Finsteres Mittelalter im irischen Bankwesen

Heute der tragische Versuch eine Überweisung zu tätigen.

Simples Problem: Neue Bude und ich will eine Kaution von meinem irischen Konto auf ein anderes irisches Konto überweisen.

3 mögliche Lösungen:

1. Es geht nicht! Meine Bank (BoI) kann der Bank der Agentur (AIB) keine Einzelüberweisungen machen!!! Nur zwischen BoI nach BoI. Oder einen Dauerauftrag. Brauch ich aber ja noch nicht für eine Kaution :-/
2. Ich kann das online machen. Aber dann müsste ich erstens Onlinebanking erstmal einrichten und zweitens dann einen Antrag stellen, dass ich dieser Person in Zukunft Überweisungen machen will. Dann kommt nach 5 Tagen ein Schrieb und dann geht das. Dauert also grob geschätzt alles zusammen 10+ Tage bis die mal das Geld hätten.
3. Ich kann bei der Bankangestellten meiner Bank beantragen, dass ich 1000€ bar abheben will. Dann gehe ich mit dem Zettel zum Geldschalter, warte und bekomme dann 20 50€-Scheine. Damit in der Tasche dann eine Straße weiter laufen zur AIB und es dort einzahlen lassen für meinen Vermieter. Braucht 20 Minuten und ich laufe mit nem Haufen Bargeld durch die Welt.

Habe mich kopfschüttelnd für Möglichkeit 3 entschieden.
Das ist ja wie im Mittelalter!!! Fehlen nur noch die Raubritter und Wegelagerer dazwischen. (Und ich hatte ernsthaft Angst, dass sie mir meine Quittungen in Stein meißeln und ich mir einen Bruch hebe auf dem Weg nach Hause.)

Kann mich noch dunkel erinnern wie Überweisungen liefen als ich mein erstes Girokonto in Deutschland hatte. Vor etwa 15 Jahren schnappte ich mir ein Überweisungsformular meiner Eltern setzte meine Bankdaten und die einer beliebigen anderen Person ein und warf das Ding in den Briefkasten meiner Bank. Fertig.
Und irgendwann gab es dann Onlinebanking und TAN-Listen und ich konnte sogar aus dem heimatfremden Regensburg innerhalb von 2min überweisen.

Ganz zu schweigen, dass man um Kontoauszüge zu bekommen zu seiner Filiale muss bei der man das Konto eröffnet hat! Die Nachbarfiliale der selben Bankkette 200m weiter kann das nicht drucken. Auch nicht am Automaten. Wunderbar.

Würde mal sagen die Machbarkeitsstudie stößt auf entschiedenen Widerstand der Technik. Im Jahre 2009!

6 Kommentare vorhanden.

  1. hamham schreibt am 02.10.2009 11:19:

    Servus!

    Neue Bude – da müsste man ja fast mal wieder vorbei gucken…

  2. Peter schreibt am 02.10.2009 21:32:

    Hab dann heute noch festgestellt, dass ich für die neue Bude auch eine Referenz der Bank brauche. Oder ein Umsatzblatt der letzten drei Monate.
    Letzteres gibt man eigentlich ungern raus. Schließlich geht es andere nix an was alles auf meinem Konto rein und raus geht und an wen.

    Aber um ersteres zu bekommen muss mein Vermieter bei seiner Bank anfragen, die dann bei meiner Bank anfragt, die mich um Einwilligung bittet, dann mein Konto checkt und der Bank des Vermieters Bescheid gibt und die sagt meinem Vermieter dann Bescheid, ob ich vermutlich ein vertrauenswürdiger Mieter bin.
    Selbstverständlich kann ich selber das nicht beantragen sondern es gibt nur einen einzigen möglichen Weg – den allerumständlichsten eben.

    Also entschließe ich mich doch für den 3-Monats-Umsatzzettel, den kann ich wenigstens selber beantragen. Pffff.

    Kommt ungefähr in 6 Tagen per Post. (Argh, können die das nicht drucken und mir in die Hand drücken?!?) Muss man natürlich beantragen. Den Antrag öffnet die Frau nach minutenlangem Suchen in ihren Windowsfestplatten und überschreibt dann den Namen der letzten Person in dem Formular eben mit meinem. (Gibt es die nicht Netto oder gleich zum Anklicken und selbstausfüllend? Oder vielmehr: Das ist ja nur eine kleine Info die raus muss. Bzw. eigentlich ist es nur ein Druckauftrag. Also eigentlich müsste ich es in 5min in der Hand haben – ohne Antrag.)

    Und als ich das also dann wider Willen beantragt habe, fällt mir auf, dass in meiner College-Adresse gar nicht mein Institut steht und das vielleicht im College verloren gehen könnte. Frag ich sie, ob wir das schnell ändern könnten. Ja klar können wir das. Hier ist das Formular (das hat sie rumliegen). Von Hand fülle ich brav meinen Namen, Kontonummer, alte Adresse und neue Adresse (gleich bis auf eine halbe Zeile mehr) ein, unterschreibe und darf mir sagen lassen, dass das etwa 3 Tage dauern wird und sie den 3-Monats-Umsatzkram dann erst laufen lassen.

    Zwei Möglichkeiten: entweder der Frau jetzt sagen, dass sie das steinzeitlichste Banksystem haben, dass ich je gesehen habe, all meinen gesammelten Irische-Banken-Frust rauslassen, dabei aber effektiv nichts am System bewirken und nicht nur die Bankangestellte sondern auch mich hochgradig frustrieren um schließlich resigniert raus zu gehen.
    Oder einfach resigniert gehen.

    Hab mich für Möglichkeit 2 entschieden um später in meinem Blog meinen Frust loszuwerden… :-|

  3. Philipp schreibt am 02.10.2009 23:51:

    Klingt sehr nach einer persönlichen Bankenkriese…

  4. Peter schreibt am 03.10.2009 20:56:

    Na wenigstens einer macht was gegen die Finanzkrise: der Philipp. Er wirft 10 Cent in die schlechte-Witze-Kasse ;-)

  5. Peter schreibt am 16.10.2009 12:54:

    16.10. also volle 14 Tage später kommt mein Dreimonatskontoauszug hier an. Mit dem handgeschriebenen Hinweis drin, dass sie Juli und August irgendwie anders machen mussten (ohne Briefkopf und ohne heiliges BoI-Papier), weil sie nicht meine korrekte Adresse für diesen Zeitraum hatten !?! Na klar, der Peter ist umgezogen inzwischen. Aber woher wissen sie denn, ob sie die korrekte oder auch nicht die korrekte Adresse für den Zeitraum hatten und wie sollten sie das prüfen wenn ich nicht mehr dort wohne und wen würde das überhaupt und warum interessieren???
    Na gut zumindest hab ich den Wisch jetzt. Hipphippalete :-)

  6. Michael schreibt am 06.01.2010 19:22:

    Die BofI ist das Mittelalter. Dieses “Institut” lebt von seinem Ruf. Da sollte man auch nicht hingehen, wenn man nicht seit 30 Jahren eine mortgage da hat und einen irischen Paß. Franzosen haben mächtig gearbeitet in diesem Land, um das Bankensystem hier auf einen akzeptablen Stand zu bringen, wie ich hörte. Ich habe insgeheim sogar mal eine Entschädigung erhalten von dieser feinen Bank. Aber Banken sind keine Wohlfartsverbände, sie leben durch Trägheit, sogar von Versäumnissen und Ineffizienz. tsb fand ich gut.

 
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