Ich sage nicht, dass es perfekt ist. Aber:
1. Im Gegensatz zu Privatunternehmen kann der Staat nicht einfach pleite gehen. Es wird bei der Rente niemandem so ergehen, wie den armen 250.000 armen Teufeln bei der Gothaer, die dank Insolvenz ihre komplette langjährig angesparte Altersvorsorge verloren haben.
2. Renten- und Kapitallebensversicherungen reden zwar gerne von einem “Garantiezins”. Den kriegen Sie aber garantiert nicht. Die müssen jetzt ständig die Beiträge erhöhen oder die Ausschüttungen neu definieren, weil sie u.a. fleissig an der gebeutelten Börse mitspekuliert haben. Der Staat lässt sich weniger leicht auf risikoreiche Anlagen ein.
Abgesehen davon: Wenn die gesetzliche Rente abgeschafft wird, ist alles Geld, das ich bisher eingezahlt haben, verloren. Das nenne ICH eine schlechte Rendite.
>Haben Sie für Ihre Verleumdungen auch handfeste Beweise? Und >argumentieren Sie bitte nicht mit Einzelfällen, wie gerade bei >Siemens. 97% der Unternehmen arbeiten ehrlich und fair.
Als Einstieg empfehle ich die Seite http://www.markenfirmen.org, oder das “Schwarzbuch Markenfirmen”. Das ist sozusagen die Website in gedruckter Form. Wenn Sie diesen Schock überlebt haben, können Sie sich zu Leuten wie Naomi Klein vorarbeiten oder per Google nach Whistleblower-Blogs suchen. Aber Vorsicht: Hier wird es richtig hart. Es werden u.a. Bilder von lateinamerikanischen Betriebsrats- Mitgliedern gezeigt, die dem Coca-Cola-Konzern im Weg waren – und deshalb von einem beauftragten Killer-Kommando erschossen wurden. Wenn Sie kein Blut sehen können, bleiben Sie weg von den Whistleblowern.
>Sie wissen aber schon, die Chinesen haben ein BIP von derzeit 2400 >Dollar p.a., Deutschland von von 34.000 Dollar p.a. Wächst die >chinesische Wirtschaft um 10% p.a.
Haben wir da nicht ein paar Nullen vergessen? Laut http://indexmundi.com/de/deutschland/bruttoinlandsprodukt_(bip).html
beträgt das BIP in Deutschland 2008 zur Zeit etwa $2.833.000.000.000.
Für China dürfen Sie selbst nachsehen.
>Gab es in den USA jemals ein staatliches Gesundheitssystem? Wie >wollen Sie eigentlich diese Abnahmen belegen? Haben Sie handfeste >Zahlen? Oder “stützen” Sie so nur Ihr Weltbild?
Selbst ein hanebüchenes BIP abliefern, aber von mir konkrete Zahlen verlangen :-)
Na gut, ich bin ja nicht so:
Steigen wir mit allgemeinen Infos über das US-Gesundheitssystem ein. Quelle: Wikipedia
Gesundheitswesen der Vereinigten Staaten von Amerika [Bearbeiten]
Einzelberichte von Menschen, denen die Behandlung verweigert wurde [Bearbeiten]
Am 3. Februar 2006 forderte Moore die Leute über sein Blog dazu auf, ihm per E-Mail ihre „persönlichen Horrorgeschichten“ mit dem Gesundheitswesen zu senden. Innerhalb von 24 Stunden erhielt er 3.700 E-Mails, am Ende der Woche waren es 25.000.[2]
* Ein Mann sägte sich mit einer Kreissäge die Spitzen seines Mittel- und Ringfingers an einer Hand ab, als er zu Hause arbeitete. Er hatte keine Versicherung und ihm standen nur begrenzte finanzielle Mittel zu seiner Verfügung. Er musste sich entscheiden, ob das Krankenhaus den Mittelfinger für 60.000 Dollar oder den Ringfinger für 12.000 Dollar wieder anfügen sollte. Er wählte aus finanziellen Gründen den Ringfinger.[3]
* In einem Fall bewilligte zwar die Versicherungsanstalt Cigna Healthcare ein Cochleaimplantat für Doug Noes Tochter Annette, welche mit einer akuten Hörbehinderung geboren wurde, allerdings nur für das linke Ohr. Cigna argumentierte, dass eine Zwei-Ohr-Operation „experimentell“ sei. Als Noe Moore seinen Fall berichtete, und dies den Versicherer wissen ließ, revidierte dieser seine Entscheidung.[4].
* Eine Frau musste nach einem Autounfall die Ambulanzrechnung bezahlen, weil sie ihrer Versicherungsgesellschaft nicht vor ihrer Bewusstlosigkeit ankündigte, ärztliche Versorgung zu benötigen.[3]
* Auch gezeigt wird die Witwe von Tracy Pierce, der an Nierenkrebs starb, nachdem seine Versicherungsanstalt eine möglicherweise lebensrettende Knochenmarktransplantation abwies.[3]
* Die Versicherungsanstalt einer Frau verweigerte nach einer Operation die Bezahlung, weil die Frau auf ihrem Antragsformular nicht angab, dass sie früher einmal eine Pilzinfektion hatte.[3]
* Obdachlose Patienten wurden aus den Krankenhäusern von Los Angeles geworfen, nachdem sie eine medizinische Erstbehandlung erhielten.
Na? Wieder aufgewacht aus der Schock-Narkose? Dann weiter mit der Geschichte des US-Gesundheitssystems:
http://www.pbs.org/healthcarecrisis/history.htm
Und denken Sie daran. Das alles wird Ihnen in absehbarer Zeit AUCH BEI UNS IN DEUTSCHLAND blühen.
Markus H:”Und denken Sie daran. Das alles wird Ihnen in absehbarer Zeit AUCH BEI UNS IN DEUTSCHLAND blühen.”
Mit Sicherheit!
Argumentationen wie die von Dipsy werden zu Hauf in den Kaderschmieden wie z.B. des Bertelsmannkonzern produziert. Wird ihnen der(gesunde) Verstand wegbezahlt?
der nette “kleine” Buchclub: http://www.anti-bertelsmann.de/
ein nettes Buch, bestens recherchiert: http://www.nachdenkseiten.de/wp-print.php?p=3320
Lieber Markus H.
“Leider haben Sie dieses immer noch nicht mit einem Paragrafen belegt. Wie gesagt, ich habe keine Lust das EEG deswegen durchzuwälzen. Ich schau mir stattdessen lieber die Simpsons an.”
Auch wenn ich die Simpsons sehr schätze, als Staatsbürger sollten Sie durchaus in der Lage sein, auch einmal ein wenige Seiten langes Gesetz zu wälzen. Die Abnahme- und Vergütungspflicht einschliesslich der Vergütungssätze finden Sie in den §§ 3ff des EEG. So ist zum Beispiel für die kw/h Strom aus Biomasse netto 10,23 cent der Anlage zu zahlen. Dazu kommen 39% Steuern. Da ist dann weder das Leitungsnetz des des bösen Konzerns bezahlt, noch der Vertrieb, noch die Netzüberwachung, noch der Servicetechniker etc. Zum Vergleich: eine kwh Stunde Atomstrom kostet zwischen 1.5 unc 3 cent.
Das ganze hätten Sie innerhalb weniger Minute auch ergoogeln können. Aber natürlich: sowas will man ja nicht hören. Man müsste ja dann die ideologische Behaftung des eigenen Denkens eingestehen.
“Ihre eigenen Theorien – in diesem Fall ein Zitat aus dem EEG zu liefern. Den Kalauer mit dem Glashaus spare ich mir.”
Siehe oben. Als differenziert denkender und intellektueller Mensch wäre das sehr schnell für Sie in Erfahrung gebracht gewesen. Die schwierigen Marxschinken können Sie doch sicher auch “einfach” lesen, oder? Aber natürlich, solche Menschen wie Sie beschäftigen sich nicht mit so kapitalistischen “Kleinkram”. Sie träumen lieber von einer “besseren” Welt und der “guten” Sache.
Und weiter: “Dieses Argument wird besonders interessant, wenn die Medizin endlich komplett privatisiert wurde. Muss ja die Herzinfarkt-Notmassnahmen nicht beanspruchen, wenn mir das Krankenhaus nicht passt…”
Nirgendwo hat die Privatisierung zu einem Abfall der Qualität geführt. Sie übersehen nach wie vor: die private Krankenversicherung ist trotz höherer Vergütung an den Arzt günstiger für den Patienten. Die arbeiten halt wirtschaftlicher als die heilsbringden staatlichen planwirtschaftlichen Einrichtungen. Da unterhält jede gesetzliche Krankenkasse in jedem Kaff eine Geschäftsstelle. Stellen Sie sich mal vor. dür die normale Standardzahnuntersuchung kassiert Ihr Zahnarzt von der gesetzlichen Krankenkasse keine 15 Euro! An Privatpatient verdient er hingegen 27 Euro. Trotzdem ist meine Krankenkassenprämie (auch im Alter) weitaus günstiger als die eines gesetzlich Versicherten. Und, liegt das alles an den “schlechten” Risiken, die die gesetzlichen versichern müssen? Das mag zwar AUCH ein Grund sein. Die schlechte Leistung bei weit höheren Beiträgen geht aber in erster Linie auf die gewaltige Ineffizienz der staatlichen Organisationen zurück.
“Richtig. Und genau deshalb ist es KOMPLETT BLÖDSINNIG für einen Hungerlohn zu arbeiten. Ich wäre für einen totalen Generalstreik, der so lange dauert bis Hartz IV/Zeitarbeit/Niedriglöhne abgeschafft sind, auch wenn sämtliche Konzerne dabei draufgehen.
Ich weiß, Sie wollten das nicht – aber in diesem Punkt sind wir uns absolut einig.”
Was halten Sie anstatt eines totalen Streiks, von der TOTALEN Bildung für die Niedriglohnempfänger und Hartz IVler? In aller Regel (von wenigen Ausnahmen abgesehen) gehören die betroffenen Kreise nicht gerade zu den sonderlich “gut” gebildeten Kreisen. Klartext: man kann oft froh sein, wenn die Leute richtig lesen und schreiben können. In Deutschland sind im Moment mehr als 1 Millionen Jobs offen. Leider braucht man dazu oft ein Mindestmass an irgendeiner Qualifikation. Die kommt natürlich nicht von den Simpsons und auch nicht von den nachmittäglichen Talkshows.
“Von der Atomlobby finanzierte PR-Meldungen pflege ich geflissentlich zu überlesen. Wie Sie hat diese Sonntagspresse keine einzige belegbare Zahl für diese Behauptung vorzulegen – die A-Lobby vermutlich auch nicht.”
Da muss ich Sie enttäuschen. Die Nachricht kam von der Weltbank. Ein “Gutmenschenorganisation” schlechthin.
“Das derzeit genutzte Backbone der Telekom wurde verlegt, als diese noch ein Staatsbetrieb war. Alles, was Sie heute unter Begriffen wie DSL, Telefonie und Kabelfernsehen sehen, wurde KOMPLETT VOM STEUERZAHLER FINANZIERT.”
Dafür ist der Steuerzahler aber auch in Form des Privatisierungserlöses entlohnt worden. Aber, sie haben vollkommen recht: die Kohle ist sofort für populistische Massnahmen verschleudert worden anstatt -langfristig denkend- Schulden zu tilgen oder Bildungseinrichtungen zu fördern.
“…und sind dabei gnadenlos über 6 Millionen Leichen gegangen. Ich tue mich etwas schwer mit dem Wort “wertfrei”…”
Und, das waren die Industriellen? Nein, das waren totalitäre Spinner, die meinten zu wissen, was “gut” für Menschen ist. Sie erklären die Jahre 33-36 nicht mit dem Ergebnis vom 08. Mai 1945! Churchill hat Hitler noch 1935 als “grossen Staatsmann” bezeichnet. Es ist immer das gleiche System. man schmiert den leuten gewaltig Honig ums Maul und ehe sich die Leute versehen, sind sie “gefangen” in einem totalitären System. Das sollte uns eigentlich hinsichtlich der “guten” Sache der Linkspartei hellhörig machen.
“Fragen Sie bei Spiegel online nach. Die verbreiten sowas.”
Ein so differenziert denkender Menschen glaubt sowas ohne selbst darüber nachgedacht zu haben? Ich verstehe schon, die parteieigenen Propagandaschriften sind für Sie bibelähnlich und werden kritisch hinterfragt. Alle gegenteiligen äusserungen sind “bezahlt”, “gekauft”, “finanziert”, oder? Sie leiden an einer Krankheit, die man “Verbohrtheit” nennt.
“1. Im Gegensatz zu Privatunternehmen kann der Staat nicht einfach pleite gehen. Es wird bei der Rente niemandem so ergehen, wie den armen 250.000 armen Teufeln bei der Gothaer, die dank Insolvenz ihre komplette langjährig angesparte Altersvorsorge verloren haben.”
Stimmt, beim Staat verlieren dann 82 Millionen ihren Rentenanspruch. Man nennt sowas Risikodiversifikation. Sie haben einen Rentenversicherer gegen 10 Rentenversicherer. Wie wahrscheinlich ist es, das alle Rentenversicherer auf die gleich falsche Strategie setzen und den gleichen Blödsinn machen wie der staatliche Rentenversicherer. Die Wahrscheinlichkeit liegt bei 0%!
“2. Renten- und Kapitallebensversicherungen reden zwar gerne von einem “Garantiezins”. Den kriegen Sie aber garantiert nicht. Die müssen jetzt ständig die Beiträge erhöhen oder die Ausschüttungen neu definieren, weil sie u.a. fleissig an der gebeutelten Börse mitspekuliert haben. Der Staat lässt sich weniger leicht auf risikoreiche Anlagen ein.”
Dafür haben Sie da aber auch eine negative Rendite. Kommt am Ende wohl weit schlimmer als das private Modell.
“Abgesehen davon: Wenn die gesetzliche Rente abgeschafft wird, ist alles Geld, das ich bisher eingezahlt haben, verloren. Das nenne ICH eine schlechte Rendite.”
Natürlich, ein Systemwechsel geht nicht von heute auf gestern. Es geht auch um grundsätzliche überlegungen. Anstatt ständig die Allmacht des Staates zu preisen, könnte man vielleicht einmal darüber nachdenken, ob gewisse Dinge nicht anders besser und effizienter durchgeführt werden könnten.
Das deutsche Gesundheitssystem ist bestes Beispiel dafür. Die Allmacht des Staates sorgt für stetig steigende Kosten bei maximal konstanter Qualität. Wenn Sie den Blick in das böse kapitalistische Gesundheitssystem der Schweiz werfen (Kassenbeiträge ca. 60% vom deutschen Durchschnitt), dann wird Ihnen auffallen: die Qualität ist 3x höher und Sie können zwischen 10 verschiedenen Spezialkliniken für Ihre Krankheit auswählen und haben nicht nur die Wahl zwischen Kreiskrankenhaus und Kreiskrankenhaus. Da spielt aber ein Markt verschiedener (ausschliesslich privater) Krankenversicherungen; ein Wettbewerb zwischen den einzelnen Kliniken.
“Es werden u.a. Bilder von lateinamerikanischen Betriebsrats- Mitgliedern gezeigt, die dem Coca-Cola-Konzern im Weg waren – und deshalb von einem beauftragten Killer-Kommando erschossen wurden. Wenn Sie kein Blut sehen können, bleiben Sie weg von den Whistleblowern.”
Das ist sicher nicht schön. Aber sind das nicht genau die 3% die ich meinte? Ich hoffe, Sie sind für sich so konsequent und haben den Kauf und Konsum all jener Produkte eingestellt. Aber: sie argumentieren nach wie vor mit Einzelfällen.
“Haben wir da nicht ein paar Nullen vergessen?”
Ich rede pro Kopf. Die einzig sinnvolle Vergleichsbasis. Sie können auch die Wirtschaftskraft von Liechtenstein mit den USA in absoluten Zahlen vergleichen. Liechtenstein wird so wahrscheinlich unendlich arm sein, die USA unendlich reich. Bei Pro-Kopf Betrachtung dreht sich das verhältnis aber. Haben Sie schon mal was von Statistik gehört?
“beträgt das BIP in Deutschland 2008 zur Zeit etwa $2.833.000.000.000.
Für China dürfen Sie selbst nachsehen.”
Siehe oben: China hat 15x mehr Einwohner. Sie vergleichen Spatzenhirne mit Elefantenhirnen.
“Am 3. Februar 2006 forderte Moore die Leute über sein Blog dazu auf, ihm per E-Mail ihre „persönlichen Horrorgeschichten“ mit dem Gesundheitswesen zu senden. Innerhalb von 24 Stunden erhielt er 3.700 E-Mails, am Ende der Woche waren es 25.000.”
Monsieur Sie haben zuvor etwas von “Abschaffung” des Gesundheitssystems geschrieben. Das suggeriert: es gab zuvor ein staatliches System. Das gab es DE FACTO zuvor nicht.
Wenn ein promonenter in einem Land mit fast 300 Mio. Einwohnern eine solche Umfrage startet, kommen natürlich sehr viele Antworten. Wieviele dieser Antworten gehen aber auf Geschehnisse zurück, die zig Jahre alt sind? Wieviele dieser Antworten stammen von einsamen alten Leuten und die Kradinalfrage: wieviele Antworten würde eine solche Umfrage beim heilsbringenden deutschen Gesundheitssystem einbringen.
Sie zeichnen sich im Moment dadurch aus, ausschliesslich absolute Zahlen zu nennen, die für sich gesehen schon imposant sind. Sie haben es bisher allerdings nie geschafft, diese Zahlen irgendwie in ein Verhältnis zu setzen.
“Und denken Sie daran. Das alles wird Ihnen in absehbarer Zeit AUCH BEI UNS IN DEUTSCHLAND blühen.”
Das ist in Deutschland bereits Realität. Die heilsbringenden staatlichen Krankenkassen bezahlen bereits heute nicht jede schulmedizinische Anwendung. Von “exotischen” Verfahren wollen wir gar nicht reden.
Sie verschliessen schlicht die Augen vor den Misständen des eigenen Gesundheitssystems.
und nun auch noch Herbie: “Mit Sicherheit!
Argumentationen wie die von Dipsy werden zu Hauf in den Kaderschmieden wie z.B. des Bertelsmannkonzern produziert. Wird ihnen der(gesunde) Verstand wegbezahlt?”
Ich wusste gar nicht, die von Bertelsmann sind Kantianer? Wie wäre es eigentlich, wenn Sie, meine beiden Herren, einfach einmal Ihre Ideologiebrille ablegen würden und sich selbst als Individuum zu begreifen. Nicht immer nach Papa Staat rufen. Die Schuld nicht immer bei jemand anderen suchen.
Es ist natürlich sehr einfach, über den bösen, bösen Kapitalismus zu schimpfen, die ganze Zeit aber lediglich die Umverteilung der Früchte dieses bösen Systems zu propagieren (schon paradox, oder???).
Ich verbleibe mit “Heil Lafontaine!” (bald werden wir wohl wieder unter roten Fahnen aufmaschieren müssen um einer “guten” Sache zu dienen).
Noch eine kleine Anmerkung zu Herbie:
“Mit Sicherheit!
Argumentationen wie die von Dipsy werden zu Hauf in den Kaderschmieden wie z.B. des Bertelsmannkonzern produziert. Wird ihnen der(gesunde) Verstand wegbezahlt?”
Haben Sie eigentlich auch irgendwelche Fakten? Oder schmieren Sie bei allem, was Ihnen nicht passt einfach “Bertelsmann” dran?
Eine sinnvolle Diskussion ist durch Rede und Gegenrede gekennzeichnet. Dabei werden üblicherweise Fakten vorgetragen.
Mit Ihrer Brandmarkung und dem Fehlen jeder Form der sachlichen Argumentation sind Sie nicht viel besser als Nazis und Kommunisten. Die haben an “Unpassendes” allgemein “entartet” oder “klassenfeindlich” drangeschmiert.
Ich darf also die Beteiligten zu einer sachlichen Diskussion anregen. Jedem von uns wäre dadurch geholfen, die eigene Argumentation erst einmal hinsichtlich Konsistenz und Schlüssigkeit zu hinterfragen. Zudem scheint es sinnvoll, zunächst einmal Fakten zu recherchieren (die sind ganz unpolitisch). Da hilft bei einer Diskussion ungemein; führt aber manchmal leider dazu, die eigene “Denkweise” als “falsch” zu erkennen.
Und noch eine kleine Anmerkung zu Herbie: “Wird ihnen der(gesunde) Verstand wegbezahlt”.
Auch das kennen wir bereits. Wer nicht Ihrer Meinung ist, der ist automatisch doof. Oder wollten Sie damit was anderes ausdrücken?
Ich bin gerne bereit Ihrer Argumentation zu folgen. Dazu bedarf es aber überzeugender Fakten und nicht der stumpfen Wiedergabe des Parteiprogramm der Linkspartei oder der Lafontaine’schen Demagogieorgien. Mit solchen Statements, verehrter Herbie, bringen Sie leider nur eines zum Ausdruck: jedes sachliche Argumentation fehlt Ihnen und Sie müssen auf Teufel komm raus das eigene Weltbild verteidigen. Das scheint bereits mächtig erodiert – gestehen Sie sich die eigene Lebenslüge lieber heute als morgen ein.
Hach dipsy…
>Die Abnahme- und Vergütungspflicht einschliesslich der >Vergütungssätze >finden Sie in den §§ 3ff des EEG. So ist zum >Beispiel für die kw/h >Strom aus Biomasse netto 10,23 cent der Anlage >zu zahlen. Dazu kommen >39% Steuern.
§ 5: Vergütung für Strom aus Biomasse:
10,23 Cent pro kWh bis 500 kW installierter elektrischer Leistung; 9,21 Cent pro kWh bis 5 MW installierter elektrischer Leistung, 8,70 pro kWh ab einer installierten elektrischen Leistung von 5 MW bis zur Obergrenze von 20 MW installierter elektrischer Leistung. Dies gilt erst ab Inkrafttreten der Verordnung zur Bestimmung der Biomasse; Degression: Ab dem 1. Jan. 2002 wird jährlich für dann neu in Betrieb genommene Anlagen die Mindestvergütung um 1% gesenkt.
Von 39% Steuern lese ich da nichts. RWE und Co. zahlen sowieso keine Steuern. Warum sollten die jetzt damit anfangen?
>Zum Vergleich: eine kwh Stunde Atomstrom kostet zwischen 1.5 unc 3 >cent.
…wird aber mit über 50 Cent vergütet. Glauben Sie allen Ernstes, dass die Energiekonzerne zum Nulltarif arbeiten?
>Aber natürlich, solche Menschen wie Sie beschäftigen sich nicht mit >so kapitalistischen “Kleinkram”. Sie träumen lieber von einer >“besseren” Welt und der “guten” Sache.
Und immer wieder die linke Keule…
Kann ich mir als Geschäftsführer eines Buchhandels nicht einfach einen KONSTRUKTIVEN Kapitalismus wünschen? Einen mit bis zu 15% Wirtschaftswachstum pro Jahr, wenigen Arbeitslosen (und damit vielen Kunden)? Wir hatten so etwas schon mal, in den 70ger/80ger Jahren.
Die derzeitige Ökonomie ist extrem destruktiv, vielen begeisterten Kapitalisten fliegen gerade ihre Aktienfonds um die Ohren. Ich frage mich wie tief Dow Jones, DAX und Nikkei noch sinken müssen, bis auch dem letzten ein Licht aufgeht.
>Nirgendwo hat die Privatisierung zu einem Abfall der Qualität >geführt.
MUHAHAHAH!!! Ich sage nur ein Wort: Post.
>Sie übersehen nach wie vor: die private Krankenversicherung ist trotz >höherer Vergütung an den Arzt günstiger für den Patienten.
Das klappt nur so lange die keine chronisch Kranken aufnehmen müssen.
>Was halten Sie anstatt eines totalen Streiks, von der TOTALEN Bildung >für die Niedriglohnempfänger und Hartz IVler?
Bin ich voll dafür. Senken wir doch die Ausgaben für Kriege in Afghanistan und stecken wir das Geld in die Bildung.
>In Deutschland sind im Moment mehr als 1 Millionen Jobs offen. Leider >braucht man dazu oft ein Mindestmass an irgendeiner Qualifikation.
Gibt nur ein Problem dabei. Hochqualifizierte lassen sich nicht mit Billiglöhnen abspeisen. Wer nur fünf Euro/Stunde zahlen will, der kriegt keinen Akademiker.
>Es ist immer das gleiche System. man schmiert den leuten gewaltig >Honig ums Maul und ehe sich die Leute versehen, sind sie “gefangen” >in einem totalitären System.
Weshalb wir DRINGENST gegen Vorratsdatenspeicherung, Hetze gegen sozial Schwächere, Abbau des Mittelstandes und auch die ständig verbreitete Dolchstoßlegende (Links ist böse) vorgehen sollten.
>Stimmt, beim Staat verlieren dann 82 Millionen ihren Rentenanspruch. >Man nennt sowas Risikodiversifikation.
Ich nenne das DIEBSTAHL.
>Das deutsche Gesundheitssystem ist bestes Beispiel dafür. Die >Allmacht des Staates sorgt für stetig steigende Kosten bei maximal >konstanter Qualität.
Das “Allmächtige Staat” darf nicht mal mehr die Gesetze selbst schreiben. Gesundheitsreform IV und V wurden von der Pharmaindustrie alleine entwickelt. Die Schmidt durfte nur noch unterschreiben und (ungelesen) durchwinken. Also wenn das allmächtig sein soll…
>Wenn Sie den Blick in das böse kapitalistische Gesundheitssystem der >Schweiz werfen (Kassenbeiträge ca. 60% vom deutschen Durchschnitt), >dann wird Ihnen auffallen: die Qualität ist 3x höher und Sie können >zwischen 10 verschiedenen Spezialkliniken für Ihre Krankheit >auswählen und haben nicht nur die Wahl zwischen Kreiskrankenhaus und >Kreiskrankenhaus.
Die Gesundheitskosten sind in den letzten Jahrzehnten schneller angestiegen als die allgemeine Teuerung, schneller auch als das Bruttoinlandsprodukt (BIP).
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Gesundheitswesen_Schweiz#Kostenexplosion
In welchem Luftschloss leben Sie eigentlich? Die lassen in Luzern schon die Leute auf offener Straße verrecken, weil sie die Arztkosten nicht bezahlen können. Ich möchte in der Schweiz (und in den USA) nicht mal begraben sein, sorry.
>Bei Pro-Kopf Betrachtung dreht sich das verhältnis aber. Haben Sie >schon mal was von Statistik gehört?
Ich traue keiner, die ich nicht selbst gefälscht habe. Ein BIP pro Kopf zu berechnen, ist so dermaßen hanebüchener Blödsinn, dass ich Ihnen hiermit 50 Zwangsstunden/Woche Mathematik und nochmal so viele in Sozialkunde verordne :-)
>Sie zeichnen sich im Moment dadurch aus, ausschliesslich absolute >Zahlen zu nennen, die für sich gesehen schon imposant sind. Sie haben >es bisher allerdings nie geschafft, diese Zahlen irgendwie in ein >Verhältnis zu setzen.
Zu was? Das US-Gesundheitssystem ist ziemlich einzigartig (noch).
>Das ist in Deutschland bereits Realität. Die heilsbringenden >staatlichen Krankenkassen bezahlen bereits heute nicht jede >schulmedizinische Anwendung.
Die Privaten auch nicht. Fragen Sie mal nach einer Malaria-Prophylaxe. Die bezahlen lieber die Behandlung der Krankheit (dürfte einen sechsstelligen Betrag kosten)
>Von “exotischen” Verfahren wollen wir gar nicht reden.
Traditionelle chinesische Medizin (TCM) zahlen die meisten Staatskassen inzwischen. Damit machen die für sich Werbung. Dazu kommen Rücken-Übungen, Massagen und Ähnliches. Ist sicher weniger wie bei den Privaten, aber Ihre Schwarz-Weiß-Horrorvorstellung funktioniert nicht.
>Ich wusste gar nicht, die von Bertelsmann sind Kantianer?
Wie kommen Sie auf Kant? Ich nenne die Herren aus Gütersloh “Think Tanks”.
>Wie wäre es eigentlich, wenn Sie, meine beiden Herren, einfach einmal >Ihre Ideologiebrille ablegen würden und sich selbst als Individuum zu >begreifen.
Tun wir doch. Wir plappern nicht blind die Parolen der Neoliberalen aus Focus und Spiegel nach, sondern analysieren knallhart das Ergebnis dieser Ökonomie seit es 1982 von Helmut Kohl eingeführt wurde. Hier mal eine kurze Bilanz:
-Nach 10 Arbeitsmarktreformen ist die Zahl der Arbeitslosen so hoch wie nie zuvor
- Nach dutzenden von Bildungsreformen können unsere Schulkinder nichts mehr außer “Hey, fett krass, Alter” :-)
-Nach ewig vielen Steuerreformen hat der Staat so wenig Geld wie nie zuvor
- Dank der acht Gesundheitsreformen ist die ärztliche Versorgung in Deutschland nicht mehr besser als in Kenia
- dank 14 Rentenreformen können sich die Rentner kaum mehr über Wasser halten
Wäre es nicht an der Zeit, sich endlich von diesem Reform-Irrsinn zu verabschieden?
>Nicht immer nach Papa Staat rufen. Die Schuld nicht immer bei jemand >anderen suchen.
Ich war es nicht, der zahntausende von Leuten entlassen hat. Ich habe auch nicht die Korruptions-Kassen von Siemens gefüllt.
Der Staat war das aber auch nicht.
>Ich verbleibe mit “Heil Lafontaine!” (bald werden wir wohl wieder >unter roten Fahnen aufmaschieren müssen um einer “guten” Sache zu >dienen).
Lieber das als unter tiefbraunen, neoliberalen Fahnen. Die Linken lassen mich als Kritiker wenigstens am Leben.
Lieber Markus H.
“Von 39% Steuern lese ich da nichts. RWE und Co. zahlen sowieso keine Steuern. Warum sollten die jetzt damit anfangen?”
Kosumsteuern werden üblicherweise nicht von den bösen, bösen Konzernen bezahlt. Wie Sie der Homepage des Bundesfinanzministeriums entnehmen können, hat allein die Stromsteuer von 2006 auf 07 um gut 2 Mia. Euro mehr in die Kase, auf nunmehr über 10,3 Mia gespült.
Sie reden allenfalls von Gewinnsteuern. Aber auch da darf man Sie eines besseren belehren: RWE hat in 2007 allein ca. 2.6 Mia. Euro Steuern in D bezahlt. Könnte man auch im Geschäftsbericht lesen. Aber natürlich, der wird sicher “gefälscht” oder “frisiert” sein.
Und weiter “…wird aber mit über 50 Cent vergütet. Glauben Sie allen Ernstes, dass die Energiekonzerne zum Nulltarif arbeiten?”
Atomstrom? Mein Energiemix kostet 18.7 cent je Kw/h.
“Kann ich mir als Geschäftsführer eines Buchhandels nicht einfach einen KONSTRUKTIVEN Kapitalismus wünschen? ”
Ja, Ihre Scheinwelt mit Buchpreisbindungen. Von freier Wirtschaft kann man da wohl kaum reden. Und, was ist eigentlich “konstruktiv”? Ist die enorme Wohlstandssteigerung Europas eigentlich nicht konstruktiv? Gehen Sie doch mal in Ihre historische Abteilung und greifen Sie sich ein Buch über die Lebensverhältnisse der 60er Jahre heraus (da waren Hähnchen noch eine Delikatesse und Luxus) und dann vergleichen Sie mal mit den heutigen Lebensstandard eines Hartz IVlers. Was bemerken Sie da? Der böse, böse Kapitalismus hat auch eine gewaltige Wohlstandssteigerung für die ärmsten der Gesellschaft.
Und weiter: “Die derzeitige Ökonomie ist extrem destruktiv, vielen begeisterten Kapitalisten fliegen gerade ihre Aktienfonds um die Ohren. Ich frage mich wie tief Dow Jones, DAX und Nikkei noch sinken müssen, bis auch dem letzten ein Licht aufgeht. ”
Wirtschaft wächst nie geradlinig. Das Gleichgewicht ist immer nur in der langfristigen Perspektive gegeben. Und, wissen Sie eigentlich, welche Bedeutung die Finanzmärkte haben? Da geht es grundsätzlich einmal um die Investition von Unternehmenstätigkeiten … von Tätigkeiten, die Ihren und meinen Wohlstand steigern.
Ich stimme Ihnen in einem Punkt überein: dort wo die Spekulation zum reinen Selbszweck wird, dort wo nichts finanziert wird, da ist der Finanzmarkt tatsächlich “entartet”. Die Korrektur, die notwendige!, erleben Sie gerade.
und, weiter:
“MUHAHAHAH!!! Ich sage nur ein Wort: Post.”
Was ist an der Post so schlech`t? Die Briefe erreichen Sie in aller Regel nach einem Tag, ebenso Pakete. Da ist die Deutsche Post absolute Weltspitze.
“Bin ich voll dafür. Senken wir doch die Ausgaben für Kriege in Afghanistan und stecken wir das Geld in die Bildung.”
Das mag ich an Euch linken Heuchlern. Wenn irgendwo Menschenrechte verletzt werden, dann empört Ihr Euch darüber und lasst Euer Gutmenschengeschwätz los. Reden, reden, reden … aber wo bleibt die Handlung? Wenn es aber um die Schaffung von Freiheit geht (was leider oft nur über Krieg funktioniert oder haben diplomatische Mittel im Irak oder Afgahnistan geholfen???), da zieht Ihr plötzlich den Schwanz ein. Was wäre eigentlich, wenn die Amis Hitler hätten machen lassen und genauso weggeschaut bzw. sich lediglich “empört” hätten, wie es die europäische Linke es heute tut? Hmm, wo wären wir da? Aber natürlich, man kann das “so nicht vergleichen” und man muss das “differenziert” sehen.
“Gibt nur ein Problem dabei. Hochqualifizierte lassen sich nicht mit Billiglöhnen abspeisen. Wer nur fünf Euro/Stunde zahlen will, der kriegt keinen Akademiker.”
Ist das so? Meines Wissens steigen junge Akademiker heute mit um die 40.000 Euro p.a. ein. Jetzt kommen Sie sicher wieder mit einigen Geisteswissenschaftlern im 100. Semester, die “Probleme” haben.
“Weshalb wir DRINGENST gegen Vorratsdatenspeicherung, Hetze gegen sozial Schwächere, Abbau des Mittelstandes und auch die ständig verbreitete Dolchstoßlegende (Links ist böse) vorgehen sollten.”
Datenspeicherung: da gehe ich mit Ihnen vollkommen d’accord. Bei jeder Einschränkung der Meinungsfreiheit muss ich Ihnen aber absolut widersprechen. Sie stärken die Demokratie nicht durch Denkverbote. Exemplarisch die amerikanische Verfassung mit dem freedom of speech und dem absoluten Verbot, die Meinungsfreiheit in irgendeiner Form einzuschränken. Offensichtliche Unrichtigkeiten können durch Fakten widerlegt werden, alles andere sind Meinungen. Sobald es Verbote gibt, sind wir einem totalitären Staat sehr nahe.
“Ich nenne das DIEBSTAHL.”
Ich halte das Deutsche Rentensystem auch für ein Verbrechen. Aber, Sie plädieren die ganze Zeit für die Allmacht des Staates. Was wollen Sie eigentlich?
“Das “Allmächtige Staat” darf nicht mal mehr die Gesetze selbst schreiben. Gesundheitsreform IV und V wurden von der Pharmaindustrie alleine entwickelt. Die Schmidt durfte nur noch unterschreiben und (ungelesen) durchwinken. Also wenn das allmächtig sein soll…”
Haben Sie dafür irgendwelche Belege? Deswegen hat sich die Pharmaind. auch selbst dazu “verdonnert”, ein Arzt dürfe bei Kassenpatienten nur noch den Wirkstoff verschreiben und der Apotheker muss dann das günstigste Medikament raussuchen. Hat sowas wirklich die Pharmaindustrie erfunden? Hat die Pharmainstustrie wirklich die Zwangsrabattierung erfunden?
Würde der Börsenverein des deutschen Buchhandels freiweillig einer Zwangsrabattierung zustimmen?
“Die lassen in Luzern schon die Leute auf offener Straße verrecken, weil sie die Arztkosten nicht bezahlen können. Ich möchte in der Schweiz (und in den USA) nicht mal begraben sein, sorry.”
Woher haben Sie den Blödsinn? Wer in der Schweiz (ich habe da studiert) seine Krankenkasse nicht selbst bezahlen kann, bekommt sie von den Sozialbehörden bezahlt. Da muss niemand verrecken. Woher haben Sie diese ungeheuerlichen Behauptungen?
“Ich traue keiner, die ich nicht selbst gefälscht habe. Ein BIP pro Kopf zu berechnen, ist so dermaßen hanebüchener Blödsinn, dass ich Ihnen hiermit 50 Zwangsstunden/Woche Mathematik und nochmal so viele in Sozialkunde verordne :-)”
Natürlich, nun ist die Statistik gefälscht. Sooooooooooooooooooooooooo gefälscht: 2400 Dollar BIP p.a. und 34000 Dollar BIP p.a.. Alles frei erfunden. Mein Gott, setzen Sie Zahlen doch einfach mal in irgendein Verhältnis.
“Ein BIP pro Kopf zu berechnen, ist so dermaßen hanebüchener Blödsinn, dass ich Ihnen hiermit 50 Zwangsstunden/Woche Mathematik und nochmal so viele in Sozialkunde verordne :-)”
Wieso nur? Ich kann das nicht nachvollziehen. Tut mir leid!
“Die Privaten auch nicht. Fragen Sie mal nach einer Malaria-Prophylaxe. Die bezahlen lieber die Behandlung der Krankheit (dürfte einen sechsstelligen Betrag kosten)”
Das ist nun das ultimative Gegenbeispiel. Wahrscheinlich erklären Sie die private Krankenversicherung auch für bösartig, weil sie Penisverlängerungen und Wunderheiler nicht bezahlt. Ich war als Student kurzzeitig staatlich versichert. Als ich dann mal wieder eine meiner Mandelentzündungen hatte (die sind bei mir extrem fies), hat man mir das günstigste Antibiotika (Penicilin) verschrieben (man durfte nichts anderes verschreiben obwohl jedem Arzt bekannt ist das Penicilin nicht so toll ist) … kurz darauf lag ich 5 Tage stationär in der Uniklinik. Als Privatpatient verschreibt man mir gleich ein richtiges Antibiotikum, z.B. ein Makrolid, das kostet zwar schnell mal 60 Euro … aber welche Behandlung ist unter dem Strich wohl die günstigere???
“Wie kommen Sie auf Kant? Ich nenne die Herren aus Gütersloh “Think Tanks”.”
Kant als rational denkender liberaler allein auf die Fakten schauender Mensch. Ganz das Gegenteil von ideologisch verbohrt.
” -Nach 10 Arbeitsmarktreformen ist die Zahl der Arbeitslosen so hoch wie nie zuvor”
Erst einmal hat sich die Zahl der Arbeitslosen in den letzten Jahren fast halbiert (von 5.8 auf 3.2 Mio.) Dank der Agenda 2010 (wissen Sie, ich würde niemals auf die Idee kommen die SPD zu loben, da war sie aber mal gut).
“Nach dutzenden von Bildungsreformen können unsere Schulkinder nichts mehr außer “Hey, fett krass, Alter” :-)”
Da muss ich Ihnen leider zustimmen. Das Problem ist aber besonders da verbreitet, wo aus Gründen der Chancengleichheit das Niveau der Lehrpläne in den Boden geschraubt wurde und Leute weiterhin am Gesamtschulsystem festhalten. Welche Farbe hat die dafür verantwortliche, sozial gerechte, Landesregierung wohl gehabt?
“Dank der acht Gesundheitsreformen ist die ärztliche Versorgung in Deutschland nicht mehr besser als in Kenia”
Aha. Werden Sie eigentlich nicht rot bei Ihren Geschichten?
“dank 14 Rentenreformen können sich die Rentner kaum mehr über Wasser halten”
Richtiger wäre wohl: dank gewaltiger staatlicher Ineffizenz werden 20% Rentenbeiträge derart miserabel verwaltet …
Aber schön, Sie haben nun einige Beispiele gebracht, die die gewaltige Ineffizenz des staatlichen Systems belegen. Trotzdem rufen Sie bei jeder Gelegenheit nach diesem heilsbringenden System.
Wenn Ihnen eine zentrale Behörde vorschreiben würde, Sie Markus H., dürften nur diese und jene Bücher zu diesem und jenem Preis verkaufen und x und y müssen Sie diesen und jenen Rabatt einräumen. Da würden Sie dieser Behörde doch sicher den “Vogel” zeigen und, zurecht, darauf hinweisen: “hört mal Jungs, welche Bücher ich hier Verkaufe ist allein mein Problem … verpisst euch”. Oder? Warum glauben Sie bei anderen Punkten aber an die Regulierung dieses Staatsorganes.
Selbst in den bösen, bösen USA ist die Arbeitslosigkeit in Phasen der Rezession selten höher als 7%. Davon können wir im Moment -nach 2 Jahren Hochkonjunktur- nur träumen. Liberale Staaten wie die Schweiz haben 2,3% Arbeitslose und hatten in extrem schlechten Zeiten (Mitte der 90er) gerade 6% Arbeitslose.
“Ich war es nicht, der zahntausende von Leuten entlassen hat.”
Diese Schwankungen gehören zu einem Wirtschaftsystem nun einmal dazu.
“Lieber das als unter tiefbraunen, neoliberalen Fahnen. Die Linken lassen mich als Kritiker wenigstens am Leben.”
Liberal und tiefbraun verträgt sich überhaupt gar nicht. Rot und tiefbraun sind sich ähnlicher, als beide “Farben” es wahrhaben wollen. Die Linke lässt Kritiker am Leben? Die Geschichte der Sowjetunion, DDR und aller grossartigen sozialistischen Systeme wird von ihnen offenbar vollkommen ausgeblendet. Die 100 Mio Opfer der “guten” Sache. Sind Ihrer Meinung nach sicher auch eine “Fälschung der Statistik”.
Für den Liberalismus und Kapitalismus ist bisher kein einziger Mensch gestorben.
Sehen Sie Markus H., gerade waren bei mir die Finger auch schneller als der Kopf.
Sie schreiben zuletzt:
“Die Linken lassen mich als Kritiker wenigstens am Leben.”
Ein paar Zeilen weiter oben schreiben Sie das:
“Hetze gegen sozial Schwächere, Abbau des Mittelstandes und auch die ständig verbreitete Dolchstoßlegende (Links ist böse) vorgehen sollten.”
Sie dürfen kritisieren, andere Kritiken -solche die nicht ins Weltbild passen- gehören aber verboten?! Verstehe ich Sie da richtig? Wie stellen Sie eigentlich sicher, immer gleicher Meinung wie die Partei zu sein?
Und nein, das NS-System war kein kapitalistisches, liberales System. Joachim Fest hat es nicht umsonst einmal als linkes System beschrieben.
Offenbar scheint Suhrkamp nicht sonderlich gut zu laufen in Ihrem Hause. Das Projekt “Selbstaufklärung” ist im Hause Markus H. wenig fortgeschritten. Aber wie so oft bei der Linken: man glaubt “fortschrittlich” zu sein, eigentlich betreibt man aber reine Vulgarisierung und Gegenaufklärung.
@dipsy:
Es ist zwar immer wieder lustig mit neoliberalen Geistern zu streiten, aber aufgrund aktueller Ereignisse können wir die Diskussion ein wenig verkürzen.
In der Financial Times, einem der bisher extremsten Kampfblätter des Neoliberalismus, wurde heute das Scheitern dieser Ökonomie erklärt. Dahinter steckt aber keiner dieser ach so bösen Linken, sondern Joseph Stiglitz, der sich vom glühenden Befürworter zum Kritiker gewandelt hat.
Zitat:
Die Finanzkrise und die Probleme der Entwicklungsländer zeigen: Ein Vierteljahrhundert nach Reagonomics und Thatcherismus ist die neoliberale Idee gescheitert. Daraus müssen die Regierungen nun ihre Lehren ziehen.
Quelle: http://www.ftd.de/meinung/kommentare/:Gastkommentar%20Joseph%20Stiglitz%20Das%20Neoliberalismus/386580.html
@dipsy:
Und jetzt noch konkreteres zu Ihren Fragen:
>Kosumsteuern werden üblicherweise nicht von den bösen, bösen >Konzernen bezahlt. Wie Sie der Homepage des Bundesfinanzministeriums >entnehmen können…
>Atomstrom? Mein Energiemix kostet 18.7 cent je Kw/h.
g
In diesem Absatz werfen Sie fröhlich die Steuern durcheinander. Wundert mich nicht, der Neoliberalismus muss mit Verwirrungstaktik arbeiten. Denn die Beweise gegen dieses Modell sind schlichtweg erdrückend. Schauen Sie einfach auf den DAX.
In den gesamten Posts, ja sogar im gesamten Blog, ging es NIE um etwas anderes als um Konzerngewinne. Ihre private Stromrechnung hat hier also nichts verloren.
>Ja, Ihre Scheinwelt mit Buchpreisbindungen. Von freier Wirtschaft >kann man da wohl kaum reden.
Diese Scheinwelt garantiert mein ÜBERLEBEN. Gäbe es sie nicht, wären meine Mitarbeiter schon längst Hartz IV-ler, die Ihrer Meinung nach mehr Bildung bräuchten und gefälligst nicht den ganzen Tag Chips essend vor dem Fernseher sitzen sollten. (Haben zwar alle mindestens ein Diplom und einer sogar ne Kartoffel-Allergie, aber wen stört das schon, während er neoliberale Hetzparolen plärrt…)
>Ist die enorme Wohlstandssteigerung Europas eigentlich nicht >konstruktiv?
Ihr Wohlstand wurde in den 60ger bis 80ger-Jahren geschaffen. Im Moment wird er massiv abgebaut. Armenspeisungen gab es zuletzt 1945 bis 1950, dann war LANGE Pause. Seit 2000 müssen Caritas und Tafeln wieder Menschen notversorgen.
>Gehen Sie doch mal in Ihre historische Abteilung und greifen Sie sich >ein Buch über die Lebensverhältnisse der 60er Jahre heraus (da waren >Hähnchen noch eine Delikatesse und Luxus) und dann vergleichen Sie >mal mit den heutigen Lebensstandard eines Hartz IVlers.
Ich vergleiche lieber 1970 mit heute. Da hatte ein durchschnittlicher Mittelständler über doppelt so viel Wohlstand wie heute.
Trotzdem greife ich für Sie gerne ins Buchregal und fördere sogleich ein Zitat von Wilhelm Busch aus dem Jahr 1960 zu Tage:
“Junge Hähnchen, sanft gebraten, // Dazu kann man dringend raten.”
So selten waren die Gummi-Adler nicht.
>Wirtschaft wächst nie geradlinig. Das Gleichgewicht ist immer nur in >der langfristigen Perspektive gegeben. Und, wissen Sie eigentlich, >welche Bedeutung die Finanzmärkte haben?
Wir reden darüber wenn der DAX auf unter 3000 Punkte gefallen ist…
Wenn Ihnen soviel an unserem Finanzsystem liegt – warum laufen Sie dann Typen nach, die dieses System gerade zerstören?
>Das mag ich an Euch linken Heuchlern. Wenn irgendwo Menschenrechte >verletzt werden, dann empört Ihr Euch darüber und lasst Euer >Gutmenschengeschwätz los. Reden, reden, reden … aber wo bleibt die >Handlung?
Würden Sie Ihre Augen nur ein kleines bisschen öffnen, sähen Sie, dass die “linken Heuchler” durchaus handeln. Sie machen es halt nicht mit roher Gewalt. Der Fachbegriff für das “Gutmenschengeschwätz” ist übrigens Diplomatie.
>Wenn es aber um die Schaffung von Freiheit geht (was leider oft nur >über Krieg funktioniert oder haben diplomatische Mittel im Irak oder >Afgahnistan geholfen???),
Das kann ich nicht beurteilen. Diplomatische Methoden wurden in diesen Ländern KEIN EINZIGES MAL VERSUCHT.
>Was wäre eigentlich, wenn die Amis Hitler hätten machen lassen und >genauso weggeschaut bzw. sich lediglich “empört” hätten, wie es die >europäische Linke es heute tut? Hmm, wo wären wir da?
Dann hätten wir den Neoliberalismus eben schon ein paar Jahre früher gehabt. Wie gesagt, diese Ökonomie hat eine frappierende Ähnlichkeit mit dem Nationalsozialismus.
>Aber natürlich, man kann das “so nicht vergleichen” und man muss das >“differenziert” sehen.
Glauben Sie ernsthaft ich würde IHRE Verwirrungstaktik anwenden? :-)
>Ist das so? Meines Wissens steigen junge Akademiker heute mit um die >40.000 Euro p.a. ein.
Sie widersprechen sich schon wieder selbst. Was glauben Sie denn warum angeblich 1 Mio Akademiker in Deutschland fehlen? Liegt es nicht vielleicht doch z.B. an den Infodesks der kanadischen Wirtschaft, die guten Studenten 100.000 Euro und mehr für den gleichen Job bietet?
40.000 Euro entspricht etwa 3.300 Eur/Monat. Gemessen an den typischen Arbeitszeiten eines Dipl.Ing (70 Stunden Woche) ist das ein Hungerlohn.
>Jetzt kommen Sie sicher wieder mit einigen Geisteswissenschaftlern im >100. Semester, die “Probleme” haben.
Dank Menschen wie Ihnen wurde das BaFÖG brutal eingeschränkt. Studieren ohne mindestens einen Nebenjob ist heute unmöglich (so lange nicht der Papa das Studium bezahlt).
Hinzu kommen die Studiengebühren. Möchten Sie heute “ewiger Student” spielen, müssen Sie dafür einen sechsstelligen Betrag aufbringen. Willkommen im Jahr 2008.
Das Geschwafel mit der Meinungsfreiheit habe ich leider nicht verstanden. Schon beim schnellen Überfliegen fielen mir drei Widersprüche auf.
>Haben Sie dafür irgendwelche Belege? Deswegen hat sich die Pharmaind. >auch selbst dazu “verdonnert”, ein Arzt dürfe bei Kassenpatienten nur >noch den Wirkstoff verschreiben und der Apotheker muss dann das >günstigste Medikament raussuchen. Hat sowas wirklich die >Pharmaindustrie erfunden? Hat die Pharmainstustrie wirklich die >Zwangsrabattierung erfunden?
Dürfte ich hier den Verfasser dieses Blogs bitten an dieser Stelle einzuspringen? Hätten Sie den Grund gelesen warum diese Seite hier überhaupt existiert, wäre Ihnen (mal wieder) ein Licht aufgegangen.
>Wer in der Schweiz (ich habe da studiert) seine Krankenkasse nicht >selbst bezahlen kann, bekommt sie von den Sozialbehörden bezahlt.
Ach sieh mal einer an. Plötzlich hat die Super-privatisierte Schweiz doch eine staatliche Gesundheitsversorgung? Ich hoffe, die Schweizer sind mir nicht böse, weil ich sie für einen kleinen Spass missbraucht habe. Es stirbt natürlich keiner in Luzern, aber mit solchen Parolen kann man Menschen dazu bringen sich selbst zu widersprechen.
Auf genau diese Weise wurde Ihr Gehirn von den Neoliberalen umprogrammiert.
>Erst einmal hat sich die Zahl der Arbeitslosen in den letzten Jahren >fast halbiert (von 5.8 auf 3.2 Mio.)
Sie hat sich nicht halbiert. Die Arbeitslosen befinden sich nun in 1 Euro-Jobs. Sie kosten den Steuerzahler nach wie vor Geld, weil sie immer noch staatliche Leistungen empfangen müssen. Hinzu kommt eine große Masse in prekären Arbeitsverhältnissen (Zeitarbeit/ewiges Praktikum…).
Wäre die Statistik nicht mit solchen Tricks geschönt, würden wir im Moment über ca. 9,5 Mio. Arbeitslose sprechen. Tendenz steigend.
>Trotzdem rufen Sie bei jeder Gelegenheit nach diesem heilsbringenden >System.
Nein. Sie unterstellen mir das nur ständig. Genau wie die “Sehnsucht nach einem allmächtigen Staat”.
Ich verlange nichts weiter als eine – demokratisch legitime – Kontrolle. Wir sind damit von 1949 bis 1982 sehr gut gefahren. Die Kommunisten haben uns nicht überrannt, die Gegenseite Gott sei Dank auch nicht.
Totale Freiheit der Marktwirtschaft bedeutet nichts anderes als WILDER WESTEN – oder um politisch zu bleiben – totale Anarchie.
>Für den Liberalismus und Kapitalismus ist bisher kein einziger Mensch >gestorben.
Ich hoffe wirklich, dass hier keine Familie mitliest, die gerade einen gefallenen Sohn in Afghanistan betrauern muss.
Huhu! Aufwachen! Wir haben alleine im Kongo 3,5 Mio. Tote, die für den Kapitalismus (genau gesagt für den Abbau von Coltanerz, das in Handys benötigt wird) gestorben sind.
Markus H.,
ich freue mich natürlich über Ihre fundierten Beiträge:
“Huhu! Aufwachen! Wir haben alleine im Kongo 3,5 Mio. Tote, die für den Kapitalismus (genau gesagt für den Abbau von Coltanerz, das in Handys benötigt wird) gestorben sind.”
Der Kongo ist spätestens seit 1965 eine Diktatur. Die Machthaber dort -sicher nicht Kapitalisten, sondern Apolegeten einer “guten” Sache- verkaufen das Erz an böse Konzerne. “Kapitalistischer”
Rohstoffabbau bedeutet mitnichten Mord. Das ist immer in Kombination mit einem totalitären System. Diese Systeme bedienen sich der Einnahmen aus dem Rohstoffabbau. Beste Gegenbeispiele: Australien, USA. Was Sie dem bösen, bösen Kapitalismus hier vorwerfen können: er kooperiert mit diesen Regimen. Er würde auch mit freien, demokratischen Regierungen kooperieren. Von daher ist er soweit “wertneutral”. Sie können den bösen Kapitalisten also durchaus Beihilfe, nicht aber die Haupttäterschaft unterstellen.
“Ich hoffe wirklich, dass hier keine Familie mitliest, die gerade einen gefallenen Sohn in Afghanistan betrauern muss.”
Das sind alles Berufssoldaten. Die wissen zuvor, was sie unterschreiben. Und ja, ich persönlich würde lieber sterben wollen als nochmal für eine “gute” Sache dienen zu müssen.
“In diesem Absatz werfen Sie fröhlich die Steuern durcheinander. ”
Bitte, was werfe ich durcheinander? Die Stromsteuer ist eine Konsumsteuer (wie dir Märchensteuer), die von den Unternehmen direkt zwar erhoben wird, dann aber direkt abgeführt wird. Die Unternehmenssteuer ist hingegen vollkommen gewinnabhängig. Da hat man nun einige Jahre Steuerrecht studiert und Sie erzählen da völlig neue Sachen. Interessant.
“Denn die Beweise gegen dieses Modell sind schlichtweg erdrückend. Schauen Sie einfach auf den DAX.”
Das Gegenbeispiel ist der aktuelle Kursverfall beim DAX? Verstehe ich Sie da richtig? Kommen noch mehr wirre Geschichten? Der DAX ist lediglich ein Index. Der Index hängt mit dem dort schwankenden Unternehmenswert zusammen. Fällt der Wert aller Unternehmen, so fällt auch der DAX. Warum fällt nun ein Unternehmenswert? Vielleicht, weil die Zukunftsausscihten eingetrübt sind? Das ist wie mit Obst und Gemüse. Wollen alle Erbeeren haben, dann steigen die Preise dafür. Will keiner mehr Erdberren haben, dann fallen die Preise. Würden Sie nicht in der Scheinwelt eines Buchhändlers leben, dann würden Sie Ihre Preise selbst der Nachfrage anpassen. Ein bissle haben Sie es dort, wo die Buchpreisbindung aufgehoben worden ist. Läuft ein Buch sch… dann hebt der Verlag irgendwann die Buchpreisbindung auf und verramscht das Buch. Nichts anderes ist auch die Börse. Dort werden Unternehmen gehandelt und der Wert eines Unternehmens ist wesentlich durch Zukunftserwartungen bestimmt. Also hören Sie bitte auf mit Ihren wirren Darstellungen die jeglicher Substanz entbehren.
“In den gesamten Posts, ja sogar im gesamten Blog, ging es NIE um etwas anderes als um Konzerngewinne. ”
Was ist denn an diesen Gewinnen so schlecht? Würden Sie Ihren Buchhandel auch betreiben, wenn Sie immer nur auf eine schwarze Null kommen? Eines würde mich interessieren: wie hoch ist der Gewinn Ihrer Buchhandlung und wieviele Mitarbeiter haben Sie? Wenn man das ganze Mal relativiert auf die Mitarbeiterzahl, dann hat ein Unternehmen wie RWE (3.9 Mia Gewinn auf 635000 Mitarbeiter) auch nur einen Gewinn von ca. 61000 Euro pro Mitarbeiter. Die absolute Zahl mag vielleicht hoch erscheinen, ins Verhältnis gesetzt, ist der Gewinn keineswegs exorbitant.
“Diese Scheinwelt garantiert mein ÜBERLEBEN. Gäbe es sie nicht, wären meine Mitarbeiter schon längst Hartz IV-ler, die Ihrer Meinung nach mehr Bildung bräuchten und gefälligst nicht den ganzen Tag Chips essend vor dem Fernseher sitzen sollten. (Haben zwar alle mindestens ein Diplom und einer sogar ne Kartoffel-Allergie, aber wen stört das schon, während er neoliberale Hetzparolen plärrt…)”
Meinen Sie? Ja, da müssen Sie sich natürlich nicht dem Wettbewerb aussetzen und vielleicht bessere Serviceleistungen anbieten. Es ist schon eigenartig: in Staaten, wo es keine Buchpreisbindung gibt, gibt es trotzdem mehr Publikationen (das ist ja DAS Gegenargument der Buchbranche) und auch kleine Buchhandlungen (die stechen durch Dienstleistungen hervor). Mir nervt es auch, die grossen Buchketten sind in der Tat eine Katastrophe. Die können nur helfen, wenn man genau weiss was man will. Das ist aber auch alles. Unwissend in eine Buchhandlung zu gehen und einfach mal zu “schmöckern” ist heute wirklich schwer möglich. Das stimmt.
“Würden Sie Ihre Augen nur ein kleines bisschen öffnen, sähen Sie, dass die “linken Heuchler” durchaus handeln. Sie machen es halt nicht mit roher Gewalt. Der Fachbegriff für das “Gutmenschengeschwätz” ist übrigens Diplomatie.”
Handeln? Meinen Sie die Betroffenheitsdemonstrationen in 10.000 Kilometer Entfernung? Meinen Sie die “Mahngottesdienste”, wo es in erster Linie um Selbstdarstellung und Selbstgerechtigkeit “Seht her, ich bin sozial engagiert”. Ich freue mich auch immer über diese Betroffenheitsdemonatrationen bei NPD-Aufmärschen. Da geht es auch nicht darum, der NPD Inhalte entgegen zu setzen, sondern ganz allein um Selbstdarstellung. Wer der NPD was entgegen setzen will, der muss eben mit INHALTE, Taten, nicht nur schwätzen!
“Ihr Wohlstand wurde in den 60ger bis 80ger-Jahren geschaffen. Im Moment wird er massiv abgebaut. Armenspeisungen gab es zuletzt 1945 bis 1950, dann war LANGE Pause. Seit 2000 müssen Caritas und Tafeln wieder Menschen notversorgen.”
Ist das so? Also der Wohlstand wächst meines Erachtens immer weiter. Die Leute haben ein immer höheres Konsumniveau. Immer grosszügigere Lebensverhältnisse. Das heute in Deutschland 1,5 Mio. Menschen arm sind, ist nicht schön, aber, wieviel dieser Armut ist selbstverschuldet? Wieviel dieser Leute wollen wirklich arbeiten? Solange jedes Jahr 300.000 polnische Erntehelfer (auch nach Ostdeutschland!) kommen, scheint es den Leuten nicht schlecht genug zu gehen! Aber ich weiss, für 8 Euro die Stunde um 5 Uhr morgens Spargel zu stechen ist für einen DEUTSCHEN ja nicht zumutbar. Wissen Sie, ich habe während meines Studium 2 Monate in der Küche eines Restaurants gearbeitet (6.50 die Stunde) -Erziehungsidee meines Vaters- da war kein einziger Deutscher, die haben sich nicht mal beworben (da wussten die Bezahlung des Jobs noch nicht)!
“Da hatte ein durchschnittlicher Mittelständler über doppelt so viel Wohlstand wie heute.”
Wie messen Sie das?
“Dann hätten wir den Neoliberalismus eben schon ein paar Jahre früher gehabt. Wie gesagt, diese Ökonomie hat eine frappierende Ähnlichkeit mit dem Nationalsozialismus. ”
Aha, gehen Sie in Ihre philosophische Abteilung und greifen Sie sich die Arendt raus (keinesfalls eine “Kapitalistin”), dann können Sie lesen, was der Unterschied zwischen totalitärer Doktrin und freier Marktwirtschaft ist. Wirklich widerlich, wie Sie das nationalsozialistische System verherrlichen.
”
Sie widersprechen sich schon wieder selbst. Was glauben Sie denn warum angeblich 1 Mio Akademiker in Deutschland fehlen? Liegt es nicht vielleicht doch z.B. an den Infodesks der kanadischen Wirtschaft, die guten Studenten 100.000 Euro und mehr für den gleichen Job bietet?
40.000 Euro entspricht etwa 3.300 Eur/Monat. Gemessen an den typischen Arbeitszeiten eines Dipl.Ing (70 Stunden Woche) ist das ein Hungerlohn.”
Ich sprach von Einstiegsgehältern. Da sind wir im 1 Jahr. Im zweiten sind schnell 50 und mehr drin. Die 100.000 können sehr gute Leute in Deutschland auch verdienen. Bei bösen Banken z.B.. Oder böse Rechtsanwaltskanzleien zahlen heute schnell mal 100 ohne Bonus. Aber eben nur an sehr gute Leute (Achtung: Elitegefahr).
“Dank Menschen wie Ihnen wurde das BaFÖG brutal eingeschränkt.”
Ja, ich habe nie verstanden, warum ich kein Geld bekommen habe, nur, weil meine Eltern etwas mehr haben. Ich habe und hatte nie einen freien Zugriff auf das Bankkonto meiner Eltern.
“Studieren ohne mindestens einen Nebenjob ist heute unmöglich (so lange nicht der Papa das Studium bezahlt).
Hinzu kommen die Studiengebühren. Möchten Sie heute “ewiger Student” spielen, müssen Sie dafür einen sechsstelligen Betrag aufbringen. Willkommen im Jahr 2008.”
Seit 2007 gibt es aber Studienkredite. Die gab es zuvor nicht. Tolle innovation der Wirtschaft, nicht des heilsbringenden Staates.
“Das Geschwafel mit der Meinungsfreiheit habe ich leider nicht verstanden. Schon beim schnellen Überfliegen fielen mir drei Widersprüche auf.”
Die wären? Ja, ich weiss schon. Solang der Deutsche seinen Neidreflex bedienen kann, ist er ruhig. Und: solang alles gleich ist, ist er glücklich. Da haben Nazis, SED und nun die Linkspartei wunderbar eingetrichtert. Da ist eine andere Meinung als die politisch – korrekte Einheitsmeinung natürlich unerwünscht.
“Dürfte ich hier den Verfasser dieses Blogs bitten an dieser Stelle einzuspringen? Hätten Sie den Grund gelesen warum diese Seite hier überhaupt existiert, wäre Ihnen (mal wieder) ein Licht aufgegangen.”
Ja, ich wäre hier wirklich sehr interessiert. Meine Dres. med. beschweren sich bei mir einzig und allein über die Krankenkassen. Die Pharmaindustrie ist noch nie schlecht weggekommen (schon wegen der tollen Werbegeschenke die ein Arzt von denen bekommt).
“Ach sieh mal einer an. Plötzlich hat die Super-privatisierte Schweiz doch eine staatliche Gesundheitsversorgung?”
Die zahlt nur in Ausnahmefällen die Kassenbeiträge. Das hat nichts mit einer “staatlichen” Vorsorge nach planwirtschaftlicher deutscher Art zu tun. Geht es Ihnen eigentlich nur noch um Stammtischgeschwätz oder bemühen Sie sich auch zu lesen???
“Ich hoffe, die Schweizer sind mir nicht böse, weil ich sie für einen kleinen Spass missbraucht habe.”
Oh, eine Verleumdung hier, eine da. Ist es nicht das, was Sie am bösen Kapitalismus bemängeln? Das Fehlen einer gewissen Fairness? Verleumdungen sind keinesfalls fair. Wahrscheinlich sollte man Sie einmal vor Gericht zerren und Ihnen die Verbreitung von Unwahrheiten untersagen. Was würden Sie davon halten, wenn ich Sie der Kinderschänderei bezichtigen würde? Nichts! Und das ist auch gut so! Seien Sie doch aber bitte auch so fair und verbreiten Sie nur gesichertze Fakten und keine offensichtliche Unwahrheiten. Das ist wirklich widerwärtig, diffamiererend. Aber wir kennen das bereits: beim “Feind” ist jedes Mittel recht. Was für eine Heuchelei von Ihnen!
“Es stirbt natürlich keiner in Luzern, aber mit solchen Parolen kann man Menschen dazu bringen sich selbst zu widersprechen.”
Solche Parolen? Das ist demagogischer Bullshit. Da können Sie mit Herrn Lafontaine einen Club aufmachen.
”
Sie hat sich nicht halbiert. Die Arbeitslosen befinden sich nun in 1 Euro-Jobs. Sie kosten den Steuerzahler nach wie vor Geld, weil sie immer noch staatliche Leistungen empfangen müssen.”
Aha, und deswegen steigen auch die Einnahmen aus der Sozialversicherung? Aber natürlich, die Zahlen sind alle gefälscht.
“Hinzu kommt eine große Masse in prekären Arbeitsverhältnissen (Zeitarbeit/ewiges Praktikum…).”
Wissen Sie, ich kenne in meinem Umfeld, KEINE einzige Person in solchen Verhältnissen. Kann es sein, dass die Personen die davon betroffen sind, von Beginn an ein “gestörtes” Verhältnis zu Arbeit und Leistung haben? Zuviel Marx und Lafontaine gelesen?
“Ich verlange nichts weiter als eine – demokratisch legitime – Kontrolle. Wir sind damit von 1949 bis 1982 sehr gut gefahren. ”
Da hatte die Wirtschaft weit mehr Freiheiten. Da waren 45 Stunden die Woche Arbeitszeit die Regel. Auf den Käfer musste man 1.5 Jahreslöhne ansetzen (vgl.: heute der Golf 0.5 Jahesgehalt). Für Lebensmittel hat die Durchschnittsfamilie mehr als 30% vom Einkommen ausgegeben (heute: zwischen 10 und 15%). Italienreisen waren ein Luxus (heute machen selbst Schulklassen Fahrten dahin). Also, was wollen Sie eigentlich? Die Statistik wiederlegt Ihr Märchen von der “guten alten” Zeit.
“Totale Freiheit der Marktwirtschaft bedeutet nichts anderes als WILDER WESTEN – oder um politisch zu bleiben – totale Anarchie.”
Nur gibt es totale Anarchie nie. Und die hat es nie gegeben. Die kann es allenfalls in einer logischen Sekunde geben. Hans Kelsen, Allg. Staatslehre, sei da empfohlen. Sie vergessen: ein böser Kapitalist kann nur Geld verdienen, wenn er einen Vertrag eingeht. Für einen Vertrag braucht es einen Zweiten! Totale Anarchie ist also nicht einmal während einer logischen Sekunde denkbar. Also hören Sie auf!
Ich würde die Konversation mit Ihnen gern fortsetzen. Wenn Sie sich aber weiterhin Demagogie bedienen, Verleumdungen betreiben, offenbare Fakten verdrehen, keinerlei sachliche Argumente liefern … schlicht nicht diskutieren können … klinke ich mich als Zuhörer von Ihrem Stammtischgeschwätz aus.
Also, wenn nun eine sachliche Antwort kommt, bekommen Sie auch wieder eine Antwort von mir. Ansonsten: Ciao!
@Markus H: “Dürfte ich hier den Verfasser dieses Blogs bitten an dieser Stelle einzuspringen? Hätten Sie den Grund gelesen warum diese Seite hier überhaupt existiert, wäre Ihnen (mal wieder) ein Licht aufgegangen.”
Och, ich finde Ihren Disput ganz interessant. Zwei völlig unterschiedliche Sichtweisen treffen aufeinander und versuchen trotzdem sachlich zu argumentieren. Das findet man heute nicht mehr so oft.
Zwar ist nicht mehr viel echter Bezug zum Thema da, aber ich verfolge Ihre Diskussion voller Interesse.
@Stoph:
Danke :-)
@dipsy:
>Was Sie dem bösen, bösen Kapitalismus hier vorwerfen können: er >kooperiert mit diesen Regimen.
Das ist doch das Schlimme. In einer Diktatur haben die Menschen keinerlei Rechte und arbeiten üblicherweise für einen Hungerlohn. Genau deshalb wird bevorzugt in Diktaturen outgesourct. Je brutaler, desto besser.
>Er würde auch mit freien, demokratischen Regierungen kooperieren.
Tut er aber nicht. In den freien Ländern haben Menschen Rechte und Ansprüche. Da würde das Konzept der Gewinnmaximierung nicht mehr funktionieren.
>Das sind alles Berufssoldaten. Die wissen zuvor, was sie >unterschreiben.
Darauf habe ich schon die ganze Zeit gewartet. Das hier ist der nächste Lieblins-Spruch der Neoliberalen: “Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied”.
>Die Stromsteuer ist eine Konsumsteuer (wie dir Märchensteuer), die >von den Unternehmen…
Sie haben Steuern und Vergütungen durcheinandergeworfen. Wie oben schon erwähnt, hier geht es um GEWINNE.
>Das Gegenbeispiel ist der aktuelle Kursverfall beim DAX? Verstehe ich >Sie da richtig? Kommen noch mehr wirre Geschichten?
Gerne. Wir nähern uns gerade 5.500 Punkten. Citigroup meldet neue Verluste, Meryll Lynch atmet kaum noch und Spaniens Immobilienmarkt bricht gerade zusammen.
Jetzt kommen Sie natürlich gleich wieder mit “Was hat der DAX mit Spanien zu tun?”. Antwort: Wir haben hier ein fast globales Problem. Alle Länder, die dem Neoliberalismus fröhnen, sind vom daraus resultierenden mathematischen Ergebnis betroffen. An der Börse gibt es KEINE ZUFÄLLE. Ob Sie das mit Ihren bisher gezeigten Rechenkünsten nachvollziehen können, wage ich allerdings zu bezweifeln.
>Was ist denn an diesen Gewinnen so schlecht?
Man kann Gewinne auch mit normalen Methoden erreichen. Viele Unternehmer beweisen das täglich. In diesem Blog geht es aber um Gewinne für die im wahrsten Sinn des Wortes über Leichen gegangen wird. Wenn man natürlich den Kopf in den Sand steckt, sieht alles gleich aus nicht wahr?
>Ja, da müssen Sie sich natürlich nicht dem Wettbewerb aussetzen und >vielleicht bessere Serviceleistungen anbieten.
Ja ja, die heile Welt des Buchhandels. Damit zeigen Sie wieder einmal dass Sie keine Ahnung von diesem Geschäftsfeld haben. Aus der Reserve locken können Sie mich damit aber nicht. Bin ja nicht neoliberal :-)
>Es ist schon eigenartig: in Staaten, wo es keine Buchpreisbindung >gibt, gibt es trotzdem mehr Publikationen (
Was Sie, wie immer, ganz hervorragend mit Zahlen oder Fakten untermauern. Wollen Sie mir ernsthaft weismachen, dass es in Sierra Leone oder Simbabwe mehr Publikationen gibt als in Deutschland? Sind alles Länder ohne Buchpreisbindung…
Sie haben natürlich wieder nur die USA im Kopf. Dort leben mehr Menaschen als in Deutschland, die versorgt werden wollen. Dazu kommt die vielzahl ethnischer Gruppen. Der eingewanderte Spanier will spanische Bücher, der Kubaner kubanische. Mit Buchpreisbindung hat das nix zu tun.
>Unwissend in eine Buchhandlung zu gehen und einfach mal zu >“schmöckern” ist heute wirklich schwer möglich. Das stimmt.
Sie wissen gar nicht, was Sie versäumen. Ich gehe gerne unvorbereitet da hin. Auf diese Weise lerne ich neue Autoren kennen und entdecke Dinge, von denen ich vorher gar nichts wusste.
>Handeln? Meinen Sie die Betroffenheitsdemonstrationen in 10.000 >Kilometer Entfernung?…
Nein, diese Dinge meine ich nicht. So etwas alleine den Linken in die Schuhe zu schieben, ist aber auch wieder typisch für Sie. Was tut denn unsere neoliberale Merkel dagegen? Steht die nicht auch nur betroffen da? Sobald die Kameras aus sind, dreht sich alles wieder ums Geschäft.
Recht gut sieht man das an China. Vor der Kamera wird was von Unrecht und zuviel Todesstrafe geheuchelt, hinter der Kamera wird mit Subunternehmern verhandelt, die da unten zu Billigst-Preisen liefern (und ihre Mitarbeiter ausbeuten).
Ach ja, die CDU hat den ostdeutschen Initiativen, die sich gegen Rechtsradikalismus einsetzen, fast alle Zuschüsse gestrichen. Das ist der Grund warum NPD und Co. gerade wieder aufblühen.
>Das heute in Deutschland 1,5 Mio. Menschen arm sind, ist nicht schön, >aber, wieviel dieser Armut ist selbstverschuldet?
Jawoll! Und noch einmal! Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied! Die Leute in Mecklenburg sind alle selbst schuld. Faules Pack! Es liegt nicht daran, dass 80% der dortigen Firma nach Westdeutschland (oder gleich nach China) gegangen sind. Es liegt auch nicht an der brachliegenden Wirtschaft da drüben. Und auch nicht am Abbau zehntausender Arbeitsplätze. Ihr seid selbst schuld! – meint jedenfalls unser Dipsy.
>Aber ich weiss, für 8 Euro die Stunde um 5 Uhr morgens Spargel zu >stechen ist für einen DEUTSCHEN ja nicht zumutbar.
Und gleich weiter mit den Spargelstechern. Copyright: Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft + Bertelsmann Verlag.
Die polnischen Stecher sind inzwischen nach England weitergezogen, weil sie dort – nach eigenen Aussagen – gastfreundlicher behandelt und besser bezahlt werden. Stellen die Bauern deshalb Deutsche ein? Nein.
Die Spargelstecher-Geschichte wurde geschickt inszeniert. Wahrer wird sie dadurch auch nicht.
>“Da hatte ein durchschnittlicher Mittelständler über doppelt so viel >Wohlstand wie heute.”
>Wie messen Sie das?
Gar nicht. Ich lese nur die Zahlen des Bundesamtes für Statistik.
>Aha, gehen Sie in Ihre philosophische Abteilung und greifen Sie sich >die Arendt raus (keinesfalls eine “Kapitalistin”), dann können Sie >lesen, was der Unterschied zwischen totalitärer Doktrin und freier >Marktwirtschaft ist. Wirklich widerlich, wie Sie das >nationalsozialistische System verherrlichen.
Gehen die Argumente aus, werden die Schimpfworte rausgeholt. Sehr traurige Vorstellung Dipsy.
Wie kann jemand, den Sie eindeutig für LINKS halten und sogar mit Marx in einen Topf werfen das glatte Gegenteil verherrlichen? Wissen Sie nicht, dass Linke (vor allem kritische Journalisten) die ersten waren, die deportiert wurden? Nein, natürlich nicht. Ich füge den Strafstunden in Mathe und Sozialkunde hiermit noch 200 Stunden Geschichte hinzu. Schwerpunkt Ende der Weimarer Republik und der dadurch bedingte Aufstieg der Nationalsozialisten.
>Seit 2007 gibt es aber Studienkredite. Die gab es zuvor nicht. Tolle >innovation der Wirtschaft, nicht des heilsbringenden Staates.
Natürlich kommt das von der Wirtschaft. Die machen mit jedem hochverschuldeten Studenten 18% Gewinn. Keine Sorge, diese Blase wird auch noch platzen. Dank fehlender Arbeitsplätze und Abwanderung werden diese Kredite nie zurückgezahlt werden. Und damit haben wir das gleiche Problem wie die USA bei den Immobilien.
>Die zahlt nur in Ausnahmefällen die Kassenbeiträge. Das hat nichts >mit einer “staatlichen” Vorsorge nach planwirtschaftlicher deutscher >Art zu tun. Geht es Ihnen eigentlich nur noch um Stammtischgeschwätz >oder bemühen Sie sich auch zu lesen???
Könnt ihr Neoliberalen nicht einfach diskutieren wie jeder andere Mensch auch? Erst faseln Sie was von Planwirtschaft (die es in der BRD noch nie gab) und dann werfen Sie anderen Stammtischgeschwätz vor.
Nochmal 400 Stunden Geschichte! Dieses mal die Zeit von 1945 bis 1989 mit Schwerpunkt Ostblock/Warschauer Pakt!
>Aha, und deswegen steigen auch die Einnahmen aus der >Sozialversicherung? Aber natürlich, die Zahlen sind alle gefälscht.
Welche Einnahmen steigen hier wo? Die Sozialversicherungen haben seit 1982 immer WENIGER zur Verfügung.
>Wissen Sie, ich kenne in meinem Umfeld, KEINE einzige Person in >solchen Verhältnissen. Kann es sein, dass die Personen die davon >betroffen sind, von Beginn an ein “gestörtes” Verhältnis zu Arbeit >und Leistung haben?
Das glaube ich Ihnen sogar. Vermutlich sitzen Sie in irgendeinem Keller und haben noch nie etwas anderes als Ihre Wohnung gesehen. Immerhin erklärt das Ihre Weltfremdheit.
>Zuviel Marx und Lafontaine gelesen?
Nee, nur heute morgen durch Berlin spaziert :-)
>Ich würde die Konversation mit Ihnen gern fortsetzen. Wenn Sie sich >aber weiterhin Demagogie bedienen, Verleumdungen betreiben, offenbare >Fakten verdrehen, keinerlei sachliche Argumente liefern … schlicht >nicht diskutieren können … klinke ich mich als Zuhörer von Ihrem >Stammtischgeschwätz aus.
Schade. Aber was solls. So enden Sie immer, die Diskussionen mit Neoliberalen. Das haben Menschen wie Albrecht Müller (www.nachdenkseiten.de) schon vor 20 Jahren sehr gut erkannt.
Der gemeine Neoliberale verfügt über fünf Parolen, die er gebetsmühlenhaft wiederholt. Einige davon, wie vorhin “Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied” haben wir in diesem Thread kennengelernt. Die anderen sind im Buch “Die Reformlüge” fein säuberlich aufgelistet.
Trotz der zum Teil vulgären Ausdrücke, die der Neoliberale immer anwendet wenn eine seiner geliebten Parolen widerlegt wurde, will ich Menschen wie Dipsy nicht verurteilen. Sie sind das Opfer einer brutalen Psycho-Sekte geworden, die vom stark rechtsextrem geprägten Professor Milton Friedmann in den 80ger-Jahren zu neuem Leben erweckt wurde (daher der Name NEO liberal). Passiert ist dies an der Universität von Chicago, weshalb man oft auch von der “Chicagoer Schule” spricht.
Mehr zu den (Un)-Taten der Neoliberalen erfahren Sie in den Büchern von Naomi Klein und Klaus Werner.
Ihnen Dipsy danke ich für dieses eindrucksvolle Psychogramm. Möge dieser Thread fleissig weiterkopiert und für interessierte Fakultäten als Studienobjekt benutzt werden.
Over and out.
Markus H., es geht ja doch irgendwie mit dem halbwegs sachlichen.
“Das ist doch das Schlimme. In einer Diktatur haben die Menschen keinerlei Rechte und arbeiten üblicherweise für einen Hungerlohn. Genau deshalb wird bevorzugt in Diktaturen outgesourct. Je brutaler, desto besser.”
Ich muss Sie da abermals enttäuschen. Die Entwicklungsländer und Länder der Dritten Welt kommen auf nicht einmal 45% der Exploration von Rohstoffen. Länder wie Australien beweisen doch, dass nicht der Kapitalismus der böse ist. Die Entwicklungsländer sind doch in aller Regel alles andere als demokratisch. Eine tatsächlich bösartige Kaste von Machthabern zwingt Menschen -unter miserabelsten Bedingungen- irgendwas auszubuddeln und verkloppt das Zeug dann, zum -Weltmarktpreis wohlgemerkt- an die bösen, bösen Konzerne. Was ist nun sinnvoller? Die bösen Konzerne zu verteufeln, oder die dortigen Machthaber (leider sind die ideologisch oft sehr nahe am eigenen Weltbild, wie der Maoist Mugabe zeigt).
“Tut er aber nicht. In den freien Ländern haben Menschen Rechte und Ansprüche. Da würde das Konzept der Gewinnmaximierung nicht mehr funktionieren.”
Der Konzern tut es wohl! Ihm ist es völlig egal, woher seine Rohstoffe kommen. Oft weiss er es gar nicht! Er bezahlt auch den ganz normalen Weltpreis für den Rohstoff. Oder glauben Sie ernsthaft, es gibt einen “Dritte-Welt-Rabatt” auf den Rohstoffmärkten? Da muss ich Sie wieder enttäuschen.
“Darauf habe ich schon die ganze Zeit gewartet. Das hier ist der nächste Lieblins-Spruch der Neoliberalen: “Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied”.”
Nein, Markus H.. Ich war nur selbst beim Militär. Um es ganz “einfach” ausdrücken: die allermeisten Zeitsoldaten (mit Ausnahme weniger Offiziere) sind gewaltige Dumpfbacken, die bei der BW Verträge unterschrieben haben und davon ausgegangen sind, sich weiter -wie Jahrzehntelang- die “Eier schaukeln” zu können. Eine Armee ist nun einmal kein Industrieunternehmen. Die BW kann sich im übrigen nicht vor Freiwilligen retten. Das u.a. deswegen, weil die Auslandsprämie ziemlich hoch ist. Nun, Markus, wenn ich Ihnen einen hochriskanten Job für vergleichsweise gutes Geld anbiete und Sie dabei draufgehen -im vollen Bewusstsein der bestehenden Gefahr- wer ist dann Schuld? Kann es nicht sein, dass Sie ein grundsätzliches Problem mit der Armee haben und die aktuellen Toten bei Auslandseinsätzen mal wieder als Vorwand dienen? Verstehen Sie mich nicht falsch: für mich ist jeder Toter ein Toter zuviel. Aber jeder einzelne Soldat in den Gebieten wusste, dass das keine Kaffeefahrt ist! Und niemand wird dazu gezwungen!
“Gerne. Wir nähern uns gerade 5.500 Punkten. Citigroup meldet neue Verluste, Meryll Lynch atmet kaum noch und Spaniens Immobilienmarkt bricht gerade zusammen.
Jetzt kommen Sie natürlich gleich wieder mit “Was hat der DAX mit Spanien zu tun?”. Antwort: Wir haben hier ein fast globales Problem. Alle Länder, die dem Neoliberalismus fröhnen, sind vom daraus resultierenden mathematischen Ergebnis betroffen. An der Börse gibt es KEINE ZUFÄLLE. Ob Sie das mit Ihren bisher gezeigten Rechenkünsten nachvollziehen können, wage ich allerdings zu bezweifeln.”
Ja, dann ist der Dax eben bei 5500 Punkten. Da war er vor ein paar Jahren schon einmal. Wir erleben im Moment eine ganz normale -wenn auch heftige- Kurskorrektur. Im übrigen: der Index kann nur fallen, wenn er vorher gestiegen ist. Vom Anstieg hat auch der ein oder andere profitiert.
“Ja ja, die heile Welt des Buchhandels. Damit zeigen Sie wieder einmal dass Sie keine Ahnung von diesem Geschäftsfeld haben. Aus der Reserve locken können Sie mich damit aber nicht. Bin ja nicht neoliberal :-)”
Keine Ahnung. Leider zu gut. Das ist ein Biotop der Schöngeistigen und Edlen Seelen.
“Was Sie, wie immer, ganz hervorragend mit Zahlen oder Fakten untermauern. Wollen Sie mir ernsthaft weismachen, dass es in Sierra Leone oder Simbabwe mehr Publikationen gibt als in Deutschland? Sind alles Länder ohne Buchpreisbindung…
Sie haben natürlich wieder nur die USA im Kopf. Dort leben mehr Menaschen als in Deutschland, die versorgt werden wollen. Dazu kommt die vielzahl ethnischer Gruppen. Der eingewanderte Spanier will spanische Bücher, der Kubaner kubanische. Mit Buchpreisbindung hat das nix zu tun.”
Sierra Leone und Simbawe sind nun nicht gerade freie, kapitalitische und freie Staaten. Gerade in Simbawe sind sicher nur Bücher zugelassen, die dem maostischen Geist -also der guten Sache- entsprechen.
Und zum Beispiel USA. Es geht auch nicht um die absolute Zahl der Publikationen. Es geht schlicht um die Geschichte des deutschen Buchhandels: ohne Buchpreisbindung und ohne Druckkostenzuschüsse könnte man nicht überleben. Die USA ist und bleibt da Gegenbeispiel.
“Sie wissen gar nicht, was Sie versäumen. Ich gehe gerne unvorbereitet da hin. Auf diese Weise lerne ich neue Autoren kennen und entdecke Dinge, von denen ich vorher gar nichts wusste.”
Wissen Sie, ich bin da ganz Ihrer Ansicht. Auch ich liebe gute Buchhandlungen wo es nicht nur die Standardtitel und die Bestseller gibt. Wo man wirklich noch neues, nichts medial aufgeputschtes, entdecken kann. Von solchen Buchhandlungen gibt es in der Tat nur noch sehr, sehr wenige. Aber, ich frage mich, ob da die “Kommerztempel” mit ihrer “gnadenlosen Konkurrenz” oder nicht auch der Lese schuld ist. Auch Kommerztempel überleben nur, weil dort auch Leute einkaufen gehen. Wenn ich hingegen bei der ein oder anderen kleinen Buchhandlung bin, bei denen ich grundsätzlich sehr gern einkaufen gehe, dann komme ich mir manchmal etwas “blöd” vor. Der Buchhändler hält sich meist für besonders intellektuell und will mir dann sagen, welches Buch auf der Bestelliste “gut” bzw. “schlecht” ist. Oder er verdreht die Augen, weil er mir neben 3 Philoschinken gleich noch 2 Juraschinken bestellen soll. Das machen Sie 2x mit, dann gehen Sie zu den bösen Kommerztempeln. Da fragt niemand nach, da wird einfach bestellt.
“So etwas alleine den Linken in die Schuhe zu schieben, ist aber auch wieder typisch für Sie. Was tut denn unsere neoliberale Merkel dagegen? Steht die nicht auch nur betroffen da?”
Ja, natürlich dreht sich alles ums Geschäft! Glauben Sie ernsthaft, Sie können die chinesische Regierung zu irgendwas bewegen? Die Geschichte zeigt leider: solche Bewegungen kommen immer von innen und können nicht von aussen aufs Auge gedrückt werden. Soleid es mir tut.
“Ach ja, die CDU hat den ostdeutschen Initiativen, die sich gegen Rechtsradikalismus einsetzen, fast alle Zuschüsse gestrichen. Das ist der Grund warum NPD und Co. gerade wieder aufblühen.”
Liegt es daran? Ich sage es wirklich ungern. Aber die NPD trifft leider manchmal ziemlich genau ins “Herz” der Leute und wird deswegen gewählt. Unsere Politik redet leider allzu oft an den Problemen der “einfachen Menschen” vorbei und wundert sich dann, wenn eine Partei gewählt wird, die diese Probleme anspricht (ohne diese Probleme freilich zu lösen).
Ganz nebenbei: ich halte diese Massnahmen für furchtbar heuchlerisch. Auf der einen Seite wird die NPD nicht zu unrecht verteufelt, auf der anderen Seite macht man der methodisch absolut ähmlichen (man schaue sich auch die Aussagen von Herrn Lafontaine an) Linkspartei den Hof.
“Jawoll! Und noch einmal! Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied! Die Leute in Mecklenburg sind alle selbst schuld. Faules Pack! Es liegt nicht daran, dass 80% der dortigen Firma nach Westdeutschland (oder gleich nach China) gegangen sind. ”
Aus Meck-Pomm ist sicher keine Firma nach China gegangen. Eines ist an Ihrer Argumentation leider unglücklich. Sie verfehlt die Realität. In der Zeit (sogar ich lese dieses links angehauchte Blättchen ab und an) war man ein gutes Beispiel. Der Uckermarktkreis im nordöstl. Brandenburg ist inzwischen ärmer als der polnische Nachbarlandkreis Stettin und die reichen Polen ziehen nach D, weil die Immobilien da günstiger sind. Woran liegt das? Die Polen haben keine zig Milliarden in den “A… geschoben” bekommen, sondern mussten sich alles selbst aufbauen. Kohls Parole der blühenden Landschaften hat in Ostdeutschland leider Gottes zu einer gewaltigen Anspruchshaltung geführt.
“Und gleich weiter mit den Spargelstechern. Copyright: Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft + Bertelsmann Verlag.
Die polnischen Stecher sind inzwischen nach England weitergezogen, weil sie dort – nach eigenen Aussagen – gastfreundlicher behandelt und besser bezahlt werden. Stellen die Bauern deshalb Deutsche ein? Nein.
Die Spargelstecher-Geschichte wurde geschickt inszeniert. Wahrer wird sie dadurch auch nicht.”
Die Bauern würden sicher gern Deutsche einstellen, aber es gibt keine. Meine Grosseltern, Kriegsgeneration und finanziell sehr gut gestellt, konnten es vor wenigen Jahren nicht mir Ansehen, wie Früchte vergammeln und haben im hohen Alter noch Obst gepflückt auf Plantagen. Sie ahnen es: es waren die einzigen Deutschen.
Wenn Sie heute in ein x-beliebiges deutsches Arbeitsamt gehen und 10 Euro die Stunde für Arbeit auf dem Bauernhof bieten, was glauben Sie, wieviel Leute da kommen? KEIN EINZIGER!
“Gar nicht. Ich lese nur die Zahlen des Bundesamtes für Statistik.”
Ja, Link? Wo kann ich das nachlesen?
“Wie kann jemand, den Sie eindeutig für LINKS halten und sogar mit Marx in einen Topf werfen das glatte Gegenteil verherrlichen? Wissen Sie nicht, dass Linke (vor allem kritische Journalisten) die ersten waren, die deportiert wurden? Nein, natürlich nicht. Ich füge den Strafstunden in Mathe und Sozialkunde hiermit noch 200 Stunden Geschichte hinzu. Schwerpunkt Ende der Weimarer Republik und der dadurch bedingte Aufstieg der Nationalsozialisten.”
Ich habe Arendt nicht als links bezeichnet. Sie ist ganz im Gegenteil, aufgrund der Publikation Eichmann in Jerusalem, massiv von der linken Seite angefeindet worden.
Ja, was wollen Sie mir denn da beibringen in Sachen Geschichte? Sie schreiben etwas vom Aufstieg des Nationalsozialismus. Man erklärt -verdammt nochmal- den Aufstieg des NS nicht mit dem Ergebnis am 08.05.45! Und: erklären heisst verdammt nochmal nicht gutheissen. Niemand hat die Nazis gewählt, weil alle wussten was kommt. Die Nazis haben den Menschen ganz gewaltig Honig ums Maul geschmiert und als die wahren Beweggründe zu Tage traten, da war es zu spät!
“Natürlich kommt das von der Wirtschaft. Die machen mit jedem hochverschuldeten Studenten 18% Gewinn. Keine Sorge, diese Blase wird auch noch platzen. Dank fehlender Arbeitsplätze und Abwanderung werden diese Kredite nie zurückgezahlt werden. Und damit haben wir das gleiche Problem wie die USA bei den Immobilien.”
Man hat mir was von ca. 5% Zinsen erzählt. Nur soviel dazu. Das ist nicht wesentlich mehr als Inflations- und Risikoausgleich. Dahinter steht die KfW.
“Könnt ihr Neoliberalen nicht einfach diskutieren wie jeder andere Mensch auch? Erst faseln Sie was von Planwirtschaft (die es in der BRD noch nie gab) und dann werfen Sie anderen Stammtischgeschwätz vor.
Nochmal 400 Stunden Geschichte! Dieses mal die Zeit von 1945 bis 1989 mit Schwerpunkt Ostblock/Warschauer Pakt!”
Und, was wollen Sie mir da beibringen? Die fast 100 Mio. Toten, die die “gute Sache” gefordert hat?
Ich weiss hier nicht, worauf Sie hinaus wollen. Wirklich nicht. Tut mir leid, dass ich Ihr Weltbild zerstöre. Aber unglücklicherweise ist die medizinische Versorgung in bösen kapitalistischen Systemen in aller Regel besser als die in “guten” Systemen.
“Welche Einnahmen steigen hier wo? Die Sozialversicherungen haben seit 1982 immer WENIGER zur Verfügung.”
Das ist glatt gelogen. Lässt sich statistisch nicht belegen. Diese Grapghik zeigt Ihnen: die Sozailversicherungsausgaben sind von 1980 von ca. 18% des BIP auf heute ca. 22% des BIP angestiegen. http://www.uni-muenster.de/Geschichte/SWG-Online/sozialstaat/quellen/staatsquote.htm
“Das glaube ich Ihnen sogar. Vermutlich sitzen Sie in irgendeinem Keller und haben noch nie etwas anderes als Ihre Wohnung gesehen. Immerhin erklärt das Ihre Weltfremdheit.”
Nein, ich sitze in einer grossen Villa mit einem grossen Park und Seeanstoss. Im Umkreis von 2 Kilometern befinden sich auch nur Villen und mit einem Auto, was weniger als 100.000 Euro kostet, würden Sie dumm angeschaut werden. Den ganzen Tag trinke ich ausschliesslich Champagne Krug. Ich tippe auch nicht selber, ich diktiere nur und meine Privatsekretärin (selbstverständlich eine Frau, ich bin ja Chauvinist) übernimmt den Job.
“Nee, nur heute morgen durch Berlin spaziert :-)”
Da gebe ich Ihnen sogar recht. Wirklich eine sch… Stadt. Das ist halt der Bäreneffekt: immer nur auf der faulen Haut gelegen. Das Geld kam ja immer von woanders her. Aber selber erwirtschaften … Fehlanzeige … halt typische Beamtenstadt.
“Schade. Aber was solls. So enden Sie immer, die Diskussionen mit Neoliberalen. Das haben Menschen wie Albrecht Müller (www.nachdenkseiten.de) schon vor 20 Jahren sehr gut erkannt.”
Schon der Titel “Nachdenkseite” passz wieder wunderbar auf die überhebliche Arroganz der Kinder der Frankfurter Schule. Sie sind die einzigen die Recht haben und wer nicht ihrer Meinung ist, der hat nicht nachgedacht oder ist schlicht doof. Das totalitäre an dieser Meinung ist bereits oft genug ausgeführt worden. Die kopernikanische Wende, die Kant und darauf basierend Popper gemacht haben, ist da völlig verloren gegangen.
“Der gemeine Neoliberale verfügt über fünf Parolen, die er gebetsmühlenhaft wiederholt. Einige davon, wie vorhin “Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied” haben wir in diesem Thread kennengelernt. Die anderen sind im Buch “Die Reformlüge” fein säuberlich aufgelistet.”
Ja, die Hauptparole ist eine: es gibt keine absolute Wahrheit. Sondern nur eine relative, für mich feststellbare. Ich und andere Neoliberale (so wie Sie es schimpfen) haben also keine Gottesanwandlungen wie Sie Horkheimer und Habermass haben und glauben nicht zu wissen, was die Welt bewegt. Ich kann für mich sagen, was für mich richtig ist. Nebenbei trage ich auch die Verantwortung für meine Fehler. Das ist bei Euch ja ein Fremdwort. Schuld sind immer die anderen.
“Trotz der zum Teil vulgären Ausdrücke, die der Neoliberale immer anwendet wenn eine seiner geliebten Parolen widerlegt wurde, will ich Menschen wie Dipsy nicht verurteilen. Sie sind das Opfer einer brutalen Psycho-Sekte geworden, die vom stark rechtsextrem geprägten Professor Milton Friedmann in den 80ger-Jahren zu neuem Leben erweckt wurde (daher der Name NEO liberal). Passiert ist dies an der Universität von Chicago, weshalb man oft auch von der “Chicagoer Schule” spricht.”
Komme ich jetzt in eine Heilanstalt? Irgendeine Art von Schutzhaft?
Das ist das vollkommen absurde an Euch. Ihr haut wild auf die Rechte (nicht ganz zu unrecht ein), nutzt aber die gleichen Methoden wie sie. Als überlegene Gruppe, solltet Ihr doch andere Massnahmen haben, oder? Wir sind da wieder bei Arendt: die totalitären Systeme dieser Welt unterscheiden sich allenfalls hinsichtlich des Feindbildes. Methode und Wesen sind die gleich.
“Ihnen Dipsy danke ich für dieses eindrucksvolle Psychogramm. Möge dieser Thread fleissig weiterkopiert und für interessierte Fakultäten als Studienobjekt benutzt werden.
Over and out.”
Na, wenn Sie sogar eine Krankheit erkennen, dann können Sie mich doch gleich erschiessen lassen. Fällt das dann in den Bereich “Klassenfeind” oder “unwertes Leben”? Sie sind menschenverachtend. Das ist alles.
Hmmm. Da muss ich wohl noch mal ran was? Also dann, auf geht´s:
@dipsy:
>Die Entwicklungsländer und Länder der Dritten Welt kommen auf nicht >einmal 45% der Exploration von Rohstoffen.
Quelle?
>Länder wie Australien beweisen doch, dass nicht der Kapitalismus der >böse ist.
Wie?
Eine tatsächlich bösartige Kaste von Machthabern zwingt Menschen -unter miserabelsten Bedingungen- irgendwas auszubuddeln und verkloppt das Zeug dann, zum -Weltmarktpreis wohlgemerkt- an die bösen, bösen Konzerne.
So ist es leider nicht, wie unter anderem Naomi Klein beweist. Der chilenische Diktator Augosto Pinochet beispielsweise erhielt zuerst Geld für Waffen von westlichen Konzernen. Mit diesen Waffen stürzte er die bis dahin demokratische Regierung und schwang sich selbst zum Alleinherrscher auf. Als Entschädigung für die gelieferten Waffen privatisierte Pinochet so ziemlich alles, was der Staat besaß (Wasserversorgung , E-Werke,…). Diese Dinge wurden dann von den westlichen Konzernen zum Spottpreis aufgekauft, und damit haben wir die totale Kontrolle über Chile erlangt.
>(leider sind die ideologisch oft sehr nahe am eigenen Weltbild, wie >der Maoist Mugabe zeigt).
Mugabe, und auch Mao, missbrauch(t)en Marx für ihre eigenen Zwecke. In Wirklichkeit sind diese Leute extrem rechtsradikal. Beide warfen sämtliche Ausländer aus ihren Ländern oder brachten sie gleich um. Beide sind überzeugt, dass sie selbst Herrenmenschen und alle anderen Abfall sind. Kommt Ihnen das bekannt vor? Richtig. Diese Leute kopieren niemand anderen als Adolf. Mit links oder Kommunismus hat das nichts zu tun. Ich werfe noch Stalin mit in den Topf. Das war auch so eine Type.
>Der Konzern tut es wohl! Ihm ist es völlig egal, woher seine >Rohstoffe kommen. Oft weiss er es gar nicht!
Wissenslücke? Kein Problem. Dafür gibt es doch so nette Menschen, die heimlich in chinesischen Fabriken filmen und die dortigen Arbeitsbedingungen zeigen. Der Konzernchef braucht nur die Zeitung aufschlagen, wenn er wissen will wo seine eigenen Waren produziert werden. :-)
>Kann es nicht sein, dass Sie ein grundsätzliches Problem mit der >Armee haben und die aktuellen Toten bei Auslandseinsätzen mal wieder >als Vorwand dienen?
Ich habe kein Problem mit der Armee. Aber ich habe eines damit wenn jemand sagt “Selbst schuld”. Denn damit ließe sich jede Straftat der Welt entschuldigen. Sie liegen gerade blutend und schreiend auf der Straße? Selbst schuld! Hätten ja nicht vor mein Auto/mein Messer/meinen Silvesterknaller/sonstwas laufen müssen.
Natürlich erhalten die Soldaten für ihre Auslandseinsätze Gefahren- zulage. Die wissen auch welches Risiko sie eingehen.
>Wir erleben im Moment eine ganz normale -wenn auch heftige- >Kurskorrektur.
Das gleubt inzwischen nicht mal mehr Goldman Sachs.
>Es geht schlicht um die Geschichte des deutschen Buchhandels: ohne >Buchpreisbindung und ohne Druckkostenzuschüsse könnte man nicht >überleben. Die USA ist und bleibt da Gegenbeispiel.
Ähem… Random House, der größte amerikanische Buchverlag ist vor einigen Jahren zusammengebrochen. Aufgekauft wurde dieser Verlag von der deutschen Bertelsmann-Gruppe. Nachzulesen hier:
http://www.zeit.de/1998/14/Aufstieg_zum_Bestseller
Weil Random House vorher alle nennenswerten kleineren Verlage aufkaufte, gingen auch diese in den Besitz von Bertelsmann über.
Freuen Sie sich! Wir haben still und leise die USA erobert :-)
>Der Buchhändler hält sich meist für besonders intellektuell und will >mir dann sagen, welches Buch auf der Bestelliste “gut” bzw. >“schlecht” ist. Oder er verdreht die Augen, weil er mir neben 3 >Philoschinken gleich noch 2 Juraschinken bestellen soll. Das machen >Sie 2x mit, dann gehen Sie zu den bösen Kommerztempeln.
Dumme Verkäufer gibt es auch in den “Kommerztempeln”. Abgesehen davon: Über die ISBN-Nummer kann ein Buchhändler jedes auf der Welt erhältliche Buch bestellen. Das dauert nur wenige Minuten. Er benötigt dazu nur einen PC und ein bestimmtes Programm. Ob dieser Händler nun in einem mehrstöckigen Hochhaus oder in seinem Wohnzimmer sitzt, ist egal. Bei größeren Händlern ist die Chance höher, dass ein Buch vorrätig ist.
>Ja, natürlich dreht sich alles ums Geschäft! Glauben Sie ernsthaft, >Sie können die chinesische Regierung zu irgendwas bewegen? Die >Geschichte zeigt leider: solche Bewegungen kommen immer von innen und >können nicht von aussen aufs Auge gedrückt werden. Soleid es mir tut.
Komisch. Bei den “Linken” regen Sie sich darüber auf. Nehmen wir ruhig nochmal Mugabe. Der lässt die Leute umbringen, weil er selbst damit den fettesten Reibach macht. Es dreht sich IMMER UMS GELD.
Lassen dagegen die Neoliberalen 3,5 Mio. Menschen im Kongo ermorden, dann war das eben gut fürs Geschäft und -nach Ihrer Auffassung- moralisch voll OK. Sonderbare Einstellung…
>Unsere Politik redet leider allzu oft an den Problemen der “einfachen >Menschen” vorbei und wundert sich dann, wenn eine Partei gewählt >wird, die diese Probleme anspricht (ohne diese Probleme freilich zu >lösen).
Hab ich Sie erwischt! Sie sind ja doch ein ganz normaler Bürger. Wenn Sie so unzufrieden mit der Regierung sind – warum unterstützen Sie dann ihren (neoliberalen) Kurs und lassen sich auch noch für die Verbreitung von deren Parolen missbrauchen? Alles, was Sie hier so vehement verteidigen, dient DENEN. Glauben Sie wirklich, die geben Ihnen ein Stück vom Kuchen ab? Das würde ihren Gewinn schmälern! Vergessen Sie´s! Und um den Kreis zu schließen: Sie sind selbst schuld an Ihrer Lage. Sie hätten nur brutaler und rücksichtsloser sein müssen, dann wären SIE jetzt Kanzler/Konzernchef/was auch immer.
>Aus Meck-Pomm ist sicher keine Firma nach China gegangen.
Google spuckt tatsächlich kein konkretes Beispiel aus. Die Abwanderung von Fachkräften ist aber immer noch dramatisch genug.
>Wenn Sie heute in ein x-beliebiges deutsches Arbeitsamt gehen und 10 >Euro die Stunde für Arbeit auf dem Bauernhof bieten, was glauben Sie, >wieviel Leute da kommen? KEIN EINZIGER!
Als Spargelstecher – egal welche Nationalität – bekommen Sie nur 5,50 Eur/Stunde. In Polen kann ich damit einigermaßen leben. In Deutschland wird es eng.
>Ja, Link? Wo kann ich das nachlesen?
http://www.destatis.de
>Ich habe Arendt nicht als links bezeichnet.
Sie haben von MIR gesprochen. Und versuchen immer noch MICH mit den linken und gleichzeitig den Rechten in einen Topf zu werfen. Lesen Sie dazu einfach den letzten Satz in Ihrem letzten Post.
>Niemand hat die Nazis gewählt, weil alle wussten was kommt.
Und wo soll Hitler Ihrer Meinung dann hergekommen sein? Vom Himmel gefallen ist er jedenfalls nicht.
>Man hat mir was von ca. 5% Zinsen erzählt. Nur soviel dazu. Das ist >nicht wesentlich mehr als Inflations- und Risikoausgleich. Dahinter >steht die KfW.
Sie können zur KfW gehen, müssen aber nicht. Studienkredite werden von jeder Bank zu unterschiedlichen Konditionen angeboten.
>Und, was wollen Sie mir da beibringen? Die fast 100 Mio. Toten, die >die “gute Sache” gefordert hat?
Im kalten Krieg hat es 100 Mio. Tote gegeben? Sie erstaunen mich immer wieder. Falls Sie das mit dem WKII verwechselt haben – für den war Adolf verantwortlich. Zurück ins Klassenzimmer! Nochmal 100 Stunden :-)
>Aber unglücklicherweise ist die medizinische Versorgung in bösen >kapitalistischen Systemen in aller Regel besser als die in “guten” >Systemen.
Ähem.. Sie finden die weltweit beste Gesundheitsversorgung in einem ganz, ganz bösen Land. Es heisst Kuba. Noch dazu ist diese Versorgung ABSOLUT KOSTENLOS. Wie schon gesagt, schauen Sie sich Sicko an.
>Ich und andere Neoliberale (so wie Sie es schimpfen) haben also keine >Gottesanwandlungen
Ich sage nur einen Namen: George W. Bush (selbsternannter “Krieger von Gottes Gnaden” und Mitglied der extremsten christlich- fundamentalistischen Glaubensrichtung der Welt – den Baptisten).
Dieser Mann handelt ausschließlich nach neoliberalen Prinzipien.
>Komme ich jetzt in eine Heilanstalt? Irgendeine Art von Schutzhaft?
Unnötig geworden. Die Finanzkrise kuriert immer mehr Menschen. Der Neoliberalismus ist tot. Sie gehören zu denen, die es noch nicht gemerkt haben, aber das kommt schon noch.
>Als überlegene Gruppe, solltet Ihr doch andere Massnahmen haben, >oder?
Überlegene Gruppe? Ich geb der SPD, die bekanntlich eher links einzuordnen ist, bei der nächsten Wahl keine 20%. Ihr ach so schlimmer Lafontaine wird höchstens 10% kriegen. Dafür sorgen neoliberale Hetzpresse und Organisationen wie “Konvent für Deutschland” und INSM.
So schnell lässt sich der Neoliberalismus nicht verdrängen. Das liegt – da geb ich Ihnen Recht – am fehlenden politischen Konzept der Linken.
“Hmmm. Da muss ich wohl noch mal ran was? ”
Das freut mich natürlich, dass Sie sich für mich Zeit nehmen. Ich bin übrigens am kommenden Montag ganz kurz in Berlin. Kaffee?
“Quelle?”
Aus dem Merkur. Sie als Intellektueller werden das doch kennen, oder?
“So ist es leider nicht, wie unter anderem Naomi Klein beweist. Der chilenische Diktator Augosto Pinochet beispielsweise erhielt zuerst Geld für Waffen von westlichen Konzernen. Mit diesen Waffen stürzte er die bis dahin demokratische Regierung und schwang sich selbst zum Alleinherrscher auf. Als Entschädigung für die gelieferten Waffen privatisierte Pinochet so ziemlich alles, was der Staat besaß (Wasserversorgung , E-Werke,…). Diese Dinge wurden dann von den westlichen Konzernen zum Spottpreis aufgekauft, und damit haben wir die totale Kontrolle über Chile erlangt.”
Das ist wieder typisch für Euch Linke. Da schreibt irgendeine Tussi was und das ist dann die unumstössliche Wahrheit. Interessant sind insbesondere Ihre Ausführungen zur “demokratisch gewählten Regierung”. Eine Regierung aus Kommunisten und Sozialisten. Die Verbrechen im Namen der “guten Sache” will ich gar nicht erst aufzählen. Pinochet, da liegen Sie richtig, hat später auch viel Dreck am Stecken gehabt, was ich gar nicht abstreite.
Das die bösen Konzerne, die zuvor von den sozial Gerechten enteignet worden sind, ein gewisses Interesse an der Wiedererlangung des Eigentums hatten, liegt wohl auf der Hand, oder?
“Mugabe, und auch Mao, missbrauch(t)en Marx für ihre eigenen Zwecke.”
Jaja, missbraucht. Und wir lernen daraus: beim nächsten Sozialsmusversuch wird alles besser.
“In Wirklichkeit sind diese Leute extrem rechtsradikal. Beide warfen sämtliche Ausländer aus ihren Ländern oder brachten sie gleich um. Beide sind überzeugt, dass sie selbst Herrenmenschen und alle anderen Abfall sind. Kommt Ihnen das bekannt vor? Richtig. Diese Leute kopieren niemand anderen als Adolf. Mit links oder Kommunismus hat das nichts zu tun. Ich werfe noch Stalin mit in den Topf. Das war auch so eine Type.”
Dann sind Oskar Lafontaines Anmerkungen ja auch rechtsradikal. Ganz nebenbei: Joachim Fest hat die Regierung Hitler auch mal als linkes System beschrieben. Wie gesagt: ob Klassen- oder Rassenideologie. Beides gehört weg. Jede Form der staattlichen Bevormundung, jeder “gute Sache” ist problematisch. Das haben Sie beim bösen Liberalismus eben nicht. Da zwingt Sie niemand, so und so zu handeln. Da können Sie sich einen Acker in Brandenburg nehmen, einen Buchladen in Berlin aufmachen, böser Kapitalist werden … vollkommen frei, allerdings auch dafür verantwortlich. Das verträgt sich dann natürlich nicht mit dem Neidkomplex.
“Wissenslücke? Kein Problem. Dafür gibt es doch so nette Menschen, die heimlich in chinesischen Fabriken filmen und die dortigen Arbeitsbedingungen zeigen. Der Konzernchef braucht nur die Zeitung aufschlagen, wenn er wissen will wo seine eigenen Waren produziert werden. :-)”
Es tut mir leid, Ihnen das sagen zu müssen. Auch ich finde die Zustände in den chin. Fabriken nicht schön. Aber wissen Sie eines: den Leuten geht es besser als zuvor. Es strömen nicht Mio. von Menschen in die grossen Städte, weil sie wissen, dass sie dort ein miserables Leben erwartet. Vorher hatten die Leute nach 24*7 Stunden Arbeit nicht einmal genug zu essen. Jetzt müssen die “nur” 12*7 Stunden arbeiten und haben was zu essen. Legen Sie doch mal Ihre westliche Brille ab und sehen Sie das doch bitte mal etwas differenziert. Aus den Blickwinkel des Betroffenen und nicht aus dem Blickwinkel einer edlen europäischen Seele.
“Ich habe kein Problem mit der Armee. Aber ich habe eines damit wenn jemand sagt “Selbst schuld”. Denn damit ließe sich jede Straftat der Welt entschuldigen.”
Straftat? Wo reden wir hier von einer Straftat? Es ist ein Berufsrisiko.
“Das gleubt inzwischen nicht mal mehr Goldman Sachs.”
Was schreiben die Goldis? Gibt es da eine gewaltige Kündigungswelle?
“Ähem… Random House, der größte amerikanische Buchverlag ist vor einigen Jahren zusammengebrochen. Aufgekauft wurde dieser Verlag von der deutschen Bertelsmann-Gruppe.”
Das ist nun das Gegenbeispiel? Weil ein Verlag pleite geht? Hmm, dann müsste man all die Verlagspleiten in Deutschland ja als Gegenbeispiel für die Buchpreisbindung ansehen. ich glaube Sie verwechseln da die Mikro- und die Makroebene. Hat es in Ihrer Buchhandlung den eigentlich keine Abteilung wo es irgendwelche wirtschaftswissenschaftliche Schinken hat?
“Dumme Verkäufer gibt es auch in den “Kommerztempeln”.”
Ich sprach nicht von dummen Verkäufern. Ich sprach von den Leuten, die glauben die Weisheit mit dem Löffel gefressen zu haben. Kinder der Frankfurter Schule: WIR WISSEN WAS WAHRHEIT ist.
“Abgesehen davon: Über die ISBN-Nummer kann ein Buchhändler jedes auf der Welt erhältliche Buch bestellen. Das dauert nur wenige Minuten. Er benötigt dazu nur einen PC und ein bestimmtes Programm. Ob dieser Händler nun in einem mehrstöckigen Hochhaus oder in seinem Wohnzimmer sitzt, ist egal. Bei größeren Händlern ist die Chance höher, dass ein Buch vorrätig ist.”
Und verdient dann schnell zwischen 25-40% des Ladenpreises. Ein einträgliches Geschäft. Sie haben mir noch immer nicht gesagt, wie hoch Ihr Pro-Kopf Gewinn ist.
“Komisch. Bei den “Linken” regen Sie sich darüber auf. Nehmen wir ruhig nochmal Mugabe. Der lässt die Leute umbringen, weil er selbst damit den fettesten Reibach macht. Es dreht sich IMMER UMS GELD.”
Ja, natürlich geht es immer um Geld. Mugabe nimmt das Geld und macht sich ein schönes Leben. Lenin und Stalin haben auch nicht gehungert. Die SED Bonzen auch nicht. Das antikapitalistische Geschwätz dient immer nur dazu, um irgendwie Macht zu erlangen um sich dann selbst etwas gleicher zu machen. Wollen Sie nun das Geld abschaffen? Ich schlage Ihnen vor: vertrauen Sie sich selbst und werden Sie misstrauisch, sobald Ihnen etwas von einer “guten Sache” erzählt, von einem Schlaraffenland etc.. Sich selbst ernst nehmen.
“Lassen dagegen die Neoliberalen 3,5 Mio. Menschen im Kongo ermorden, dann war das eben gut fürs Geschäft und -nach Ihrer Auffassung- moralisch voll OK. Sonderbare Einstellung…”
Nicht die Neoliberalen haben Menschen ermorden lassen. Die Neoliberalen haben Rohstoffe gekauft und -da liegen Sie richtig- dabei billigend in Kauf genommen, dass irgendein totalitärer Staat Menschen tötet. Sie nehmen doch nicht ernsthaft an, dass die Konzerne auch nur einen cent weniger für diese Rohstoffe bezahlt haben? Das ist alles in den Taschen der Vertreter der “guten Sache” gelandet. Nicht umsonst ist die Scherre zwischen Reich und Arm in den Entwicklungsländern besonders gross. Die 3,5 Mio. sind wegen der Geldgier der LOKALEN Machthaber gestorben. Hätten die lokalen Machthaber die Gewinne aus dem Rohstoffverkauf für die Menschen eingesetzt, dann wäre es da auch zu einem bescheidenen Wohlstand gekommen.
“Hab ich Sie erwischt! Sie sind ja doch ein ganz normaler Bürger. Wenn Sie so unzufrieden mit der Regierung sind – warum unterstützen Sie dann ihren (neoliberalen) Kurs und lassen sich auch noch für die Verbreitung von deren Parolen missbrauchen?”
Neoliberler Kurs? Hallo? Die Regierung Merkelbeck ist alles andere als “neoliberal”. Das sind Umverteilungsmeister.
” Glauben Sie wirklich, die geben Ihnen ein Stück vom Kuchen ab?”
Nein, glaube ich nicht. Ich darf ja nur immer mehr Steuern zahlen. Deswegen will ich die ja konsequent zurecht stutzen. In Berlin arbeiten hundertausene Beamte nur für die Umverteilung. Allein die Personalkosten! Würde man jeden Transferzahlung (Subventionen und Sozialversicherungen) endlich einstellen, wir alle müssten nur ein Bruchteil der Steuern zahlen. Wir müssten nicht die Verpuffung im Umverteilungsapparat bezahlen.
“Sie hätten nur brutaler und rücksichtsloser sein müssen, dann wären SIE jetzt Kanzler/Konzernchef/was auch immer.”
So alt bin ich nun auch noch nicht. Wenn Sie mein Alter kennen würden, Sie würden sich tierisch aufregen, überhaupt mit so einem “Jungspund” zu diskutieren – bin ja noch grün hinter den Ohren.
“Google spuckt tatsächlich kein konkretes Beispiel aus. Die Abwanderung von Fachkräften ist aber immer noch dramatisch genug.”
Das bestreite ich auch gar nicht. Die Leute gehen dahin, wo es Arbeit gibt. Zurück bleiben die Alten und Schwachen. Wir sollten uns in Deutschland vielleicht von der Illusion der Gleichheit aller Landstriche lösen. Es wird immer starke und Regionen geben. Wissen Sie, was das blöde daran ist? Man zahlt dann da zig Milliarden für irgendwelche Strukturprogramme, erschliesst Gewerbegebiete die niemand braucht usw. usw. – gaukelt den Menschen eigentlich vor, dass es was bringt zu bleiben. Das, obwohl künstliche Ansiedlung noch nie wirklich gut funktioniert hat. So schade es ist: aber realistischer und langfristig günstiger ist es, so glaube ich, wenn man den Leuten eine Umzugsprämie gibt. Wir im Süden suchen dringend Leute.
“Als Spargelstecher – egal welche Nationalität – bekommen Sie nur 5,50 Eur/Stunde. In Polen kann ich damit einigermaßen leben. In Deutschland wird es eng.”
Es ist auch nur als Zubrot gedacht. Wenn ich von 350 Euro Hartz IV im Monat leben müsste, sind 15 Euro, die ich beim morgentlichen Spargelstechen verdienen könnte, eine Menge Geld. Oder?
“http://www.destatis.de”
Oh danke, Sie konnten sich nicht die Mühe machen, mir eine konkrete Statistik heraus zu suchen?
“Sie haben von MIR gesprochen. Und versuchen immer noch MICH mit den linken und gleichzeitig den Rechten in einen Topf zu werfen. Lesen Sie dazu einfach den letzten Satz in Ihrem letzten Post.”
Wie Sie meinen Posts entnehmen können: Linke und Rechte unterscheiden sich allenfalls hinsichtlich des Feindbildes. Da Ausländer, da Kapitalisten. Das Wesen und die Methode sind überall die gleichen. Das könnten Sie nun bei der Arendt nachlesen.
“Und wo soll Hitler Ihrer Meinung dann hergekommen sein? Vom Himmel gefallen ist er jedenfalls nicht.”
Er ist, und das will man in Deutschland nicht wahrhaben, eben demokratisch gewählt. Machen Sie sich doch einfach mal den “Spass” und googeln Sie das NSDAP Parteiprogramm. Da steht nichts von “grossem Krieg”. Hitler hat den Leuten Honig ums Maul geschmiert, hat am Anfang sogar mit jüd. Organisationen zusammen gearbeitet. Churchill hat H. 1935 als grossen Staatsmann bezeichnet. Genau das ist das Problem im Umgang mit der deutschen Geschichte: man kann und will nicht begreifen, dass das NS-System in den ersten Jahren oberflächlich (!!!!!) gesehen “gut” war. Reden Sie doch mal mit Leuten. Das gleiche System war auch in der DDR. Auch für DDR Bürger war die DDR gut, bis die Leute die Aussenperspektive wahrnehmen konnten, oder etwas aus dem historischen Kontext erkennen konnten. Wirklich, ein riesigen Problem im Umgang mit der eigenen Geschichte. Sie erklären den Aufstieg der NSDAP nicht mit dem Ergebnis am 08.05.1945! Sie erklären das nur evolutionär, aus sich heraus. Und: erklären heisst nicht entschuldigen. Nun, bevor Sie mit dem “Mein Kampf” Argument kommenn “Da stand ja alles drin”: Natürlich stand da alles drin. Nur bis zum 30.01.33 ist das Ding 280.000 mal verlauft, bei fast 900.000 NSDAP Mitgliedern. Nicht einmal jedes 3. NSDAP – Mitglied hatte so ein Teil also daheim. Insgesamt sind auch “nur” 10 Mio. Exemplare verkauft worden (bis 45). Was erkenne Sie daraus? Das deutsche Volk war ist getäuscht worden, ist zum überwiegenden Teil mitgelaufen und -als es zu spät war, als jede Bemerkung gegen das System mit einem Kopfschuss verdankt worden ist, da war es zu spät. Da hat man aus Furcht um das eigene Leben mitgemacht. Die These der 68er vom Tätervolk lässt sich leider nicht halten. Nicht, dass ich die “Feigheit” (schon eine unglaubliche Arroganz der Nachgeborenen) entschuldigen würde (was mir auch gar nicht zusteht) … aber, wie würden wir in einer solchen Situation handeln? Verstehen Sie nun, warum ich gegen jede Form Lafontaine’scher Demagogie bin? Verstehen Sie nun, warum ich Sie auffordere, sich IHRER INDIVIDUELLEN FREIHEIT zu bedienen. Das garantiert Ihnen nur der liberale und in der konsequenz auch kapitalistische Staat.
“Sie können zur KfW gehen, müssen aber nicht. Studienkredite werden von jeder Bank zu unterschiedlichen Konditionen angeboten.”
Ich hatte Zinsesrechung zum Abitur, mir ist also bewusst: 8% sindd mehr als 5% und das wird teuer für mich. Sie haben aber ganz recht. in dem ein oder anderen Bundesland -Farbe muss nicht erwähnt werden- kann man Mathe tatsächlich in der gymnasialen Oberstufe abwählen. Eigentlich sollte man diese Leute -die das beschlossen haben- wegen Volksverdummung einsperren.
“Im kalten Krieg hat es 100 Mio. Tote gegeben? Sie erstaunen mich immer wieder. Falls Sie das mit dem WKII verwechselt haben – für den war Adolf verantwortlich. Zurück ins Klassenzimmer! Nochmal 100 Stunden :-)”
Im Kalten Krieg? Ich spreche von der “guten” Sache in der UdSSR. Stichwort: Gulag. Stichwort: Bautzen II.
“Ähem.. Sie finden die weltweit beste Gesundheitsversorgung in einem ganz, ganz bösen Land. Es heisst Kuba. Noch dazu ist diese Versorgung ABSOLUT KOSTENLOS. Wie schon gesagt, schauen Sie sich Sicko an.”
Ihr Logik möchte ich haben. Kostenlos = gut? Methoden wir vor 100 Jahren, keine Medikamente, einfallende Krankenhäuser, miserable hygienische Standards, uralte medizinische Geräte … aber kostenlos. Super.
“Ich sage nur einen Namen: George W. Bush (selbsternannter “Krieger von Gottes Gnaden” und Mitglied der extremsten christlich- fundamentalistischen Glaubensrichtung der Welt – den Baptisten).
Dieser Mann handelt ausschließlich nach neoliberalen Prinzipien.”
Ja, ich möchte Euch Linke, was passiert wäre, wenn die Amerikaner in den 40er Jahren auch nur Betroffenheit geheuchelt hätten und Hitler gebten hätte, doch endlich “lieb” zu sein – mehr macht Ihr im Moment nicht. Lösen Sie sich endlich von der Illussion, dass totalitäre Machthaber auf ein nettes Bitten der europäischen Linken plötzlich lieb werden.
“Unnötig geworden. Die Finanzkrise kuriert immer mehr Menschen. Der Neoliberalismus ist tot. Sie gehören zu denen, die es noch nicht gemerkt haben, aber das kommt schon noch.”
Mich hat es noch nicht kuriert. Aber: im Prozess gebe ich Ihnen ganz recht. Europas Dekadenzsyndrome sind sehr weit fortgeschritten. Wir stellen -so wie Sie es exemplarisch vorführen- die Grundlagen unseres eigenen Wohlstandes in Frage. Der Zug geht in Richtung tiefstes Mittelalter. Nicht morgen und übermorgen. 150 Jahre hat es Zeit. Aber der Abstieg hat begonnen. Turiner Intellektuelle sprechen schön öffentlich vom “Niedergang”.
“Überlegene Gruppe? Ich geb der SPD, die bekanntlich eher links einzuordnen ist, bei der nächsten Wahl keine 20%. Ihr ach so schlimmer Lafontaine wird höchstens 10% kriegen. Dafür sorgen neoliberale Hetzpresse und Organisationen wie “Konvent für Deutschland” und INSM.
So schnell lässt sich der Neoliberalismus nicht verdrängen. Das liegt – da geb ich Ihnen Recht – am fehlenden politischen Konzept der Linken.”
Der deutsche Linksruck ist ja unübersehbar. Der grösste Elektriker aller Zeiten – Kurt Populist Beck – treibt seine Stammwählerschaft mit der Wiederholung der dumpfen Lafontaine’schen Phrasen in die Arme der Linken. Aber so clever ist der Kurt ja nicht.
Kaffee?
Hey, danke Euch beiden für die Diskussion, das war ja mal ganz unterhaltsam zu verfolgen :-). Ich hätte, ehrlich gesagt, nicht die Motivation aufgebracht, mich in dem Umfang zu beteiligen (bin geistig zu ausgebrannt vom Job), obwohl ich noch ein paar nicht genannte Argumente/Erfahrungen parat gehabt hätte. Trotzdem – allmählich möchte man ihnen (Dipsy) raten, die Diskussion in Würde zu beenden, denn sie beginnen sich spürbar zu diskreditieren.
Danke v01d
“Trotzdem – allmählich möchte man ihnen (Dipsy) raten, die Diskussion in Würde zu beenden, denn sie beginnen sich spürbar zu diskreditieren.”
Tut mir ja leid, mir fehlen nach wie vor Sachargumente. Der gute Markus H. kommt über Herzschmerz- und Emotionsargumente nicht hinaus. Da muss man sich manchmal lustig machen.
Also, ich freue mich auf den gemeinsamen Marsch unter roten Fahnen.
Na das wird ein lustiger bunter Fahnenmarsch werden:
Rote Fahnen, blau gold schwarz und die rot mit weisem Kreuz in der Mitte, vermutlich noch schwarz rot golden und dann noch den Hund mit dem blauem Halsband. Uiuiui.
Ach und wenn ihr beiden aufeinander trefft holt ihr vermutlich eure Flaggen ein und hisst beide den Jolly Roger :-)
Vielleicht noch ein ‘ärztlicher’ Buchtip zum Thema ‘Sachargumente’ vs ‘Herzschmerz- und Emotionsargumente’:
Arno Gruen: Der Wahnsinn der Normalität – Realismus als Krankheit
Denn nur ein Hinweis auf Kant und ‘das moralische Gesetz in mir’ scheint mir angesichts derart fortgeschrittener sozialdarwinistischer Machtverherrlichung (‘die haben doch nur ihre Chancen genutzt’) nicht mehr ausreichend. Es scheint mir aber bezeichnend, dass man sich über Mitgefühl und Parteinahme für Schwächere ‘lustig machen muss’. Da ist dann tatsächlich der Marsch unter was für Fahnen auch immer nicht mehr weit. Dass man auch Idealismus missbrauchen und für Machtzwecke einsetzen kann – geschenkt. Ich empfehle wie gesagt die – selbstverständlich kritische – Lektüre.
Das ist ja Klasse. Wenn die Faktenlage erdrückend ist, dann kommt man plötzlich mit dem Argument, “Menschlichkeit” und Co. würden ausbleiben. Wenn es nicht passt, dann stempelt man es eben als Krankheit ab.
Natürlich sind wir alle von “irrationalen” Dingen geprägt, diese Dinge sind unser eigentlicher Antrieb. Das ändert doch aber nichts daran, die Lage an sich erst einmal zu analysieren. Ohne Träumerei, Verklärung etc..
Zunächst einmal – welche Faktenlage ist erdrückend? Dass sich die Weltwirtschaft, insbesondere die ‘entwickelteren’ Wirtschaften seit geraumer Zeit in einer sich verhärtenden Überproduktions-/Unterkonsumtionskrise befindet, für die die ‘neoliberale’, spezielle Form der Globalisierung nur eine kurzfristige Linderung, aber beileibe keine Lösung, sondern letztlich im Gegenteil wieder nur eine Verschärfung darstellte? Dass die Weltwirtschaft der letzten Jahre nur noch mit gigantischer Verschuldung und massiver Enteignung aufrecht erhalten werden konnte, kurz dass die ‘Realakkumulation’ so nicht mehr funktioniert? Dass gut 10% an einem auch immer restriktiver formulierten Existenzminimum einer Bankrotterklärung einer der reichsten Volkswirtschaften dieser Erde gleichkommt, dass das aber immer noch ‘Gold’ ist gegenüber dem, was die Schwächsten in den Schwellen- und Entwicklungsländern erleiden müssen? Dass dieses System wesentlich auf Raub, Lug und Trug aufbaut und eine ausgleichende ‘Verantwortungsethik’ immer mehr von dem zunehmenden Verwertungsdruck ‘überflüssigen’ Kapitals zerrieben wird und im Gegenzug ‘überflüssige’ Menschen produziert werden? Dass laufende Erhöhung der Dosis nur in weiterer Verschärfung resultieren kann? Dass wir längst in einer ‘Planwirtschaft’ leben, dass die aber wesentlich in den Konzernzentralen und zunehmend jenseits aller ‘Demokratie’ stattfindet?
Wie Sie sehen, habe ich gegen eine sachlich-schonungslose Analyse überhaupt nichts einzuwenden. Wogegen ich mich in meinem Beitrag gewandt habe, ist das (implizite) ’so ist es nun einmal, so ist der Mensch’. Wozu ich auffordere, ist genau das zu hinterfragen, und zwar tatsächlich mit Verstand *und* Herz. Sie schreiben ja sogar selbst, dass die ‘irrationalen Dinge’ unser eigentlicher Antrieb seien. Dann sind aber die neoklassisch/neoliberalen Theorien mit ihrem ‘rationalen’ homo oeconomicus von vornherein hinfällig bzw wenigstens unzulässig verkürzt. Und damit natürlich auch der ‘Realismus’, der sich auf sie stützt.
Danke fuer diesen Artikel. Das war wohl die beste und erfrischenste politische Analyse3 die ich in den letzten Monaten lesen durfte. Einen Punkt moechte ich dabei besonders herausstellen.
“Und, an die zahlreichen Hayek-Jünger [Wiki] die Frage gerichtet: Wenn unsere staatliche Verantwortlichkeit nicht marktkonform ist, wie marktkonform sind eigentlich Monopole?”
Damit treffen sie den Nagel auf den Kopf. Aus ihrem Artikel liessen sich auch noch weitere aehnliche Aussagen ableiten. Ich erlaube mir mal einige Beispiele zu kreieren:
– Wie bitte soll Konkurenz entstehen wenn Staatliche Auftraege (ueber Lobbyisten und “Fremdarbeiter”) von den selben Leuten vergeben werden die sich darum bewerben? –
– Welche Entscheidungsfreiheit gewinnt der “muendige Buerger” wenn er sich zwischen genau einem staatlichen Kindergarte oder genau einem konzernkontrollieren Kindergarten/Wasserversorger/Krankenhaus usw. “entscheiden” darf? –
Die Antwort ist natuerlich klar: Es ist ueberhaupt kein Gewinn, denn diese Art der Umstrukturiereng hat mit einer Marktwirtschaftlichen Wirtschaftsordnung ueberhaupt nichts zu tun!
Leider verwaessern sie diese (entscheidende Erkentniss) im spaeteren Verlauf ihres Artikels wieder etwas was dazu fuert das sich viele der folgenden Kommentare leider nicht mehr um das eigentliche Problem kreisen sondern darum ob Marktwirtschaft den nun funktionieren wuerde oder nicht, ob es die unsaegliche “unsichtbare Hand” des Marktes den nun wirklich gibt oder nicht usw.
Uns wird hier eine doppelte Luege aufgetischt: Erst wird uns von der breiten Medienlandschaft vorgegaukelt das unser Land staerker Marktwirtschaftlich und liberal ausrichten wuerden soll und dann erzaehlt man uns unter dem Deckmantel der Marktwirtschaft das dies auf lange Sicht zu unserem eigenen besten sei.
Worum es hier geht ist nicht die Frage ob der Markt funktioniert, es ist kein Kampf zwischen “linken” oder ernsthafter “marktwirtschaftlich, liberalen” Ansaetzten. Hier geht es darum wieviel wir Macht wir in unserem Land einem Haufen undemokratischer, korrupter Kartelle und monopolisten ueberlassen wollen.
Diese Leute wollen staatliche Monopole durch Konzernmonopole ersaetzen und sich danach die Korruption der fuer sie zustaendigen Kontrollorgane am liebsten noch legalisieren lassen (Projekt Seitenwechsel ist in der Tat ein wundervolles Beispiel).
Und hier bin ich wieder ganz Konform mit dem Autor des Artikels:
“Die Thematik, mit der ich mich beschäftige, ist verbindlich für jeden Menschen demokratischer Gesinnung und muss uns allen als Anstoß zur Diskussion {und ich wuerde Hinzufuegen: zum Handeln} dienen.”
Lasst die Idiologischen Grabenkaempfe fuer eine weile ruhen. Denn jedesmal wenn diese Diskussionen gegeinander ausgefochten werden lachen sich die Designer des neuen Deutschlands ins Faeustchen. Egal ob ihr fuer oder gegen mehr Martwirtschaft in Deutschland seit, kein ernsthafter Demokrat, Oekonom oder sozial gesinnter Mensch ist ein Freund von Vetternwirtschaft und Korrupten Kartellen sein.
Hi,
War ne Zeitlang in Urlaub, würde die Diskussion aber gern fortsetzen.
Ich pick mir jetzt nur mal ein paar Rosinen heraus :-)
>Das die bösen Konzerne, die zuvor von den sozial Gerechten enteignet >worden sind, ein gewisses Interesse an der Wiedererlangung des >Eigentums hatten, liegt wohl auf der Hand, oder?
Die “bösen Konzerne” waren vorher nicht in Chile. Wie konnte da eine Enteignung stattfinden? Erst Pinochet ermöglichte ihnen den Zugang in sein Land.
>Dann sind Oskar Lafontaines Anmerkungen ja auch rechtsradikal.
Welche? Im Gegensatz zu Typen wie Koch hat dieser Mann noch keine NSDAP-Parolen nachgeplärrt. Sie erinnern sich an die Ausländer raus-Hetzkampagne bei der letzten Hessen-Wahl?
>Ganz nebenbei: Joachim Fest hat die Regierung Hitler auch mal als >linkes System beschrieben.
…im Gegensatz zu tausenden von anerkannten Historikern. Vermutlich leugnet diese Type auch noch den Holocaust…
>Wie gesagt: ob Klassen- oder Rassenideologie. Beides gehört weg.
Da gebe ich Ihnen Recht.
>Jede Form der staattlichen Bevormundung, jeder “gute Sache” ist >problematisch.
Lassen Sie das “staatlich” raus, dann gebe ich Ihnen nochmal Recht. Bevormundung durch die Privatwirtschaft ist genau so übel.
>Das haben Sie beim bösen Liberalismus eben nicht. Da zwingt Sie >niemand, so und so zu handeln.
Ach ja? Warum gibt es bei DVDs dann einen Ländercode?
>Das ist nun das Gegenbeispiel? Weil ein Verlag pleite geht?
Sie haben behauptet in Amerika gäbe es einen freien Markt mit vielen konkurrierenden Verlagen. Durch die Random-House-Pleite gibt es dort nur noch einen einzigen, nämlich Bertelsmann.
>Hat es in Ihrer Buchhandlung den eigentlich keine Abteilung wo es >irgendwelche wirtschaftswissenschaftliche Schinken hat?
Ich verkaufe sogar die Werke Ihres Lieblingsautoren Milton Friedman. Als Händler muss ich nicht mit der Meinung der Autoren übereinstimmen.
>Hätten die lokalen Machthaber die Gewinne aus dem Rohstoffverkauf >für die Menschen eingesetzt, dann wäre es da auch zu einem >bescheidenen Wohlstand gekommen.
Sie haben die Ideologie, für die Sie hier so hartnäckig kämpfen nicht verstanden. Käme es in China/Kongo/Zimbabwe zu Wohlstand für das Volk könnten die westlichen Konzerne dort nicht mehr so billig produzieren lassen. DESHALB unterstützen die Konzerne Menschen wie Mugabe, Pinochet und Co.
>Neoliberler Kurs? Hallo? Die Regierung Merkelbeck ist alles andere >als “neoliberal”.
Warum hält sie sich dann zu 100% an die Lehren der Chicagoer Schule? Warum werden immer mehr Staatsbetriebe privatisiert? Die derzeitige Regierung führt fort, was Kohl und Blüm 1982 eingeführt haben. Nämlich den Neoliberalismus.
>Das sind Umverteilungsmeister.
Das stimmt. Des Bürgers Geld wird in die eigenen Taschen umverteilt :-)
>Nein, glaube ich nicht. Ich darf ja nur immer mehr Steuern zahlen. >Deswegen will ich die ja konsequent zurecht stutzen.
Umsatz- und Körperschaftssteuer werden regelmäßig gesenkt. Was wollen Sie denn – als Vertreter der absolut freien Marktwirtschaft – noch mehr? Diejenigen, die viel Steuern zahlen, sind nach neoliberaler Auffassung selbst schuld. Sie erinnern sich? Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied…
>Methoden wir vor 100 Jahren,
In Kuba? Na klar. Kernspintomografie und minimal invasive OPs sind ja auch sowas von veraltet. Hat nicht Karl der Große bei uns die Endoskopie abgeschafft? :-)
>keine Medikamente, einfallende Krankenhäuser, miserable hygienische >Standards, uralte medizinische Geräte
Ich glaube Sie sind mit dem Finger auf der Landkarte verrutscht. Solche Zustände finden Sie wohl eher in Afrika.
>Das deutsche Volk war ist getäuscht worden, ist zum überwiegenden >Teil mitgelaufen und -als es zu spät war, als jede Bemerkung gegen >das System mit einem Kopfschuss verdankt worden ist, da war es zu >spät.
Genau das passiert gerade wieder. Aber nicht, wie Sie vermuten, von Links, sondern von RECHTS. Es war nicht Lafontaine, der die Vorratsdatenspeicherung eingeführt hat. Es war auch nicht Lafontaine, der in Hessen “Sozialschmarotzer und Ausländer raus” geplärrt hat. Und es ist auch nicht Lafontaine, der durch Think Tanks wie Bertelsmann und INSM das deutsche Volk gerade einer intensiven Gehirnwäsche unterzieht.
Die Argumentationsfreude von “dipsy” hat ein kleines Fehlerchen: Im Gegensatz zu allen anderen Einträgen wird sie bezahlt – und zwar gut, wie ich hoffen möchte. Wie soll Bertelsmann sich denn sonst gegen Veranstaltungen wie diese hier zur Wehr setzen?
Heute wird in Gütersloh übrigens demonstriert. Guter Anfang das.
[...] sicher ihr Geld wert. Ich finde aber, da es allen in diesen kapitalistisch orientierten Zeiten: Was derzeit wirklich passiert, Teil II | pelastop summelsarium , will nur versuchen bischen zu belegen, dass es nicht mehr um die Menschen geht sondern ums Geld [...]
@zacharias:
Das erklärt einiges. Als bezahlte Bloggerin darf sie natürlich keine anderen Argumente akzeptieren. Mal sehen welche Geschütze das Imperium noch auffährt, wenn es merkt, dass nicht alle auf die Gehirnwäsche ansprechen.
@ Markus: nix “BloggerIN”.
Dipsy ist ganz sicher männlich.
Oder “sie” verwendet zur Tarnung eine Emailadresse die von der Webseite eines Vereins kommt die nur Männer aufnehmen. (Das wäre natürlich eine arglistige Täuschung der Admins hier. Genauso wie “sie” dann ihre IP Adresse sehr geschickt getarnt hätte, dass wir hier meinen “er” säße inzwischen bei einem angesehenen schweizer Kreditunternehmen ;-)
Na zum Glück sieht die Email keiner außer uns dreien, sonst würde noch einer hier auf die böse Idee kommen und ihn mit Spam oder sonstigen Böswilligkeiten zu überfluten. Wir behalten die Adresse also mal besser für uns – diese Spielwiese hier ist doch viel lustiger für solchen Schlagabtausch ;-)
[Und als Hinweis für alle anderen: die Mailadressen die ihr zum Kommentieren eingeben müsst müssen nicht real sein, das ist nur so ein Witz von Wordpress wenn ich das richtig verstehe. Die IP Adressen (oder sogar eure Servernamen) hingegen sehen wir aber schon hin und wieder - da müsstet ihr euch mehr Mühe geben ;-) ]
Nochmal @ Markus: das “sie” in Zacharias’ Kommentar war auf “die Argumentationsfreude” bezogen, nicht auf das Geschlecht von Dipsy, daher wohl die Verwechslung ;-)
Wobei es unerheblich ist, ob er/sie männlich oder weiblich ist. Wir sollten Dipsy nach TATEN beurteilen, nicht nach dem Geschlecht.
“Genau das passiert eben NICHT. Die Neocons mögen glauben, dass es heute noch genau so leicht geht wie damals (stell ihnen einen Volksempfänger hin und fertig) – aber: Die junge Generation liest Blogs. Lügen der Politiker werden in 5 Minuten enttarnt und gnadenlos veröffentlicht. Das ist der Grund, warum der Plan der Neoliberalen nicht aufgeht. Die Leute sind nicht so dumm wie dieser Personenkreis annimmt und wissen sich durchaus zu wehren. Sie sagen es nur nicht, sondern umgehen gewisse Sperren einfach schweigend :-)”
Dazu ist nur zu sagen, sie lesen derzeit noch die Blogs, die sie wollen. Über kurz oder lang werden die da oben das verbieten bzw. verunmöglichen.
Klasse Artikel, Herr Döllein! Auch sehr schön, dass Sie dabei keine politische Richtung einnehmen (ok, wenn Sie Mitglied in der CSU sind). Sondern das bestehende und menschenverachtende System darstellen. Übrigens wäre da auch noch die Frage zu stellen, ob Sie die Neue Medizin nach Dr. Hamer kennen!??
Lieber Gruß!
Komme von den NDS hierher und habe den ganzen Rest des letzten Tages des alten Jahres zum Lesen der Kommentare benötigt. Deshalb kommt mein “kleiner” Kommentar erst im Neuen… ;-)
Sehr gut wie hier ein aufrechter Demokrat reagiert. Das beweist, dass die Basis noch in Ordnung ist. Da wird auch in Bayern mal Kooperation von eher Linken mit eher Konservativen auf kommunaler Ebene möglich wdn, so wie es im Osten schon lange gang und gebe ist.
Das der neoliberale Ungeist noch sehr lebendig ist, merkt man nicht nur an diesen unsäglichen Comments eines bezahlten “Jungliberalen”, der ganz zu Unrecht Kant für sich vereinnahmt, denn der hat nachgedacht, nicht -geplappert! Seine Philosophie stellte zu seiner Zeit einen Fortschritt dar – der Neoliberalismus hingegen ist ein Rückfall ins MA, denn so weit reichen seine Wurzeln zurück. Die indoktrinierte Argumentation dieser Leute (eine Frechheit, Anderen Indoktrination vorzuwerfen!) ist eine Beleidigung nicht nur meiner Intelligenz, von den dümmlichen Zwischenrufen eines schwäbischen Brüderle im Bundestag ganz zu schweigen…
Wo war Schwaben, war Bayern vor 150 Jahren?! Deshalb auch eine Revolutionsarmee unter einem General namens Engels – heute von diesen Leuten längst vergessen. Preußen hat übernommen und den wirtschaftlichen Aufschwung gebracht mit Methoden, die denen heutiger Wirtschaftspolitik diametral entgegengesetzt waren. Deren “Erfolge” bewirken also auch das Gegenteil – Abschwung statt Aufschwung. Interessant hierzu ist das Buch eines bayrischen Unternehmers, Unternehmensberaters und Mannes, der nach eigenem Bekunden auf den “preußischen Titel eines Diplom-Volkswirts stolz” ist: Der deutsche Weg – Deutschlands Weg ins 21.Jahrhundert, Volker Biek.
Hier wird auch auf den Ausverkauf der DDR-Volkswirtschaft eingegangen, zu dem ich auch noch eine kleine Anekdote beitragen kann:
Eine Kursantin der Multimedia-Weiterbildung bei L4 (Bln), aus Hannover stammend, Wiwi-Absolventin, HartzIV, sagte mir, dass sie als Praktikantin bei der Treuhand im Monat ungefähr so viel verdient hat wie die Betriebe verscherbelnden, gänzlich unerfahrenen Jungabsolventen an einem Tag. Na, wirft das nicht ein bezeichnendes Licht auf diese Gesellschaft?! Synergieeffekte aus der Zusammenlegung der Potenzen 2er VWn (wie wahrscheinlich auch von Gorbatschow erhofft, Frankreich und UK befürchtet) waren nicht gefragt – es ging nur um Konkurrenzverhinderung, Bereicherung und Karriere. Solche Leute hätte der so oft so hochgelobte F2, der Große, mit Schande davongejagt, ihre Besitztümer eingezogen oder vernichtet wie er es bei der Besetzung Dresdens mit dem Palais des von ihm ob seiner Korruptheit verachteten sächsischen Ministers Brühl tuen ließ. In diesem Zusammenhang wirkt es schon befremdlich, dass die Bundesregierung statt eines (auf Grund seiner Architektür und technischen Ausstattung in Europa einmaligen) Volkspalastes ein (auch von den Preußenkönigen ungeliebtes) Schloss wiedererrichten lässt (jahrzehntelang ein “Grauer Kasten”). Bei L4 habe ich auf dem Abbild eines Schmiedes bei der Arbeit sinngemäß folgenden Satz gelesen: “Es kommt nicht darauf an, die Asche zu bewahren, sondern das Können.” Die Preußenkönige jedenfalls hätten ihren “Grauen Kasten” bestimmt nicht wieder so aufgebaut. Dafür dachten sie zu rational und waren zu sparsam. Wenn es sein musste, haben sie aber auch die wirtschaftliche Entwicklung in die Hände genommen. Die Eisenbahn nach Königsberg wäre nie gebaut worden, hätte man auf private Investoren gewartet. Denen waren die Weichselsümpfe zu heikel, dem preußischen Ingenieurspionierkorps nicht!
Woran man wieder sehen kann, an den Ingenieuren liegt’s nicht! Auch heute noch haben wir solch tüchtige Menschen. Aber ähnlich wie jetzt die Ärzte wurden sie schon vor Jahren entmündigt. Das Sagen haben nicht mehr wie in Gründerzeiten die firmengründenden Erfinder, die wahren Macher, sondern eine Kaste parasitärer “Finanzfachleute” und Juristen. Vor diesem neuen Adel hatte schon der alte Flick als “Herrschaft der Prokura” gewarnt. Diese Leute wdn nach der Casino-Bewertung “ihrer” Unternehmen bezahlt. Sie handeln deshalb kurz-, nicht langfristig. Diese Art von Kapitalismus entwickelt sich so immer mehr zu einer Fortschrittsbremse. Somit tut die Regierung der dt Automobilindustrie keinen Gefallen, wenn sie die Durchsetzung größerer Umweltfreundlichkeit ihrer Produkte immer weiter verschiebt. Das hilft nur im Moment und auch nur ihren inkompetenten Bossen. Wenn dann aber in absehbarer Zeit die ausländische Konkurrenz die Nase vorn hat, wdn auch diese Leute nicht mehr die gewohnten Bezüge einfahren können, aber viel schlimmer – unsere wichtigste Exportsäule wird wegbrechen, wenn das nicht schon jetzt die Finanzkrise besorgt.
Da wird immer so viel auf die Beamten geschimpft und dabei ganz vergessen, dass die nur die verfehlte Politik unfähiger und lobbyistischer Politiker umsetzen müssen. Viel schlimmer aber sind die, die so handeln wie gemeinhin Beamten zugeschrieben wird, aber ungleich viel mächtiger sind, weil sie die Geschicke der Wirtschaft und damit das Handeln der Politiker bestimmen. Im Kalten Krieg hatte zumindest der europäische Kapitalismus seine Flexibilität und eine ihm noch immer innewohnende Anpassungsfähigkeit bewiesen. Unter dem gewachsenen neoliberalen Einfluss der Nachwendezeit droht er zunehmend zu einem endgültig dogmatisierten und jedwedem Fortschritt abholden Monstrum zu erstarren. Begünstigt wird dies wohl auch durch die nachgewiesenermaßen (arte) besonders geringe Kreativität von Topmanagern und Politikern… ;-)
Tja, der “Neue Adel” und damit der Feudalismus lässt grüßen; Beweis dafür, dass nicht der Kapitalismus, sondern er die “ewige” Gesellschaftsordnung der Zivilisation ist. Mit ihm begann sie, mit ihm wird sie auch enden! Was danach kommt, weiß Keiner. Marx sprach hier von kommunistischer, will heißen “gemeinsinniger” Gesellschaftsformation. Aber, ob die aus neofeudalistisch-dogmatischer Erstarrung heraus zu erreichen ist, wage ich zu bezweifeln. Eines ist jedenfalls klar. Wenn der Kapitalismus in feudalen Formen erstarrt, wdn wir nirgendwo mehr hingelangen. Die Zivilisation wird einfach dahinsiechen und letztlich an ihren selbstgeschaffenen Problemen zugrunde gehen. Wäre ja auch nicht das 1.Mal in der 100tsdjährigen Menschheitsgeschichte (Homo sap out of Africa). Da ist doch schon genial, was der große Visionär Gene Roddenberry (StarTrek) da für das 21.Jhd vorausgesehen hat… Allerdings hat er wie alle großen Künstler noch Hoffnung auf ein Danach. Und das ist, genau betrachtet, bei ihm Kommunismus Marxscher Definition. Was wäre, wenn da plötzlich ETI auftauchen würde, mit ökonomisch ganz anderer Praxis, verwundert den Kopf schüttelte und wie in Contact zu Jodie Foster sagen würde: “Das machen wir schon seit Mio Jahren so!”?
Im Übrigen beweist der bewusste bezahlte “jungliberale Bertelsmannjünger” seine Unkenntnis der jüngeren dt Geschichte auf erschreckende Weise: Nie was vom “Rat der Götter” gehört, der A.H. auf seinen Schild hob, nie was von den dt Industriellen auf der Kriegsverbrecherbank in Nürnberg, nie was von der NS-KZ-Chemie-Vergangenheit des BMW-Käufers der Nachkriegszeit – alles gut dokumentiert und belegt und zu nachtschlafender Zeit oder im konkurrierenden “Zeit-Mainstream” von Sendern wie Phoenix ausgestrahlt. Auch nie was von “Führer und Gefolgschaft” gehört, was gerade auch als Wirtschaftsprinzip galt. Das das nicht alle Unternehmer mittragen konnten/durften steht auf einem anderen Blatt.
Während die DDR ebenso wie weiland Preußen Industrien in dünnbevölkerten und/oder unterentwickelten Gegenden aufgebaut hat, um Arbeitsplätze zu schaffen und Menschen anzulocken, entvölkert die Bundespolitik sie wieder und darüber hinaus auch noch die alten Industriestandorte in Sachsen und Thüringen. Hätten die alten Preußen (und einige wenige Kleinstaaten, Hessen gehörte nicht dazu!) nicht ihre, sondern so eine Politik betrieben, wäre Deutschland heute noch ein Agrarstaat! Das wdn wir natürlich nicht wieder, sondern vermutlich viel weniger…
Was die Abwanderung betrifft – da hätte sich Kohl doch die Kosten der Wiedervereinigung sparen und den Osten gleich an Polen und Tschechen verkaufen können…
Was Berlin betrifft, das war zu DDR-Zeiten wie auch in den Jahrzehnten zuvor stets auch Produktionsstandort und Hauptstadt anders als Bonn. Auch heute noch gibt’s hier etliche Produktionsbetriebe. Ich frage mich aus welchem Hinterwäldlerkaff man stammen muss, um das nicht zu wissen?! So Einer hat nichts in Berlin verloren – die Berliner sind da bekanntlich nicht fein…
Ich halte es lieber mit dem Wahl-Berliner, der meinte, er wohne lieber hier als in irgendeiner anderen dt Stadt, weil er auf dem Bürgersteig viel seltener angerempelt wird – die Berliner laufen einfach schneller. Das gilt allerdings leider nicht für Rolltreppen (wenn das nicht auch überwiegend Touristen sind)… Nur die Wiener sollen da noch unbeweglicher sein und auch auf stillgelegten stehen bleiben… ;-)
In diesem Sinne PROSIT NEUJAHR!
Lucius :-?
PS: Wir lesen uns, gerne auch auf Wendurs Ureda.