“Debitorenmanagement”
Gerade stieß ich auf ein wunderschönes Wort, das mir bislang neu war – und wahrscheinlich auch gleich nach diesem Eintrag auch wieder aus meinem Sprachschatz gelöscht wird. Das Wort lautet: Debitorenmanagement.
Ich kam darauf, als ich via Internet ein technisches Gerät bestellte und daraufhin eine personalisierte (nice!) E-Mail erhielt. Unter dem Namen meiner Kontaktperson stand der ihrer Abteilung, siehe oben.
Wenn wir jetzt mal den fremdländisch anmutenden Glanz des betreffenden Wortes abkratzen, stellen wir fest, dass es hierbei darum geht, die Schuldner zu verwalten. Vor der Bestellung ist man ein Kunde, danach ein Schuldner. Na, immerhin kann man der äußerst eleganten Wortschöpfung ein gewisses Maß an Ehrlichkeit nicht absprechen. Wenn es auch, der Fremdglanz einmal dahin, etwas ernüchternd klingt. “Kunden-” oder “Bestellservice” hörten sich da doch etwas konsumaufwertender an.
Ins Synonymwörterbuch – sofern ein solches lexikalisches Ungetüm es jemals darein schaffen sollte – könnte man schreiben: Schuldeneintreibung. “Debitorenmanagement”, mein Vorschlag für das Unwort wenn nicht des Jahres, das ist ja noch jung und da wird bestimmt noch viel Unsinn gefaselt, aber doch des Monats.
In der E-Mail-Adresse der guten Mitarbeiterin stand übrigens “Ordermanagement”. Géstion des ordures, c’est ça.
Mein Lieblings-Unwort seit Jahren ist nach wie vor “Regierungsinspektor-Anwärter”. So lange Berufsbezeichnungen für normale Berufe können sich auch nur die Deutschen einfallen lassen. Debitorenmanagement ist auch nicht schlecht. Viel erstaunlicher für mich, dass es doch noch Menschen gibt, die jedes Wort in einer so technisch erstellten E-Mail lesen. ;-)
So, das hat gar nichts mit dem Beitrag zu tun, aber diese Woche ist bei einem Bierchen ein Satz entstanden, für den ich hiermit die Erstautorenschaft mittels Veröffentlichung beanspruche:
Du bist Zucker, ich hab ein Rohr, lass uns rummachen!
Wird ab jetzt bitteschön mit Mauer C., Poehler A.; Hinterhaus; Erlangen, 2010. referenziert.
Vielen Dank an die Welt,
Christoph
Also mal ehrlich, gegenüber “betriebsratsverseucht” hätte mein Wort doch allemal eine Chance gehabt. Obwohl ich jetzt gar nicht so genau weiß, welches der beiden einem häufiger über den Weg läuft…
Off topic: Lara hat soeben den 900ten Kommentar in diesem Blog geschrieben. Wir rechnen ihr das hoch an und gratulieren hiermit. :-)
Als nächstes kommt dann wohl der 700te Post in Sicht. Wird aber wohl noch ein paar Wochen dauern.