Anstehen
Die Iren haben ähnlich den Engländern eine ausgeprägte Ansteh-Kultur (aber nicht ganz so krass wie die Engländer).
Wo es in Deutschland jedesmal große Menschentrauben, Chaos und Verärgerung gibt, stellt man sich hier brav an egal, wie viele vor einem stehen.
In Supermärkten gibt es fast nur High-Speed-Kassen. Das System ist verblüffend gerecht und genauso einfach. Man stellt sich für 6 Kassen in eine Schlange und jede Kassiererin, die nix zu tun hat, ruft „next, please“. So steht man nie in der Schlange, die (definitiv (da intuitiv)) am langsamsten ist.
Geht halt bloß blöderweise nur hier in der Stadt wo die Supermärkte so klein sind, dass man keine Einkaufswagen hat sondern alles trägt.
(Wobei ich leidenschaftlich gern am Anfang meines Einkaufs übersehe, dass man ja einen Einkaufskorb mitnehmen könnte. Blöderweise fallen mir dann immer so lecker Sachen auf, dass mir am Schluss fast das Zeug aus dem Arm fällt.)
Man stellt sich auch brav in die Schlange hinter ungefähr 100 Leute vor den einzigsten Fahrkartenschalter, der an der gut besuchten Haltestelle für den Luas (Tram) an St. Stephen’s Green steht. Obwohl der Zug fast leer ist und sicher in einer Minute auch genauso leer wieder abfahren wird stehen alle ohne großes Murren in der Schlange.
Bushaltestellen erkennt man meist nicht an den Halteschildern sondern an der schön geordneten Menschenschlange, die sich dort eingefunden hat.
Im Kino funktioniert es ähnlich wie im Supermarkt – eine Schlange, viele Schalter. Niamh meint, am WE stehen die Leute in Dublins größtem Kino im gesamten Innenraum und dann noch bis außen. Aber sie meint, die Leute an der Kasse sind schnell – man muss fürs Kino nur etwa 20 Minuten anstehen.
Nur ?!?