Gutes Guinness

Die Iren in Kilkenny haben uns beigebracht, dass man ein gut gezapftes Guinness daran erkennt, dass sich Ringe bilden, wenn es leerer wird.
Der Schaum ist ja bekanntermaßen recht fest beim Guinness. Und bei jedem Schluck setzt sich dann ein Ring aus schauem am Glas ab. Und weil der Schaum so fest ist, rutscht der dann auch nicht runter sondern bleibt da, bis das Glas leer ist.

Nach eifriger Diskussion (unter deutschen Touristen) wissen wir aber immer noch nicht, ob das echt ein Zeichen für gutes Zapfen ist.

Da sich die Ringe bilden aus einem Zusammenspiel von Glas und Schaum, sind das auch die größten Variablen im Spiel (Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit dürften von untergeordneter Rolle sein).
Aber der Schaum wiederrum ist mehr oder minder nur beeinflusst vom Bier (welches ja immer gleich sein sollte) und von der Größe der Schaumblasen.
Die Blasengröße bestimmt dann wieder (auch über die Kapillarwirkung) die Viskosität des Schaumes, die erheblichen Einfluss haben sollte.
Die Biertemperatur dürfte nicht so viel varieren. Plus minus zwei Grad vielleicht – sollte egal sein.

Aber das Glas kann natürlich neu oder gebraucht sein. Oder halt schon von der Fertigung eine andere Oberfläche haben. (Das sehe ja ich persönlich als einen Hauptfaktor an.)
Aber das Glas kann auch besser oder schlechter gewaschen sein!
Und das könnte auch einen nicht unwesentlichen Einfluss ausüben. Das dumme ist aber, dass wir nicht wissen, ob saubere oder dreckige Gläser besser sind. Arghhh.

Die Iren meinen natürlich, dass es auch davon abhängt, ob der Barkeeper die Gäste mit Vornamen kennt. Diese Argumentation läuft in etwa so:
Wenn der Barkeeper alle Gäste persönlich kennt, ist der Pub klein. Und wenn der Pub klein ist, wird auch weniger Bier ausgeschenkt. Also stehen die Bierfässer auch direkt unter der Theke und nicht in einem Nebenraum. Dadurch werden die Leitungen kürzer und das Guinness ist deshalb besser.

Weiterhin reinigen die kleinen Pubs ihre Leitungen besser.
(Vielleicht reinigen sie aber auch schlechter – wer weis das schon …)

Weiter Einflüsse von der Trinkweise des Besitzers wären: benötigte Zeit für ein Bier, Schluckgröße (sollte keinen Unterscheid machen), vielleicht auch zeitlicher Abstand zwischen den Schlucken (könnte nicht unwesentlich sein) und schlussendlich die Kippgeschwindigkeit des Glases (und damit die Schergeschwindigkeit des Schaumes) welche man ebenfalls nicht außer Acht lassen sollte (gerade wenn wir vorher schon die Schaum-Viskosität als wesentlichen Einfluss ansahen).

Alles in allem ein hochkomplizierter Prozess. Man sollte mal ein Paper darüber herausbringen: „Einflüsse auf die Bildung von Schaumringen beim Genuss von Guinness“.

 
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