Obstfreak – Oder: Was ich an exotischem Obst so kenne.
Als Anlass diesen Artikel zu schreiben kam ich gestern, als ich das erstemal auf ein Obst gestoßen welches in meinem heiligen Liebster – Warenkunde Obst – Buch nicht vorkommt: Die Canistel.
(Also im Liebster finde ich sonst immer alles was mir an exotischen Früchten vor die Nase läuft – sehr gutes Buch für alle Freunde von exotischem Obst. Die Canistel habe ich in Dublin im Oriental Emperium beim Jervis Center gefunden unter ihrem vietnamesischen Namen “Lekima”.)
Die Canistel ist eine Sapotenart (wie auch die Sapodilla bzw. Breiapfel die ich ja witzigerweise im gleichen Geschäft vor drei Wochen 20cm weiter links gefunden hatte ;-) und ist auch unter dem Namen Eierfrucht bekannt. Und als ich die Frucht öffnete merkte ich, dass ich die in Afrika schon mal gegessen hatte. (Bin allerdings kein großer Fan davon muss ich auch zugeben.) Alle Quellen meinen es hieße in allen Sprachen Eierfrucht weil das Fruchtfleisch die Textur von Eigelb hat – ich meine es schmeckt auch so. In Florida ist die Frucht übrigens recht beliebt. Einen Kern der schon am keimen war hatte sie auch, hab ich gleich mal gepflanzt (auch wenn ich den Baum daheim nie auspflanzen werde können weil der Baum sehr wenig Frost verträgt). Ich pfanze anscheinend eh recht viel so Zeug, wenn ich da mal in den Archiven gucke, was bei mir vor 2 Jahren so alles auf dem Fensterbrett wuchs.
Jetzt aber mal zum eigentlichen Thema:
Ich habe neulich so gemerkt, dass ich mich wohl mit Obst gar nicht so schlecht auskenne ;-)
Ich sag dann immer, das habe ich meinen Eltern zu verdanken weil die auch immer alles an Obst kaufen, was sie noch nicht kennen. (Die hatten auch zuerst den Liebster und ich habe seit Jahren meinen eigenen.)
Und neulich kam auf Arbeit die Frage auf, was denn der Leute Lieblingsobst wäre. Ich konnte erstmal gar nicht antworten weil ich zu viel überlegen musste. Aber inzwischen hab ich meine Favoriten wohl so ein bisschen gefunden. (Siehe unten: Jackfruit, Pomelo, Tamarinde, Loquat, Maracuja, Longan und vielleicht noch Stinkfrucht.)
Ich dachte mir jetzt, ich könnte mal eine Liste machen mit mehr oder minder exotischen Obstsorten die ich kenne, wie oft ich sie habe, wie gut die Chance ist sie im Handel zu bekommen, vor allem auch wie gern ich sie mag und wie sehr ich sie empfehlen kann und vielleicht noch ab und zu eine Anekdote dazu. (Als ich da gerade durch die Liste der Obstarten bei Wikipedia bin, kam ich mir gar nicht mehr so toll vor. Kenn ich trotzdem die Hälfte noch nicht.) Ich basier das hier mal da drauf aber erwähne echt nur die etwas exotischeren Früchte die ich auch kenne (die Hälfte derer die ich nicht kenne hat auch gar keinen Eintrag in der deutschen Wikipedia ;-). Wer sich nur für die absoluten Exoten interessiert kann ja gleich nach ganz unten springen. Was sich vielleicht empfiehlt (besonders für die Exotensammlung unten): gleich nebenher die Bildtafel der Obstsorten offen zu haben.
Kernobst:
- Apfelbeere oder Schwarze Eberesche – haben wir einen großen Busch im Garten daheim. Bin ich kein Fan von, schmecken sehr mehlig. Als ich mal Likör daraus gemacht habe, war der auch erst mehlig, nach einem halben Jahr stehenlassen dann aber ganz genießbar. Ansonsten wüsste ich für diese Frucht auch gar keine Verwendung. Dummerweise haben wir etwa 5-10kg pro Jahr ;-)
- Nashi-Birne oder korrekter Japanische Birne – kaufe ich seit etwa 2 Jahren alle paar Wochen eine Handvoll weil es die in Dublin in jedem Chinaladen gibt. Sind sehr saftig und matschen nicht wie normale Birnen. Ich mag sie ganz gern. Das Fruchtfleisch ums Kerngehäuse ist recht sauer und wird von den Japanern weiträumig entfernt soweit ich weiß – ich finds abwechslungsreich erfrischend. In Japan ist das sowieso so eine heilige Frucht und man kann sehr viel Geld für handbestäubte, mit dem Pinsel gepuderte Früchte ausgeben ;-)
- Vogelbeeren – hab ich noch nie probiert – auch wenn sie nicht giftig sind.
- Mispel – wächst bei uns im Garten daheim. Bin ich kein großer Fan von. Muss man warten, bis es friert, dass man die essen kann. Und dann sind sie eine Mischung aus Matsche, vielen Kernen und umständlich geformter Schale. Na, ich glaub zum Marmelademachen taugts.
- Quitte – Haben meine Eltern eine als Sonnenschutz über unseren Sandkasten gepflanzt als ich grade laufen konnte. Aber aus denen kann man auch nicht viel machen. Roh kann man sie nicht essen und sowohl der Gelee als auch den Saft den meine Mutter jedes Jahr daraus zaubert konnten mich noch nicht sehr bezaubern. (Wenn ich es mir recht überlege versucht sie den Saft recht oft anzupreisen wenn wir da sind. Ich glaube unser Baum hat einfach viel zu viele Früchte für Genussfähigkeit von uns Kindern ;-)
Steinobst:
- Sauerkirschen – Hatten wir mal 2 kleine Bäume im Garten die der großen Restrukturierung vor etwa 13 Jahren zum Opfer fielen (wohl auch weil sie einfach ganz schrecklich sauer waren und wir alle die normalen Kirschen besser fanden ;-)
- Mirabelle – haben wir einen alten Baum im Garten stehen. Sind ganz lecker, ich mags, wie fest die sind. Der Baum ist gut zum Klettern ;-)
- Edel-Pflaume oder Ringlotte oder Ringlo (vom französischen Reni-claude nach irgendeiner Herrscherin) – steht der Baum gleich neben dem Mirabellenbaum. Sind sehr schnell matschig und ziehen dann die Wespen an, auch finde ich dass die Mirabellen aromatischer sind.
- Pfirsich – haben meine Eltern vor ein paar Jahren einen gepflanzt. Leider bin ich zur Ernte nie da.
- Nektarine – muss ich zugeben: ich muss echt nachdenken wenn ich sagen soll, welcher welcher ist von den beiden. Meine Eselsbrücke ist jetzt: der Pfirsich hat des Fell weil in beidem ein “F” ist. Ach ja, ich mag Nektarinen lieber weil die nicht so schrecklich alles einsauen.
- Schlehbeere oder Schlehe – haben wir einen Strauch ganz hinten im Garten. Kann man auch erst bei Frost ernten – eiskalte und zerstochene Hände – nicht meine liebste Ernte. Was macht man draus: Likör? Vielleicht auch Marmelade? Unser Strauch bringt dann vielleicht 4 Gläser.
Beerenobst:
- Berberitze – hab ich mal durch Zufall eine Packung getrockneter gekauft. Kann man ganz gut naschen aber haut mich nicht vom Hocker.
- Erdbeere – aufgrund den vielfachen Wunsch einer einzelnen hier auch aufgenommen ;-) Ja, bin ich auch großer Fan davon. Besonders kleingeschnitten und mit Zucker und vielleicht noch mit Sahne. Und als Tortenbelag.
- Felsenbirne – hat mir die Türmers Julia vor Jahren mal gezeigt, dass man die Essen kann. Aber ich würds in der Natur nicht erkennen und habs deshalb seitdem nicht mehr gegessen.
- Heidelbeere oder Schwarzbeeren (ö) oder Moosbeeren (ö) – das ist so ein Steckenpferd von meinem Vater: ein Moorbeet haben. Und da drin gedeien ein paar sehr gut tragende Heidelbeersträucher. Sehr lecker. (Das Moorbeet hat er natürlich auch nur, weil er seinen Patienten Fangopackungen anbietet und er pro Einmalpackung ein Pfund Moor übrig hat ;-)
- Holunder – ein großer Busch/halber Baum bei uns am Balkon. (Dann können die Nachbarn nicht sehen, wenn ich dort nakt sonnenbade.) Viel praktischer ist er eigentlich weil man über ihn von unten auf den Balkon kommt ohne erst ins Haus zu müssen ;-) Die Beeren sind eher unpraktisch weil wir uns nicht viel daraus machen und ergo auch nicht viel daraus machen. Haha. Naja, vielleicht alle paar Jahre mal Saft. Die anderen Jahre fallen sie nur auf den Balkon und machen Flecken. Aber der Holunderblütensirup meiner Mama ist die Wucht! Das ist so der Nachfolger der leckeren Sirupe im Hause Mauer seit die Johannisbeerbüsche in besagter Gartenumstrukturierung in der Zahl sehr dezimiert wurden.
- Schwarze Johannisbeere und Rote Johannisbeere (und weiße auch, wo ist da der Link liebe Wikipedia?) auch Ribiseln (ö für die roten, bei anderen muss man die Farbe mit ansagen) – Haben wir seit ich denken kann im Garten. Wir haben als Kinder bei der Ernte 50 Pfennige für einen 1l (Senf-)Eimer von meiner Mama bekommen ;-) Und ihr (roter) Johannisbeersirup war das beliebteste Getränk unter alles Kindern der Nachbarschaft an Sommertagen im Garten ;-)
- Jochelbeere oder Jostabeere – ja komisch, ein heimisches Gewächs von dem ich öfters mal daheim höre, dass irgendjemand am Ort das hätte – aber ich hab noch keine wissentlich gegessen. Fehlt also noch ein was offensichtliches.
- Kratzbeere – die wachsen in Irland oft an den Straßenrändern und da wild auch sehr unterschiedlich im Geschmack zwischen langweilig und lecker, je nach Strauch. Matschiger als Brombeeren. Aber blaue Hände hat man eh von beiden.
- Maulbeere – ist mir das erstemal aufgefallen, als wir in Frankreich waren und ich vielleicht 8 Jahre alt war und wir unter einem riesigen Baum händeweise gesammelt und gegessen haben. Seit Jahren haben wir einen in unserem Garten (aber das ist ein zwergwüchsiger, der wird nie höher als 1,5m, was aber fürs Ernten sehr nett ist. Dafür gibts nie mehr als eine Handvoll am Tag und wir essen sie dann gleich roh.) Getrocknet findet man vor allem die weißen öfters mal beim Türken. Da muss es irgendeinen Trick geben, dass man die weicher werden lässt. Wenn die ganz hart sind, schmecken sie zu bröselig, wenn sie aber etwas Luftfeuchtigkeit ziehen sind sie dann besser.
- Moltebeere – Na endlich mal ein Exot hier in der Liste. Die bekommt man nur in Skandinavien weil sie sich sehr schlecht lagern lässt. Schmeckt bisschen blass find ich. Bei Finnen sehr beliebt. Und zu teuer für meinen Geschmack. (Man kann sie nicht kultivieren und sie muss in der Wildbahn geerntet werden.)
- Preiselbeere – weiß ich gar nicht ob die auch im Moorbeet gedeihen. Als Marmelade zu gebackenem Camembert auf jeden Fall lecker. So pur und nicht ganz ausgereift wie man sie manchmal im Geschäft bekommt find ich nichts für sie übrig. Als Musikgruppe (the Cranberries) auch ganz ok.
- Sanddorn – kann sein, dass wir davon auch einen Strauch im Garten haben, könnt mich aber nicht daran erinnern da je was geerntet oder verarbeitet oder aufgetischt bekommen zu haben. Habs nur als schrecklichen Stachelbusch in Erinnerung.
- Stachelbeere – Gabs natürlich auch in unserem Garten. Und hinten in der Flurstraße an der Ecke der Scheune von Scholzens war ein kleiner wilder Busch in meiner Kindheit dessen Beeren zuckersüß waren. Obs den noch gibt?
- Wein – ah, lecker. Vor allem veredelt durch Hefe ;-) Meine Eltern haben vor etwa 20 Jahren ein paar Weinstöcke bei uns am Haus gepflanzt der inzwischen die halbe Südseite bedeckt. In den Anfangsjahren gab es davon Wein – bis meiner Mutter ein 20L-Fass zu Essig umgekippt ist und ihr dafür die Pflück- und Auspressarbeit zu schade war. Seitdem gibt es Traubensaft der sich sehr großer Beliebtheit erfreut (und im Gegensatz zum Quittensaft nicht mit Nachdruck und dem Hinweis, dass es gesund wäre angeboten werden muss ;-)
Schalenobst:
- Cashewnuss – hab ich früher nie gemocht. Aber inzwischen gönne ich mir ab und zu eine Viertelkilopackung. Der Preis ist immer etwas abschreckend. Aber in Anbetracht, dass jede einzelne dieser kleinen Nüsse aus einer riesigen Schale gebracht werden muss und weil sie imO die leckersten Nüsse sind ist das schon mal ok.
- Coquito der Honigpalme – die Früchte hab ich noch nie wissentlich gesehen. Aber aus ihnen wird der rote Zucker gemacht, den man beim Asiaten kaufen kann (und auch mal sollte!) Das ist der beste Zucker den es gibt! Echter Rohrzucker ist auch nett, aber roter Palmzucker ist noch leckerer!
- Erdnuss – in der Schale find ich die doof – zu viel Sauerei, auch wenn ich sonst Nüsse knacken mag (aber ich mag komischerweise das Knacken mehr als die Nüsse danach zu essen und biete sie dann oft jemandem an). Erdnussflips sind meine am wenigsten präferierten Knabbereien. Noch schlimmer finde ich die Verwurstung zu Erdnussbutter wo mich allein schon der Gedanke daran schaudern lässt. Diese Pampe im Schrank – die Lara so gern mag – schaut einfach zu sehr aus als würde sie an meinem Gaumen für immer und ewig kleben bleiben (die weitverbreitete Angst, dass einem die Abendmahlsoblaten am Gaumen kleben bleiben und sich später in den Kelch verbröseln ist gegen die Erdnussbutter ja Pimperlitzchen). Ach ja, diese Angst, dass einem die Erdnussbutter am Gaumen kleben bleibt hört übrigens auf den schönen (und umstrittenen) Namen “Arachibutyrophobie“.
- Edelkastanie oder Marone – mag ich nicht.
- Haselnuss – Ok in Kuchen oder Likör vielleicht auch noch.
- Kokosnuss – Ganz ok in asiatischem Essen. Pur aus der Schale mögen das m.E. immer nicht so viele als dass man eine Nuss komplett aufessen könnte an einem Abend. Faszinierender finde ich die Schale: kann man z.B. Knöpfe draus sägen wenn man die Oberfläche anschleift und die Maserung zum Verschein tritt.
- Macadamia – Lecker. Würde ich nicht als Salznüsse kaufen weil m.E. dann das feine Aroma übertönt wird.
- Mandel – Mit etwa 8 Jahren stand ich vor einem Mandelbaum in Südfrankreich. Große Enttäuschung, die unreifen Fruchtschalen enthalten dann nur Flüssigkeit. Bin nicht verrückt nach Mandeln aber in manchen Gerichten und Gebäcken sind sie schon ganz lecker.
- Paranuss – mag ich auch ganz gern. Knacken der Dinger find ich aber doof. Ohne Schale kaufen.
- Pecannuss – mach ich mir nichts draus.
- Pistazie – gesalzen lecker, ungesalzen irgendwie komisch.
- Walnuss – knacke ich sehr gern (in der Hand) aber esse ich nicht so sehr (siehe oben).
Jetzt kommen endlich meine beiden Lieblingskategorien:
Südfrüchte:
- Ananas – ach, wer mag die nicht? Witzig ist ja, dass das eine Beerenart ist. Ist reif, wenn man ein paar Blätter oben einfach rausziehen kann.
- Bananen – Lecker. Ess ich bestimmt 4 pro Woche. Wollte ich mal anpflanzen, meine Mutter hatte mir Samen dafür geschickt. Kamen drei Kakteen in dem Topf raus. Komisch. Aber die pflanzen sich ja auch normalerweise übers Wurzelwerk fort. In den meisten botanischen Gärten haben sie die, auch in Dublin und da sogar draußen (sie kümmern etwas und tragen keine Früchte, aber sie überleben). Müsste man dort vermutlich fragen wenn man einen Ableger will. Jede Staude trägt übrigens nur einmal Frucht. Die Staudenreste werden danach oft als Viehfutter verwendet.
- Kumquat – Ganz ok. Ich kann nicht zu viele davon essen. Sehr empfehlenswert die dünn zu schneiden und auf Vanilleeis zu kredenzen. (Und vorher nicht schälen! Hat der unwissende Flo mal gemacht und dann mockiert, wie sauer die wären. Hihi.) Gehört nicht zu den Zitrusfrüchten, ist aber naher Verwandter.
- Limetten oder Limonen – Unabdingbar für Mojito und Sambusas ;-)
- Grapefruit – Gern halbiert und mit viel Zucker ausgelöffelt. Weniger gern geschält. Wird unkorrekterweise oft als Pampelmuse bezeichnet, aber das ist eigentlich eine andere Frucht.
- Pampelmuse – Sozusagen der Stammvater von Orange, Grapefruit, Pomelo und Ugli. Hab ich mal eine gekauft glaub ich im Chinaladen hier. Hielt es für eine Pomelo. Aber irgendwie schmeckte die komisch.
- Pomelo – Super lecker. Kaufe ich sofort ich sie sehe. Ich mag trockenere lieber als matschigere. Auch guter Snack zum Fernsehen etc. wo man die Finger frei hat. Wurde erst 1970 herum gekreuzt und ist seitdem sehr auf dem Vormarsch.
- Ugli – Hatte ich erst einmal. Es heißt, dass sie weniger Säure enthalten soll als irgendwas anderes. Meine damals war etwa so süß wie eine Zitrone. Aber ich glaub die war auch noch komplett grün und sie sollten eigentlich gelb sein. Aber man findet sie nicht sehr oft.
- Pitahaya oder Drachenfrucht – Bin ich gespaltener Meinung. Hatte ein paar in meinem Leben die nach blasser Gurke geschmeckt haben. Für den Preis (? 5€) ist mir das die hübsche Schale aber nicht wert. Aber einmal hatte ich auch schon eine die hat sehr, sehr lecker geschmeckt. Wie essbares Parfüm. Vielleicht sollte ich ihr mal wieder eine Chance geben.
Weitere exotische Früchte: (lustige Unterteilung liebe Wikipedia, Pitahaya ist auch nicht so sehr bekannt, Ugli kennt auch keiner, dafür hier drunter dann auch Datteln, Feigen und Melonen…)
- Annonen – Können ganz lecker sein wenn sie reif sind. Ich hab bis jetzt nur die Cherimoya und Zimtapfel probiert. Ich glaube mit 14 hatten wir da eine in Tansania die hat fantastisch nach Erdbeeren mit Sahne geschmeckt. Kann aber auch sein, dass das was anderes war.
- Avocado – Lecker. Fand ich früher sehr widerlich wenn sich die meine Eltern aufs Brot strichen. Heute mag ich sie am liebsten als gute Guacamole zum Dippen.
- Breiapfel oder Sapodilla – Bekommt man recht selten mal beim Asiaten. Sollte man ein bisschen Zitrone draufträufeln sonst ist es zu süß. Ganz nett, aber ich muss sie nicht unbedingt haben.
- Canistel oder Lekima – Naja. Bis jetzt zweimal im Leben gegessen, beidesmal nicht begeistert. Ziemlich trockene Frucht, die nach gekochtem Ei schmeckt! Nix für mich.
- Cherimoya – Lecker. Dürfte die häufigste Annonenart sein die man bekommt. Reift in Zeitungspapier gewickelt nach. Dann aber innerhalb von einem Tag essen und nicht mehr in den Kühlschrank. Man bekommt sie ab und zu beim Asiaten oder Türken.
- Curuba – Findet man recht selten. Ist mit der Passionsfrucht verwandt und schmeckt auch ähnlich.
- Dattel – exotisch, exotisch. Und Pitahaya ist eine normale Südfrucht? Muss mal was umsortieren in der Wikipedia… Also, lecker wenn sie frisch sind, dann müssen sie aber auch reif sein, meist braucht das noch ein paar Tage. Die getrockneten sind am besten natürlich entsteint und mit grünem Marzipan aufgefüllt ;-)
- Durian oder Stinkfrucht – Die wohl umstrittenste Frucht weltweit und auch in meinem Bekanntenkreis (als ich eine kaufen wollte musste ich Esswillige über das schwarze Brett rekrutieren nicht aus meinem Bekanntenkreis). Die meisten meinen diese Frucht würde stinken. Nein! Sie duftet! Also gut, sie duftet so stark, dass man meist am Eingang des Ladens riecht, ob sie ganz hinten eine Stinkfrucht haben. Na und? Also wer sich überwinden kann, geht mal hin zu so einer Frucht und riecht genüsslich daran. Das mache ich immer wenn ich eine im Geschäft sehe. (Wie gesagt, kaufen ist nicht so oft. Man kann keine halbe nehmen und eine ganze kostet 25-40€. Und man sollte sie wenn sie reif ist innerhalb von zwei Tagen essen. Und man braucht ein paar Leute denen sie schmeckt.) Sehen tu ich die bestimmt jedes 5te mal wenn ich in Dublin in einen der größeren Chinaläden gehe. Im chinesischen Supermarkt haben sie die auch schon mal kistenweise herumstehen. Es gibt sie auch als Paste, Bonbons (hab grad eine Packung offen) oder getrocknet. Ach und für Leute mit kleinem Geldbeutel gibts auch kleine Packungen eingefroren. Der Duft ist etwas gewöhnungsbedürftig und geht auch schon mal durch eine Tupperbox durch und der ganze Kühlschrank riecht danach. Muss man riskieren. Was auch hilft beim Essen wenn man den Geschmack vielleicht noch nicht zu schätzen weiß: Nase zu halten und nicht aufmachen bis der letzte Rest komplett heruntergeschluckt ist. Dann schmeckts lecker, leicht nussig, sahnig. Riechen könnte es mit etwas Pech vor allem nach vergammelten Zwiebeln gemischt Terpentin, bisschen alte Socken und Hundekacke. In Singapur darf man sie nicht in die U-Bahn mitnehmen und in Hotels und Flugzeugen erst recht nicht.
- Feige – Exotisch, exotisch ;-) Rohe Feigen sind lecker. (Auch wenn sie innen aussehen als lebe eine Wurmkolonie darin.) Getrocknet sind sie nicht so mein Ding.
- Gandaria – Gibts glaube ich hier auch beim Asiaten. Muss ich wohl doch mal kaufen. Dachte immer das wäre Gemüse.
- Granadilla – Auch eine Passionsfruchtart, bekommt man recht selten und wenn dann die orangere Art. Da würd ich aber nicht warten bis die Schale schrumpelt (wie bei den normalen Passionsfrüchten empfehlenswert da sie dann wesentlich süßer sind).
- Granatapfel – Nach welchem übrigens die Splittergranaten benannt sind weil sie viele kleine Teilchen haben in die sie zersprengt werden. Ich mag sie ganz gern. Ist immer ein bisschen Sauerei beim Zerlegen.
- Guanabana oder Stachelannone – Halt noch eine der Annonen. Kann die so schlecht auseinanderhalten. Hatte ich aber schon mal.
- Guave – Kann lecker sein, muss aber auch nicht. Muss auf jeden Fall ganz reif sein sonst ist sie sehr hart und schmeckt nach wenig. Mit bisschen Zucker und Zitronensaft schmeckts noch besser. Man bekommt sie recht selten. Aber Guavensaft bekommt man sehr häufig – und der ist sehr lecker!
- Jackfrucht – Ich musste die wohl schon mal getrocknet gegessen haben und ich wusst wie sie in etwa aussieht. Und dann hatte eine Marktfrau in Afrika (vor 4 Jahren) noch ein Stück von etwa einem Kilo das wir ihr dann komplett abgenommen haben. Und nachdem mein Vater und ich noch nie frische Jackfrucht hatten wussten wir auch nicht, dass die Fasern um die Fruchttaschen entsetzlich kleben. Und mit Wasser gehts nicht ab, das ist harzig. Haben dann unsere Hände in Straßenstaub getaucht, danach konnt man alles abwaschen. Vor etwa zwei Jahren habe dann das erstemal eine ganze Jackfruit in einem Shop in Norddublin gesehen. Wow, die war etwa 80cm lang und 40cm im Durchmesser! Eine 10cm dicke Scheibe kostete mich dann auch etwa 20€. Aber das ist es auch wert. Diese Frucht ist hochgradig lecker! (Muss auch hinreichend reif sein, wenn sie überreif ist oder die Fruchttaschen verletzt werden werden sie matschig.) Und die Schale ist sehr hübsch anzuschauen. Ich habe sie von innen mit einem Messer immer weiter ausgedünnt und dann auf der Heizung getrocknet. Die Kerne kann man essen, würde ich aber nur gekocht empfehlen. Roh kann es sein, dass sie ein ganz grässliches Halskratzen verursachen. Kochen etwa 30min. Ich dachte ich hätte mal ein Rezept gepostet kann es aber nicht mehr finden. Die Kerne kann man öfters mal zu kaufen finden. Die Fasern der rohen Frucht kann man auch zu einer Suppe verkochen (fand ich aber nicht so berühmt als ich das gemacht habe). In Dosen findet man die fast in jedem Chinaladen, das kann ich auch empfehlen. Da schmecken sie etwas zu süß aber noch ganz lecker. Besser noch sind sie getrocknet. Da bekommt man sie aber seltener. Dafür sind sie da eigentlich mit das beste was es gesundes zu naschen gibt. Insgesamt eine sehr leckere Frucht, egal in welchem Zustand genossen.
- Japanische Pflaume – Hab ich noch nie frisch gesehen. Aber als Pflaumenwein ist es eigentlich mein liebstes alkoholisches Getränk!
- Japanische Wollmispel oder Loquat – Die kann ich auch sehr empfehlen. Leider bekommt man die sehr selten. Ist auch überhaupt nicht mit Mispeln verwandt, deshalb wohl besser Loquat nennen. Ich hab sie das erstemal in Regensburg gesehen beim Türken beim Kaufhof in der Innenstadt (und dort hatten sie dann auch noch einen sehr niedrigen Kilopreis weshalb der Peter ganz gut zugelangt hat als er gecheckt hatte was es war). Schälen sollte man sie. Sind sehr geschmackig nach … Multivitaminsaft. Also nach einem ganzen Haufen von leckeren Sachen einfach. Kauf ich sobald ich sie sehe.
- Javaapfel – Öde. Schaut zwar ganz nett aus, aber schmeckt wie ein blasser Apfel oder eine blasse Nashi-Birne. Für den 5fachen Preis. Müsste von mir aus nicht importiert werden.
- Johannisbrot – Wohl vor allem bekannt vom gleichnahmigen Mehl welches überall drin zu sein scheint. Kann man auch roh schnabulieren. Irgendwo hatte ich das schon mal gefunden in Deutschland. Ist aber jetzt nichts, was einen vom Hocker hauen würde, als Knabberei schon mal ok.
- Kaki und Sharon – Sehr lecker auch. Sharon ist eine Sorte, die nicht weich und matschig wird, wenn sie reif ist. Das mag toll sein für den Transport, dafür finde ich, dass die auch nicht so lecker sind. Und wenn man eine unreife Kaki hatte, dann hat die die Zunge so lustig pelzig gemacht. Mir scheint aber, dass Sharons heutzutage 90% aller Kakis am hiesigen Markt ausmachen. Das ist eine der wenigen Früchte über deren Entwicklung der letzten Jahre ich nicht sehr glücklich bin. Dafür bekommt man sie dann auch schon mal im Lidl in Irland. Aber ich hätte lieber mehr nicht-Sharon-Kakis :-/
- Kaktusfeige – Hatte ich das erstemal bei meiner Tante Uli in Paris. Sie warnte uns auch schon vor den kaum sichtbaren aber gut spürbaren Stacheln der Frucht. Nur durch mehrere Lagen Zeitung o.ä. anfassen. Ich glaube es könnte dem Geschmack gut tun etwas Zitrone daraufzuträufeln.
- Kapstachelbeere oder Physalis – Ganz lecker. Wenn auch mehr eine Dekofrucht auf kalten Platten. Nur der Kenner nimmt sich die Früchte neben den anderen Häppchen ;-) Kann man auch im Gartenmarkt finden und in der Wohnung oder Gewächshaus ganz gut ziehen.
- Kiwano – Also die find ich auch öde. Man sieht sie recht oft, vermutlich weil sie cool aussieht. Aber vielleicht hab ich bloß bis jetzt noch keine gute erwischt. Ich würde sagen die schmeckt wie blasse Gurke. Aber angeblich kann die auch ganz lecker sein. Naja, bekommt sie nochmal eine Chance…
- Kiwi – Nett. Hab ich als Kind mehr gegessen als jetzt. Passt ganz gut auf Käsekuchen wenn ich mich recht entsinne. Und ab und zu eine in einen Milchshake schmeißen kann auch okay sein.
- Kochbanane – Lecker. Sollte man mal ausprobieren. Verarbeitung ungefähr wie Kartoffeln, kocht bisschen länger und schmeckt nach mehr. Fritierte Stückchen davon sind sehr zu empfehlen.
- Litschi – Die könnten noch so halbwegs bekannt sein. Mir kommts so vor als würd ich die schon ewig kennen. Mein Abteilungsleiter kannte die aber nicht, als sie ihm in China drei große Boxen davon als Dank und Wegzehrung in die Hand drückten, die dann dankenswerterweise zwei Tage später in unserem Büro standen. Litschis sind immer eine ganz schöne Sauerei. Aber sie sind so ein einfacher Einstieg in exotisches Obst bei dem man nichts falsch machen kann ;-) (Gab es mal im Edeka in Regensburg Zentrum für 1,79€/kg – große Tüte für mich.) Aus der Dose mag ich die lange nicht so sehr, da sind sie dann so komisch glibberig und viel zu süß. Dafür bekommt man sie da oft als Nachtisch beim Buffet im Chinarestaurant.
- Longan – Sehr lecker. Ich würd mal sagen, Longan ist eine Litschi für Fortgeschrittene ;-) Nicht so matschig sauereiverursachend, dafür etwas süßer und kräftiger im Geschmack. Ich mag sie sehr gern. Man bekommt sie ab und zu mal beim Asiaten. In der Dose sind die ach ganz gut. (Wenn ihr eh ne Dose kauft, nehmt Longan statt Litschi!)
- Mango – Kommt auf die Sorte drauf an wie lecker sie ist. Die gelben länglichen gibts nicht so oft und sie sind recht teuer, aber die sind auch sooo viel leckerer als die grün-roten die man überall kaufen kann und die meist ganz schön unreif schmecken. Mango ist auch so eine exotische Frucht für Anfänger ;-) Ach ja, beim Aufschneiden: parallel zum Kern erstmal zwei große Stücke abschneiden (in der Mitte ist der Kern in der gleichen Ausrichtung wie die Haut der Frucht und ist etwa 1.5cm breit. Großer, aber auch fraglicher, Genuß ist es nach dem Ablösen des Fruchtfleisches mit dem Messer den Rest vom Kern abzuschlotzen. (Zahnseide wird empfohlen für danach, die Fasern hängen sich hervorragend zwischen die Zähne.) Den Kern kann man auch ganz gut anpflanzen. Muss man vorsichtig die harte Schale abschneiden (am besten mit Seitenschneider, Messer ist gefährlich hier!). Und, ich glaube sie empfehlen ihn horizontal etwa 2cm unter die Erde zu legen. Die Blätter sind hübsch, erst rotbräunlich, dann später werden sie erst grün. Habs aber noch nicht geschafft eine über 30cm zu bekommen.
- Mangostane – Bei denen scheine ich immer Pech zu haben wenn ich sie frisch kaufe und sie sind regelmäßig verdorben. Also würde ich die vorsichtshalber nur aus der Dose empfehlen. Da findet man sie aber recht häufig beim Asiaten. Aber ich könnte mich nicht daran erinnern, ob ich dann je eine genießbare gegessen hab…
- Maracuja – Oh, lecker. Bekommt man inzwischen auch im Discounter. Auf jeden Fall liegen lassen, bis die Schale ordentlich verschrumpelt ist, dann sind sie am besten. Aufschneiden und auslöffeln oder mit der Zunge rauslutschen. Kerne kann man auch essen, kann sie aber auch so schlucken. Für Shakes müsste man wohl die Kerne vor dem Mixen abtrennen was mir bis jetzt noch nicht wirklich gelungen ist, vielleicht gibts aber eine clevere Technik. Was ich auf jeden Fall auch sehr empfehlen kann ist Maracujasaft. Den Saft kann man mit einem ordentlichen Schluck Vodka oder Martini gut zum Longdrink verwandeln ;-) Anplanzen kann man die auch, bräuchte man aber wohl ein Gerüst weil es eine Kletterpflanze ist. Hatte mal ein, zwei kleinere, weiß aber nicht wie es denen dann erging als ich sie umzugshalber meiner Mutter in Obhut gab. Im Gewächshaus wuchsen sie bis unters Dach, aber ob die je ihre namensgebenden Blüten trugen?
- Melone – Sehr exotisch. Naja. Also Wassermelonen finde ich okay, im Sommer sehr nett erfrischend. Eignen sich gut als Bowleschüssel. Zuckermelonen (fälschlicherweise oft alle als Honigmelonen bezeichnet) mag ich mehr. Vor allem die orangfleischigen Sorten Cantaloupe und Charentais, die aber leider am Markt die wenigstverkauftesten zu sein scheinen.
- Papaya – Kann sehr lecker sein (wenn sie reif genug ist wie in der Ebene unten am Kilimanjaro) aber auch ziemlich bitter wenn etwas unreif (ein paar Hundert Meter höher am Kilimanjaro). Hier in Europa findet man sie oftmals in 15cm Länge, ganz selten auch die richtig großen mit 30cm. Kaufe sie aber selten, sollte das mal wieder machen. Kerne sind essbar und überraschend scharf. Papayas wachsen ganz komisch. Schaut aus wie ein Baum, ist aber nicht verholzt. Sie werden unreif als Gemüse benutzt, sonst als Obst. Meine chinesische Haushälterin hat mir mal ein Rezept für einen leckeren Papayasalat verraten wenn man unreife Früchte hat.
- Passionsfrucht – Hab die immer mit Maracuja zusammengeschmissen. Maracuja ist der Name der meist verkauften Sorte hier. Passionsfrucht schließt auch noch die gelben mit ein. Egal.
- Dreilappige Papau – Kommt mir so entfernt bekannt vor aufgeschnitten. Vielleicht aber auch nur weil sie da so ein bisschen annonenartig aussieht.
- Pepino – Putzige Frucht. Etwa wie eine kleine Birne so groß. Schmeckt fruchtig erfrischend. Man bekommt sie relativ selten mal beim Chinesen.
- Pfirsichpalmenfrucht – Da draus wird Palmöl gepresst und auch Palmherzen geschnitzt. Aber ich muss zugeben, dass ich beides noch nicht verwendet habe.
- Rambutan oder Rambustan – Lecker. Ist ein bisschen wie Litschi. Nur schaut sie wesentlich cooler aus. Das ist so ein exotisches Obst für leicht fortgeschrittene ;-) Kann man auch nix falsch machen dabei. Mit dem Finger öffnen und alles essen was nicht Kern ist. Findet man von Zeit zu Zeit beim Asiaten.
- Röhren-Kassie oder Manna – Hatte ich mal in Regensburg im DEZ gefunden. Ganz leckere Knabberei mit unendlich harten Kernen.
- Rosella bzw. Hibiscusblüte – Sehr lecker. Bekommt man nur leider nie frisch ;-) Ich hatte die damals in Afrika direkt vom Strauch bei einem Hilfsprojekt. Sie wurden gepflanzt weil sehr viele Proteine und so drin sind. Zwei Sträucher im Garten und dein Kind hat weniger Mangelerscheinungen. Hierzulande kennt man sie fast nur kleingehäckselt als Hibiskustee. Versucht mal die puren Blüten beim Asiaten zu bekommen. Kann man auch Tee draus machen – dafür pur und nicht mit anderen Sachen vermischt – und danach kann man die aufgeweichten Blüten auch essen. Ist mein Lieblingstee. Muss ich mal wieder eine Packung kaufen :-)
- Salak oder Schlangenfrucht – Fein. Zwar auch nichts umwerfendes vom Geschmack aber schaut sehr cool aus :-) Ein Exot für etwas Fortgeschrittenere. Kann man aber auch nix falsch machen. Findet man halt nur selten dummerweise (der Asialaden könnte sie manchmal haben). Schaut wirklich aus wie Schlangenhaut die Frucht.
- Sternfrucht oder Karambole – Schaut zwar echt nett aus und wird deshalb gerne zu Verzieren von Drinks und kalten Platten verwendet – schmeckt aber wirklich nicht nach viel mehr als leicht säuerliches Wasser. Würd ich mal nicht empfehlen wenn ihr was exotisches sucht was ihr auch noch essen wollt. Hatte ich einmal in der Natur wachsen sehen auf Sansibar vor 14 Jahren.
- Tamarillo oder Baumtomate – Schmeckt sehr angenehm fruchtig. Sollte man schälen und kann sie auch gezuckert oder sogar gesalzen essen. Ein Exot für Fortgeschrittene (muss man halt finden und erkennen beim Asiaten, gibts relativ selten) bei dem man aber auch nicht viel falsch machen kann. Fand neulich hier in einer Runde nicht so großen Anklang was ich gar nicht verstehen konnte, die Frucht war fein, ich glaub das lag an den Leuten.
- Tamarinde – Lecker. Kauft da mal eine Schachtel wenn ihr sie seht! Eine Frucht für Fortgeschrittene ;-) Schauen von außen schon nett aus. Schälen ist so einfach wie bei Erdnüssen aber weniger Gebrösel. Und innen schauen sie so aus wie Alienbabies ;-) Zieht dem Alienbaby die Wirbelsäule und die paar längslaufenden Verästelungen heraus und probiert sie (schönes Bild in Wikipedia davon). Lasst euch nicht vom Alien abschrecken, sie schmeckt sehr lecker fruchtig und auch ein bisschen nach Cola. Bisschen aufpassen mit den Kernen, die sind recht hart. Aber man lutscht die Frucht eh. Probierts mal aus!
- Wasserapfel – öde. Schmeckt bisschen fruchtig aber hauptsächlich nach Wasser. Muss man nicht unbedingt haben.
Was ich in der Wikipedialiste noch vermisst habe waren:
- Pinienkerne – Sehr lecker. Aber nehmt vorsichtshalber nur die länglichen und nicht die birnenförmigen ;-) Nett wenn kurz angeröstet über Salat oder auch so mal in einen Gemüsewok.
- Bayern-Kiwi oder offiziell Scharfzähniger Strahlengriffel (kann man es nicht Kiwi nennen wenn es wie eine aussieht und mit ihr nah verwandt ist?) – Sehr lecker. Also ist wie eine Kiwi in klein. Von außen schaut sie nicht so aus, aber innen hat sie das typische Kiwimuster. Haben meine Eltern vor paar Jahren um den Entenstall gepflanzt und es wächst sehr gut und die jährliche Ernte sind über 10kg. Kann man dann auch sehr gut aufschneiden und trocknen. Findet man auch vereinzelt frisch beim Asiaten oder Gemüsehändler.
- Rhabarber – Kann man schon mal essen. Ganz wichtig dann: schälen und kleinschneiden und mit kochendem Wasser überbrühen und nach paar Minuten abgießen. Damit gehen die ganzen Bitterstoffe und die starke Säure raus und er schmeckt wirklich lecker! (Wusste meine Mutter früher nicht – und keiner von uns Kindern mochte den Rhabarber den unsere Mutter uns ab und zu mal auftischte weil er im Garten ganz gut wuchs. Inzwischen würde ich ihn selber pflanzen – wenn ich einen Garten hätte…) Definitiv sehr fein unter Vanillepudding (in kleine Schüsseln mit Pudding aufgießen).
- Zuckerrohr – Super! Kann man in Afrika stundenlang essen. Schälen: gibts einen Trick. (Wer den nicht kennt kann sich ordentlich in den Finger schneiden – wie ich.) Erst quer in ca 5-10cm Stücke hacken mit einem relativ schweren Küchenmesser und dabei um die Achse drehen. Wenn man die Schale überall durch hat kann man es zerbrechen. Dann Schale in Streifen abziehen. Dann nochmals quer in 2cm Stücken hacken und längs ca. 6teln. Auf jeden Fall mal kaufen wenn man es frisch sieht!
So, nachdem ich mir jetzt stundenlang Gedanken gemacht habe, was ich alles so kenne an leckeren, exotischen Früchten, kann ich endlichen meine Meinung abgeben zu meinen Lieblingen:
Jackfruit würde ich sagen ist mein erster Platz. Pomelo und Zuckerrohr vermutlich auf dem zweiten Platz. Dicht gefolgt aber auch von Tamarinde und Loquat. Danach vielleicht Maracuja und Longan. Und vielleicht – da bin ich mir aber auch nicht so ganz sicher -
Stinkfrucht. *lol* (Ich gebe die heimliche Liebe zu dieser umstrittenen Frucht doch nicht auf.)
Weiterhin regelmäßig kaufe ich Nashi-Birnen, Avocado, Cashewkerne, Mango und natürlich Ananas. Ab und zu Pinienkerne, Kochbananen, Rhabarber. Und natürlich alles was ich noch nie gesehen habe (was ja auch der ursprüngliche Grund für diesen Artikel war ;-)
Wer jetzt meint, der Peter isst ja nur verrücktes Zeug, den kann ich beruhigen: 90% der Früchte die ich esse sind weiterhin Äpfel und Bananen und Birnen, Trauben, Nektarinen, Pflaumen :-) Aber meine Haushaltsausgaben für exotisches Obst könnten schon um ein vielfaches höher sein als bei anderen Menschen ;-)
Was ich jedem noch empfehlen würde der sich für exotisches Obst interessiert (oder wenn man mal ein Obst gesehen / gekauft hat und nicht weiß wie es heißt): schaut euch die Bildtafel der Obstsorten und Gemüse bei Wikipedia an, da ist eigentlich alles drin was es so gibt. Und dann könnt ihr euch jetzt ja aufmachen zu den etwas exotischen Läden und die verrücktesten Obstsorten kaufen. Meine einfache Handregeln: “Kenne ich es? Wenn nein: Dann prinzipiell immer nehmen! Wenn es auch ein Gemüse sein könnte zögere ich vielleicht. Preis? Mir eigentlich fast immer egal (bis etwa 6€).” Bei allen anderen Obstsorten entscheidet dann, wie gern ich die mag (siehe oben bei fast jedem Obst) und wie lang ich sie schon nicht mehr hatte und wie oft ich sie bekommen kann.
Hi, Peter!
Deine Maracuja lebt noch. Also, ob sie diesen Winter überlebt hat, weiß ich jetzt noch nicht, aber im Herbst hab ich sie noch lebendig ins Gewächshaus getan. Leider, leider habt dein Zuckerrohr wahrscheinlich nicht überlebt. Aber ich hab im Asiengeschäft Zuckerrohrstücke gekauft und hoffe, dass es angeht.
Nochmal von deiner Mutter
Vergangenes Jahr hatten wir 32 kg Kiwi!! Es ist kaum zu glauben, von den 3 Pflanzen. Aber vielleicht kommt das daher, weil sie am Entenstall stehen und die Wurzeln sicher lecker-schlecker-Düngung bekommen.
Toll, gell?
Ansonsten läuft mir das Wasser im Mund zusammen, wenn du die Sachen alle so beschreibst. Hm, lecker!
Mein Moorbeet fülle ich mit Moor, nicht mit Fango. Fango ist so feiner Steinschlamm, der zwar prima auf normale Beete paßt oder in den Komposthaufen, aber eben nicht ins Moorbeet.
Aber ansonsten hab ich mich köstlich über den Artikel gefreut! Wußte gar nicht, dass wir schon sooo viele leckere Sachen zu Hause ausprobiert haben. Meine Favoriten sind übrigens Maracuja, Mango, Ananas, Bananen. Ganz frisch, also am liebsten von einem Straßenhändler in Kenia.
Inzwischen habe ich meine Liebe zu Kartoffeln entdeckt. Rote, schwarze, blaue, längliche… Und werde hoffentlich dieses Jahr wieder etwa 20 verschiedene Sorten anbauen. Die wachsen und gedeihen wenigstens in Oberfranken!
Vervollständigung der Liste:
Kaschuapfel
Zuckerrohr (obwohl es ein Gras ist)
Erdbeere (der Peter ist so klug, die nicht aufgenommen zu haben, schließlich ist es eine Pseudofrucht, die Nüsse trägt – trotzdem: süß, fruchtig, lecker = Obst)
Fortsetzung folgt. Hoffe ich.
Ein Trick zum Thema Frittieren: ein Zündholz ins Öl legen. Wenn es sich entzündet, hat das Öl die perfekte Temperatur erreicht.
@ Eltern:
Schade um die Maracuja- und Zuckerrohrpflanzen. Werd ich wohl mal wieder eine neue anpflanzen müssen ;-)
32kg Kiwis? Wow. Eure Enten haben echt potenten Dünger.
@ Vadder: oha, hätte ich das Wort Fango wohl doch auch nachschlagen sollen. Dachte immer, das wäre nur ein Spezialwort für Moor. Na gut…
@ Lara:
Jo, das Zuckerrohr fiel mir auch erst danach auf. Das gehört auch zu meinen Top 10 :-)
Gabs ja auch diese Woche hier im chinesischen Supermarkt sehr günstig.
Kaschuapfel: Wird man aber hier nicht bekommen, der transportiert sich sehr schlecht wie sie meinen. (Deshalb auch nicht in meiner Liste, da steht nur Zeug was ich schon gegessen hab. Auf der Liste meiner Eltern könnte der aber stehen ;-)
Dafür hat mich dessen Beschreibung darauf gebracht, dass ich auch schon mal Wasserapfel gegessen hab. Der schmeckt aber auch ungefähr so wie er heißt (sehr wässrig, aber sonst angenehm), ich werd den wohl so schnell nicht mehr kaufen.
Die Erdbeere wollte ich mal nicht aufnehmen weil sie mir nicht exotisch genug war. Aber da sie jetzt schon mal angeschnitten wurde: wusstet ihr, dass die großen Erdbeeren wie wir sie kennen erst vor 250 Jahren gekreuzt wurde aus den leckeren (aber kleinen) Walderdbeeren und den großen (aber wenig geschmackigen) Chile-Erdbeeren?
Und vom Cashewapfel kam ich auch gleich noch zum
größten Cashewbaum der Welt der etwa die Fläche eines Fussballfeldes einnimmt. Wow!
“Roh kann es sein, dass sie ein ganz grässliches Halskratzen verursachen” – was meinst du damit?
@ wo kann ich:
Muss nicht bei jeder Jackfrucht vorkommen, dass die Kerne im Hals kratzen. Aber hatte ich auch schon und es ist nicht sehr angenehm.
Kannst du dir in etwa so vorstellen, wie wenn du nach 20km joggen ein Steak aus Glasfasern verspeist. Bloß, dass du es nicht los wirst wenn du ein Glas Wasser trinkst. Du musst warten bis es nach 5-15min besser wird.
Deshalb “ganz grässlich”.
Wenn du sie kochst ist das nicht so. Dann schmecken sie kastanienähnlich. Trotzdem nicht so mein Fall.
Vielleicht kann man ein Handvoll kochen, würfeln und in eine Suppe werfen. Oder in Rotkraut ;-)
Was ich in den zwei Wochen nach dem Post hier noch so alles gefunden und gekauft hab: Im Lidl hats grad Passionsfrüchte. Zuckerrohr gabs zweimal im Chinesischen Supermarkt hier in Dublin. Dort auch letzte Woche nach hervorragend leckere Cherimoya. Tamarinden zwei Packungen und zwei Pomelos vielleicht auch noch.
Und heute: eine ganze Jackfruit! (Die “kleine” Sorte mit nur 2.5kg pro Frucht.) Mein Lieblingsobst (zum Essen)!
Und heute auch noch: frische Guaven. 4€/kg. Musste ich dann 4 Stück mitnehmen. Das ist mein Lieblingsobst zum Riechen. :-)