Die Gräulichkeitsskala für dünnes Klopapier

Zusammenfassung:
Klopapier (auch bekannt als Toilettenpapier o.ä.) wird in den meisten Teilen der Welt benutzt, wobei es gravierende Unterschiede vor allem in Dicke, Haltbarkeit und Weichheit gibt. Während die meisten Menschen für den Hausgebrauch dickeres und weiches Klopapier bevorzugen, findet man im öffentlichen Raum mitunter beschämend dünnes, kratzendes und wenig reißfestes Klopapier. Um die Dünnheit dieser Klopapiere vergleichen zu können wird in diesem Artikel eine mögliche Rationalskala der Durchsichtigkeit eingeführt: Die Gräulichkeit eines Klopapiers.

Einleitung:
In Deutschland hat, seit seiner Einführung durch die amerikanische Besatzung ab etwa 1958, weiches und reißfeste Klopapier die Privathaushalte fast vollständig erobert. Nichtsdestotrotz findet sich in öffentlichen Toiletten, Bars, Restaurants, Bahnhöfen, Universitäten, Schulen, anderen öffentlichen Einrichtungen, Studenten-WGs oder anderen finanziell schwachen oder einfach nur geizigen Haushalten oft reichlich dünnes Klopapier. Bei Auslandsaufenthalten kann man teilweise noch schlimmeres erleben. Speziellen Anlass zu diesem Artikel gab das Klopapier des City Colleges New York, durch das man ohne Probleme durchsehen kann. Es ist damit sogar ungewöhnlich dünn: man kann sich selbst mit großer Anstrengung nicht daran gewöhnen.
Bei Unzufriedenheit der Benutzer werden aber oftmals sehr subjektive Empfindungen und persönlich angefärbte Einschätzungen hervorgebracht, was eine Vergleichbarkeit mangelhaften Klopapiers besonders über örtliche Distanzen erschwert. Aus diesem Grund soll hiermit eine objektive, reproduzierbare Methode zur Bestimmung der Dünnheit von Klopapier vorgestellt werden.
Ähnlich nützliche Skalen für den täglichen Hausgebrauchs existieren bereits für vielerlei Anwendungen in allerlei Lebensbereichen (siehe z.B. das Olf (“gestern nach dem Sport hatte ich bestimmt 15 Olf”, die Kinsey-Skala (“dein Nachbar kriegt ne glatte 6 auf der Kinsey-Skala”), die Glasgow Koma Skala (“ich war gestern 1 Glaskow Punkt betrunken”), dem Schärfegrad (ich persönlich finde die Grenze zwischen Geschmack und Schmerz liegt etwa bei Schärfegrad 5, alles darüber ist zum Leute ärgern).

Materialien und Methoden:
Die Durchsichtigkeit eines Stückes Klopapieres ist nicht ein direktes Maß für die Haltbarkeit des selben, kann aber erste Anhaltspunkt liefern. Weitherhin lässt sich die Durchsichtigkeit objektiver messen und vergleichen mit einfachen Mitteln und Methoden (die einem im jeweilig kritischen Moment zur Verfügung stehen).
Das verwendete Messprinzip basiert auf der Tatsache, dass man durch zu dünnes Klopapier durchsehen kann. Wenn man das zu untersuchende Objekt auf einen dunklen Hintergrund legt kann man abschätzen wie transluzent es ist.

In der praktischen Handhabung kann man als dunklen Hintergrund schwarze Kleidungsstücke nehmen (blue Jeans tun’s auch in der Not(-durft)).
Je mehr man vom Hintergrund sehen kann, desto dünner das Papier. Gutes, dickes, 4-Lagen-Klopapier erscheint schön weiß (ihm kann eine weiße Weste bescheinigt werden). Billiges, dünnes Klopapier lässt mehr vom Hintergrund durchscheinen, es erscheint grauer.

Also, je gräulicher, desto gräulicher!

Diese subjektive Gräulichkeit einer bestimmten Sorte Klopapier lässt sich für Vergleiche auch in Zahlen fassen.
Man nimmt einfach die Anzahl der Lagen, die man braucht um vollständige Undurchsichtigkeit zu erreichen. Bei Mehrlagenpapieren kann man auch versuchen die Lagen zu trennen um einen exakteren Wert zu bekommen.
Klopapier, welches bereits bei einem Blatt vollständig undurchsichtig erscheint, hat einen Gräulichkeitswert von <=1 und wird als “nicht gräulich” bezeichnet. Alle Sorten Klopapier, die mehr als eine Lage erfordern sind dementsprechend “gräulich”.

Vorläufige Ergebnisse:
Aufgrund des erst kürzlich entwickelten Tests sind die vorliegenden Ergebnisse leider noch sehr lückenhaft. Um die Mithilfe unserer Leser wird hier dringlichst gebeten!
Unser momentanes Klopapier zu Hause hat etwa eine Gräulichkeit von 3-4, ist aber durchaus nicht schlecht in der Handhabung.
Das City College NY Klopapier wurde noch nicht mit der neuen Methodologie vermessen, erste Ergebnisse sind ab Montag zu erwarten, werden aber von einem Insider auf “vermutlich nicht unter 8 Gräulichkeiten! Dieses Zeug ist so gräulich, dass die sich eigentlich schämen müssten!” geschätzt.

Diskussion:
Gräulich, dünnes Klopapier ist leider hinreichend bekannt und zum Leidwesen vieler Benutzer auch relativ weit verbreitet. Um gräuliches Klopapier besser vergleichen zu können, wurde eine neue Methode entwickelt und hier erstmals beschrieben. Die neue Skala der Gräulichkeit von Klopapier gibt Verbrauchern erstmals ein Werkzeug in die Hand, um ihre Erfahrung in Zahlen zu fassen. Mögliche Anwendungsgebiete beinhalten zum Beispiel das Aufmerksammachen auf individuelle Rechte und Bedürfnisse in Bezug auf natürliche Bedürfnisse und das Anbringen objektiverer Beschwerden (“Hey Chef, der Kalle und ich protestieren gegen dieses 1 Gräulichkeiten schwache Kackpapier im Dixie.” / “Sehr geehrte Damen und Herren, das Klopapier in ihrer Einrichtung ist erwiesenermaßen beschämenswert gräulich (?12 Gräulichkeiten). Wenn sie weiterhin auf meine Kundschaft wert legen, verringern sie die Gräulichkeit ihres Klopapiers mindestens auf die vom Klopapierverbraucherschutzbund empfohlenen 7 Gräulichkeiten.”). Des weiteren kann man das erworbene Wissen auch im persönlichen Alltag einsetzen (Sie: “Kann man das Klo hier benutzen?” Er: “Ist mittelmäßig sauber, aber die haben mindestens 10 Gräulichkeiten dort.” / “Deine Tante ist echt geizig, die hat das gleiche gräuliche Papier wie im Hauptbahnhof.” / “Schatz, wenn du nachher einkaufen gehst, bring Klopapier mit weniger als 2 Gräulichkeiten mit!”). Weiterhin könnten Gräulichkeiten in Bildungseinrichtungen zukünftig in Uni-Rankings mit aufgenommen werden. Stiftung Warentest hat für die nächsten Monate eine umfassende Untersuchung unterschiedlich teurer Klopapiersorten angekündigt. Weitere Anwendungen sehen wir in der Küchenrollenindustrie und im Papiertaschentuchbereich.

Zusammenfassung:
Die hier vorgestellte Methodologie hat das Potential, weitreichenden Einfluss auf den nationalen und internationalen Ge- und Verbrauch von Klopapier wie auch dessen Qualitätsstandards haben.

3 Kommentare vorhanden.

  1. Peter schreibt am 17.11.2010 02:37:

    McDonalds, Manhattan, Ecke Battery Park: ?8 Gräulichkeiten.
    CCNY, Steinman Hall, 5ter Stock: >8 Gräulichkeiten, vermutlich 10-12.

  2. Peter schreibt am 17.11.2010 02:45:

    Bei der heutigen Testreihe ist mir aufgefallen, dass sich das bei schlechten Lichtverhältnissen relativ schlecht gegen einen dunklen Hintergrund messen lässt. Also bieten wir hiermit mal eine alternative Messmethode: das ganze gegen eine Lichtquelle halten.

    Ach ja, noch was zur angewandten Testmethode: als Farb-/Durchlässigkeitsreferenz für Nichtdurchlässigkeit kann man einfach eine größere Anzahl Lagen nehmen. Z.B. gucke ich ob 8 Lagen durchlässig und habe daneben die nochmal zu 16 Lagen gefaltet und vergleiche beide. Wenn Unterschiede bestehen ist’s also >8 Gräulichkeiten.

    Auch bin ich am zweifeln, ob eine lineare Skala clever ist für ein multiplikatives Problem. Vielleicht sollten wir irgendwann eine logarithmische Skala in Betracht ziehen. (Dafür kann man dann auch negative Werte bekommen und keiner kapiert mehr die Prozentrechnung da drin und man kann nicht mehr so schnell sagen, ob ein Papier nun doppelt so dick ist. Naja, ich werd drüber nachdenken.)

  3. Peter schreibt am 17.11.2010 02:47:

    Noch ein praktischer Hinweis: wenn man durch das Klopapier noch die Zeiger seiner Armbanduhr lesen kann hat das Papier >8 Gräulichkeiten.
    Kein Witz!

 
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