Obstfreak – Oder: Was ich an exotischem Obst so kenne.

Als Anlass diesen Artikel zu schreiben kam ich gestern, als ich das erstemal auf ein Obst gestoßen welches in meinem heiligen Liebster – Warenkunde Obst – Buch nicht vorkommt: Die Canistel.
(Also im Liebster finde ich sonst immer alles was mir an exotischen Früchten vor die Nase läuft – sehr gutes Buch für alle Freunde von exotischem Obst. Die Canistel habe ich in Dublin im Oriental Emperium beim Jervis Center gefunden unter ihrem vietnamesischen Namen “Lekima”.)

Die Canistel ist eine Sapotenart (wie auch die Sapodilla bzw. Breiapfel die ich ja witzigerweise im gleichen Geschäft vor drei Wochen 20cm weiter links gefunden hatte ;-) und ist auch unter dem Namen Eierfrucht bekannt. Und als ich die Frucht öffnete merkte ich, dass ich die in Afrika schon mal gegessen hatte. (Bin allerdings kein großer Fan davon muss ich auch zugeben.) Alle Quellen meinen es hieße in allen Sprachen Eierfrucht weil das Fruchtfleisch die Textur von Eigelb hat – ich meine es schmeckt auch so. In Florida ist die Frucht übrigens recht beliebt. Einen Kern der schon am keimen war hatte sie auch, hab ich gleich mal gepflanzt (auch wenn ich den Baum daheim nie auspflanzen werde können weil der Baum sehr wenig Frost verträgt). Ich pfanze anscheinend eh recht viel so Zeug, wenn ich da mal in den Archiven gucke, was bei mir vor 2 Jahren so alles auf dem Fensterbrett wuchs.

Jetzt aber mal zum eigentlichen Thema:
Ich habe neulich so gemerkt, dass ich mich wohl mit Obst gar nicht so schlecht auskenne ;-)
Ich sag dann immer, das habe ich meinen Eltern zu verdanken weil die auch immer alles an Obst kaufen, was sie noch nicht kennen. (Die hatten auch zuerst den Liebster und ich habe seit Jahren meinen eigenen.)

Und neulich kam auf Arbeit die Frage auf, was denn der Leute Lieblingsobst wäre. Ich konnte erstmal gar nicht antworten weil ich zu viel überlegen musste. Aber inzwischen hab ich meine Favoriten wohl so ein bisschen gefunden. (Siehe unten: Jackfruit, Pomelo, Tamarinde, Loquat, Maracuja, Longan und vielleicht noch Stinkfrucht.)

Ich dachte mir jetzt, ich könnte mal eine Liste machen mit mehr oder minder exotischen Obstsorten die ich kenne, wie oft ich sie habe, wie gut die Chance ist sie im Handel zu bekommen, vor allem auch wie gern ich sie mag und wie sehr ich sie empfehlen kann und vielleicht noch ab und zu eine Anekdote dazu. (Als ich da gerade durch die Liste der Obstarten bei Wikipedia bin, kam ich mir gar nicht mehr so toll vor. Kenn ich trotzdem die Hälfte noch nicht.) Ich basier das hier mal da drauf aber erwähne echt nur die etwas exotischeren Früchte  die ich auch kenne (die Hälfte derer die ich nicht kenne hat auch gar keinen Eintrag in der deutschen Wikipedia ;-). Wer sich nur für die absoluten Exoten interessiert kann ja gleich nach ganz unten springen. Was sich vielleicht empfiehlt (besonders für die Exotensammlung unten): gleich nebenher die Bildtafel der Obstsorten offen zu haben.

Kernobst:

Steinobst:

Beerenobst:

Schalenobst:

Jetzt kommen endlich meine beiden Lieblingskategorien:

Südfrüchte:

Weitere exotische Früchte: (lustige Unterteilung liebe Wikipedia, Pitahaya ist auch nicht so sehr bekannt, Ugli kennt auch keiner, dafür hier drunter dann auch Datteln, Feigen und Melonen…)

Was ich in der Wikipedialiste noch vermisst habe waren:

So, nachdem ich mir jetzt stundenlang Gedanken gemacht habe, was ich alles so kenne an leckeren, exotischen Früchten, kann ich endlichen meine Meinung abgeben zu meinen Lieblingen:

Jackfruit würde ich sagen ist mein erster Platz. Pomelo und Zuckerrohr vermutlich auf dem zweiten Platz. Dicht gefolgt aber auch von Tamarinde und Loquat. Danach vielleicht Maracuja und Longan. Und vielleicht – da bin ich mir aber auch nicht so ganz sicher -
Stinkfrucht. *lol* (Ich gebe die heimliche Liebe zu dieser umstrittenen Frucht doch nicht auf.)

Weiterhin regelmäßig kaufe ich Nashi-Birnen, Avocado, Cashewkerne, Mango und natürlich Ananas. Ab und zu Pinienkerne, Kochbananen, Rhabarber. Und natürlich alles was ich noch nie gesehen habe (was ja auch der ursprüngliche Grund für diesen Artikel war ;-)

Wer jetzt meint, der Peter isst ja nur verrücktes Zeug, den kann ich beruhigen: 90% der Früchte die ich esse sind weiterhin Äpfel und Bananen und Birnen, Trauben, Nektarinen, Pflaumen :-) Aber meine Haushaltsausgaben für exotisches Obst könnten schon um ein vielfaches höher sein als bei anderen Menschen ;-)

Was ich jedem noch empfehlen würde der sich für exotisches Obst interessiert (oder wenn man mal ein Obst gesehen / gekauft hat und nicht weiß wie es heißt): schaut euch die Bildtafel der Obstsorten und Gemüse bei Wikipedia an, da ist eigentlich alles drin was es so gibt. Und dann könnt ihr euch jetzt ja aufmachen zu den etwas exotischen Läden und die verrücktesten Obstsorten kaufen. Meine einfache Handregeln: “Kenne ich es? Wenn nein: Dann prinzipiell immer nehmen! Wenn es auch ein Gemüse sein könnte zögere ich vielleicht. Preis? Mir eigentlich fast immer egal (bis etwa 6€).” Bei allen anderen Obstsorten entscheidet dann, wie gern ich die mag (siehe oben bei fast jedem Obst) und wie lang ich sie schon nicht mehr hatte und wie oft ich sie bekommen kann.

15 – 20 Tonnen

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9 Kommentare vorhanden.

  1. N ele Mauer schreibt am 07.03.2010 18:22:

    Hi, Peter!
    Deine Maracuja lebt noch. Also, ob sie diesen Winter überlebt hat, weiß ich jetzt noch nicht, aber im Herbst hab ich sie noch lebendig ins Gewächshaus getan. Leider, leider habt dein Zuckerrohr wahrscheinlich nicht überlebt. Aber ich hab im Asiengeschäft Zuckerrohrstücke gekauft und hoffe, dass es angeht.

  2. N ele Mauer schreibt am 07.03.2010 18:32:

    Nochmal von deiner Mutter
    Vergangenes Jahr hatten wir 32 kg Kiwi!! Es ist kaum zu glauben, von den 3 Pflanzen. Aber vielleicht kommt das daher, weil sie am Entenstall stehen und die Wurzeln sicher lecker-schlecker-Düngung bekommen.
    Toll, gell?
    Ansonsten läuft mir das Wasser im Mund zusammen, wenn du die Sachen alle so beschreibst. Hm, lecker!

  3. Helmuth Mauer schreibt am 07.03.2010 18:56:

    Mein Moorbeet fülle ich mit Moor, nicht mit Fango. Fango ist so feiner Steinschlamm, der zwar prima auf normale Beete paßt oder in den Komposthaufen, aber eben nicht ins Moorbeet.
    Aber ansonsten hab ich mich köstlich über den Artikel gefreut! Wußte gar nicht, dass wir schon sooo viele leckere Sachen zu Hause ausprobiert haben. Meine Favoriten sind übrigens Maracuja, Mango, Ananas, Bananen. Ganz frisch, also am liebsten von einem Straßenhändler in Kenia.
    Inzwischen habe ich meine Liebe zu Kartoffeln entdeckt. Rote, schwarze, blaue, längliche… Und werde hoffentlich dieses Jahr wieder etwa 20 verschiedene Sorten anbauen. Die wachsen und gedeihen wenigstens in Oberfranken!

  4. Lara schreibt am 12.03.2010 14:02:

    Vervollständigung der Liste:
    Kaschuapfel
    Zuckerrohr (obwohl es ein Gras ist)
    Erdbeere (der Peter ist so klug, die nicht aufgenommen zu haben, schließlich ist es eine Pseudofrucht, die Nüsse trägt – trotzdem: süß, fruchtig, lecker = Obst)
    Fortsetzung folgt. Hoffe ich.

    Ein Trick zum Thema Frittieren: ein Zündholz ins Öl legen. Wenn es sich entzündet, hat das Öl die perfekte Temperatur erreicht.

  5. Peter schreibt am 13.03.2010 19:09:

    @ Eltern:
    Schade um die Maracuja- und Zuckerrohrpflanzen. Werd ich wohl mal wieder eine neue anpflanzen müssen ;-)

    32kg Kiwis? Wow. Eure Enten haben echt potenten Dünger.

    @ Vadder: oha, hätte ich das Wort Fango wohl doch auch nachschlagen sollen. Dachte immer, das wäre nur ein Spezialwort für Moor. Na gut…

    @ Lara:
    Jo, das Zuckerrohr fiel mir auch erst danach auf. Das gehört auch zu meinen Top 10 :-)
    Gabs ja auch diese Woche hier im chinesischen Supermarkt sehr günstig.

    Kaschuapfel: Wird man aber hier nicht bekommen, der transportiert sich sehr schlecht wie sie meinen. (Deshalb auch nicht in meiner Liste, da steht nur Zeug was ich schon gegessen hab. Auf der Liste meiner Eltern könnte der aber stehen ;-)
    Dafür hat mich dessen Beschreibung darauf gebracht, dass ich auch schon mal Wasserapfel gegessen hab. Der schmeckt aber auch ungefähr so wie er heißt (sehr wässrig, aber sonst angenehm), ich werd den wohl so schnell nicht mehr kaufen.

    Die Erdbeere wollte ich mal nicht aufnehmen weil sie mir nicht exotisch genug war. Aber da sie jetzt schon mal angeschnitten wurde: wusstet ihr, dass die großen Erdbeeren wie wir sie kennen erst vor 250 Jahren gekreuzt wurde aus den leckeren (aber kleinen) Walderdbeeren und den großen (aber wenig geschmackigen) Chile-Erdbeeren?

  6. Peter schreibt am 13.03.2010 19:12:

    Und vom Cashewapfel kam ich auch gleich noch zum
    größten Cashewbaum der Welt der etwa die Fläche eines Fussballfeldes einnimmt. Wow!

  7. wo kann ich schreibt am 17.03.2010 06:34:

    “Roh kann es sein, dass sie ein ganz grässliches Halskratzen verursachen” – was meinst du damit?

  8. Peter schreibt am 17.03.2010 11:31:

    @ wo kann ich:
    Muss nicht bei jeder Jackfrucht vorkommen, dass die Kerne im Hals kratzen. Aber hatte ich auch schon und es ist nicht sehr angenehm.
    Kannst du dir in etwa so vorstellen, wie wenn du nach 20km joggen ein Steak aus Glasfasern verspeist. Bloß, dass du es nicht los wirst wenn du ein Glas Wasser trinkst. Du musst warten bis es nach 5-15min besser wird.
    Deshalb “ganz grässlich”.

    Wenn du sie kochst ist das nicht so. Dann schmecken sie kastanienähnlich. Trotzdem nicht so mein Fall.
    Vielleicht kann man ein Handvoll kochen, würfeln und in eine Suppe werfen. Oder in Rotkraut ;-)

  9. Peter schreibt am 20.03.2010 17:15:

    Was ich in den zwei Wochen nach dem Post hier noch so alles gefunden und gekauft hab: Im Lidl hats grad Passionsfrüchte. Zuckerrohr gabs zweimal im Chinesischen Supermarkt hier in Dublin. Dort auch letzte Woche nach hervorragend leckere Cherimoya. Tamarinden zwei Packungen und zwei Pomelos vielleicht auch noch.
    Und heute: eine ganze Jackfruit! (Die “kleine” Sorte mit nur 2.5kg pro Frucht.) Mein Lieblingsobst (zum Essen)!
    Und heute auch noch: frische Guaven. 4€/kg. Musste ich dann 4 Stück mitnehmen. Das ist mein Lieblingsobst zum Riechen. :-)

 
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