FAZ kurz vor dem Ende?
Junge, Junge, bei den Journalisten herrscht offene Verwirrung, Panik, *hmm* ehrlich gesagt, habe ich keine Ahnung, was die in letzter Zeit antreibt. In einer bekannten deutschen Zeitung hat aber ein Germanist irgendwas Falsches gefrühstückt. Zieht dieser seltsame Kerl doch glatt in der Öffentlichkeit FAZ über Millionen von Bloggern her. Hier mal ein kleines Beispiel:
…Der Blogger bleibt der arbeitsweltliche Asoziale, mit dem keiner draußen spielen wollte…
Angst um Ihre Zukunft, Herr Wagner? Sie fühlen sich wie ein “Hund, der von Flöhen ausgesaugt wird”? (Achtung, das war auch so ein Zitat). Ich bin auch schon “total neidisch” auf Ihren Job bei dieser Tageszeitung, bei der man einfach mal über eine komplette Generation von Menschen schimpfen kann und das auch noch publiziert wird.
Ich vermute ja er darf das, weil der Artikel eh von keinem mehr gelesen wird und das Schiff “Journalist” einfach weiter sinken wird. Anstand und Benehmen sind auf jeden Fall was Anderes. Gab es nicht mal eine Zeit, in der die eigene Mutter einem die Zunge mit Seife abgewaschen hat, wenn man so einen Unsinn von sich gegeben hat?
Den vollständigen Artikel als Foto bei Flickr. Gefunden bei Lanu via Tivoli-Blog.
Update:
Den Artikel gibts auch bei der FAZ online aber wie das in unserer schönen neuen Welt so ist, natürlich nur gegen Bezahlung. Schein wohl unter dem Titel “Aus Sch…. Geld machen.” zu laufen.
Update 2:
Lanu hat noch weiter bezüglich des, vermutlich ziemlich frusterzeugenden, Werdegangs des Herrn Wagner recherchiert. Egal was diesen offensichtlich selbsternannten Journalisten (zumindest taucht kein entsprechendes Studium in seiner Vita auf) geritten hat, nachdem er jetzt Luft abgelassen hat sollte er sich besser fühlen. Landschaftsgärtner soll auch ein sehr entspannender Beruf sein, Herr Wagner.
so einer wie der wurde doch früher auf schulhof mit dem kopf in den matsch gedrückt.
Ich glaube nicht, dass wir Blogger es nötig haben, mit solchen Kommentaren ins Feld zu ziehen, wir haben viel bessere Trümpfe im Ärmel. Da wäre zum Beispiel der Punkt, dass wir aus Überzeugung schreiben, aus dem Antrieb, etwas zu sagen, und nicht etwa, Zeile um Zeile vollbekommen zu müssen, um das entsprechende Honorar abzustauben. Dass manch ein Journalist der alten Garde Angst bekommt, weil ihm das Monopol auf Wissensquellen und Meinungsbildung aus den vermeintlich priviligierten Händen gleitet, ist verständlich. Schließlich geht Fressen nach wie vor vor Moral, oder steht hinter einer Kritik wie der Herrn Wagners etwa die Sorge um unser Geistesleben? Oder nicht doch viel mehr jene um sein Stück vom Kuchen? Schade, dass so vielen nicht aufgeht, was sie doch aus der historischen Erfahrung des Übergangs von einem Medium zum anderen gelernt haben sollten. Schon bei der Erfindung der Schrift heulten manche auf, das sei nun das Ende des Denkens. Doch ohne Schrift, ohne literarische Werke, ohne Filmschaffen, wovon würden Sie dann leben, Herr Wagner? Der Journalismus kann und darf nicht untergehen, er muss eben eine neue Stufe erreichen, um seinem Ziel der Meinungsbildung und der kritischen Reflexion unserer Gesellschaften nachzukommen. Also, werte angstvolle Journalisten, anstatt sich an Ihre alten Sessel zu klammern, wachen Sie auf, erinnern Sie sich der Werte Ihres Berufes, lernen Sie die neuen Spielregeln. Sonst spielen wir eben ohne Sie.
Schön gesagt, Lara *schnüff*