Zypries und Googles Bucheinscannen :-)

Unsere Frau Zypries regt sich gerade bei den Stuttgarter Nachrichten darüber auf, dass Google einfach mal so alle Bücher einscannt um diese durchsuchbar zu machen.

“Google sagt: Wir scannen erstmal, schaffen Fakten, und wenne es einen Urheber stört, dann kann er sich ja melden”

An sich ist an der Aussage gar nichts schlimmes und im Prinzip hat sie ja momentan recht. Das Lustige daran? Es erinnert mich wahnsinnig daran, wie die Internetsperren unserer Regierung entstanden sind :-) Jaaa, machen wir mal ein paar Verträge und schaffen Fakten und danach überlegen wir uns, wie wir das Grundgesetz anpassen.

Ich kugel mich hier gerade. Gleichzeitig bin ich wirklich der Meinung, dass wir unser Urheberrecht mal kräftig umkrempeln sollten. Die Piratenpartei zu wählen dürfte da IMHO zur Zeit die beste Lösung sein.

2 Kommentare vorhanden.

  1. Bente schreibt am 12.09.2009 09:31:

    Du siehst das zu einseitig, finde ich. Mal davon abgesehen, dass Frau Zypries – zumindest laut dieses Artikels – nicht ganz recht hat, auch nicht “momentan” (Google Book Search soll weder allgemein von jedem Rechner aus zugänglich sein noch ein kostenloser Service bleiben, auch nicht unter den aktuellen Geschäftsführern) – kann es hier nicht darum gehen, das Urheberrecht in Europa einfach über den Haufen zu schmeißen. Natürlich muss es geändert werden, aber Google ist ein Riesenunternehmen, nicht der nette Nachbar. Denen geht es nicht darum, dass alle Leute Bücher lesen können. Denen geht es um Macht und Geld. Klar. Darum würde es mir auch gehen, wenn ich Google wär.
    Wenn Google einfach weiterscannen darf, würden alle anderen Digitalisierungsprojekte an die Wand gedrückt, die eben mal vorher fragen und nicht einfach drauflosscannen. Projekten wie Europeana oder Libreka wird wohl nichts anderes übrig bleiben, als sich von Wirtschaftsunternehmen finanziell unter die Arme greifen zu lassen, wogegen eigentlich erstmal nichts einzuwenden ist. Man muss sich das mal vorstellen: Europeana ist ein Riesenprojekt – Google Book Search natürlich ein noch viel größeres. JEDER Student der WELT müsste darauf zugreifen während seines Studiums – und natürlich nicht nur Studenten. Allein das enorme Kapital, das dahinter steht! Eine Zahl mit so vielen Stellen kann ich mir gar nicht vorstellen – das ist bares Geld. Durch verkaufte E-Books, durch Werbung, allein in eigener Sache… Dieses Wahnsinnsprojekt alleine in die Hände von Google zu legen würde ein weltweites Wissensmonopol für Google bedeuten. Ob die hier in Brüssel favorisierte Universal-Lösung, die Spiegel Online gestern sehr schön anschaulich erklärt hat, dem wirklich abhelfen kann in Anbetracht des enormen Zeitvorsprungs von Google, halte ich für fraglich, aber es ist vielleicht eine Chance.
    Es muss da mehr Geldgeber und Unterstützer geben als Google allein. Google wird sowieso der Marktführer bleiben. Aber Google das alleinige Monopol einfach zu überlassen, würde keine Freiheit bringen, nur die Abhängigkeit von Google. Und da können wir auch gleich beim ursprünglichen Urheberrechtssystem bleiben – da ist die Abhängigkeit wenigstens auf mehrere Verwertungsgesellschaften aufgesplittert.
    Diese Problematik mit den Internetsperren zu vergleichen, finde ich absurd. An den Internetsperren kann sich meiner Information nach niemand bereichern und die Idee ist zum Schutz der Bevölkerung geboren. Da sind enorme Denkfehler drin, das ist mal klar, aber man kann ja auch keine Äpfel mit Birnen vergleichen, nur weil sie im gleichen Obstregal liegen.

  2. stoph schreibt am 14.09.2009 11:06:

    Hmm, ich vergleiche ja nicht inhaltsmäßig die Internetsperren und Googles Buchprojekt.

    Das Google nicht einfach Arbeit von Dritten nehmen darf und dieses ungefragt selbst zum Geldverdienen verwenden sollte, steht ausser Frage.

    Was ich so lustig finde ist, dass man eine gewisse Praktik selbst relativ erfolgreich anwendet und sich dann über Andere aufregt, sobald die das Gleiche tun. Das ist Doppelzüngig.

 
blogoscoop