Wetterbeeinflussung
Will man bei uns daheim das Wetter beeinflussen, so ist das sehr einfach:
Man isst seine Suppe nicht auf, dann wird das Wetter morgen schlecht.
(Dieser Zusammenhang ist reichlich simpel – er enthält nur einen Faktor – jedoch erscheint er auf den ersten Blick nicht selbstverständlich verknüpft, weshalb die Menschen vermutlich Jahrhunderte brauchten um diesem meteorologischen Phänomen auf die Spur zu kommen.)
In Dublin ist das anders.
Da kann man an einem Tag auf die Zusammenhänge kommen. Gleichwohl sind diese dann aber abhängig von mehreren Faktor (die man aber hervorragend aufeinander abstimmen kann).
Man nehme eine Woche Sonnenschein.
Einen freien Tag an dem man mal Wäsche waschen will.
Die Überzeugung, dass das gute Wetter anhält.
Seine Wäsche hängt man demnach draußen auf die Leine.
Dann muss man sich abends irgendwo einladen lassen. (Ich glaube, das ist der schwierigste Part – dafür muss man sich etwas Mühe geben.)
Kurz bevor man geht braucht man dann die Überzeugung, dass man die Wäsche noch nicht reinholen muss.
Wenn man alle diese Faktoren gut beachtet hat, wird es in den nächsten Stunden regnen.
Ist ganz einfach :-/
Gute Sache, ähnelt einer Theorie über öffentliche Verkehrmittel, die besagt, das der Bus oder die Strassenbahn immer genau 20,653 (+/- 0,004) Sekunden nach dem Zeitpunkt kommt, an dem man sich, vom Warten zermürbt, eine Zigarette angesteckt hat.
Durch langjährige Experimente glaube ich im Umkehrschluss sogar behaupten zu können, man kann allein durch gut sichtbares Hervorholen eines Feuerzeuges die Abfahrtszeiten beeinflussen, wissenschaftlich würde ich das Phänomen irgendwie mit der Unschärferelation in Verbindung bringen, wenn mir danach wäre.
Neulich hatte ich mir fest vorgenommen meine Eltern mit dem Phänomen zu unterstützen (die mich besuchten und einen Tagesausflug planten).
Muss ich glatt mal überlegen wie der Plan war… *denkdenk*…
Ah ja:
Ich wollte Wäsche waschen und sie dann absichtlich in mein Zimmer hängen!
Ha, dann hätte ja eigentlich die Sonne scheinen müssen!
Dummerweise hab ich dann aber vergessen das zu machen und es hat den ganzen Tag über geregnet. Meine armen Eltern …
@ SteinMain:
Die Idee ist schon mal nicht schlecht mit der Heisenbergschen Unschärferelation. Weil diese ja als unumstößliches Axiom öffentlicher Verkehrsmittel im Raum steht:
Man kann nie exakt wissen, wo ein Objekt (Bus, Bahn, Elektron etc.) sich zu einem bestimmten Zeitpunkt befindet. Oder andersrum: weiß man den Ort, dann weiß man nicht, wann das Objekt dort ist.
Dieses Axiom wird besonders in südlichen Ländern (z.B. Rom) aber auch in Dublin eingehalten. In besonders Heisenberg-orientierten Ländern werden auch Verabredungen unter Freunden nach diesem Prinzip ausgelegt. Andererseits scheinen sich viele Busse gerade in Deutschland vehement gegen dieses Axiom zu stemmen wodurch sie es unbegreiflicherweise schaffen, ihre Busse i.d.R. nicht mehr als plusminus ein, zwei Minuten an die Haltestellen zu schicken. (Merke: Unschärferelation wird hier im Bezug auf die Örtlichkeit relativ unterschiedlich interpretiert.)
Aber wenn du deine Zigaretten-anzünde-Bus-kommt-Theorie ernsthaft beweisen willst, dann geht das aus genau oben genanntem Grund nicht.
Du kannst nicht an einem definierten Ort (Bushaltestelle) zu einer definierten Zeit (Zigarettenanzünden plus etwa 20s) das Objekt (Bus) haben. Genau das macht dir die Unschärferelation nicht mit.
Aber du könntest das Objekt mit einer Wahrscheinlichkeit dort haben ;-)
Hab mir die Herleitung der Unschärferelation noch mal kurz angeguckt. Das ist ja eine meiner leichtesten Übungen die Parameter deines Problemes hier einzubauen:
z steht dabei immer für deine Zigarette.
Re(z) ist eine reale Zigarette die du in deinen 2 Fingern hälst.
Im(z) ist die imaginare Zigarette bei der du ernsthaft überlegst ob du sie dir noch anzünden solltest oder nicht bis der Bus kommt.
(Die Betragsstriche um das erste z stellen in diesem Fall die Zigarettenschachtel dar. Und die 2 steht da weil dir die Entscheidung “doppelt wichtig” ist. (Erstens wegen dem Bus und zweitens wegen der Zigarette natürlich.))
Ganz rechts in der Gleichung erkennt man das Bushäusschen in dem du stehst.
Das i steht für Individuum – das bist du.
Die 2 vor dir steht für deine zwei Möglichkeiten.
Du stehst unter dem Strich weil dich die Entscheidung niederdrückt.
Die 1 sagt dir, dass du aber nur eine Entscheidung treffen kannst.
Neben dir sind deine Zigaretten (z ist die normale Zigarette, z* ist die entzündete Zigarette).
Du stehst im Bushäusschen (diese komischen eckigen Klammern). Hatten wir aber ja schon.
Und die letzte 2 über dem Bushäuschen leuchtet da auf, weil die Situation äußerst 2felhaft ist.
Du hast eindeutig zu viel Zeit!
Peter, ich danke dir für deine sorgfältige Recherche !
Stunden um Stunden stand ich schon vor den kryptischen, mit Buntlack auf die Bushäuschen aufgesprayten Formulierungen, jetzt wird mir klar:
Es handelt sich einfach um forschende, junge Menschen, die, analog zu Bleistift und Papier, mit Spraydose (oder Edding) und Bushäuschen eines der letzten Geheimnisse zu ergründen versuchen, nämlich das ÖPNV-Zigaretten-Paradoxon (den Namen habe ich halt mal leichtfüssig so festgelegt jetzt).
Für Fachleute: Das Quadrat über dem Bushäuschen ist übrigens skalierbar, bei Werten unter 1,7 heist der Busfahrer Schrödinger.
Das Spiel mit der Wasche kann man übrigens auch öfters am Stück spielen:
Man könnte ja einfach resigniert aufgeben wenn man feststellt, dass die Wäsche klitschnass auf der Leine hängt und sie einfach reinholen. Aber nein, man kann sie ja auch noch einen Tag länger hängen lassen in Hoffnung auf gutes Wetter.
Ich glaube wenn man das hartnäckig genug macht kann man 365 Tage Regen im Jahr erzwingen…
(Ich hab nach 2 aufgehört weils mir zu albern war und hoffe nun auf gutes Wetter.)
Heute ist es also endlich so weit:
Nein, es ist nicht etwa, dass mein draussen haengender Schlafsack endlich mal trocken waere!
Nein, es ist soweit, dass er lang genug draussen zwischen halbtrocken, ganztrocken (aber Peter nicht da) und regennass hing. Heute kam er wieder in die Waschmaschine!
Bloss diese doofe Waschmaschine verbruedert sich jetzt mit dem schlechten Wetter – und laesst meinen Schlafsack klitschnass.
Mit der Waschmaschine mach ichs nochmal so wie Farin Urlaub :-/
Gestern war das vielleicht komisch. Hatte aber nix mit Waesche zu tun. Na vielleicht deshalb…
Es hatte den ganzen Vormittag geregnet und ueber mittags und in den fruehen Nachmittag auch.
Und ich hatte geplant an dem Tag ne Shisha zu rauchen.
Bereite ich mich also drauf vor, die unter dem Vordach zu rauchen. Kaum geh ich raus faengt die Sonne an zu scheinen. Cool.
Peter ganz raus.
Dann eine super leckere Shisha geraucht (einmal noch Tabak nachgefuellt und zwei Kohlen durchgeraucht) und dabei ein Buch durchgelesen (nur 80 Seiten). Dabei paar Woelkchen aber viel Sonne.
Bin ich fertig und gehe wieder rein, keine 10 Minuten spaeter faengt es wieder zu schiffen an aussen.
Wow.
Vermutlich haette es schon frueher angefangen wenn ich auch nur eine Socke gleichzeitig rausgehaengt haette…