Alles Gute zum Geburtstag!
Nachdem ja jemand unter uns bald Geburtstag hat und ich der größte Geburtstagevergesser aller Zeiten bin, aus diesem Anlass also, schreibe ich diesen Beitrag. Im Moment denke ich noch an die anstehenden Geburtstage, ich habe mir eine Zeitlang sogar kleine Zettelchen geschrieben, auf denen so Sachen draufstanden wie: „Nicht vergessen: Klaus-Dieter hat am Freitag Geburtstag!“ und bis Donnerstagabend funktionierte das dann auch wunderbar. Freitagmorgen hatte ich mich dann aber in jedem Fall bereits so an das hübsche bunte Zettelchen gewöhnt, dass ich einfach nicht mehr dran gedacht habe, zu lesen, was da draufsteht. Und Monate später fiel das Zettelchen dann immer ab, wenn der Kleber von diesen doofen Billighaftetiketten eintrocknete. Da dachte ich mir immer nichtsahnend: „Oh, was haben wir denn da? Da liegt ja was auf dem Boden, eine Nachricht von mir an mich, wow, was will ich mir denn so sagen?“ Aber dann war es meistens schon so dermaßen was von zu spät, dass auch keine Es-tut-mir-Leid-dass-ich-deinen-Geburtstag-vergessen-habe-Karte mehr helfen konnte.
Später kam dann die große Umzugsphase, und wenn man alle paar Monate in ein anderes Land zieht, da sind so Zettelchen sowieso allerhöchst unpraktisch. Und als besonders effizient haben sie sich auch nicht erwiesen. Ich habe also die Geburtstagserinnerungszettelpapperei eingestellt und möchte mich an dieser Stelle deshalb auch mal für die letzten achthundertdreiundsiebzig Geburtstage entschuldigen, die ich vergessen habe.
Es ist mir halt auch einfach nicht wichtig, sowas. Wenn man Anfang Oktober Geburtstag hat, so wie ich, dann ist sowieso nie wer da, der mit einem feiern könnt. Anfang Oktober ist nämlich, wie manche unter uns wissen, die beste Umzugszeit. Kurz vor Semesterbeginn und meistens bei Praktikumswechsel, das ist immermeistensdauerndständig Anfang Oktober. Ich persönlich bin also immer grade an meinem Geburtstag irgendwo weggegangen oder neu hingekommen oder saß grade in meinem Auto und hatte meinen kompletten Hausrat im Nacken. Und schlechtes Wetter war meistens auch noch. Und wenn man geschwisterlos ein paar Jahre lang seinen Geburtstagskuchen alleine essen muss, weil niemand da war, der eben grad da wär, dann geht man sehr schnell dazu über, seinen Geburtstag eben dann zu feiern, wenn jemand da ist und nicht, wenn grade dieser blöde Geburtstag ist. Das letzte Mal, dass das tatsächlich koinzidierte, das war aber immerhin 2007, also noch gar nicht so enorm lange her.
Neulich habe ich aber übrigens festgestellt, dass mein Geburtstag in Belgien anscheinend Nationalfeiertag ist, weil am vierten Oktober 1830 die Belgier ihre Unabhängigkeit von den Niederlanden erreicht haben. Das ist toll! Wenn der Nationalfeiertag nicht zu dir kommt, dann musst du eben zum Nationalfeiertag gehen! Bisher lief das ja frei nach dem allseits beliebten und immer wieder gern genommenen Motto Knapp-vorbei-ist-auch-daneben. Wobei ich mir das Motto in die andere Richtung echt gut vorstellen kann. Zweiter Oktober, dann kann man in Deutschland riiiichtig schön feiern, weil am Tag danach sowieso Nationalfeiertag ist. Vorausgesetzt natürlich, es ist jemand da. Interessant, dass ich ne ganze Menge Menschen kenne, die am zweiten Oktober Geburtstag haben, viele davon Kaiserschnittbabies. Hat ein Arzt mitgedacht. Kluger Mensch. Muss mich mal nach dem Krankenhaus erkundigen – wenn die Ärzte da so umfassend ihre Entscheidungen treffen, dann ist man da bestimmt gut aufgehoben. Zumal es damals ja noch gar keine Deutsche Einheit gab, die man hätte feiern können – das nenne ich Weisheit! Und jetzt kommts: Ich bin auch ein Kaiserschnittbaby. Und zwar, weil ich viel zu spät dran war. Eigentlich war ich, um es ganz genau zu sagen, überhaupt nicht dran. Erst wollte ich nicht und dann war ich zu groß und konnte auch nicht mehr und dann kamen so Leute Wochen später auf die Idee, gut, schnippeln wir die mal raus, sonst wird das nix. Aber waaaaaarum aaaaaaaausgerechnet am vierten Oktober? Ich meine, wenn ihr mich sowieso da künstlich rausholen müsst, warum nicht wenigstens einen einzigen Tag früher? Okay, gut, ich sehs ein, damals gabs da auch noch keinen Feiertag. Aber jetzt wäre ich eigentlich auf immer und ewig knapp vorbei! Und andere Ärzte haben das ja auch geschafft. Aber Belgien hilft. Belgien ist toll.
Als Kaiserschnittbaby kommt man sowieso mehr und mehr dazu, dieses ganze Geburtstagsfeiereisystem zu hinterfragen. Gerade wenn man so wie ich von esoterisch angehauchten Bekannten dauernd gefragt wird, welches Sternzeichen man eigentlich sei. Äh…hab ich sowas? Es ist doch eigentlich so – korrigiert mich, wenn ich was Falsches sage – dass das Kind, um ein Sternzeichen zu haben, quasi willentlich unter diesem oder jenem Stern geboren werden wollen muss. Es muss sozusagen eine Regung zeigen, es muss geboren werden. Und nicht rausgeschnitzt. Zumal ich ja, wenn ich zum errechneten Geburtstermin oder eben kurz danach geboren worden wär, ein ganz anderes Sternzeichen hätte. Und welcher Mensch kommt ernsthaft auf die Idee, mich um sieben Uhr achtundzwanzig – in aller Herrgottsfrühe also – auf die Welt zu schneiden? Noch dazu unter der Konstellation Waage – Aszendent Waage, also, langweiliger geht’s doch wohl nicht mehr. Und den Schmu soll ich auch noch feiern? Ja nee.
Deshalb also, aus all diesen Gründen, denke ich noch nicht einmal an meinen eigenen Geburtstag. Und ehrlich: Ich habe euch trotzdem lieb, auch wenn ich eure Geburtstage dauernd vergesse. Also bitte, seid mir nicht böse, wenn ihr das nächste Mal keine Glückwünsche bekommt oder diese Monate zu früh oder zu spät eintreffen – irgendwann, wenn ich aus der Urlaubssperre draußen bin, dann komm ich euch alle besuchen und dann feiern wir das alles nach, okay? Irgendwo ist dann bestimmt auch grade Nationalfeiertag.
An alle meine Geschwister und sonstige Freunde: ich mein das auch nicht böse, wenn ich eure Geburtstage vergesse! wirklich nicht!
Ging mir auch immer so mit dem vergessen bis ich das vor vielleicht drei Jahren eingerichtet habe, dass mir das mein Thunderbird anzeigt sobald ich ihn aufmache. Müsste ich nur noch meinen Computer nicht jeden Tag zuklappen und alle Programme offen lassen, dann würde ich das am nächsten Tag auch mitbekommen…
Ansonsten sehr löblich, dass du sogar deinen Aszendenten und deine “Geburtminute” weißt. Ich weiß nicht mal ob ich früh oder abends geboren wurde :-)
Ach ja und zum Thema Nationalfeiertag, richtiges Land etc.:
Als ich klein war hat mich natürlich auch interessiert, wer alles berühmtes mit mir Geburtstag hat. Niemand. Also niemand ernsthaftes außer dem Hoff. Pah.
Ich wurde älter und dann irgendwann kam auf den Kalendern immer so eine deutsche Politikerin vor. Never heard of her at that time.
Tja, inzwischen ist sie etwas bekannter geworden ;-)
Also entweder in ein anderes Land ziehen oder warten bis Leute berühmt werden wenn ein Tag noch nicht besonders war ;-)
Na und vielleicht sind es ja doch nicht so wenige Leute die mit mir Geburtstag haben und passiert ist da auch ganz schön was, Donnerwetter.
Das ist ja alles schön und gut, aber nur weil soundsoviele mehr oder weniger weltbewegende Leute mit dir zusammen Geburtstag haben, kannst du erstens trotzdem nicht mit ihnen feiern und hast zweitens erst recht nicht an deinem Geburtstag frei nur deswegen. Da freu ich mich schon mehr über meinen Nationalfeiertag. ;o) Deswegen feiert zwar auch niemand mit mir, aber ich hab zumindest frei. Blöd: Der vierte Oktober ist dieses Jahr ein Sonntag. Hmpf.
Juhu, IcQ hat mich gerade daran erinnert! Alles gute zum Geburtstag!
Hehe, jetzt muss Du nur noch sagen: … PETER! und dann passt es.
Kann mich noch an gewisse Grillfeiern am Lichtenberger See am 17.07 erinnern. :-D
Aber wäre es nicht noch wünschenswerter am Tag nach deinem Geburtstag frei zu haben, Bente?
Danke @ Philipp.
@ Stoph: oh weia. Das war vielleicht was. Vor allem als ein gewisser C.J. eine ganze Hand voll chinesischer Chilis in das Gulasch geworfen hat. Von irgendwelchen halsbrecherischen Fahrradaktionen und der astreinen Völkerverständigung ganz zu schweigen ;-)
hr hr hr
Du, Peter, ja, klar, sag ich doch. Was meinstu, warum ich die ganzen Zweiter-Oktober-Geburtstags-Kinder so lange beneidet habe? Bis mir irgendwann aufgefallen ist: Geburtstag ist eigentlich völlig schnurz. Und ich mach das jetzt sowieso wie die schwedische Königin und verleg’ meinen Geburtstag einfach dahin, wo’s mir passt. :o)
Alles Gute übrigens an Peter und Lara! Und an alle andern auch schon mal vorsorglich – irgendwann isses ja immer so weit.