Saunawurst-Modul
Die Finnen sind bekannt für ihre Sauna.
Und vielleicht auch dafür, dass sie vielleicht etwas verrückt sind.
Was liegt näher, als diese zwei Eigenschaften erfolgreich zu kombinieren und die Saunawurst zu erfinden.
Für diejenigen, die das noch nicht ausprobiert haben mag das jetzt wirklich verrückt klingen. (Und wenn man etwas googelt findet man auch nur Extrema: Die Leute, die Saunawurst aus erster Hand kennen finden es meist recht cool. Die, die es aus zweiter Hand kennen oder gerade das erstemal gelesen haben finden es größtenteils eher abstoßend *lol*.) Ich hab hier mal ein paar Quellen zusammengestellt.
Ich wollte hier jetzt mal eine positive Meinung bringen.
Ich habe zwar in Finnland noch keine Original-Saunawurst in einer Sauna von einem Original-Saunawurst-Modul gegessen – aber ich hab mir eines selber gebaut.
Dieses Modul hängt jetzt in der elterlichen Sauna daheim und ist schlichtweg cool.
Saunawurst wird in einer über dem Ofen hängenden Schale gemacht oder einfach über den Ofen gehängt und dann nach ein paar Saunagängen gegessen.
Unkundige meinen, die Sauna könnte damit nach Wurst stinken.
Oder – schlimmer noch – die Wurst nach Eukalyptus, Männerschweiß oder sonstwas.
Firlefanz. Die Wurst riecht man kaum bis gar nicht.
Und von Saunageruch konnte man der Wurst am Abendessenstisch auch nichts anmerken. (Wenn jetzt jemand behauptet, unsere Nasen wären eh noch voll mir Saunaduft gewesen nach dem Test, der liegt falsch: unser Geschmackstest wurde durch drei unabhängige Testesserinnen gestützt, die nicht in der Sauna waren :o)
Dafür entwickelt man im Laufe der Saunagänge eine tiefere Beziehung zu seinem Abendessen (für alle, die zeitgleich mit der Wurst die Sauna teilten :o).
Deshalb schmeckt es dann auch gleich viel besser – ist doch klar.
Bei Gelegenheit stelle ich noch ein paar Fotos vom Saunawurst-Modul rein. Aber wen die Bauart interessiert, hier eine erste Anleitung (die so oder sehr ähnlich bei mir gut funktioniert hat):
- Man finde eine alte eklige Teflonpfanne (1) auf seinem Schupfendach.
- Man nehme eine Runddrahtbürste (2) für die Bohrmaschine.
- Diese (3) nehme man natürlich auch.
- Dann nehme man (2) in (3) und entferne von (1) jetzt diese alte, eklige, halbkaputte Teflonschicht vor der sich eh jeder fürchtet :o)
- In diesem Arbeitsgang kann man die Pfanne auch gleich (absichtlich oder unabsichtlich durch Einspannen) verbiegen. Alupfannen eigenen sich hierzu super. Gibt ein sehr kultiges Aussehen (wie aus dem WK II oder so).
- Den Griff entferne man mit Schraubenzieher und / oder Eisensäge je nach Bauart. (Bei unsachgemäßem Umgang reißen die Schweißpunkte Löcher in die Pfanne – mir passiert, ups…)
- Dann bohre man noch 3 Löcher in den oberen Rand von (1) mit (3) und einem hübschen Metallbohrer.
- Man gehe in den Baumarkt seiner Wahl und kaufe ca. 2m möglichst cool aussehende Metallkette (4). Wahl nach Belieben (bei uns wurde eine rostfreie Stahlkette mit ca. 10mm langen einfachen Gliedern bevorzugt).
- Mit Hilfe zweier Zangen öffnet man nun ein paar Glieder von (4) um geeignet lange Einzelstücke zu erhalten und zu einer Halterung zu verbinden, die an der Decke mit einem Strang hält und an (1) mit 3 Strängen. Haken anzubringn an den drei Einzelketten zu (1) vereinfacht das Abnehmen (und die Säuberung in der Spülmaschine).
- Haken in die Saunadecke und neuen Stolz des Hauses aufhängen.
- Dann kaufe man eine leckere Wurst (z.B. Stadtwurst, Debreziner, etc.) beim Metzger seines Vertrauens und schneide sie etwas ein.
- Sauna anheizen und Wurst in Saunawurst-Modul legen. Nach zwei bis drei Saunagängen herausnehmen und essen.
- Sich freuen!
Damit wäre die heutige DIY-Lektion beendet. Viel Spaß mit euren Saunawürsten.
(Nächstes mal erzähle ich euch vielleicht, wie man aus unbenutzten Molotow-Cocktails Blumenvasen macht.)